Anfänge des Hörfunk und Entwicklung zum Massenmedium


Rundfunkübertragungen erfordern grundsätzlich drei Komponenten: Aufnahme, Übertragung und Empfang. Eine der zur Aufnahme von Schallwellen notwendigen Voraussetzungen war die technische Wandelung von akustischen Schallwellen in elektrische Impulse; dies gelang erstmals im Jahre 1877 Thomas Alva Edison mit dem Phonographen.

Die Übertragung setzte die Erfindung des magnetischen Telefons durch Alexander Graham Bell im Jahre 1876 voraus, der zunächst jedoch noch einen Draht als Leiter voraussetzte. Der drahtlose Rundfunk basiert auf der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz im Jahre 1886; Gugliemo Marconi übertrug diese Entdeckung auf die Übertragung telegrafischer Nachrichten; im Jahre 1897 gelang ihm erstmals eine drahtlose Übertragung über die Distanz von fünf Kilometern.

Alle erwähnten drahtlosen Technologien funktionieren nach dem gleichen Prinzip, das in folgenden Schritten abläuft:

1. Schallwellen (akustische Signale wie Sprache, Musik, Geräusche) werden durch ein Mikrophon in elektrische Wechselspannungen umgewandelt.
2. Modulation der NF-Schwingungen: Im Oszillator eines Senders werden hochfrequente elektrische Schwingungen (Wechselströme) erzeugt.
3. Es folgen verschiedene Verstärkungsvorgänge, bis gewünschte Sendefrequenz und die verlangte Endleistung erreicht ist.
4. HF-Trägerschwingung: Vorher müssen niederfrequente Schwingungen (z. B. Schallschwingungen) den hochfrequenten Trägerschwingungen aufmoduliert werden.
5. Der Sender strahlt über seine Antenne eine im Rhythmus der Signalspannung modulierte Trägerwelle aus. Er werden drei Modulationsarten unterschieden: Amplitudenmodulation (AM), Frequenz- oder Phasenmodulation (FM) und Impulsmodulation.

Im Rundfunk wurde bis zur Einführung des UKW-Betriebs allein mit der Amplitudenmodulation gearbeitet; die Frequenzmodulation wird für UKW-Übertragungen angewandt. Bei Fernsehübertragungen finden die Modulationsformen AM (für das Bild) und FM (für den Ton) gleichzeitig Anwendung.

Wie die Bezeichnung bereits andeutet, wird bei der Amplitudenmodulation die Amplitude (die Schwingungsseite) der Trägerwelle durch die zu übermittelnden ton- oder bildfrequenten Schwingungen beeinflußt. Die Hüllkurve entspricht den aufgezeichneten Schwingungen. Bei Anwendung der Frequenzmodulation wird die Frequenz der Trägerwelle beeinflußt. Die Störanfälligkeit ist bei FM-Modulation geringer, da Störungen im allgemeinen nur die Amplituden der Wellen, nicht aber ihre Frequenz beeinflussen.

6. Empfang über Antenne des Empfängers: Die Wellen erzeugen in jeder Empfangsantenne entsprechend ihrer dortigen Stärke Wechselströme gleicher Frequenz, Bandbreite und Modulation. Die Antenne empfängt Wellen der verschiedensten Sender.
7. Aussieben einer Frequenz: Der Funkempfänger (Tuner) siebt nach Einstellung auf die Empfangsfrequenz eines Senders die Schwingungen der gewünschten (Sende-) Frequenz aus.
8. Überlagerung: Diese Schwingungen werden dann in einer Mischstufe mit einer im Empfänger produzierten Schwingung überlagert.
9. Zwischenfrequenz: Die Frequenz der Schwingungen ist so auf die Trägerfrequenz abgestellt, daß die entstehende Zwischenfrequenz (Differenz von Oszillator- und Eingangsfrequenz) bei jeder Eingangsfrequenz die gleiche ist.
10. Demodulation: Wenn verstärkt werden kann, dann wird demoduliert, d. h. die aufmodulierten Schwingungen werden wieder abgetrennt. Das Empfangsgerät gewinnt aus den Wellen die ursprünglichen Wechselspannungen zurück.
11. Verstärken der NF-Spannungen: Die geringen Ausgangsspannungen des Empfängers werden durch einen nachgeschalteten Verstärker vergrößert.
12. Wiedergabe über Lautsprecher: Über einen Lautsprecher werden die verstärken Wechselspannungen in hörbare Schallwellen umgesetzt.

