Inhalts?ersicht:
Kontext (siehe auch...):
Weiterf?rende Links:
Als Digital Video Broadcasting (DVB) bezeichnet man sowohl die Ausstrahlung konventioneller Programmangebote in digitalisierter Form sowie auch ein noch nicht pr?ise eingrenzbares Spektrum neuartiger Dienste wie interaktives Fernsehen. Die bedeutendste Eigenschaft des digitalen Fernsehens besteht darin, da? sich digitale Signale komprimieren lassen; so kann ein 625-Zeilen-Fernsehbild, welches dem analogen Fernsehsystem PALplus entspricht, von der Studio-Datenrate von 216 Mbit/s auf weniger als 8 Mbit/s (und weiter) komprimiert werden (Angaben nach Frank M?ler-R?er in: [171:3]).
DVB ist ein ?transparentes? ?ertragungssystem f?
Die Einf?rung des digitalen Fernsehens wird als ?dritte Revolution? nach der Einf?rung des Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland (1952, ?erste Revolution?) sowie der Ausweitung der Programmanzahl durch die Inbetriebnahme der Breitbandkabelnetze der Beutschen Bundespost Telekom (ca. 1980 bis 1990, ?zweite Revolution?).
In den USA wurde DVB erstmals im Fr?jahr 1994 unter dem Markennamen DirecTV angeboten; es handelte sich dabei um das weltweit erste direkt empfangbare Satellitensysem, das ausschlie?ich digital komprimierte Programme ?ertr?t.
Ende 1993 einigten sich zw?f europ?sche L?der in einem Memorandum of Understanding (MoU), m?lichst rasch eine Spezifikation f? die ?ertragung digitaler Fernsehsignale ?er Satellit sowie f? die ?ertragung in Kabelnetzen zu erstellen; als Datum der Einf?rung war 1995 geplant.
DVB wurde in Deutschland erstmals am 28. Juli 1996 von dem Veranstalter DF1 (?Digitales Fernsehen 1?) ausgestrahlt. Angeboten wird die ?ertragung der Formel 1 Grand Prix auf dem Hockenheimring sowie diverse Spartenkan?e (vgl. DF1-Pressemitteilung vom 11. Juni 1996.)
Das Unternehmen der Kirch-Gruppe konnte jedoch -- trotz auff?lig anderslautender Pressemitteilungen (z.B. DF1-Pressemitteilung vom 29. Juli 1996, ?Erfolgreicher Start von DF1 -- Riesige Nachfrage nach dem digitalen Fernsehen?) -- bis Mitte 1997 nicht die geplanten Absatzvolumina erzielen; eine detaillierte Darstellung der Entwicklung des digitalen Fernsehens ins Deutschland findet sich in der Chronologie.
Der Sender DF1 strahlte seine Programme zun?hst nur ?er Satellit aus; bis Mai 1997 war DF1 bis auf wenige Ausnahmen nicht im Kabelnetz zu sehen; die Deutsche Telekom plant jedoch, ?er ihr Kabelnetz bis zu 150 digitale Programme zu verbreiten.
Ab Herbst 1996 kam es zwischen der Deutschen Telekom, den Fernsehsendern, Programmanbietern und Bundesl?dern zu einem Streit um Ausbau und Nutzung des Kabelnetzes, in dessen Zentrum die Rahmenbedingungen f? das digitale Fernsehen standen; ma?eblich beteiligt waren an dem Streit die Unternehmen Deutsche Telekom, die Kirch-Gruppe und der Bertelsmann-Konzern.
Ausf?rlicher wird der damalige Stand der Verhandlungen dargestellt in den Artikeln:
Anfang Juni 1997 wurden die Verhandlungen um die Aufteilung des TV-Marktes der Zukunft zwischen Bertelsmann, Kirch und der Telekom intensiviert; unter anderem wurde nach Wegen gesucht, wie das Kartellrecht umgangen werden kann, an dem eine Verbindung der drei Unternehmen bereits 1994 gescheitert war (vgl. [152]).
Ende Juni kam es zu folgender Einigung (vgl. [163]).:
Die Breitbandkabelnetze der Deutschen Telekom sind ?mit etwa 30 Fernsehkan?en voll belegt und bieten im Bereich bis 300 MHz keine Kapazit?sreserven mehr?; f? die Verteilung digitaler Fernsehprogramme kommt daher nur der Bereich oberhalb von 300 MHz in Frage, der bisher f? die Verbreitung von D2-MAC-Programmen reserviert war. Da nur etwa 20% der heute am Markt befindlichen Fernsehger?e f? den Empfang des Bereiches 300 bis 450 MHz ausger?tet sind, wird ein Vorsatzger? ben?igt, wie es beispielsweise auch beim Satelliten-Direktempfang eingesetzt wird (Angaben nach Frank M?ler-R?er in: [171:11]).
Eine der Hauptantriebskr?te hinter der Entwicklung des digitalten Fernsehens ist -- wenig ?erraschend -- die Erwartung, noch mehr Geld verdienen zu k?nen; mehr Programme sollen ?er die vorhandenen technischen Infrastrukturen ?ertragen werden, au?rdem sollen Programmangebote individuell abgerechnet werden, und dies in allen erdenklichen Schattierungen des sogenannten interaktiven Fernsehens wie Pay-per-view, Video-on-demand usw.
Auch wenn die aktuelle Entwicklung dies suggerieren mag, digitales Fernsehen ist nicht synonym mit ?Bezahlfernsehen? (Pay TV). Allerdings erm?licht die digitale Technologie weitaus raffiniertere Abrechnungsmechanismen, als dies bei den wenigen bisherigen Pay-TV-Anbietern m?lich war.
Der von 1991 bis 1996 einzige Pay-TV-Senber in Deutschland, Premiere), verf?te 1994 ?er einen Kundenstamm von ca. 800.000 Abonnenten; die Tr?ergesellschaft, Premiere Medien GmbH, bem?t sich seit l?geren um die Genehmigung zur Ausstrahlung eines zweiten Pay-TV-Programms (?Premiere 2?).
In Gro?ritannien, wo die Kommerzialisierung und Digitalisierung des Fernsehens fr?er als in Deutschland einsetzte, waren 1994 bereits ?er 400.000 Haushalte an das Pay-TV-Angebot British Sky Broadcasting angeschlossen.
DVB erm?licht neben der ?ertragung von Fernsehprogrammen auch die Daten?ertragung; es besteht also medienpolitischer Regelungsbedarf f? diesen ?Datenrundfunk?.
In Abh?gigkeit von der St?ke der Kompression des digitalen Signales besteht ein Zusammenhang zwischen der technischen Programmqualit? und der zahl der ?ertragbaren Programme; auch hier besteht ein medienpolitischer Regelungsbedarf f? dieses ?Bit-Management?.
Mitte Juni beschlo?das EU-Parlament eine Fernsehrichtlinie, nach der sportliche Gro?reignisse unverschl?selt und ohne zus?zliche Kosten ?ertragen werden sollen.
In Deutschland wird die Richtlinie nicht umgesetzt werden, da sie davon ausgeht, da?wichtige Sportereignisse unter die nationale Kulturhoheit fallen; in Deutschland haben in Fernsehbelangen jedoch die L?der das Sagen, so da?Sportereignisse hier im Pay-TV verschwinden k?nen (vgl. [164]).