Als Internet bezeichnet man die weltweite Verbindung von Netzwerken
("network of networks"), die auf der TCP/IP-Protokollfamilie
basieren.
Als TCP/IP (Transmission Control Protocol over Internet
Protocol, RFC 791, RFC 793) bezeichnet man eine Familie von über 100
Protokollen, mit denen die Datenkommunikation in einem Netzwerk geregelt
wird.
Das
US Federal Networking
Council (FNC) verfasste 1995 einen
Beschluss
über die Definition des Wortes Internet (URL war am 06-May-2002
nicht erreichbar). Diese Definition wurde in Absprache mit den
Mitgliedern der Internet- und intellektueller Besitzrechtsgemeinschaften
entwickelt:
"Das Federal Networking Council (FNC) beschließt, dass der
folgende Text unserer Definition des Wortes "Internet" entspricht.
"Internet" bezieht sich auf das globale Informationssystem, das –
(I.) logisch durch einen weltweit einzigartigen Adressraum basierend
auf das Internet Protokoll (IP) oder dessen folgenden
Erweiterungen/Follow-Ons vernetzt ist;
(II.) es ermöglicht Datenübertragungen durch die Verwendung des
Transmission Control Protocol/Internet Protocol (TCP/IP) oder dessen
folgenden Erweiterungen/ Follow-Ons und/oder anderer IP-kompatibler
Protokolle zu unterstützen; und
(III.) entweder für öffentliche oder private Zwecke auf hoher Ebene
Dienste basierend auf hier beschriebener Datenübertragung und
diesbezüglicher Infrastruktur zur Verfügung stellt, verwendet oder
zugänglich macht" (Quelle:
www.nic.at/german/geschichte.html; Zugriff: 06-May-2002).
Technische Struktur des Internet.
Adressierung
- IP-Adressen und Hosts. Im klassischen Internet
kommunizieren Rechner (hosts) im Internet über weltweit
eindeutige Adressen, die IP-Nummern.
Namespace.
Durch das DNS (Domain Name System bzw. Domain Name Service)
werden IP-Adressen zu besser les- und merkbaren symbolischen
gemappt. Das DNS ist hierarchisch und basiert auf einer definierten
Anzahl von Top Level Domains (TLD, gTLD) und annähernd
geolokalisierten Länder-Domains (Country code TLD, ccTLD)
sowie darunter eingeordneten Domains und Hosts.
Universal Resource Identifier
(URI) - Die "Internet-Adressen". Mit dem WWW wird ein den
Namespace ergänzendes Adressierungsschema eingeführt; bekannte URIs
sind der Uniform Resource
Locator (URL) und der
Uniform Resource Name (URN).
Dienste im Internet.
Zu den Applikationsprotokollen der TCP/IP-Protokollfamilie
gehören u.a. Telnet (RFC 854, Basis für den Internet-Dienst
Telnet), HTTP (Basis für den Internet-Dienst WWW),
SMTP (Simple Mail Transfer Protocol, RFC 821) und
FTP (File Transfer Protocol).
Dienste im Internet -
Übersicht. Auf den Applikationsprotokollen setzen Anwendungen auf
wie Web-Browser, FTP-, News- und Mail-Clients (MUAs).
Entwicklung und Evolution - Die "Internet-Generationen".
Internet 1.0. Das Internet
1.0 kann als dezentral und symmetrisch beschrieben werden.
Beispiele für typische Anwendungen sind das
Domain Name System (DNS) sowie
Usenet und Netnews.
Internet 2.0. Mit der
Etablierung des Internets als Massenmedium sowie der damit
verbundene Kommerzialisierung in den 90er Jahren nimmt auch der
Missbrauch zu, zunächst in Form von Spam. Unternehmen binden ihre
lokalen Netzwerke an das Internet an und sichern sie mit
Firewalls ab; freie
IP-Adressen werden zu einer wertvollen Ressource, Abhilfe schafft
vorübergehend Masquerading
und Network Addess Translation
(NAT). Ab der Einführung des World Wide
Web (WWW; grössere Verbreitung ab etwa 1993/94) kann das
Internet 2.0 als cC-S-Netz mit zentralisierter
Client-Server-Architektur beschrieben werden. Breitbandige,
asymmetrische Zugangstechnologien wie
xDSL und Kabelnetze
verstärkten die asymmetrischen Elemente, durch das
Dynamic Host Configuration Protocol
(DHCP) und Dynamic DNS (DDNS) nimmt
die Instabilität des Netzes zu ("unstable environment").
Internet 3.0. Die
Unicast-Adressierung
setzt dem Wachstum des Internet Grenzen (Slashdot-Effekt);
die Ära der P2P-Netzwerke beginnt spätestens 1999 mit
SETI@home; Tendenzen zur Dezentralisierung werden verstärkt
durch Faktoren wie die weitere Steigerung der Bandbreite an den
"Rändern" des Netzes. Mit der Rückkehr zu dezentralen Formen beginnt
das Internet 3.0.
Peer-to-Peer-Strukturen im frühen Internet.
Usenet.
Das Usenet basiert darauf, daß Dateien zwischen Computern
kopiert werden; es wurde als System mit dezentralisierten
Kontrollstrukturen implementiert. Das Usenet basiert
ursprünglich auf dem Protokoll UUCP (Unix to Unix
CoPy); UUCP stellt eine Verbindung zwischen
zwei Computern her, tauscht Dateien aus und unterbricht die
Verbindung.
DNS.
Das 1983 eingeführte DNS (Domain Name System)
ist ein Beispiel für ein System, das Peer-to-Peer-Strukturen mit
hierarchischen Kontrollstrukturen mischt. Nameserver arbeiten
grundsätzlich sowohl als Client als auch als Server.
Beispiele nach [Nelson und Minar 2001: 5 ff.]