Zu vollständigen Bezeichnung einer Ausstrahlung gehören also folgende Angaben:

  1. Breite des von der Ausstrahlung belegten Frequenzbandes, das 99% der insgesamt ausgestrahlten Leistung erfaßt, einschließlich jeder einzeln auftretenden Frequenz,
  2. Modulationsart
  3. Übertragungsart (z. B. Telegrafie, Telefonie)
  1. Zusätzliche Merkmale (z. B. Einseitenband-Übertragung)

Fernsehsender beanspruchen für die Übertragung von Bild und Ton eine Frequenzbreite von insgesamt 7 MHz; Rundfunksender des Langwellen- und Mittelwellenbereichs belegen eine Breite von 9 kHz, die des Kurzwellenbereichs eine Breite von 10 kHz und die des UKW-Bereichs eine Breite von 30 kHz.

Folgende Wellenbereiche sind für Funkverkehr und Rundfunkausstrahlungen besonders interessant:

Bezeichnung Wellenlänge Frequenz
Myriameterwellen über . . . . 10.000 m unter 30 . kHz
Kilometerwellen 10.000 . . . . 1.000 m 30 . . . . 300 kHz
Hektometerwellen 1.000 . . . . 100 m 300 . . . . 3.000 kHz
Dekameterwellen 100 . . . . 10 m 3 . . . . 30 MHz
Meterwellen 10 . . . . 1 m 30 . . . . 300 MHz
Dezimeterwellen 1 . . . . 0,1 m 300 . . . . 3.000 MHz
Zentimeterwellen 0,1 . . . . 0,01 m 3 . . . . 30 GHz
Millimeterwellen 0,01 . . . . 0,001 m 30 . . . . 300 GHz
Tabelle 1: Genormte Bezeichnungen für elektromagnetische Wellenbereiche nach DIN 40 015

Neben diesen genormten Bezeichnungen sind noch folgende aus dem Flugfunk der USA stammende Bezeichnungen international gebräuchlich:

Abkürzung Bedeutung DIN-Entsprechung CCIR-Band
VLF Very Low Frequency Myriameterwellen 4
LF Low Frequency Kilometerwellen 5
MF Medium Frequency Hektometerwellen 6
HF High Frequency Dekameterwellen 7
VHF Very High Frequency Meterwellen (UKW) 8
UHF Ultra High Frequency Dezimeterwellen 9
SHF Super High Frequency Zentimeterwellen 10
EHF Extra High Frequency Millimeterwellen 11
Tabelle 2: International übliche Bezeichnungen für elektromagnetische Wellenbereiche

Im Rundfunkbereich sowie im kommerziellen Funkbetrieb haben sich folgende Bezeichnungen erhalten:

Bezeichnung Wellenlänge Frequenz
Längstwellen 30.000 . . . . 2.000 m 10 . . . . 150 kHz
Langwellen LW 2.000 . . . . 1.000 m 150 . . . . 300 kHz
Mittelwellen MW 600 . . . . 150 m 500 . . . . 2.000 kHz
Kurzwellen KW 60 . . . . 10 m 5 . . . . 30 MHz
Ultrakurzwellen UKW 10 . . . . 1 m 30 . . . . 300 MHz
Deziwellen 1 . . . . 0,1 m 300 . . . . 3.000 MHz
Zentimeterwellen 0,1 . . . . 0,01 m 3.000 . . . . 30.000 MHz
Tabelle 3: Im Rundfunkbetrieb sowie im kommerziellen Funkbetrieb übliche Bezeichnungen

Die aus dem Umgang mit der drahtlosen Telegraphie gewonnen Erkenntnisse wurden erweitert; besondere Bedeutung hatte dabei die Entwicklung des Röhrensenders (DRP-Patent Nr. 261 604 für die »Rückkoplung zur Erzeugung von Schwingungen«, 1913).

