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Napster

www.napster.com, www.napster.de.

Anwendungen : File-Sharing : Napster : Übersicht
01-Jul-2001/14-Jan-07


Übersicht

Napster ist "das Original"; Napster ist der ursprüngliche Client für das Napster-Netzwerk, das zwar nicht die erste P2P-Tauschbörse war, aber sicherlich die populärste.

Plattform: Windows.

Logos:

napster.jpg (447x132 -- 6385 bytes)

napster.gif (65x65 -- 947 bytes)  napster_2.gif (189x50 -- 3479 bytes)

Screenshots

napster1_small.jpg (400x290 -- 42958 bytes)

Quelle: ig.cs.tu-berlin.de/.../k-3b/napster1.jpg, Stand: 12-Feb-2002.

napster2_small.jpg (400x290 -- 23833 bytes)

Quelle: ig.cs.tu-berlin.de/.../k-3b/napster2.jpg, Stand: 12-Feb-2001.

Geschichte, Aufbau und Funktion von Napster

Entwickelt wurde Napster von einem, damals, 18-jährigen Studenten in Boston, damit er mit einem Freund, der in Virginia lebte, Daten austauschen konnte. Da sich die Software so bewährt gemacht hatte und die Nachfrage gross genug war, hatte sich der Gründer, Shawn Fanning, dazu entschlossen, sich damit selbständig zu machen. Er gründete in Silicon Valley eine eigene Firma. Napster, als Name, stammt von dem Begriff "nappy" ab, mit dem seine Kommolitonen auf seine gelocktes Haar anspielten.

Napster ist im Prinzip eine Software, welche viele Rechner in einem Netzwerk (Internet) miteinander verbindet. Auf jedem einzelnen dieser Rechner sind Musik- Daten (könnte aber auch für andere Daten gelten) gespeichert, sowie die napster- Software installiert. Die Links zu diesen Daten (MP3-Daten) werden in eine Datenbank aufgenommen und auf einem zentralen napster-Server gespeichert. Diese Musik- Daten stellt der Benutzer von Napster den anderen Napster-Benutzern frei zur Verfügung. Genau dort liegt in meinen Augen der Verstoss gegen die bestehenden Gesetze. Auf dem Napster-Server liegen lediglich die Informationen, welche Musik-Daten wo stehen. Nach dem Aufruf der Software wird man gefragt, welche Laufwerke napster auf MP3-Daten untersuchen soll. Anschliessend kann man den gesuchten Interpreten eingeben sowie einen bestimmten Titel. Befindet sich der gesuchte Titel des jeweiligen Interpreten auf einem oder mehreren der Rechner, die Napster verwaltet, bekommt man eine Liste, von der man sich nun die Qülle aussuchen kann. Dabei wird unterschieden, ob es sich um eine langsame oder schnelle Internet-Verbindung handelt und ob der Rechner, auf dem die gesuchten Daten liegen, gerade on- oder offline ist. Desweiteren bietet die Software sogar die Möglichkeit, dass sich die User miteinander unterhalten können (chatten).

Quelle: ig.cs.tu-berlin.de/w2000/ir1/referate2/k-3b, Stand: 12-Feb-2002.

Musik- und Filmindustrie versus Napster

Die Musikindustrie sieht in Napster, Gnutella und Co. zur Zeit seine grössten Feinde. Die Musikindustrie argumentiert, dass durch Napster die Copyright und Urheberrechte verletzt werden. Das ist aber nicht richtig, da Napster gar keine Daten anbietet. Vielmehr agiert Napster nur als Vermittler und verstösst somit meines Erachtens nicht gegen bestehende Gesetze. Die eigentlichen Verstösse begehen die Nutzer von Napster, da sie die Daten zum Download anbieten. Dort bietet sich aber leider nur wenig Angriffsfläche für die Industrie, weil man der grossen Napster-Gemeinde nicht so richtig habhaft werden kann. Zudem wächst diese ständig. Es wäre lediglich möglich, einige einzelne User herauszufiltern, um diese, in einem Präzedenzfall, zu verurteilen. Eine sehr aufwendige und mühsame Geschichte. Da verwundert es dann eigentlich kaum, dass Bertelsmann seine Strategie geändert und sich an Napster beteiligt hat.

