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Fallstudien zu emergierenden alternativen Medien

Alternative Medien als Instrumente einer Gegenöffentlichkeit,

Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Politik, Juni 2005 ff.

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Erstellt/Bearbeitet: 20-Jun-2005/14-Jan-07
Systemzeit: Freitag, 09.01.2009, 07:40:27.

Home : Politik : Alternative.Medien : Fallstudien


Übersicht

Nachdem in den Vorklärungen das theoretische, das praktische und das historische Umfeld alternativer Medien zumindest im Umriß vorgestellt wurde, sollen in den folgenden Kapiteln einige ‚neue’ internetbasierte alternative Medien in vier exemplarischen Fallstudien vorgestellt werden . Untersucht werden soll dabei insbesondere,

  • was diese ‚neuen’ Medien von ihren Vorgängern unterscheidet,
  • welche Rolle sie im gesamten Mediensystem spielen sowie
  • welche potenziell konstruktive Bedeutung diesen Medien als Gegenpol zur destruktiven Rolle der etablierten Massenmedien im Rahmen der Demontage des politischen Systems der Bundesrepu-blik Deutschland zukommen könnte.

Zur Untersuchung dieser Fragen werden vier Fallstudien vorgestellt. Ausgehend von der Prämisse, dass für den emanzipativen Prozess zwei zentrale Elemente – unabhängige und frei zugängliche Information sowie Möglichkeiten zum Führen von Diskursen – erforderlich sind, gliedern sich die Ausführungen zu den vorgestellten Projekten in vier Gruppen:

  Freies Wissen.

Medien, die unabhängige Informationen kooperativ erstellen, zur freien Nutzung bereitstellen und dauerhaft speichern; als Beispiel wird die freie Enzyklopädie Wikipedia vorgestellt.

  Alternative Nachrichtenquellen.

Medien, die unabhängige Informationen mit unmittelbarem Zeitbezug kooperativ erstellen und zur freien Nutzung bereitstellen; als Beispiel wird die freie Nachrichten- und Presseagentur Wikinews vorgestellt.

  Diskursplattformen.

Medien, die der Veröffentlichung von kontroversen Informationen dienen und so als Grundlagen zum Führen von Diskursen dienen; als Beispiel wird das unabhängige Politik-Portal Indymedia vorgestellt.

  Publikations- und Diskussionsplattformen.

Egalitäre Medien, die der Veröffentlichung von Informationen dienen und gleichzeitig eine Diskussion erlauben; als Beispiel wird der heterogene Gesamtkomplex der ‚Blogosphäre’ vorgestellt.

Die vier in Fallbeispielen vorgestellten Projekte weisen einen unterschiedlichen ‚Reifegrad’ auf:

  • Die seit 2001 bestehende Wikipedia hat ‚Geburtswehen’ und initiale Richtungsdiskussionen überstanden, eine stabile bzw. wachsende Teilnehmerzahl (‚kritische Masse’) erreicht und befindet sich – zumindest in den englisch- und deutschsprachigen Teilprojekten – im Prozess der Etablierung als verläßliche Informationsquelle für freies Wissen.

Das Gesamtprojekt ist kaum noch abhängig vom Engagement einzelner Personen, sondern operiert als funktionierendes Kollektiv.

  • Wikinews wurde Ende 2004 konzipiert und befindet sich im Beta-Stadium, also in einem Testbetrieb; Wikinews ist noch weit davon entfernt, sich als Presse- und Nachrichtenagentur zu etablieren und noch in hohem Maße vom individuellen Engagement Einzelner abhängig. Das Projekt operiert zwar kooperativ, kann Individuen jedoch noch nicht vollständig durch das Kollektiv ersetzen.

Das Projekt ist im gegenwärtigen Status noch gekennzeichnet von ungeklärten Richtungsentscheidungen, so beispielsweise die für Beiträge zu verwendende Lizenzform.

