Begriff »Interaktivität«

Ein Prinzip, das die einseitige Vermittlung von Information zwischen Sender und Empfänger in elektronischen Medien zu überwinden sucht. Beim Fernsehen hat der Empfänger keine Möglichkeit, direkt auf die Information zu reagieren und in einen Dialog mit der Maschine zu treten. Lernprogramme und Webseiten sind dagegen potentiell interaktive Medien. Im Bereich des Computer Based Training (CBT) ist Interaktivität eine Methode, durch einen mehr oder weniger ausgeklügelten Mensch-Computer-Dialog das Lernen zu fördern. In Webseiten wird dieses Prinzip noch wenig eingesetzt. Daß der Besucher sich per Mausklick von einer zur anderen Seite klicken kann, ist noch keine Interaktivität im Sinne eines Dialogs. Wenn Externer Linkdynamische Webseiten generiert werden können und ein ausgeklügelter Hypertext zum Beispiel ein Frage-Antwort-Spiel erlaubt, dann ist im Ansatz ein Dialog zwischen Anwender und Maschine gegeben.

Wird für die Beschreibung des Internet die soziologische Variante des Begriffs zugrundegelegt, dann ist Interaktivität ein wesentliches Merkmal des Internet. Sie beschreibt in der soziologischen Theorie die wechselseitige Beeinflußung von Menschen in einer Gruppensituation. So gesehen sind der Austausch per E-Mail und in digitalen Spielwelten, die Diskussionen in Newsgroups und der «Small Talk» im Externer LinkIRC Interaktionen vernetzter Individuen. Im Vergleich zum Alltag in der Gesellschaft zeichnet sie sich durch eine bisher durch keine Technologie erreichte Überwindung der räumlichen und nationalen Grenzen aus. Ob diese digitale Interaktivität des Internet die Verständigung zwischen den Individuen und Gruppen oder gar den Völkern verbessert und zum globalen Dorf (Externer LinkGlobal Village) führt, steht in den Sternen.


Interaktion

ein in den 1950er Jahren in die Soziologie der BR Dtschld. gelangter Begriff, der jede Form von wechselseitiger Bezugnahme von zwei oder mehreren Personen (auch Gruppen) bedeutet. Der einzelne orientiert sich bei jeder I. am tatsächl. Verhalten, aber auch an den von ihm nur vermuteten Erwartungen des anderen. Voraussetzung hierfür ist ein Mindestmaß an gemeinsamen Symbolen (z. B. sprachl. Art, aber auch Handzeichen u. ä.) bei beiden Teilen, die eine Verständigung ermöglichen [1].


[1] Quelle: Bertelsmann Discovery 1995