Die grösste Befürchtung der Musikindustrie ist eigentlich, dass sie nicht mehr so weitermachen können, wie sie das bisher getan haben. Es reicht eben nicht aus, einzelne gute und sehr gute Musiker mit lebenslangen Verträgen zu knebeln (siehe George Michael) und anschliessend die dicken Gewinne einzufahren. Der Vertriebsweg könnte sich wandeln, und an der Musikindustrie vorbeiführen (siehe Steven King und David Bowie). Die Musikindustrie hat einfach zu lange geschlafen und ist sich ausserdem auch noch nicht einmal einig. Sie hat es versäumt, den Bedarf an digitaler Musik aus dem Netz zu befriedigen. Die CD's im Handel sind teilweise viel zu überteürt. So ist es für den Verbraucher auch nicht leicht einzusehen, warum CD's in den USA beispielsweise billiger sind, als auf dem deutschen Markt.

Eine Strategie, um dem entgegenzutreten, wäre eigene Angebote zu machen. Diese müssten dann aber auch preislich so gestaltet sein, dass es wenig Sinn macht, sich die Musik aus dem Netz zu ziehen, anschliessend zu rekonvertieren und auf CD zu brennen. Schliesslich ist es allgemein bekannt, dass die Herstellung einer CD nur wenige Pfennige kostet, und dass die Musiker vom Verkauf der CD auch nicht den Löwenanteil bekommen, denn sie verdienen durch Konzerte, Merchandising und Tantiemen ihr Geld. Viele dieser Musiker würden, wenn es ihnen denn möglich wäre, den Weg zu ihren Fans direkter gehen, ohne den Umweg über die Plattenindustrie. Denn durch die Copyright und Urhebergesetze werden eigentlich nicht die Musiker geschützt, sondern eher die Plattenindustrie.

Die Filmindustrie hat sich bisher noch gar nicht groß zu Wort gemeldet und übt sich in Zurückhaltung. Vermutlich will sie erst einmal abwarten, wie die Entscheidungen in der Musikindustrie ausfallen, um anschliessend aus den dort gemachten Fehlern zu lernen. Hoffentlich begeht sie da nicht auch den gleichen Fehler, wie BMG, EMI und Co. Denn es gibt mit Windows Media 8, DivX und MPEG4v3 auch schon vergleichbare Kompressionsverfahren, um Videos in vernünftigem Zeitaufwand auf die heimische Festplatte zu bannen. Ein 90- minütiger Film benötigt mit o.g. Kompressionsverfahren auch nur ca. 500 MB Speicherplatz (teilweise sogar wesentlich weniger). Um den Download braucht sich jedenfalls auch die Musikindustrie keine Sorgen zu machen, denn die hiesigen Provider möchten auch immer mehr DSL-Kunden mit Flatrate. Mit der Meinung, man brauche sich in Deutschland noch keine Sorgen zu machen, weil die notwendige Infrastruktur und die Qualität der Raubkopien noch nicht gegeben seien, könnte man jedoch ziemlich schnell falsch liegen. Auch hier gilt das bei der Musikindustrie Gesagte. Die Filmindustrie bietet ihre uralten Filme zu stark überhöhten Preisen an, obwohl die Herstellungskosten einer DVD oder VHS-Videokassette nur ein Zehntel dessen ausmacht, was sie letztlich für eben diese verlangen. Aber vielleicht hat sie ja auch Recht, denn eigentlich haben sie ja auch schon Erfahrung auf diesem Gebiet. Denn jeder, der eines bestimmten Filmes habhaft werden möchte, braucht nur in die Videothek zu gehen und ihn sich zu Hause kopieren, für ein Zehntel dessen, was er im Handel kosten würde. Auch der DVD-Regionalcode stellt dafür jedenfalls kein Hindernis dar.

