Funktechnik


Funksender

Schaltkreis eines Funksenders, wie er von Heinrich Hertz und Oliver Lodge verwendet wurde.

Heinrich Hertz und Oliver Lodge erzeugten Radiowellen durch Hochspannungsfunken, die zwischen zwei Kontakten übersprangen. Hertz strahlte die Wellen über metallene Platten [1] ab; wenn die Wellen auf die Drahtschleife [2] trafen, entstanden zwischen deren beiden Elektroden ebenfalls kleine Funken [3].

Radiodetektoren

Die ersten brauchbaren Radiodetektoren waren Kohärer, wie sie Oliver Lodge entwickelt hatte: Ein langes Glasrohr ist zwischen zwei Metallplatten mit Eisenfeilspänen gefüllt. In loser Schüttung leiten sie den elektrischen Strom kaum. Wenn sie jedoch elektromagnetischen Wellen ausgesetzt sind, schwingen sie leicht gegeneinander, d. h. ihre Oberflächen berühren sich stärker und leiten den Strom viel besser.

Schaltkreis für einen Radiodetektor

Der Kohärer [1] wirkt als Schalter für eine elektrische Klingel [4]. Sobald elektromagnetische Wellen [2] vom Sender die metallenen Antennenplatten [3] treffen, schließen die Eisenfeilspäne im Glasrohr den Stromkreis von Klingel und Batterie.

Modell des ersten Funksenders von Heinrich Hertz und Oliver Lodge

Satelliten

Satelliten sind Raumflugkörper auf elliptischen oder kreisförmigen Bahnen um eine Zentralmasse (Planet, Mond), insbesondere um die Erde (Erd-Satellit).

Das technische Prinzip beruht darauf, daß die Satelliten (geo-) stationär, d. h. mit der Erdumlaufgeschwindigkeit synchronisiert, fliegen, so daß es scheint, als wären sie über dem Äquator in 36.000 km Höhe verankert.

Bis Ende 1978 wurde insgesamt rund 11.000 Objekte auf Umlaufbahnen gebracht, von denen zu diesem Zeitpunkt noch zweischen 4.000 und 5.000 die Erde umkreisten.

Übersicht:

Rundfunksatelliten / Satellitenfernsehen / Satellitentransponder

Seit den 1960er Jahren werden Satelliten zur Übertraguzng von Telefongesprächen, Daten und Wetterinformationen eingesetzt. Zunächst waren nur Punkt-zu-Punkt-Übertragungen möglich (Punkt-zu-Punkt-Satelliten). Die zweite Satelliten-Generation war dagegen in der Lage, terrestrische Empfangs- und Sendestationen in großflächigen Gebieten mit Fernsehprogrammen zu versorgen. In der dritten Satelliten-Generation wurde die Sendeleistung so weit erhöht, daß sie direkt die einzelne Empfängerantenne erreicht werden konnte (Modellversuch Journalisten-Weiterbildung '89:276).

Rundfunksatelliten gehören zu dieser dritten Generation der sog. direktstrahlenden Satelliten, die an ihn abgestrahlte Fernsehprogramme mit hoher Sendeleistung auf ein abzugrenzendes Gebiet der Erdoberfläche verteilen und direkt empfangen werden können.

Ein Satellitentransponder wie ASTRA kann ein digitales Programm in HDTV-Qualität (unkomprimiert 1.152 MBit/s, komprimiert 30 bis 40 MBit/s), oder fünf Programme in PALplus-Qualität (unkomprimiert jeweils 216 MBit/s, komprimiert 6 bis 8 MBit/s), oder 12 Programme in "VCR-Qualität" ("Personal Video"; unkomprimiert jeweils 216 MBit/s, komprimiert 3 bis 4 MBit/s) übertragen (Frank Müller-Römer (Bayerischer Rundfunk, Technische Direktion/Medienberatung München GmbH). Digitaltechnik in Hörfunk und Fernsehen. Vorlesung im Sommersemester 1995 (21.04.1995) am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft.).