  • Indymedia existiert seit 1999, der deutsche Zweig seit 2001; das Projekt ist damit vergleichbar etabliert wie die Wikipedia, allerdings nur in einer Gegenöffentlichkeit als Diskursplattform anerkannt; auch der Organisationsgrad kann bei Indymedia als vergleichsweise stabil angesehen werden, es existieren arbeitsfähige Strukturen, die eine relativ kontinuierlichen Informationsfluss ermöglichen.
  • Die ‚Blogosphäre’ existiert im engeren Sinne seit Ende der 1990er Jahre und hat – ähnlich wie Wikipedia und Indymedia – zahlreiche Arbeits- und Organisationsstrukturen sowie eine Vielzahl technischer Hilfsmittel ausgebildet. Es existieren genügend Blogger, so dass auch hier eine ‚kritische Masse’ überschritten wurde.

Die Blogosphäre ist kein temporales Phänomen, dass als Modeerscheinung bald wieder verschwinden wird, sondern ist ein fester Bestandteil alternativer Kommunikationswege. Auch die Blogosphäre befindet sich in einem Prozess der zumindest partiellen Etablierung und erreicht mittlerweile größere Teilöffentlichkeiten.

Weiter: Fallstudien: Freies Wissen.

Kapitelgliederung

3 Fallstudien: Emergierende alternative Medien
3.1 Freies Wissen.
3.1.1 Wikipedia.
3.1.1.1 Projektcharakterisierung.
3.1.1.2 Art und Ausgestaltung der Inhalte.
3.1.1.3 Zusammenfassung.
3.1.2 Weitere Projekte.
3.2 Alternative Nachrichtenquellen.
3.2.1 Wikinews.
3.2.1.1 Projektcharakterisierung.
3.2.1.2 Art und Ausgestaltung der Inhalte.
3.2.1.3 Zusammenfassung.
3.2.2 Weitere Projekte.
3.3 Diskursplattformen.
3.3.1 Indymedia.
3.3.1.1 Projektcharakterisierung.
3.3.1.2 Art und Ausgestaltung der Inhalte.
3.3.1.3 Zusammenfassung.
3.3.2 Weitere Projekte.
3.4 Publikations- und Diskussionsplattformen.
3.4.1 Die Blogosphäre.
3.4.1.1 Charakterisierung.
3.4.1.2 Spektrum der Inhalte.
3.4.1.3 Zusammenfassung.
3.4.2 Weitere Projekte.
3.5 Zusammenfassung.

Siehe auch

Quelle und Lizenz

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Kontext: Der Text Alternative Medien als Instrumente einer Gegenöffentlichkeit entstand im Sommersemester 2005 als studienbegleitender Leistungsnachweis im Rahmen des Hauptseminars »Kritik und Alternativen des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland« unter Leitung von Prof. Dr. Fritz Vilmar am Otto-Suhr-Institut des Fachbereichs Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin.
Gliederung Alternative Medien als Instrumente einer Gegenöffentlichkeit:
  1. Einleitung: Themenstellung und Zielsetzung - Schwerpunkte und Eingrenzung der Thematik - Disposition.
  2. Medien und Öffentlichkeit: Theoretische Vorüberlegungen - Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit - Bildung und Aufklärung - Individualität und Sozialität - System der konventionellen Massenmedien - Konventionelle alternative Medien - Transformationen des Mediensystems.
  3. Fallstudien: Freies Wissen (Wikipedia, weitere Projekte) - Alternative Nachrichtenquellen (Wikinews, weitere Projekte) - Diskursplattformen (Indymedia, weitere Projekte) - Publikations- und Diskussionsplattformen (Blogosphäre, weitere Projekte) - Zusammenfassung.
  4. Schlussfolgerungen: Thesen - Anti-Thesen.
  5. Anhang: Materialien - Quellennachweise - Personen- und Stichwortverzeichnis.
Stand der Textbasis: 22. Juni 2005 | Changelog.
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