Bis 2008 sollen für das 3,5 Milliarden Euro teure Navigationssystem
insgesamt 30 Satelliten ins All geschossen werden, die den gesamten
Globus abdecken und auf einer Erdumlaufbahn in 24.000 km Höhe kreisen.
Galileo soll eine präzisere Navigation ermöglichen als der
US-Konkurrent Global Positioning System
(GPS). Der politische Vorteil liegt in der Unabhängigkeit von GPS, das
vom US-Militär betrieben wird und in Kriegszeiten nur eingeschränkt
nutzbar sein könnte.
Galileos Navigationsdienstleistungen sollen dabei sowohl von der
Transportwirtschaft und der Mobilfunkindustrie ("Location Based
Services") als auch von Rettungsdiensten und für militärische Zwecke
genutzt werden.
Die Entscheidung über den endgültigen Start des auf 3,6 Milliarden
Euro veranschlagten und bereits seit 1994 geplanten Projekts wurde vor
allem wegen finanzieller Bedenken immer wieder verschoben. Im März 2003
verabschiedeten die EU- Verkehrsminister schliesslich einen Beschluss
mit konkretem Zeitplan; vereinbart wurde auch, dass der Sitz des
Galileo-Hauptquartiers in Brüssel sein wird.
Nach einer Mitteilung der Bundesregierung haben sich die europäischen
Forschungsminister am Montag, dem 26. Mai 2003, endgültig über die noch
offenen organisatorischen und finanziellen Fragen zum geplanten
europäischen Satellitennavigationssystem Galileo geeinigt. ESA und
Europäische Union werden in Kürze die Urkunde zur Gründung des
gemeinsamen Unternehmens Galileo Industries mit Sitz in Brüssel
unterzeichnen.
Das Unternehmen wird mit der Durchführung der Entwicklungs- und
Validierungsphase des Projekts betraut. Es bereitet die Errichtungs- und
Betriebsphase vor und soll den Weg für den künftigen Betreiber ebnen.
Deutschland wird dabei die industrielle Leitung und den Hauptsitz von
Galileo Industries übernehmen. Zudem übernimmt Deutschland auch die
Projektverantwortung für die Herstellung der Satelliten, das so genannte
Raumsegment.
Die Entwicklungsphase soll im Jahr 2003 beginnen. Geplant ist
zunächst der Start von vier Test-Satelliten. Die Kosten von 1,1
Milliarden Euro übernehmen jeweils zur Hälfte die Europäische
Weltraumorganisation (ESA, www.esa.int)
und die EU-Kommission; die Entwicklungsphase soll bis 2005 abgeschlossen
sein.
Ab 2006 soll dann ein Unternehmen den weiteren Betrieb übernehmen, um
die Satelliten auf der Umlaufbahn zu stationieren und das System zu
betreiben.
Die Errichtungsphase bis 2008 soll weitere 2,1 Milliarden Euro
kosten, von denen 1,5 Milliarden Euro von privaten Investoren nötig
wären. Die EU wird, falls die privaten Investitionen gelingen, den
Betrieb dann so lange finanzieren, bis genügend Einkünfte erwirtschaftet
werden. Man rechnet mit jährlichen Betriebskosten von über 200 Millionen
Euro.