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Kulturpolitik
Von Agon S. Buchholz
für Kefk Network Politik,
November 2005 ff.
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Erstellt/bearbeitet: 04-Nov-2005/14-Jan-07
Systemzeit: Freitag, 09.01.2009, 09:37:43.
Home : Politik : Kulturpolitik
Übersicht
Als Kulturpolitik bezeichnet man
- im engeren Sinne das Handeln eines politischen Akteurs im Bereich der Künste,
also der bildenden oder darstellende
Kunst sowie der Musik und Literatur;
- im weiteren Sinne jegliche Formen gesellschaftlicher Beziehungen
ohne klare Trennung zwischen Politik und Kultur.
Die konkrete Definition des Begriffes Kulturpolitik hängt
sowohl vom jeweiligen Kontext wie auch vom jeweils
zugrundliegenden theoretischen Konzept von Kultur und Politik ab. Der Kulturwissenschaftler Armin Klein entwickelte in seinem
Übersichtswerk
Kulturpolitik:
Eine Einführung zur Verdeutlichung der Wechselbeziehungen folgende
grobe Matrix (Klein 2005: 66):
|
1 |
Weiter Kulturbegriff: |
2 |
Enger Kulturbegriff: |
|
Kultur als Sitten, Gebräuche und Lebensweisen des Menschen |
Kultur als Kunst |
|
3 |
Weiter Kulturbegriff: |
4 |
Enger Politikbegriff: |
|
Politik als gleichermaßen staatliches wie gesellschaftliches Handeln |
Politik als ausschließlich oder überwiegend staatliches Handeln |
Aus den Kombinationen der jeweiligen Kunst- und Politikauffassung
lassen sich so verschiedene Grundkonzepte von Kulturpolitik
rekonstruieren:
- Enger Kultur- und Politikbegriff (2 &
4): Kulturpolitik als Kunstpolitik, die dem Staat
obliegt. Beispiel: Konzept der »Kunstpflege« aus der Gründungszeit der
BR Deutschland;
- Enger Kultur- und weiter Politikbegriff (2
& 3): Kulturpolitik als Kunstpolitik, die sowohl
staatlichem wie gesellschaftlichem Engagement obliegt;
- Weiter Kultur- und enger Politikbegriff (1
& 4): Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik, die
dem staatlichen Engagement obliegt. Beispiel: Konzept der
zentralistischen DDR-Kulturpolitik mit umfassender
gesellschaftlicher Gestaltungsfunktion;
- Weiter Kultur- und Politikbegriff (1 &
3): Kulturpolitik als umfassende
Gesellschaftspolitik, die sowohl staatlichem wie gesellschaftlichem
Engagement obliegt.
Literatur
Armin Klein: Kulturpolitik: Eine Einführung (2.,
überarb. u. aktualis. Aufl.). Wiesbaden: VS Verlag für
Sozialwissenschaften 2005.
»Kulturpolitik
hat in den letzten Jahrzehnten ständig an Bedeutung gewonnen. Wie
aber funktioniert sie, unter welchen Rahmenbedingungen findet sie
statt? Das Buch klärt die Grundbegriffe: welche Konzepte von Kultur
werden im Zusammenhang der Kulturpolitik diskutiert, was wird unter
Kultur, was unter Politik, was schließlich unter Kulturpolitik
verstanden?« (Verlagsinformation).
ISBN: 3531143468. 260 Seiten. EUR 24,90 ( Bestellen).
ISBN: 3810037508. EUR 24,90 ( Bestellen).
Friedrich Kittler: Eine Kulturgeschichte der
Kulturwissenschaft (2., verbesserte Aufl.). München: Wilhelm Fink
2001.
»Um
der Kulturwissenschaft das Verenden im Kulturmanagement zu ersparen,
hilft nur ein Rückgang zur eigenen Geschichte. Mit
kulturwissenschaftlicher, als nicht ideengeschichtlicher Methode
versuchen fünf Kapitel, den zweihundertjährigen Weg von Giambattista
Vico wenigstens bis Martin Heidegger nachzugehen. Das heißt auch,
die Gründerhelden der Kulturwissenschaft kulturhistorisch zu
verorten [...]. Kulturwissenschaften unter Bedingungen von
Technologie und Mathematik, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg in
Frankreich und Amerika entstanden sind, bleiben einer möglichen
Fortsetzung vorbehalten« (Verlagsinformation).
ISBN: 3770534182. 260 Seiten. EUR 22,00 ( Bestellen).
Werner Heinrichs. Kulturpolitik und Kulturfinanzierung.
C.H. Beck Verlag 1997.
»Das
Werk untersucht die Finanzierung kultureller Einrichtungen und
Veranstaltungen in Deutschland, Frankreich, Schweden, Großbritannien
und den USA. Dabei wird deutlich, daß die deutsche
Finanzierungsform, die in den letzten Jahren unter der Knappheit vor
allem der kommunalen Haushalte leidet, relativ eigenständig ist, da
sie aus einer Korrespondenz zwischen Kulturpolitik als inhaltlichem
Anspruch und Kulturfinanzierung erwächst. Aus den Analysen werden
konkrete Vorschläge entwickelt, die auch unmittelbar in die
kulturelle Praxis umgesetzt werden können bzw. als alternative
Finanzierungsformen anwendbar sind« (Verlagsinformation).
ISBN: 3406419291. 267 Seiten. EUR 35,00 ( Bestellen).
Thomas Heinze: Kultursponsoring, Museumsmarketing,
Kulturtourismus. Ein Leitfaden für Kulturmanager. Wiesbaden: VS
Verlag für Sozialwissenschaften 2002.
»Was
sind die theoretischen Grundlagen modernen Kulturmanagements? In
welche Richtung sollten sich Forschung und Lehre orientieren? Welche
Perspektiven ergeben sich für die Professionalisierung der Akteure
im Bildungsbereich, in der Kulturszene und in der Wirtschaft? Der
Band von Thomas Heinze entwickelt theoretische und praxisbezogene
Antworten auf diese Fragen. Dabei zielt er auf die Vermittlung
sowohl kulturwissenschaftlicher als auch betriebswirtschaftlicher
Kenntnisse. Insgesamt sieben textbegleitende Übungsaufgaben sichern
das Textverständnis ab und regen darüber hinaus zur eigenständigen
Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis des Kulturmanagement an«
(Verlagsinformation).
ISBN: 3531137824. 223 Seiten. EUR 19,90 ( Bestellen).
Weiterführende Informationen
Siehe auch
- Kunstförderung
- Kulturfinanzierung
- Kultursponsoring
- Kulturvermittlung
Anmerkungen
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