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RIAA

Recording Industry Assocication of America.

www.riaa.com.

Akteure : Organisationen : RIAA : Übersicht
22-Nov-2001/14-Jan-07


Übersicht

"The Recording Industry Association of America is the trade group that represents the U.S. recording industry. Our mission is to foster a business and legal climate that supports and promotes our members' creative and financial vitality. Our members are the record companies that comprise the most vibrant national music industry in the world. RIAA® members create, manufacture and/or distribute approximately 90% of all legitimate sound recordings produced and sold in the United States."

"In support of our mission, we work to protect intellectual property rights worldwide and the First Amendment rights of artists; conduct consumer, industry and technical research; and monitor and review state and federal laws, regulations and policies." (Quelle: www.riaa.com/About-Who.cfm.)

Logo:

RIAA (Logo)

Sitz: Washington, D.C.

Aktivitäten

Die RIAA erhob als erste Institution im Dezember 1999 Klage gegen Napster, Inc.; dies führte im Juli 2000 zur Auflage durch Richterin Marilyn Hall Patel, den Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Werke über das Napster-Netzwerk zu unterbinden; dies wurde im Februar 2001 durch den U.S. Court of Appeals for the Ninth Circuit erneut bestätigt. Im Juli 2001 stellte Richterin Patel fest, dass die implementierten Filtermassnahmen unzureichend seien und ordnete faktisch die Schliessung des Dienstes an.

Anfang Oktober 2001 reichte die MPAA und die RIAA bei einem Bundesgericht in Los Angeles Klage gegen die Anbieter von drei drei Clients für das FastTrack-Protokoll wegen Copyrightverletzung ein.

Die RIAA fiel im Oktober 2001 durch eine unkonventionellen Wunsch auf: Im Rahmen des Anti-Terror-Gesetzpakets des Senats sollen Angriffe auf Computer, die Folgeschäden von mindestens 5000 US-Dollar nach sich ziehen, als Verbrechen geahndet werden (können). Die RIAA unterbreitete einen Änderungsvorschlag, die es der Urhebervereinigung ermöglicht hätte, solche Angriffe ungestraft zu unternehmen, um dadurch die widerrechtliche Verbreitung ihrer Werke zu verhindern. Im Kongress stieß der Änderungsvorschlag jedoch auf breiten Widerstand. Ein nicht namentlich genannter Kongressmitarbeiter sprach in diesem Zusammenhang gegen News.com davon, dies hätte der RIAA eine "Lizenz zum Virus" gegeben, außerdem handle es sich dabei um eine Form von Selbstjustiz.

Welche Angriffsmethoden die RIAA konkret gegen Tauschbörsen einsetzen wollte und ob diese bereits zum Einsatz gekommen sind, ist nicht bekannt. Seit diesem Vorstoß wird allerdings diskutiert, mit welchen Methoden die RIAA eigentlich arbeitet. Bekannt ist beispielsweise, dass das KaZaA-Netzwerk überwacht und analysiert wird. Es gibt jedoch auh einige Hinweise auf offensive Maßnahmen:

  • US-Medien mutmaßten in diesem Zusammenhang, dass eine eigens zu diesem Zweck entwickelte Software Anbieter von MP3s durch manipulierte Anfragen und sich ewig hinziehende Downloads blockieren solle (John Borland in News.com).
  • Identifizierte Piraten könnten "blockiert", die Verbindungen innerhalb von Filesharing-Netzwerken übernommen und die gewünschte Datei während der Transaktion gegen eine andere ausgetauscht werden.
  • Die Los Angeles Times spricht in diesem Zusammenhang auch davon, die Originaldatei auf dem Computer des Senders "unbrauchbar zu machen" (vgl. Artikel in leavesite.gif (19x8 -- 131 bytes)  Telepolis).

Die grundsätzliche Frage dabei ist wohl, mit welchen Methoden die RIAA oder vergleichbare Verbände die Rechte ihrer Mitglieder schützen dürfen.

Die amerikanische Musik- und Filmindustrie strengte Anfang Oktober 2001 erneut Klagen gegen Peer-to-Peer-Tauschdienste im Internet an. Gleich gegen drei Napster-ähnliche Dienste wurde nach Angaben des Industrieverbandes RIAA Klage erhoben. Die RIAA bezeichnet die Auftritte der Gegenseite als Piratenbasar des 21. Jahrhunderts.

