Funk, also die technischen Einrichtungen, die gezielt ein bestimmtes Segment des elektromagnetischen Wellenspektrums zur drahtlosen Übermittlung von Informationen nutzen, läßt sich nach unterschiedlichen Kriterien systematisieren. Beispielsweise bietet es sich an, anhand der historischen Entwicklung die technologischen Abhängigkeiten von Telegrafie, Telefonie, Hörfunk und Fernsehen nachzuvollziehen. Die chronologische Abfolge verdeutlicht die Abhängigkeit von technischen Erfindungen und politischen, sozialen sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Ein besonders naheliegender Gliederungsaspekt ist die Betrachtung nach den übermittelten Sinneseindrücke; muß zunächst ein künstlicher Code (z. B. Morse-Code, Alphabet) erlernt und entschlüsselt werden, um den Informationsgehalt zu verstehen? Welche Sinne werden angesprochen - Tast-, Hör- und/oder Sehsinn? Handelt es sich bei Bildübertragungen um Stand- oder Bewegtbilder? Sind die Bilder monochrom (»Schwarz-Weiß«) oder farbig?
Es schließt sich das Klassifikationskriterium der Qualität und der Authentizität des übertragenen Signals an: Ist eine Toninformation beispielsweise unverzerrt? Ist ein Bewegungsablauf fließend? Diese Kriterien führen zur Unterscheidung von analogen und digitalen Signalen und zu Fragestellungen wie: Ist ein ursprünglich analoges Signal nach der Quantisierung überhaupt noch authentisch?
Ein weiterer interessanter Systematisierungsansatz basiert auf den kommunikationstheoretischen Eigenschaften der die IuK-Technologien betreffenden Phänomene. Es könnte beispielsweise, ausgehend von Brechts »Radiotheorie« und Enzensbergers »Medienbaukasten«, unterschieden werden nach den Interaktionsmöglichkeiten von Kommunikator und Rezipient (»Rückkanal«), also zwischen Medien mit symmetrischem und asymmetrischen Kommunikationsfluß, zwischen Individual- und Massenkommunikation, Broad- und Narrowcasting usw.
Um zunächst die Eigenschaften der einzelnen Medien vorzustellen, bietet es sich jedoch an, die vertraute und durch Konvention etablierte Einteilung zu verwenden, in die unterschiedliche Kriterien hineinspielen: Medien der Individualkommunikation bzw. punktgenaue Kommunikationsmittel (Telegrafie und Telefonie) können von Medien der Massenkommunikation bzw. Kommunikationsmittel im Verteilmodus (Rundfunk bzw. Hörfunk und Fernsehen) unterschieden werden. Innerhalb dieser Gruppierungen kann zwischen drahtlosen (Satelliten- und Antennen-Rundfunk, Mobilfunk, Funktelefonie etc.) und drahtgebundenen (Telephon, Kabel-»Rundfunk«) Ausprägungen unterschieden werden.
Ein weiteres Gliederungskriterium ist die Funktion der jeweiligen Einrichtung: Navigationshilfen durch Funkpeilung, Funkortung,Funknavigation, Telemetrie und Telematik; Information und Unterhaltung durch Rundfunk, Wirtschaftsinformationen durch Richtfunkübertragungen, Kommandoübermittlung durch Funk im militärischen Bereich usw.
Sinnvolle Einteilungen könnten sich auch auf die Reichweite der jeweiligen Einrichtung beziehen, also auf deren Potential für die Überwindung der räumlichen Distanz. Als Zusatzkriterium könnte der Wirkungsgrad einer Sendeanlage mit dem »Streuungsgrad« bzw. der »Zielgenauigkeit« eines Rund- oder Richtfunksignals eingesetzt werden.
Diese Einteilungen sind nur bedingt durch technische Eigenschaften begründbar
und nicht immer zwingend; vielmehr handelt es sich oft um eine historisch
entstandene Zuordnungen. Beispielsweise ist der Rund-Funk nicht aufgrund
technischer Beschränkungen primär ein Medium der Massenkommunikation,
sondern aufgrund gesetzlicher Vorschriften, die es verboten, in Rundfunkempfänger
eine Sendemöglichkeit einzubauen.