Als Webcasting (auch: Netcasting) bezeichnet man einen relativ neuen Dienst auf Internet-Basis, der Elemente des heutigen Internets mit den Eigenschaften von Radio, Fernsehen und Telefon verbindet.
Webcasting funktioniert, im Gegensatz beispielsweise zum Internet-Dienst World Wide Web, nach dem Push-Prinzip. Das Push-Prinzip orientiert sich am Kommunikationsmodell des Broadcasting, bei dem aufbereitete Informationen in Form von einer limitierten Anzahl von Programmen bereitgestellt werden.
Die Informations- und Unterhaltungsangebote werden über das Internet in
Kanäle (Channels) einspeist
und mit Zugangsberechtigungen für die Anwender abrufbar gemacht. Der Kunde bedient sich
aus Sportkanälen, nimmt an Glücksspielen teilt oder holt sich
News.
Für ein Massenpublikum gedacht sind die
Webcasting-Verfahren,
die regelmäßig neue Nachrichten und Unterhaltung direkt zum PC des Users liefern, sobald
er mit dem Netz verbunden ist und die Webcasting-Software die gebuchten Angebote – meist
mit Werbung verbunden – hereinholt.
Das Funktionsprinzip ist simpel: Die Software wird dabei nur einmal nach den individuellen Interessen personalisiert: Welche Bereiche sind interessant? Wann und wie oft sollen die Informationen aktualisiert werden? Alles weitere läuft automatisch ab, es muß kein Web-Browser gestartet, keine Internet-Adresse eingegeben oder angewählt werden; die Software holt die Inhalte selbständig aus dem Netz und gibt sie auf dem Bildschirm wieder.
Die beiden Hauptkonkurrenten im Browser-Markt --
Microsoft und
Netscape -- haben seit 1996 unterschiedliche nach dem Push-Prinzip arbeitende Technologien
vorgestellt:
Als Motivation für die Einführung von Webcasting-Technologien gibt Microsoft-Autor Uwe Thiemann folgenden Grund an:
»Unternehmen und Organisationen, die sich und ihre Leistungen im Internet präsentieren, sind daran interessiert, dem Anwender ihre Inhalte ohne Zeitverzögerung und ohne Aufwand zukommen zu lassen. Microsoft hat diesen Bedarf erkannt und darauf reagiert.«
Weiter: Anbieter von Webcasting-Lösungen.
Siehe: Push-Server.
Die über Push-Technologien verbreiteten Inhalte werden von unterschiedlichen Anbietern bereitgestellt und lizenziert oder intern in einem Intranet redaktionell erstellt.
Firmen wie Pointcast und Marimba setzen auf Technologien, die die «Info-Ware» fein säuberlich nach Sparten ordnet und zum Konsumenten bringt.
Im Gegensatz zum Webcasting und dessen Push-Prinzip steht das Kommunikationsmodell des World Wide Web, bei dem der Nutzer die für ihn interessanten Informationen aktiv recherchieren muß; diesen Zugang bezeichnet man als Pull-Prinzip. Beide Prinzipien unterscheiden sich vor allem durch den unterschiedlichen Grad an Interaktivität.