Die Liste der Kläger liest sich wie das Who-is-Who der Branche. Um nur einige zu nennen: Columbia. Disney, Paramount, Time Warner, Twentieth Century Fox, Universal, Arista, Capitol, BMG, Sony, Virgin und Warner Bros.

Diese Giganten wollen nun den Diensten Grokster, Morpheus (MusicCity) und Consumer Empowerment (Fast Trak) das Wasser abgraben. Diese Dienste begehen nach Ansicht der Klägerseite Verstöße gegen das Urheberrecht, da sie den illegalen Austausch geschützter Werke gestatten.

Doch ganz so einfach wie im Fall Napster dürfte es der Industrie dieses Mal nicht fallen. Napster baute auf eine zentrale Server-Struktur, über die Daten getauscht werden konnten. Der Austausch über die Server machte eine Kontrolle der getauschten Daten möglich. Da Rechtsverstöße damit identifizierbar sind, konnte der Dienst in die Verantwortung genommen werden.

Doch die drei jetzt angeklagten Dienste setzen auf die gleiche, jeweils leicht modifizierte Software, die ursprünglich von Consumer Empowerment entwickelt wurde. Diese Software setzt aber auf ein dezentrales Tauschmodell. Eine Kontrolle der getauschten Daten ist nicht vorgesehen. Und selbst wenn die drei Firmen den Dienst einstellen sollten, wäre das Tauschnetzwerk immer noch aktiv.

Die Urheberrechtsinhaber stehen in diesen Fällen vor einem echten Problem, denn außer der Bereitstellung der Software kann den Sites vermutlich kein vorsätzliches Tun nachgewiesen werden. Die Tauschdienste können sich vielmehr auf den Standpunkt stellen, sie wüßten nichts von illegalen Tauschvorgängen.

Website

Die RIAA-Website (www.riaa.com) wurde am 29-Aug-2002 gehackt; aus einem Bericht auf Pro-Linux:

»Wer gestern abend die Seite des US-Plattenfirmen-Verbandes aufsuchte, staunte nicht schlecht - statt scharfer Kritik an die Praktiken und Gebahren der Netz-Community beinhaltete die Page Links zu kostenlosen MP3-Dateien und Verweise auf Server voller MP3-Musik. Ferner beinhaltete die Seite Informationen über die vermeintliche Sinnlosigkeit, mit der der Verband gegenüber Internet-Nutzern vorgehen will, die P2P-Tauschbörsen nutzen und illegale Musik tauschen. Ferner fügten die Cracker Texte in die Seite ein, die den chinesischen Service Listen4Ever um Entschuldigung baten.

Die veränderte Seite stand Stunden im Netz, bis Verantwortliche diese schlussendlich mit dem Hinweis auf technische Probleme abschalteten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Nachricht war das Portal der Recording Industry Association of America immer noch nicht erreichbar«. (Quelle: Pro-Linux: "RIAA gehackt", Gesendet von demon am Do, 29. Aug 2002 um 19:20, www.pro-linux.de/news/2002/4648.html)

Screenshot und dazugehöriger Blog-Eintrag: www.hebig.org/blogs/archives/main/000324.html#000324 [Englisch].

Übrigens: »The site www.riaa.org is running Microsoft-IIS/4.0 on NT4/Windows 98« (siehe Netcraft; Zugriff: 01-Sep-2002)

News

heise_icon_small.gif (15x15 -- 958 bytes)  Heise online: Suche im News-Archiv nach "RIAA",
www.heise.de/newsticker/search.shtml?T=RIAA.

Netmarks

intern.de: "Neue Klage gg. Napster-Abkömmlinge", 04.10.2001,
www.intern.de/news/2162.html.

Wartimeliberty.com: "Look Out Pirates: RIAA Wants to Hack Your PC",
www.wartimeliberty.com/article.pl?sid=01/10/14/1756248.

Telepolis: Janko Röttgers, "Kevin Mitnicks heimliche Freunde",
www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/9831/1.html.

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Von Dana Moore und Joseph Hebeler:
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