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Planung zu Galileo

Orientierung : Galileo : Planung : Übersicht
06-Apr-2003/03-Feb-06


Übersicht

Bis 2008 sollen für das 3,5 Milliarden Euro teure Navigationssystem insgesamt 30 Satelliten ins All geschossen werden, die den gesamten Globus abdecken und auf einer Erdumlaufbahn in 24.000 km Höhe kreisen.

Galileo soll eine präzisere Navigation ermöglichen als der US-Konkurrent Global Positioning System (GPS). Der politische Vorteil liegt in der Unabhängigkeit von GPS, das vom US-Militär betrieben wird und in Kriegszeiten nur eingeschränkt nutzbar sein könnte.

Galileos Navigationsdienstleistungen sollen dabei sowohl von der Transportwirtschaft und der Mobilfunkindustrie ("Location Based Services") als auch von Rettungsdiensten und für militärische Zwecke genutzt werden.

Die Entscheidung über den endgültigen Start des auf 3,6 Milliarden Euro veranschlagten und bereits seit 1994 geplanten Projekts wurde vor allem wegen finanzieller Bedenken immer wieder verschoben. Im März 2003 verabschiedeten die EU- Verkehrsminister schliesslich einen Beschluss mit konkretem Zeitplan; vereinbart wurde auch, dass der Sitz des Galileo-Hauptquartiers in Brüssel sein wird.

Nach einer Mitteilung der Bundesregierung haben sich die europäischen Forschungsminister am Montag, dem 26. Mai 2003, endgültig über die noch offenen organisatorischen und finanziellen Fragen zum geplanten europäischen Satellitennavigationssystem Galileo geeinigt. ESA und Europäische Union werden in Kürze die Urkunde zur Gründung des gemeinsamen Unternehmens Galileo Industries mit Sitz in Brüssel unterzeichnen.

Das Unternehmen wird mit der Durchführung der Entwicklungs- und Validierungsphase des Projekts betraut. Es bereitet die Errichtungs- und Betriebsphase vor und soll den Weg für den künftigen Betreiber ebnen. Deutschland wird dabei die industrielle Leitung und den Hauptsitz von Galileo Industries übernehmen. Zudem übernimmt Deutschland auch die Projektverantwortung für die Herstellung der Satelliten, das so genannte Raumsegment.

Projektphasen

Die Entwicklungsphase soll im Jahr 2003 beginnen. Geplant ist zunächst der Start von vier Test-Satelliten. Die Kosten von 1,1 Milliarden Euro übernehmen jeweils zur Hälfte die Europäische Weltraumorganisation (ESA, www.esa.int) und die EU-Kommission; die Entwicklungsphase soll bis 2005 abgeschlossen sein.

Ab 2006 soll dann ein Unternehmen den weiteren Betrieb übernehmen, um die Satelliten auf der Umlaufbahn zu stationieren und das System zu betreiben.

Die Errichtungsphase bis 2008 soll weitere 2,1 Milliarden Euro kosten, von denen 1,5 Milliarden Euro von privaten Investoren nötig wären. Die EU wird, falls die privaten Investitionen gelingen, den Betrieb dann so lange finanzieren, bis genügend Einkünfte erwirtschaftet werden. Man rechnet mit jährlichen Betriebskosten von über 200 Millionen Euro.


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