Kontext
Siehe auch:
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es eine Reihe breitbandiger Vermittlungsnetze; einige dieser Netze sind ?fentlich, einige sind nicht?fentlich; einige Beispiele:
Das ISDN, das -- systematisch betrachtet -- ein schmalbandiges Vermittlungsnetz ist, soll zum Breitband-ISDN (B-ISDN) erweitert werden; hier werden zus?zlich breitbandige Dienste der Individualkommunikation wie Bildfernsprechen mitintegriert [029: 78]).
Etwa seit 1982 wird zus?zlich noch zwischen B-ISDN und dem Integrierten Breitbandigen Fernmeldenetz (IBFN) unterschieden, das zus?zlich noch die massenmedialen breitbandigen Verteildienste Fernsehen und H?funk mitintegriert; das IBFN wird auch als Universalnetz bezeichnet.
B-ISDN und IBFN sind Breitbandnetze, sie bieten also ?jene technische Infrastruktur, die Breitbandkommunikation erlaubt? [029:78])
Kabelnetze werden von der Telekom seit Mitte der 80er Jahre aufgebaut. Es handelt sich dabei um breitbandige Verteilnetz, das f? die ?ertragung von Fernseh- und H?funksendungen konzipiert wurde. Die ?ertragung erfolgt dabei ausschlie?ich unidirektional.
?Die technischen Einrichtungen lassen sich auch bei Hinzuf?en von Zusatzeinrichtungen f? eine Nachrichten?ertragung zur Zentrale verwenden. Diese M?lichkeit wird als R?kkanal bezeichnet und erm?licht eine gezielte Auswahl von Programmen (Wunschfernsehen), oder den Abruf von gespeicherter Information im Dialog mit der Zentrale (Informationsabruf).? (S. 69)
Kabelmodems, die den Endanwender per TCP/IP an das Internet anbinden, arbeiten zum Beispiel mit einer weitaus schnelleren Technik als das vor zwanzig Jahren entwickelte ISDN. Geschwindigkeiten von bis zu 10 MBit/s sind keine Seltenheit. Sie sind aber auf entsprechend vorbereitete Koax-Kabel des Fernsehnetzes angewiesen. Wer daran Interesse hat - und laut einer von Peter Trappe durchgef?rten Internet-Umfrage w?den knapp 70 Prozent der befragten Internet-User spontan auf Breitbandkabel umsteigen -, mu?schon das Gl?k haben, im Einzugsbereich eines Pilotprojekts oder einer regional begrenzten privaten Initiative zu sitzen (siehe z.B. http://www.kabelmodem.de/).
Sowohl ANGA, der Verband der privaten Kabelnetzbetreiber, als auch Vebacom und RWE Telliance sind an Kabelmodems sehr interessiert oder haben bereits entsprechende Pilotprojekte ins Leben gerufen. In den USA sollen Kabelmodems im n?hsten Jahr zu erschwinglichen Preisen auf den Markt kommen - man spricht von weniger als 500 US-Dollar. Leider ist in diesem Bereich noch kein weltweiter Standard abzusehen. So sind die ?ertragungsfrequenzen und die f? den Datenmodus freibleibende Bandbreite von Netz zu Netz verschieden.
Der gr?te deutsche Kabelnetzbetreiber, die Telekom, steht den Kabelmodems reserviert geben?er. Statt dessen favorisiert der rosa Riese lieber die ADSL-Technik, die in Pilotprojekten erprobt werden soll. Diese steckt zwar ebenso noch in den Kinderschuhen wie Kabelmodems, aber die Telekom k?nte damit die vor Jahrzehnten verlegten Zweidrahtkupferleitungen auch in Zukunft nutzen und m?te nicht in den Ausbau von Koaxkabelnetzen investieren [098]..
Zuk?ftig k?nte das Kabelfernsehen ?er Glasfaserkabel zum Breitbanddialogsystem erweitert werden. Von Zweiweg-Kabelfernsehen (ZWKF) spricht man, ?wenn [...] Kabelfernsehen, durch Zusatzeinrichtungen auf der Seite der Netzinfrastruktur partiell zweiseitig genutzt werden kann.? [029: 81]. Das ZWKF kann als Zwischenstufe auf dem Weg zur Breitbandkommunikation betrachtet werden; allerdings handelt es sich bei Kabelfernsehen mit einem R?kkanal um ?nicht mehr als die primitivste M?lichkeit der Zweiweg-Kommunikation? [029: 82].
Ein solches Zweiweg-Kabelfernsehen (ZWKF) w?de jedoch entweder ein Breitbandvermittlungsnetz voraussetzen, oder f? den R?kkanal m?te auf das Telekommunikationsnetz zur?kgegriffen werden (z.B. D-Box beim DF1). Zus?zlich m?te im Falle des Kabelnetzes der Deutschen Telekom s?tliche Einwegverst?kter gegen Zweiwegverst?ker ausgewechselt werden (vgl. [061]). Das Berliner Kabelpilotprojekt, das die Telekom Ende Januar 1996 startete, bietet keinen R?kkanal ?er das Kabelnetz, sondern nutzt das Telefonnetz. In den USA wurde bei vergleichbaren Projekten jedoch eine konsequente L?ung gew?lt: Der R?kkanal wird direkt ?er das Kabelnetz geschaltet; zus?zliche Kosten und Installationen entstehen dem Nutzer nicht ([061]).