In Europa sind u. a. die Programme der Satelliten EUTELSAT Hot Bird (seit 1994) und ASTRA 1E (seit der IFA 1995) zu empfangen; 1996 sollen EUTELSAT Hot Bird plus und ASTRA 1F dazukommen.

Die ASTRA-Satelliten erzielen eine Reicheweite von ca. 52 Mio. Haushalten in Europa, von denen 69% via Kabelnetze und 31% via Satellitendirektempfang genutzt werden.

Ein weiterer deutscher Rundfunksatellit ist der von der Telekom betriebene TV-SAT 2, über den Programme in der Fernsehnorm D2-MAC mit verbesserter Bildqualität verbreitet werden. TV-SAT 2 ist ein sog. direktstrahlender Satellit, ddessen Signale mit einer Satellitenantenne ab einem Durchmesser von 40 cm empfangen werden können (Harenberg '93: 493).

Die französischen Pendant zu TV-SAT 2 sind die deutsch-französischen Gemeinschaftsentwicklungen TDF 1 und TDF 2.

Fernmeldesatelliten

Fernmeldesatelliten dienen vor allem der Übertragung von Ferngesprächen, Telex und der Datenübertragun, aber auch der Übertragung von Rundfunk. Diese Satelliten arbeiten mit wesentlich geringerer Sendeleistung als Rundfunksatelliten und können daher nicht vom einzelnen Empfänger, sonder nur von »Erde-Funkstellen« empfangen und von dort weiterverteilt werden (Modellversuch Journalisten-Weiterbildung '89:276).

Im Oktober 1992 wurdde der dritte Fernmeldesatellit der deutschen Telekom vom Typ DFS KOPERNIKUS in den Orbit transportiert. Mit Hilfe von KOPERNIKUS-3, der auch in den westlichen Regionen der GUS empfangen wird, sollen u. a. Fernsehprogramme in die Kabelnetze eingespeist werden.

KOPERNIKUS-1 wird für den Telefonverkehr zwischen den Ländern Ost- und Südosteurops und Deutschland eingesetzt. Ende 1992 konnten in Deutschland über 36 Satelliten ca. 350 Fernseh- und Rundfunkprogramme in 22 Sprachen empfangen werden (Harenberg '93: 433).

Nachrichtensatelliten

Über Nachrichtensatelliten wird ein Großteil des weltweiten Nachrichtenverkehrs abgewickelt.

Die Satelliten INTELSAT IV [A] befinden sich auf geostationären Umlaufbahnen in Höhe von 35.800 km über dem Pazifik [1], dem Atlantik [2] und dem Indischen Ozean [3]. Jeder dieser Satelliten dient als Relaisstation für Tausende von Funkverbindungen auf VHF-Trägerfrequenzen.

Ihre Sende- und Empfangsantennen überdecken praktisch die gesamte Erdoberfläche [B].

Über 70 Bodenstationen stehen in ständigem Kontakt mit ihnen, trotzdem werden auch heute noch Unterseekabel verwendet [C].

Nachrichtensatelliten

Radarsatelliten

Die erste Generation von Radarsatelliten, z. B. der europäische ERS-1, beschränkt sich auf einen Wellenbereich. ERS-1 erkundet vor allem die Meeresoberfläche.

Mit der sog. multifrequentalen Radarsondierung sollen Art, Dichte und Veränderung von Boden und Vegetation erfaßt werden. Ein deutsch-italienischer Mikrowellen-Satellit soll ab Oktober 1993 die Erde erstmals in drei unterschiedlichen Frequenzbereichen beobachten (Harenberg '93: 433).


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Erstellt am: 25-May-1996 von: Agon S. Buchholz <asb@nsharra.snafu.de>
Zuletzt bearbeitet am: 29-Sep-1996 von: Agon S. Buchholz <asb@nsharra.snafu.de>
Projekt: Medien/Funk/Physikalische Grundlagen/Funktechnik
URL: <http://userpage.fu-berlin.de/~asb/Medien/Funk/funktechnik.htm>