Hauptstandard der MPEG-Familie neben MPEG-2; ermöglicht i.d.R. eine Videoauflösung von 352x240 (NTSC) bzw. 352×288 Pixeln (PAL) bei 30 frames per second (fps). Die Bildqualität ist geringer als bei VHS-Videos.
Eine Variante von MPEG-1 ist das vom Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen in Erlangen maßgeblich mitentwickelte MP3-Format. MP3, genauer: MPEG1 Layer 3, erreicht äußerst hohe Kompressionsraten von 1:12 bis 1:14 bei hoher Signalqualität.
Dies wurde nach Berücksichtigung audiophysikalischer und psychoakustischer Studien möglich, die es technisch erlauben, jene Klanginformationen zu eliminieren, die normalerweise nicht wahrgenommen werden. MP3 ist in vieler Hinsicht der 'State of the Art' der Audio-Kompression.
Das MP3-Format hat seinen Ursprung in Arbeiten zur perzeptionellen Audio-Kodierung, die 1987 im Rahmen des EUREKAProjekts EU147 zum Digitalen Rundfunk (DAB) geleistet wurden. In Zusammenarbeit mit Prof. Dieter Seitzer (Universität Erlangen) wurde dann jener Algorithmus entwickelt, der heute als ISO-MPEG Audio-Layer-3 standardisiert ist.
Weitere Informationen gibt es unter
http://www.iis.fhg.de/amm/.
Hier ist neuerdings auch ein MP3-Encoder für Linux und andere Unix-Varianten zu finden.
Zum Abspielen läßt sich unter Linux der bekannte mpgl23-Player verwenden (
http://mpg.123.org/), der unter anderem auch die Grundlage
für das KDE-Tool kmpg bildet.
MPEG ist bislang lediglich eine Form der Datenkompression, aber anders als etwa RealAudio definiert es kein Ubertragungsprotokoll. Daran mag es liegen, daß MP3 zwar seine treue Anhängerschar im Netz hat, aber als Web-Streaming-Technologie kaum zum Einsatz kommt. Es wird momentan hauptsächlich zur Archivierung von größeren Mengen Soundfiles verwendet, da es wenig Platz erfordert, aber dabei die Qualität erhält. Ein erster MP3-Server ist im Kasten auf Seite 210 beschrieben.
Weitere Informationen zu MP3, Playern und MP3-kodierten Soundfiles finden sich unter:
http://www.layer3.org/ sowie
http://rara.com/mp3/.
Quelle: c't 1998, Heft 12 (Praxis: Internet-Radio), S. 213