Eine gesetzlich gültige, technische Richtlinie (Norm), die von einer
staatlichen oder einer nicht gewerblichen Organisation befürwortet
wurde, um in einem bestimmten Bereich der Entwicklung von Hardware oder
Software eine Einheitlichkeit zu erzielen.
Der Standard ist das Ergebnis einer formalen Prozedur, basierend auf
Spezifikationen, die von einer kooperativen Gruppe oder einem Komitee
nach einer ausführlichen Untersuchung der vorliegenden Verfahren und
Ansätze sowie technologischen Tendenzen und Entwicklungen erstellt
werden.
Der vorgeschlagene Standard wird später durch eine anerkannte
Organisation ratifiziert bzw. bestätigt. Die Annahme erfolgt mit der
Zeit, in Übereinstimmung damit, wie sich Produkte, die auf dem Standard
beruhen, zunehmend auf dem Markt durchsetzen.
Es gibt zahlreiche Standards dieser Art, dazu gehört der
ASCII-Zeichensatz, der RS-232-C-Standard, die SCSI-Schnittstelle und
Programmiersprachen nach dem ANSI-Standard, wie C und FORTRAN.
Im Bereich der P2P-Infrastrukuren existieren bisher kein durch
Organisationen wie ISO, ANSI, DIN, IETF oder W3C zertifizierten
Standards.
Einige Protokolle wie das
Blocks Extensible Exchange Protocol (BEEP) sind in RFSs
spezifiziert.
Als de-facto-Standards haben sich einige Protokolle etabliert wie das
Gnutella Protocol im
Bereich des File-Sharing; im Bereich des Instant Messaging gibt es zwar
Bemühungen um Interoperabilität (verkörpert beispielsweise durch die
Initiative
IMUnified), aber noch keine Standardisierungen.
Generell wird
Interoperabilität von P2P-Anwendungen momentan einer
Standardisierung vorgezogen: "Whatever else you think about, think
about interoperability. Don't think about standards yet" (Clay
Shirky); vgl. hierzu: