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Motivation für P2P

Motivation : Übersicht
16-Apr-2002/14-Jan-07


Übersicht

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit Beweggründen für die Entwicklung, Anwendung und Erforschung von P2P. Vgl. hierzu auch:

Aufgrund des breiten Spektrums von P2P-Anwendungen und der unterschiedlichen Definitionsansätze betrachten wir die möglichen Beweggründe unter verschiedenen Aspekten.

Grundsätzlich können wir die Perspektiven von vier Gruppen von P2P-Entwicklern, Anwendern und sonstigen Akteuren unterscheiden:

  • Unternehmen - kommerziell orientierte Institutionen.
  • Organisationen - nichtkommerziell orientierte Institutionen.
  • Individuen - Privatpersonen.
  • Gemeinschaften - nichtkommerziell orientierte Gruppen von Individuen (Communities).

Unternehmen - kommerziell orientierte Institutionen.

Fragestellungen: Warum entwickeln Unternehmen P2P-Lösungen? Wie können Unternehmen P2P-Technologien für ihre Geschäftstätigkeiten und zur Unterstützung unternehmensinterner Prozese einsetzen?

Perspektive: Unternehmen betrachten P2P-Technologien aus einem primär ökonomischen sowie evl. (sekundär) strategischen Blickwinkel. Unternehmen suchen nach Lösungen, um interne oder externe Prozesse effizienter und effektiver zu gestalten, beispielsweise um Kosten zu sparen oder die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern oder Geschäftspartnern zu verbessern. Aus einer ökonomischen Perspektive werden Unternehmen P2P-Technologien nur dann näher evaluieren, wenn Grundfragen (z.B. Aspekte der Sicherheit und Performance) hinweichend geklärt sind. Strategisch operierende Unternehmen evaluieren P2P-Technologien aus einer weniger lösungsorientierten Perspektive, sondern versuchen, das Potential von P2P-Anwendungen mittel- und langfristig in ihre geschäftsprozesse einzubinden.

Aspekte:

Arbeitsgruppen.

 

Gesamtunternehmen.

 

Organisationen - nichtkommerziell orientierte Institutionen.

Fragestellungen: Warum beschäftigen sich Organisationen mit P2P-Lösungen? Wie können Organisationen P2P-Technologien für ihre Aufgaben und zur Unterstützung organisationsinterner Prozese einsetzen?

Perspektive:

Aspekte:

 

Individuen - Privatpersonen.

Fragestellungen: Warum entwickeln Privatpersonen P2P-Anwendungen? Warum und wofür verwenden Individuen P2P-Technologien? Welchen Nutzen können Individuen aus der Nutzung von P2P-Technologien ziehen?

Perspektive: Individuen betrachten P2P-Anwendungen aus den unterschiedlichsten Perspektiven, angefangen von einem grundsätzlichen und eher diffusen technologischem Interesse für Neues bis hin zu konkreten Bedürfnissen und Problemen, für die sie eine Lösung suchen.

Aspekte:

Technisch. Privatanwender von Computern sind konfrontiert mit einer Zunahme der Rechnleistung ihres PCs (Moore's Law), wachsenden Festplattenkapazitäten und vor wenigen Jahren noch unvorstellbar breitbandigen Internet-Zugängen. Der User sucht nach Mäglichkeiten, das weitgehend brachliegende, aber bereits bezahlte Potential dieser Technik besser auszunutzen. Oder anders formuliert: Die leistungsfähigere Technologie eröffnet dem Privatanwender Nutzungmöglichkeiten, die noch vor kurzem nicht vorstellbar waren. Dieser Aspekt findet Gefallen seitens der Industrie und wird entsprechend gefördert, u.a. durch Intel und Microsoft.

