Kontext:
Inhalts?ersicht:
Die heutigen Kabelnetze wurden in den 70er und 80er Jahren verlegt; Kabelanlagen haben eine Lebensdauer von ?er 25 Jahren ([076]:38). Ein Aus- und Umbau der vorhandenen Kabelnetze ist vor allem in drei Bereichen feststellbar:
Die Deutsche Telekom betreibt nur einen Teil der Breitband-Verteilnetze in der Bundesrepublik.
Der Verband privater Netzbetreiber (ANGA) forderte im Oktober 1996 eine Beteiligung der privaten Netzbetreiber an der Wertsch?fung des digitalen Fersehens. Bisher k?ne beispielsweise der noch analog sendende private Pay-TV-Sender Premiere die Kabelanschl?se der privaten Netzbetreiber in den Haushalten nutzen, ohne etwas daf? bezahlen zu m?sen (ANGA-Sprecherin Claudia Fa?ender, [052]). Das Kabelnetz ist hochgradig defizit? (vgl. [143]); die Telekom plante daher Anfang 1997 eine massive Geb?renerh?ung (vgl. hierzu Abschnitt Finanzierung des Kabelnetzes).
Von bundesweit 15,5 Millionen Kabelfernseh-Teilnehmern (Stand: ca. 1995 [?]) hat die Telekom sechs Millionen unter Vertrag; die ?rigen wurden von privaten Unternehmen angeschlossen [099]).
Von s?tlichen verkabelten Haushalten in Deutschland wird laut ANGA bei neun Millionen die letzte Meile Kabel bis zur Fernsehbuchse von privaten Betreibern gestellt. Allein der Marktf?rer unter den privaten Anbieteren, die Vebacom, verf?t ?er 1,2 Millionen solcher Anschl?se [052]).
Die Kabel-Service Berlin GmbH & Co. KG (RKS) hat bisher 200.000 Haushalte in Berlin und Brandenburg mit Kabelanschl?sen versorgt. Das Beteiligungsunternehmen der Deutschen Telekom erzielte 1993 einen Umsatz von 41 Millionen Mark [055].
Im April 1996 verf?ten rund 24,4 Mio. Haushalte in der Bundesrepublik ?er Kabelanschlu? etwa zwei Drittel davon nutzten ihn auch [114:204].
Der Streit um Ausbau und Nutzung des Kabelnetzes setzte sich bis Juli 1997 und dar?er hinaus fort; strittig waren vor allem zwei Punkte (vgl. [143], [161]):
Die Telekom bzw. ehem. Deutsche Bundespost finanzierte den Auf- und Ausbau des Kabelnetzes durch amtlich festgesetzte Geb?ren [1]; dennoch k?digte die Telekom Mitte Mai 1997 an, bereits bis 2000 Gewinne mit dem Angebot der Gesch?tseinheit T-Media-New erwirtschaften zu wollen; urspr?glich sollte dieses Ziel erst 2007 erreicht sein. Nach Angaben der Telekom habe das Unternehmen im vergangenen Jahr 500 Millionen Mark Verlust im Bereich der Kabelnetze gemacht (vgl. [136]). Folgende Ma?ahmen sind geplant, um den Bereich der Kabelnetze m?lichst rasch profitabel zu machen (Quelle: a.a.O.; vgl. auch [166]):
?er die meisten europ?schen Kabelfernsehnetze kann man heute noch nicht telefonieren. ([070:35]) Anders ist die Situation in Gro?ritannien und in den USA, wo sog. Kabelfernseh-Overlay-Netze installiert sind, die Telekommunikationsdienste erm?lichen.
Die technische Realisation dieser Konfiguration wird in den Abschnitten ?er Interaktivit? sowie Netzstrukturen und -konzeptionen ausf?rlich er?tert; zu beachten ist hier vor allem die Darstellung der Breitbandnetze, in der auch auf die Unterschiede zwischen Breitbandverteilnetzen und Breitbandvermittlungsnetzen eingegangen wird.
Einige technische Entwicklungen beeinflussen den Ausbau der Kabelnetze (vgl. hierzu auch [076:38-41]):
Nach einer Studie zum Pay-TV der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank AG vom September 1996 hat der Kabelanschlu?zur Zeit nur ein begrenztes Wachstumspotential ([053]):
Aufgrund zahlreicher Neugr?dungen von TV-Sendern, insbesondere von Spartenkan?en, die eine Verbreitung ?er Kabel beantragten, waren die Kapazit?en des Kabelnetzes f? die Verbreitung analoger Programme 1995/96 ausgesch?ft ([114:204]). Die f? die Vergabe der Einspeiselizenz zust?digen Landesmedienanstalten und die privaten Rundfunkveranstalter fordern daher von der Telekom, das Kabelnetz f? die herk?mlichen, analog ?ertragenen Programme zu erweitern. Die Telekom lehnt jedoch einen Ausbau wegen der hohen Kosten ab; sie gab der Digitalisierung des Hyperbandes Vorrang ([114:204]).
[1] Vgl. Leserbrief von Franz Bauer, ?Keine Steuern erhalten?. In: ?Leserforum?, c't 6 (1997): 9.