Als Kabeltext bezeichnet man eine ?Form der elektronischen Text?ermittlung, bei der Breitbandnetze verwendet werden und die im Rahmen des Ausbaus von Kabelfernsehsystemen realisiert werden kann.? [066: 69].
Vom Prinzip her ?nelt der Kabeltext dem Videotext (broadcast videotex), es wird jedoch ein vollst?diger Fernsehkanal genutzt. Dadaurch wird eine erheblich h?ere ?ertragungsgeschwindigkeit m?lich; Fellbaum nennt in [066: 60], da?im Kabeltext etwa 1.000 textseiten je Sekunde ?ertragen werden k?nten gegen?er ca. drei Textseiten je Sekunde beim Videotext.
Brepohl urteilt dagegen in [062: 97]: ?Im Vergleich zu Videotext ist Kabeltext ein langsames Medium, dessen Akzeptanz zu w?schen ?rig l?t?.
Beim Kabeltextabruf kommt zum Kabeltext ein R?kkanal hinzu; die Telekommunikationsform Kabeltextabruf weist ?nlichkeit mit Bildschirmtext auf; die ?ertragungsgeschwindigkeit ist hierbei jedoch erheblich h?er. [066: 69 f.]
Breitbandkommunikation ?setzt [...] die M?lichkeit zu einem zweiseitigen Informationsflu?voraus, d.h. sie erfordert eine Punkt-zu-Punkt-Kommunikation? [029:80].
| Telekommunikationsformen, die mit erweiterten Fernsehempf?gern m?lich sind | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Art der ?ertragung | In bestehenden Netzen | In zuk?ftigen Breitbandkabelnetzen | |||
|
Fernsehverteilnetz (Signal eingelagert in Fernsehsignal) |
Fernsprechnetz | ohne R?kkanal | mit R?kkanal | mit R?kkanal und zentraler Vermittlung | |
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Text?er- tragung |
Videotext | Bildschirmtext | Kabeltext | Kabeltext-Abruf | Individual-Kabeltext |
|
Festbild- ?ertragung |
Video-Einzelbild | Fernsprech-Einzelbild | Kabelbild | Kabelbild-Abruf | Individual-Kabelbild |
| Quelle: nach [042:55, Tabelle 3] | |||||
Breitbandkommunikation erfordert eine sternf?mige Netzstruktur, deren Zentrum nicht die Verteilung, sondern die technische Vermittlung der Informationsstr?e ist. Es mu?dabei in der Lage sein, sowohl zu verteilen, als auch zu vermitteln. Ein Breitbandverteilnetz ?nelt daher dem Fernmeldenetz: ?Breitbandkommunikation basiert [...] auf der Netzseite auf einer Weiterentwicklung der Telefonnetze, d.h. der klassischen Punkt-zu-Punkt-Netze? [029:80]
Als die KtK Mitte der 70er Jahre ihre Empfehlungen abgab, w?en Breitbandverteilnetze eine Alternative zu Breitbandvermittlungsnetzen gewesen, die jedoch -- u.a. aus Kostengr?den -- nicht realisisert wurde.
Ein Breitbandverteilnetz w?de Zweiweg-Kabelfernsehen (ZWKF, auch: Interaktives Fernsehen) erm?lichen.
Ab etwa 1989/90 erprobte die DBP Telekom ein Vorl?fer-Breitbandnetz (VBN), das bis zu 140 MBit/s auf Glasfaserleitungen ?ertragen konnte und breitbandige Telekommunikationsanwendungen wie
| Zus?zliche Telekommunikationsformen in Breitband-Verteilnetzen mit R?kkanal | ||
|---|---|---|
| Telekommunikationsform | Beispiele f? Dienste | |
| Abrufen | Kabeltext-Abruf |
Textnachrichten; Informationsdienste; Bibliotheksdienste; Auftragsdienste |
| Kabelbildabruf |
Informationsdienste (mit Bildern); Dia-Reihen |
|
|
Bewegtbildabruf (setzt Breitbandkanal in Abw?tsrichtung voraus) |
Kurzfilme f? Information und Bildung | |
| Sammeln |
Daten zur Zentrale Fernmessen |
Notrufe; Abstimmungen; Beurteilung des laufenden Programms; Pay-TV-Kontrolle; ?erwachung |
| Dialog mit Zentrale | Dialogformen von Kabeltext und Kabelbild |
Interaktiver Unterricht; Datenaustausch; Fernseheinkauf; Bestellung; Abrechnung; Reservierung; Gesundheitsberatung; Dialog mit Informationsbanken; Auskunftsdienste; Rechnerspiele |
| Quelle: nach [042:60, Tabelle 4] | ||
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