Im ersten Weltkrieg kam es zu ersten Versuchen mit Röhrensendern und Rückkopplungsempfängern durch H. Bredow und A. Meißner, bei denen bereits Musik übertragen wurde. Am 22.12.1920 fand dann die erste Übertragung eines Instrumentalkonzerts durch den posteigenen Langwellensender in Königs Wusterhausen statt. Diese Testübertragung kennzeichnet den Beginn des HörfunksHör-Rundfunk«, »Ton-Rundfunk«).

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Rundfunks war der sog. Funkerspuk: Nach russischem Vorbild besetzten am 9. November 1918 die Zentrale des deutschen Pressenachrichtenwesens und verkündeten irrtümlich den Sieg der Revolution in Deutschland. Als Reaktion auf diese Aktion verschärfte die Reichsregierung die Kontrolle über das junge Medium:

Ab 1922 wird der »Wirtschaftsrundspruchdienst« als erste regelmäßiger und gebührenpflichtiger Rundfunk betrieben.

Die Reichsregierung empfand die wachsende Zahl von SchwarzhörerenZaungäste«) als massive Bedrohung und verhängte Geld- und Gefängnisstrafen bis zu sechs Monaten auf Schwarzhören. Weiter verschärft wurden diese Bestimmungen durch die Funknotverordnung vom 8. März 1924. Als die Kontrollmaßnahmen danach zu greifenen begannen, stieg das Vertrauen der Regierung in das Medium. Durch weitere administrative Maßnahmen wurde der Hörfunk als unpolitischer und überparteilicher Unterhaltungsdienst etabliert. Das Reichsinnenministerium gründete zwei Rundfunkgesellschaften, die Tagesnachrichten sowie musikalische, wissenschaftliche und literarische Beiträge übertragen sollten; eine weitere Lizenz wurde an den Vox-Konzern vergeben, der an einem neuen Werbeträger interessiert war. Die finanzielle Ausstattung dieser Sender deckte jedoch nur die nötigsten Ausgaben.

Ab 1926 hatten sich Standardtypen bei den Hörfunkempfängern herausgebildet: »Das Röhrengerät hatte den Detektorapparat verdrängt und der Lautsprecher den Kopfhörer«.

Am 2. Oktober 1925 kam es zur ersten Fernsehvorführung eines lebenden Kopfes durch John Logie Baird; technische basierte dieser Vorläufer noch auf der Spirallochscheibe von Paul Nipkow, die Anfang 1884 patentiert worden war. Das mechanische Verfahren ermöglichte eine Auflösung von 30 senkrechten Zeilen.

Bertolt Brecht entwickelte in seinen Schriften eine alternative Konzeption zu dem etwa ab 1925 etablierten Rund-Funk. In seinem »Rundfunkexperiment« versuchte er, den Hörer zum aktiven Mitspieler werden zu lassen und so den asymmetrischen Kommunikationsfluß vom Sender zum Empfänger in einen symmetrischen umzuwandeln. Die Gesamtheit dieser Vorstellungen bezeichnet man als Brechts Radiotheorie, obwohl sie kein homogenes Gebilde darstellt. Brecht war sich jedoch bewußt, daß seine Vorstellung »in dieser Gesellschaftsordnung« undurchführbar waren. Er erkannte den politischen Ursprung dieser Begrenzung: Nach der Freigabe des Funkempfangs für jedermann erlegte das Reichsinnenministerium der Industrie verschiedene Einschränkungen auf:

Der Staat hatte damit eine weitreichende Kontrolle über die Funkempfangsanlagen erzielt. Zusätzlich gab es inhaltliche Auflagen für die Rundfunksender, deren Programmgestaltung durch Ausschüsse mit Kontrollfunktion geprüft wurden. Verboten waren u. a. politische Äußerungen, Erotik und Satire.

