Was umfasst P2P? Die rasche Antwort lautet: Das Spektrum möglicher
Einsatzgebiete für P2P umfasst alle Anwendungsfelder, die mit Hilfe
eines vernetzten Computers abgedeckt werden können. Das ist auch nicht
weiter verweunderlich, da P2P weder eine homogene Technologie, noch eine
konkrete Anwendung ist, sondern ein Paradigma.
P2P ist nicht auf die bekannten Tauschbörsen wie
Napster,
Gnutella
oder Freenet
beschränkt (siehe File-Sharing);
Anwendungen aus Bereichen wie
Collaboration,
Distributed Computation und
Instant Messaging
zählen teilweise zu den P2P-Technologien. Mittlerweile entstehen auch
Firmenlösungen auf Basis dieser Technologie wie beispielsweise
Groove.
Marktanalysten sehen in P2P sogar den Business-Trend des Jahres 2001.
Wir unterscheiden zwischen zwei Formen:
- Konkrete, existierende
Anwendungen von
P2P-Technologien gibt es beispielsweise in den Anwendungsfeldern
Instant
Messaging,
File-Sharing und
Groupware.
- Das Spektrum möglicher, aber noch nicht unbedingt
realisierter Anwendungsfelder ist erheblich breiter und
terminologisch schwerer zu beschreiben. Hier geht es eher um die
Potentiale von P2P als um konkrete Produkte.
In dieser Sektion geht es um die möglichen Anwendungsfelder,
die wir systematisch nach folgenden Kategorien gruppieren:
Kommunizieren.
Existierende Anwendungsfelder:
Instant
Messaging, Messaging, E-Mail, IP-Telefonie, IP-Videokonferenzen.
Existierende Forschungsdisziplinen: Kommunikationswissenschaft,
Informationswissenschaft.
Kooperieren und
Kollaborieren.
Existierendes Anwendungsfeld:
Groupware,
Workflow-Managementsysteme (WfMS, partiell).
Existierende Forschungsdisziplin:
Computer Supported Cooperative
Work (CSCW)
Lernen und
Lehren - Ausbilden, Forbilden und
Weiterbilden.
Existierendes Anwendungsfeld: e-Learning.
Existierende Forschungsdisziplinen: Erziehungswissenschaft,
Fachdidaktiken.
Suchen und
Finden
vor allem von Dokumenten,
Personen und
Themen.
Existierende Anwendungsfelder: Suchmaschinen (Search Engines),
Katalogdienste (Directories), Verzeichnisdienste,
Dokumenten-Managementsysteme (DMS, partiell).
Existierende Forschungsdisziplin: Informationswissenschaft
(Information Retrieval), Bibliothekswissenschaft.
Schreiben und
Publizieren.
Existierende Anwendungsfelder:
Annotationsdienste,
P2P Journalism,
Weblogging,
verschiedene Anwendungen des
Writable Web,
Personal
Publishing und sog.
Mind Projects.
Existierende Forschungsdisziplinen: Publizistikwissenschaft,
Linguistik.
Tauschen und
Teilen,
vor allem von Rechenzeit,
Speicherplatz und
Bandbreite.
Existierende Anwendungsfelder:
Resource-Sharing,
z.B.
Distributed Computation bzw.
Distributed
Computing,
Distributed Storage sowie
File-Sharing und
Monitoring.
Existierende Forschungsdisziplin: Informatik (nur partiell)
Kaufen und
Verkaufen.
Existierendes Anwendungsfeld: e-Commerce, Auktionen, Abonnement-
und Bezahldienste (z.B. für Musik).
Existierende Forschungsdisziplinen: BWL, VWL.
Speichern und
Verteilen.
Existierende Anwendungsfelder: Content Delivery Networks, Edge
Services.
Existierende Forschungsdisziplin: Informationswissenschaft
(Information Retrival).
Spielen und
Simulieren.
Existierendes Anwendungsfeld: Online Gaming.
Existierende Forschungsdisziplin: Informatik (partiell)
Automatisieren.
Existierendes Anwendungsfeld: "Intelligente Agenten".
Existierende Forschungsdisziplinen: Informatik (partiell),
Künstliche Intelligenz (KI).
Die Anwendugsfelder lassen sich nur synthetisch trennen; die meisten
dieser Bereiche überscheiden sich miteinander.
Visualisierung: semantisches Netz.