Quelle: ig.cs.tu-berlin.de/w2000/ir1/referate2/k-3b, Stand: 12-Feb-2002.

Napster und Bertelsmann

Bertelsmann hat seine Strategie geändert und ist jetzt in die Offensive gegangen. Im Oktober letzten Jahres hat sich Bertelsmann dazu entschlossen, sich an Napster mit 20 Mio zu beteiligen - mit der Option der späteren Übernahme. Was hat Bertelsmann vor?

Mit der Übernahme macht BMG eigentlich nur einen sinnvollen Schritt in die richtige Richtung. Man möchte seine kontrollierten (?) Inhalte einem breitem Publikum anbieten. Es scheint zumindest so, als ob sich bei BMG die Einsicht durchgesetzt hat, dass es ziemlich sinnlos ist, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen. Dazu passt dann auch das Zitat von Andreas Schmidt, Chef von Bertelsmann eCommerce: "Der Austausch digitaler Musikstücke ist nicht aufzuhalten!". Vielmehr versucht Bertelsman jetzt mitzuschwimmen und die Richtung zu seinen Gunsten zu verändern. Bertelsmann bekommt durch die Beteiligung an Napster eine Möglichkeit, den erst verschlafenen Schritt wieder wett zu machen. Immerhin verfügt Napster über mehrere Millionen Kunden, welche [...] die notwendige Software schon installiert haben und sich mit dem System auskennen.

Quelle: ig.cs.tu-berlin.de/w2000/ir1/referate2/k-3b, Stand: 12-Feb-2002.

Der Pay-Service

Zwar nicht zum 1. Juli 2001 wie geplant [...] wird die MP3-Tauschbörse Napster in einen kostenpflichtigen Abo-Service umgewandelt.

Napster wird teurer, schon bevor es begonnen hat. Bislang war ein Preis von monatlich drei bis fünf US-Dollar als unterste Grenze für eine begrenzte Anzahl von Downloads im Gespräch. Unbegrenztes Herunterladen von Musik sollte zwischen fünf und zehn Dollar kosten.

Jetzt bestätigte Bertelsmann-eCommerce-Group-Sprecher Frank Sarfeld, dass dieses Abo-Modell nicht das Herunterladen urheberrechtlich geschützter Songs der großen Musikkonzerne umfassen wird.

Napster wird ein zweistufiger Dienst sein. Es wird den genannten Grundservice geben, in dem man Independent-Musik herunterladen kann.

In einem Premium-Napster gibt es gegen Aufschlag die Songs von Topstars wie Madonna. Damit ist der alte Plan verworfen, der ein dreistufiges Napster vorsah:

In der günstigsten Preisklasse sollten die Nutzer Anspruch auf eine begrenzte Anzahl von Downloads erhalten, während es die beiden oberen Preisklassen erlaubt hätten, unbegrenzt Songs zu laden, zu tauschen und sie auf CD zu brennen.

Quelle: www.online-today.de/.../dasneuenapster.hbs

Ab Anfang 2002:

2002-02-01_napster.de_small.gif (250x319 -- 29198 bytes)

Siehe auch: Napster (Bezahldienste).

Siehe auch

Netmarks

InformationWeek: "Risikoreicher Schlingerkurs bei Bertelsmann. Tempo, Tempo, Tempo: Vorstandschef Thomas Middelhoff zieht bei Bertelsmann den Wandel der »Unternehmenskultur« durch. Darüber könnte das altehrwürdige Verlagshaus hopps gehen" (Ausgabe 5 vom 8. März 2001),
www.informationweek.de/index.php3?/channels/channel40/010593.htm.

Anmerkungen

Forum: File-Sharing (Anmerkungen in diesem Forum: 98)

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