Kefk Network :  Open Source & Free Software |  About |  Wiki. Suchen | Index | Inhalt | Site Map | What's New?
Akteure | Geschichte | Freie Software | Open Source Software | Projekte | Ressourcen | Sammlungen.

 
Vollständige CVS-Referenz
Organisation und Konventionen

Dieses Kapitel ist eine vollständige Referenz für CVS-Kommandos, Archivverwaltungsdateien, Schlüsselwortersetzung, Laufzeit-Kontrolldateien, Arbeitskopien und Umgebungsvariablen - alles, was in CVS Version 1.10.7 (genauer: Stand 20. August 1999) enthalten ist.

Die Kommandos sind der wichtigste Teil jeder CVS-Referenz, also beginnen wir damit:

Kommandos

Dieser Abschnitt ist alphabetisch geordnet, um es einfacher für Sie zu machen, einen bestimmten Befehl oder eine Option zu finden. Die folgenden Konventionen werden verwendet:

  • Argumente zu Kommandos und Optionen sind in Großbuchstaben geschrieben und kursiv in der Zusammenfassung, die jede Erklärung einleitet.
  • Optionale Teile werden in eckigen Klammern [] geschrieben.
  • Wenn aus einer Menge ausgewählt werden muss, werden die Möglichkeiten durch ein Pipe-Symbol getrennt: »x|y|z«.
  • Der Plural oder Punktierung »...« deuten auf mögliche Mehrfachoptionen hin, die üblicherweise durch Leerzeichen getrennt sind. Zum Beispiel bedeutet DATEIEN eine oder mehrere Dateien. Der Eintrag [&MOD...] ist also ein Und-Zeichen, das direkt von einem Modulnamen gefolgt wird, dann ein Leerzeichen und dann evtl. noch ein Und-Zeichen mit Modulnamen und so weiter - kein Mal oder häufiger. (Hier wurde die Punktierung verwendet, weil ein Plural nicht eindeutig ausgesagt hätte, ob das Und-Zeichen nur beim ersten Modul notwendig ist oder bei allen.) Wenn ein Plural in Klammern steht, wie beispielsweise bei DATEI(EN), dann bedeutet das, dass hier zwar mehrere Argumente stehen können, üblicherweise aber nur eines verwendet wird.
  • REV wird oft als Platzhalter für einen Revisionsbezeichner verwendet. Letzterer ist üblicherweise lediglich eine Revisionsnummer oder ein Bezeichner. In ganz seltenen Fällen ist es möglich, dass nur die eine oder die andere Variante verwendet werden kann, aber diese Fälle werden im Text besonders angemerkt.
Typische Eigenschaften von CVS-Kommandos

CVS-Kommandos setzen sich wie folgt zusammen:

 

cvs [GLOBALE_OPTIONEN] KOMMANDO [OPTIONEN] [DATEIEN]

Der zweite Satz von Optionen wird bisweilen »Kommandooptionen« genannt. Weil es aber so viele davon gibt, werden sie hier üblicherweise nur »Optionen« genannt, um etwas Platz zu sparen.

Viele Kommandos sind dazu gedacht, in einer Arbeitskopie angewendet zu werden, und können daher ohne Dateiargument ausgeführt werden. Diese Kommandos beziehen sich dann standardmäßig auf das derzeitige Verzeichnis und alle darin enthaltenen Verzeichnisse. Wenn ich mich also im Text auf die »Datei« oder »Dateien« beziehe, dann ist die Rede von den Dateien, auf denen CVS-Operationen ausführt. Je nachdem, wie Sie CVS aufgerufen haben, können diese Dateien also in der Kommandozeile aufgeführt sein oder auch nicht.

Datumsformate

Viele Optionen benötigen ein Datumsargument. CVS akzeptiert eine große Menge an unterschiedlichen Datumsformaten - zu viele, um sie hier aufzulisten. Im Zweifelsfall halten Sie sich an das ISO 8601-Format:

 

1999-08-23

Das bedeutet 23. August 1999 (genau genommen ist »23 August 1999« ebenfalls eine absolut gültige Datumsbezeichnung, solange Sie nicht vergessen, sie in Anführungszeichen zu setzen). Wenn Sie außerdem eine Tageszeit angeben müssen, dann geht das so:

 

"1999-08-23 21:20:30 CET"

Sie können sogar übliche englische Wörter als Zeitangabe einsetzen, wie zum Beispiel »now« (jetzt), »yesterday« (gestern) oder sogar »12 days ago« (vor 12 Tagen). Im Allgemeinen können Sie gefahrlos mit Datumsformaten experimentieren; wenn CVS Ihre Datumsangabe überhaupt versteht, dann mit großer Wahrscheinlichkeit auch so, wie Sie es sich gedacht haben. Wenn nicht, dann wird der Befehl mit einer Fehlermeldung beendet.

