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Kabelkommunikation: Interaktives Fernsehen


In Orlando (Florida) wurde Ende 1994 ein Pilotprojekt mit Interaktivem Fernsehen gestartet, an dem 4.000 Haushalte teilnehmen sollten. Bis Ende 1995 waren jedoch erst 65 Haushalte angeschlossen. Das Pilotprojekt bot u.a. Dienste wie Teleshopping, Videospiele und Video on Demand. Der Tr?er Time-Warner f?rt die mangelnde Akzeptanz auf die hohen Grundkosten von ca. 1.000 Dollar sowie das noch wenig attraktive Programm zur?k. (vgl. [114:195 f.]).

Auf der Tagung ?Chancen und Risiken des interaktiven Fernsehens aus der Sicht der ?fentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten? im April 1994 k?digte IBM an, in Zusammenarbeit mit Apple, Bertelsmann und der Telekom nach M?lichkeiten zu suchen, interaktives Fernsehen auch ohne Beteiligung der ?fentlich-rechtlichen Fernsehanstalten aufzubauen und das Problem der Frequenzknappheit zu umgehen. Die L?ung best?de darin, da? ?die Telekom ihre Netze zur ?ertragung verf?bar macht und die Programme nicht ?er das Telefon-, sondern im Zusammenschlu?mit dem Kabelnetz in die Wohnungen gelangen.? ([123]). Angesichts der bef?chteten geringen Akzeptanz f? interaktives Fernsehen in Deutschland wurden diese Pl?e nicht weiterverfolgt; konkrete Ergebnisse aus dieser Absichterkl?ung sind nicht bekannt.

Die neuartigen Medien wie Digitales und Interaktives Fernsehen werden h?fig unter dem Schlagwort Multimedia zusammengefa?. In einem 1995 ver?fentlichten Gutachten fragt die Unternehmensberatung Booz, Allen & Hamilton nach den Marktchancen und Rahmenbedingungen von Multimedia in Deutschland (?Weichen falsch gestellt??, [116]:118):

?Ein wesentliches Hemmnis sehen die Gutachter im Monopol der Telekom auf alle drei Netze (Telefon, Datennetz, Fernsehen), das zwar 1998 aufgehoben werde. Doch sei eine Entflechtung - wie 1984 in den USA per Gerichtsentscheid erzwungen - nicht zu erwarten. Die Gutachter rechnen zudem vor, da?grundlegende technische Probleme noch unbew?tigt sind. So ben?igt die ?ertragung einer Stunde unkomprimierten Films per ISDN immerhin 2616 Stunden, in einem lokalen PC- oder Workstation-Netz (LAN) 17 Stunden. Nach dem aktuellen MPEG-II-Standard komprimiert ben?igt die ?ertragung per ISDN 23 Stunden, im LAN neun Minuten und in bis zu 140 Megabit/s schnellen Datennetzen wie ATM 40 Sekunden.

Wenig Chancen r?mt die Studie daher interaktiven Filmdiensten wie Video on Demand (VOD) ein -- die Bestellung von Videofilmen per Datenfernleitung. Bei sehr optimistischer Einsch?zung der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung lie? sich fr?estens nach vier Jahren eine Kostendeckung, nach weiteren vier Jahren ein Gewinn erzielen. Mit 222 Millarden DM beziffert das Prognos-Institut die Kosten f? den Aufbau eines interaktiven Breitbandnetzes in der Bundesrepublik. Ob solche Investitionen lohnen, h?gt auch vom Gesetzgeber ab. Die Gutachter Ruhrmann und Nieland fordern, da?die wirtschaftliche und publizistische Konzentration verhindert und die Wettbewerbsf?igkeit kleinerer, innovativer Betriebe gesichert werden mu? Der neue Rundfunkstaatsvertrag spiele hier eine zentrale Rolle, weil auf seiner Grundlage ein sozialstaatlicher Rahmen festgelegt und Planungssicherheit erzielt werden k?ne.?


Siehe auch:


Erstellt am: 31-Mar-1997 von: Agon S. Buchholz <asb@zedat.fu-berlin.de>
Zuletzt bearbeitet am: 12-Aug-1997 von: Agon S. Buchholz <asb@zedat.fu-berlin.de> mit: Hab.
Projekt: Kabelnetze als Telekommunikationsnetze: Kabelnetze: Interaktives Fernsehen
URL: http://userpage.fu-berlin.de/~asb/Internet/Kabelnetze/i-tv.html