Die modernen Kommunikationstechnologien sind direkte kulturhistorische Nachfolger der im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelten Transporttechnologien. Eisenbahnen, Flug- und Kraftfahrzeuge dienen nicht nur dem Transport von Materie, sie übermitteln auch mit immer höheren Geschwindigkeiten Nachrichten, Mitteilungen und verschiedenartige immaterielle Informationen. Sowohl Transport-, als auch Kommunikationstechnologien dienen der Überbrückung von Distanz, Verkürzung von Raum und Zeit. Unter Anspielung auf diese vermittelnden Eigenschaften von Kommunikationstechnologien paraphrasiert der Erfinder des PAL-Farbfernsehsystems, Walter Bruch, den Gehalt einer in den frühen 1970er Jahren in der VR China gehaltene Rede: »Wir Ingenieure seien so etwas wie Baumeister. In der Antike habe der Titel `Ingenieur´ einem Festungsbaumeister oder einem Brückenbauer zugestanden. Wir Nachrichtentechniker aber seien Brückenbauer, indem wir drahtlose Funkbrücken von einem Teil der Welt in einen anderen herstellen.«
Klassische Kommunikationsformen - Brieftauben, Boten, Kuriere usw. -
werden, von einigen Ausnahmen abgesehen, zunehmend abgelöst durch
Telekommunikation und Datenfernübertragung. Ein Teil dieser neuen
Kommunikationsformen bleibt an materielle Träger, z. B. Kabel
und Lichtwellenleiter, gebunden; ein gegenläufiger Entwicklungsstrang
löst sich tendenziell immer weiter von materiellen Trägern ab:
Hörfunk- und Fernsehprogramme werden regional und national über
Rundfunkanlagen übertragen, konventionelle Telephone werden ergänzt
und teilweise abgelöst durch Mobiltelephonie, direktstrahlende Satelliten
ermöglichen den weltweiten Empfang internationaler Hörfunk- und
Fernsehübertragungen. Im Mittelpunkt der folgenden Ausführungen
steht der Teil der immateriellen Kommunikationstechniken, der auf Funktechnologie
basiert.