In dieser Sektion beschreiben wir ausschliesslich existierende
Netzwerke, die auf verschiedenen in der Sektion
Protokolle beschriebenen
Spezifikationen basieren.
Zu unterscheiden
ist zwischen nach dem Grad der Interoperabilität bzw. nach der
Lizenzierungsform:
Proprietäre
Netzwerke - Netzwerke mit proprietären Protokollen und
Clients, deren Quellcodes nicht verfügbar ist.
z.B.
eDonkey-Netzwerk,
Overnet-Netzwerk u.a.; das
Napster Network wurde faktisch interoperabel gemacht in Form des
OpenNap-Netzwerks, dies
entsprach jedoch nie den Intentionen des (ehemaligen) Betreibers,
daher zählen wir das
Napster-Netzwerk zu den proprietären File Sharing-Netzwerken.
Interoperable Netzwerke - Netzwerke, die mit
anderen Netzwerken Daten austauschen können und deren Protokolle
lizenziert werden können.
z.B.
FastTrack Network; der FastTrack-Protokollstack ist "closed
source", wird jedoch an Unternehmen lizenziert; damit entsteht ein
interoperables Netzwerk, das mit Clients unterschiedlicher Anbieter
genutzt werden kann;
Offene Netzwerke -
Netzwerke, die auf offenen Protokollen basieren und deren Clients im
Quellcodes verfügbar sind.
z.B.
Gnutella-Netzwerk und
Freenet-Netzwerk.
Im Gegensatz zu dieser Rubrik beschreibt die
Sektion Protokolle auch solche
Spezifikationen, mit denen P2P-Netzwerke aufgebaut werden können.
Zahlreiche dieser Protokolle haben den Status eines Entwurfs oder bisher
nur extrem geringe Verbreitung gefunden.
Weiterhin unterscheiden wir zwischen zwischen
physikalischen und virtuellen P2P-Netzwerken:
Physikalische
P2P-Netzwerke.
Physikalische Netzwerke jenseits des Internet
mit P2P-artigen Strukturen; ein Beispiel hierfür ist
IEEE 1394 (aka
Firewire). Diese Taxonomie ist zumindest umstritten, macht aber auch
deutlich, dass die Strukturen von P2P sich nicht auf File-Sharing
beschränken.
Virtuelle »Overlay«
P2P-Netzwerke.
Die bekannten P2P-Netzwerke setzen
gewissermassen auf dem TCP/IP-Stack auf und bilden eine Art Schicht
(ein »Overlay«) darüber. Diese Beschreibung ist allerdings im Sinne
des OSI-Schichtenmodells nicht haltbar.
Netzwerkarchitektur, die; Subst. (network architecture)
Die Struktur eines Computernetzwerks. Dazu gehören Hardware,
funktionelle Schichten, Schnittstellen und Protokolle, die zur
Herstellung der Kommunikationsverbindung und zur Absicherung
zuverlässiger Informationstransfers verwendet werden. Die Entwicklung
von Netzwerkarchitekturen liefert sowohl philosophische als auch
physikalische Standards, um die konfliktfreie Behandlung der komplexen
Abläufe beim Einrichten der Kommunikationsverbindung und der
Informationsübertragung zu ermöglichen. Es existieren verschiedenartige
Netzwerkarchitekturen, u. a. das international anerkannte
Sieben-Schichten-OSI-Referenzmodell der ISO und die Systems Network
Architecture (SNA) von IBM.