Ab 1928 wurden diese Auflagen stufenweise gelockert; zunächst durften Beiträge zu aktuellen Themen der Zeit gesendet werden (Beispiele für Themen: Wirtschaftskonjuktur, Wehrmacht, Alkoholmißbrauch), dann kamen unter Brüning gelegentliche »Statements verantwortlicher Staatsmänner« hinzu. Die Regierung unter von Papen (»Kabinett der Barone«, »nationale Konzentration«) machte den »Rundfunk vollends zum Staatsorgan. [...] Der Rundfunk wurde den Rechten geöffnet und blieb den Linken verschlossen.«.

Nachdem Brecht Anfang der 30er Jahre seine Vorstellungen von einem interaktiven Rundfunk aufgegeben hatte, entdeckten die Nationalsozialisten das Medium; sie wandelten den zuvor unpolitischen und überparteilichen Rundfunk in ein parteipolitisches Propagandainstrument um. Die Verbreitung von Empfangsanlagen wurde fortan massiv gefördert. Ausdruck fand dieser Wandel in der Massenfertigung eines preiswerten Empfangsgerätes, für das etwa ab 1934 geworben wurde mit dem Slogan »Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger«.

Werbung für den Volksempfänger
Jpeg, 541x768, True Color, 148 kB
Werbung für das billige Kleinradio mit der Typenbezeichnung VE 301 als Kürzel des Datums der nationalsozialistischen Machtergreifung.
Plakat des Reichspropagandaministeriums, 1936. Koblenz, Bundesarchiv.
Quelle: Braun; Kaiser. Propyläen Technikgeschichte. Energiewirtschaft, Automatisierung, Information seit 1914. Berlin: Proopyläen, 1992, Abb. VI.

Die industrielle Massenherstellung von Empfangsgeräten setzte ein mit der Produktion des Volksempfängers VE 301: »Der propagandistische Einsatz und das Bestreben der Machthaber, das gesamte Rundfunkprogramm in den Dienst des Nationalsozialismus zu stellen, ist untrennbar verbunden mit der Herstellung und dem Vertrieb des sogenannten Volksempfängers, einem technisch einfachen und billigen Radiogerät.«. Die Typenbezeichnung VE 301 leitete sich vom Datum der nationalsozialistischen Machtergreifung ab (301 = 30. Januar 1933).

Ab dem 25. Mai 1933 wurden 100.000 Stück des VE 301 für 76 RM pro Stück hergestellt; ab Ende 1933 waren es bereits 500.000 Stück und 1935 1,3 Millionen. Bis 1937 war der Preis bis auf 59 RM gefallen. Der VE 301 konnte jedoch nur auf Mittel- und Langwelle empfangen - ausländische Sender sendeten überwiegend auf Kurzwelle und konnten damit mit dem VE 301 nicht empfangen werden.

Nach dem Erfolg des Volksempfängers wurde zusätzlich eine technisch einfachere Variante zum Preis von 35 RM angeboten, der Deutscher Kleinempfänger 1938 (DKE 1938, im Volksmund »Goebbels-Schnauze« genannt).

Der dritte Rundfunkempfänger war der Deutsche Arbeitsfront Empfänger 1011 (DAF 1011), ein Gemeinschaftsempfangsgerät, das für den in Betrieben und Fabriken befohlenen Gemeinschaftsempfang konzipiert war. Auch hier steht die Typenbezeichnung wieder für ein politisch bedeutsames Datum: Am 10. November 1933 fand der erster totale Gemeinschaftsempfang anläßlich der Übertragung einer Rede Adolf Hitlers aus der Maschinenhalle der Siemenswerke statt.

1936 wurde ein weiteres Gerät auf den Markt gebracht, der Deutsche Olympiakoffer, ein transportables, mit Batterien bestücktes Koffergerät für den Empfang im Freien. Anlaß war die Olympiade 1936 in Berlin, bei der erstmals weltweit eine Übertragung im Rundfunk stattfand. Seit diesem gleichermaßen rundfunktechnischen wie propagandistischem Großereignis hat es sich etabliert, innovative Techniken öffentlichkeitswirksam bei Großereignissen wie der Olympiade zu präsentieren. 1936 stellten die Nationalsozialisten das Senden kommerzieller Werbung im Rundfunk ein.

Die Produktion des VE 301 und des DKE 1938 bewirkte, daß die Hörerzahlen von rund vier Millionen Anfang 1932 auf über 12 Millionen Mitte 1939 stiegen. Es ist jedoch wohl dennoch eine historische Legende, daß die Nationalsozialisten durch das Förderung der Verbreitung von Rundfunkempfangsgeräten eine besonders hohe Empfangsdichte erzielt hätten: Die Rundfunkempfangsdichte lag 1934 in Deutschland bei 33,3%, bis 1937 stieg sie bis auf 46,9%. 1937 lag die Empfangsdichte in den USA jedoch bereits bei 78,3%, in Großbritannien bei 66,1%. In Deutschland waren vergleichbare Werte erst 1941 mit 65% erreicht.

Mit der Übernahme der Staatsgewalt durch die Nationalsozialisten wurde der Rundfunk verstaatlicht; die bis dahin bestehenden elf unabhängigen Rundfunkgesellschaften wurden aufgelöst, umgegliedert in »Reichssender« und dem Ministerium für Volksaufklärung und Propaganga unterstellt. Die Gleichschaltung erfolgte im Rundfunkbereich durch Einrichtung der Reichsrundfunkkammer, welche auch die ab 1938 zur Mitarbeit an Rundfunkproduktionen erforderliche Mikrofon-Eigungspüfung durchführte. Die Programme wurden einseitig politisiert durch Übertragung der Reden des »Führers« und der übrigen Nazi-Prominenz; die Musikauswahl konzentrierte sich auf deutsche Volks- und Marschmusik, ab 1935 wurde »Nigger-Jazz« verboten; Rundfunkhören wurde zur staatspolitischen Pflicht erklärt, was den Absatz des VE 301 und des DKE 1938 weiter förderte.

Joseph Goebbels äußerte sich in einer Rede zur Eröffnung der Rundfunkausstellung 1936 über die inhaltliche Gestaltung des Rundfunkprogramms folgendermaßen: »Das Programm des Rundfunks muß so gestaltet werden, daß es den verwöhnten Geschmack noch interessiert und dem anspruchslosen noch gefällig und verständlich erscheint. Dabei soll besonderer Bedacht gerade auf die Entspannung und Unterhaltung gelegt werden, weil die weitaus überwiegende Mehrzahl aller Rundfunkteilnehmer meistens sehr hart und unerbittlich angefaßt wird, in einem nerven- und kräfteverzehrenden Tageskampf steht und Anspruch darauf hat, in den wenigen Ruhe- und Mußestunden auch wirkliche Entspannung und Erholung zu finden. Demgegenüber fallen die wenigen, die nur von Kant und Hegel ernährt werden wollen, kaum ins Gewicht.«

Ein fingierter Überfall deutscher SS-Soldaten, die sich als Polen ausgaben, auf den Nebensender Gleiwitz wurde am 31. August 1939 inszeniert, um einen Vorwand zu liefern, in Polen einzumarschieren. Das Abhören ausländischer Sender wurde sofort nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 verboten und als »Verbrechen gegen die nationale Sicherheit unseres Volkes« mit schweren Zuchthausstrafen geahndet. Mitte 1941 kam es zum ersten Todesurteil wegen Hörens ausländischer Rundfunksender. Der Rundfunk wurde als »jüngstes Kind unserer Kriegstechnik« bezeichnet, allerdings nutzen die Alliierten den Hörfunk auch für »Gegenpropaganda«.

Durch den am 1. September 1944 verfügten Führererlaß »über den totalen Kriegseinsatz« waren alle kulturellen Einrichtungen wie Theater, Ausstellungen, Kunsthochschulen u. a. geschlossen worden. Nur noch Film und Rundfunk sollten zuständig sein, »den Soldaten an der Front und der schaffenden Heimat Entspannung [zu] geben und kulturelle Werte [zu] vermitteln«.


[Funk-Inhalt] [HA-Inhalt]

Erstellt am: 24-Oct-1996 von: Agon S. Buchholz <asb@nsharra.snafu.de>
Zuletzt bearbeitet am: 27-Oct-1996 von: Agon S. Buchholz <asb@nsharra.snafu.de> mit: Han.