Ökonomisch. Privatanwender sehen sich konfrontiert mit einem vielfältigen Angebot von Medien (beispielsweise zahllosen neu erscheinenden Audio-CDs und Filmen), gleichzeitig jedoch auch mit einem damit verbundenen Selektionsproblem: Kaum eine Privatperson verfügt über ausreichend Ressourcen an Zeit und Geld, sich im modernen Mediendschungel adäquat zu orientieren. Jedem Haushalt steht ein mehr oder minder konstantes "Medienbudget" an Zeit und Geld zur Verfügung, das hier investiert werden kann und auch faktisch investiert wird. Eine Motivation zur Nutzung von Anwendungen zum File-Sharing ist daher rein ökonomisch orientiert: Kontinuierlich steigende Preise für Audio-CDs, Videokassetten, DVDs, Pay-TV usw. machen es unmöglich, alle möglicherweise interessanten Medien käuflich zu erwerben. Die sog. "Tauschbörsen" werden beispielsweise genutzt, um neue Musikstile und Interpreten zu entdecken und in deren Produktionen hineinzuhören. Ob und wie das Kaufverhalten dadurch nachhaltig beeinflusst wird ist derzeit Gegenstand zahlreicher Studien. Ein weiterer öffentlich geführter Diskurs erörtert die Berechtigung zur Privatkopie oder bekämpft das bisher verwendete Vergütungsmodell durch Pauschalabgaben. Der Diskurs wird z.Zt., zumindest in Deutschland, allerdings nicht offen und lösungsorientiert geführt, sondern primär ideologisch; wenn Pauschalabgaben auf Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sowie Medien erhoben werden, sollte eigentlich jeder zufrieden sein - auch die Datenmengen auf Tauschbörsen müssen irgendwo gespeichert werden; eine vergütung erfolgt dann also; werden die Daten gelöscht, wird auch niemand geschädigt.

Gesellschaftlich-sozial. Privatpersonen empfinden häufig ein diffuses Unwohlsein gegenüber dem Meinungsmonopol und der Gatekeeper-Funktion der Medienindustrie. Mehr oder minder erfolgreich suchen Privatpersonen nach Möglichkeiten, zu kommunizieren und sich zu artikulieren, sei es durch CB-Funk oder "offene Kanäle" im Kabelfernsehen. Mailboxnetze, Usenet und IRC waren frühe Formen, dieses Bedürfnis durch Computerunterstützung umzusetzen, aktuelle Formen sind Foren, Annotations-, Notifikations- und Kommentierungsfunktionen, Weblogging, P2P Journalism und in gewissem Umfang auch die sog. Mind Projects.

Gemeinschaften - nichtkommerziell orientierte Gruppen von Individuen (Communities).

Fragestellungen: Warum entwickeln Gemeinschaften P2P-Anwendungen? Warum und wofür verwenden Gemeinschaften P2P-Technologien? Welchen Nutzen können Gemeinschaften aus der Nutzung von P2P-Technologien ziehen?

Perspektive:

Aspekte:

 

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Literatur zu P2P (mehr)
Von Detlef Schoder, Kai Fischbach und René Teichmann:
»Peer-to- Peer. Ökonomische, technologische und juristische Perspektiven«
Von Andy Oram:
»Peer-to-Peer. Harnessing the Power of Disruptive Technologies«
Von Dana Moore und Joseph Hebeler:
»Peer-to-Peer«
Von Michael Miller:
»Discovering P2P«
Von David Barkai:
»Peer to Peer Computing. Technologies for Sharing and Collaborating on the Net«
Von Hassan Fattah:
»P2P. How Peer-to-Peer Technology Is Revolutionizing the Way We Do Business«
Von Bo Leuf & 
Ward Cunningham
:
»The Wiki Way. Quick Collaboration on the Web«
Von Bo Leuf:
»Peer to Peer. Collaboration and Sharing on the Internet«
Von Rebecca Blood:
»We've Got Blog. How Weblogs are Changing Our Culture«
»The Weblog Handbook. Practical Advice on Creating and Maintaining Your Blog«

 

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