Globale Optionen

Hier folgt eine Liste aller globalen Optionen für CVS

  • --allow-root=ARCHIV
    Die alphabetisch erste globale Option, die praktisch nie auf der Kommandozeile verwendet wird. Sie wird mit dem pserver-Kommando zum Aufbau eines authentifizierten Zugriffes zu dem angegebenen Archiv verwendet. Dabei handelt es sich um das Hauptverzeichnis eines Archivs, (wie /usr/local/cvsarchiv/), nicht um ein Unterverzeichnis (wie /usr/local/cvsarchiv/projekt). Normalerweise ist die einzige Stelle, an der diese Option überhaupt vorkommt in der Datei /etc/inetd.conf (siehe Kapitel 4), genau wie das mit ihr verwendete pserver Kommando.
    Jedes Archiv, auf das mit cvs pserver auf einem bestimmten Rechner zugegriffen wird, benötigt eine entsprechende --allow-root-Option in /etc/inetd.conf. Dies ist eine Sicherheitsmaßnahme, die gewährleisten soll, dass niemand mittels eines cvs pserver-Kommandos Zugriff auf private Archive erlangen kann.
    (Siehe auch den Abschnitt »Password Authentication Server« im Cederqvist.)
  • -a
    Authentifiziert jede Kommunikation mit dem Server. Diese Option hat keinen Effekt, solange Sie nicht mittels GSSAPI-Server (gserver) Verbindungen aufbauen. GSSAPI-Verbindungen sind in diesem Buch nicht behandelt, weil sie noch immer relativ selten anzutreffen sind (auch wenn sich das ändern könnte). Siehe auch die Abschnitte »Global Options« und »GSSAPI Authenticated« im Cederqvist für mehr Information zu diesem Thema.
  • -b (Überholt)
    Diese Option wurde früher dazu verwendet anzugeben, in welchem Verzeichnis sich die RCS-Programmdateien befanden. CVS implementiert inzwischen jedoch intern die RCS-Funktionen, sodass diese Option nur noch aus Gründen der Kompatibilität beibehalten wird. Sie hat keinerlei Wirkung mehr.
  • -d ARCHIV
    Diese Option gibt das Archiv an. ARCHIV kann entweder einfach ein absoluter Pfad oder ein komplexerer Ausdruck sein, der eine Verbindungsmethode, einen Benutzer- und Rechnernamen sowie einen Pfad enthält. In letzterem Fall sieht die generelle Ausdrucksform so aus:
 

:METHODE:BENUTZER@RECHNER:PFAD_ZUM_ARCHIV

Hier ein paar Beispiele zu den üblichen Verbindungsarten:

:ext:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/archiv - Baut eine Verbindung unter Verwendung von rsh, ssh oder eines anderen externen Programmes auf. Falls die CVS_RSH-Umgebungsvariable nicht gesetzt ist, ist die Standardeinstellung rsh, ansonsten wird der Wert dieser Variablen verwendet.

:server:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/archiv - Wie :ext:, nutzt aber die interne rsh-Variante von CVS. (Diese Option ist möglicherweise nicht auf allen Plattformen verfügbar.)

:pserver:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/archiv - Baut mit Hilfe des Passwortauthentifizierungs-Servers eine Verbindung auf (siehe »Der Passwortauthentifizierungs-Server« in Kapitel 4; siehe auch das login-Kommando).

:kserver:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/archiv - Baut eine Verbindung mit Hilfe der Kerberos-Authentifizierung auf.

:gserver:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/archiv - Baut eine Verbindung unter Verwendung der GSSAPI-Authentifizierung auf.

:fork:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/archiv - Baut eine Verbindung zu einem lokalen Archiv auf, benutzt aber das Client/Server-Protokoll, anstatt direkt auf die Dateien zuzugreifen. Dies kann nützlich sein, um das Verhalten einer CVS-Konfiguration im Netz auf dem eigenen Rechner zu testen und Fehler zu suchen.

:local:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/newrepos - Greift direkt auf ein lokales Archiv zu, so als wäre nur der absolute Pfad angegeben worden.

  • - e EDITOR
    Startet EDITOR für Ihre commit-Mitteilung, falls diese nicht auf der Kommandozeile mit der -m-Option angegeben wurde. Normalerweise startet CVS den Editor abhängig vom Inhalt der Umgebungsvariablen CVSEDITOR, VISUAL oder EDITOR (in dieser Reihenfolge), falls keine Mitteilung mit -m angegeben wird. Falls alles schief geht, versucht CVS, den verbreiteten Unix-Editor »vi« zu starten.
    Wenn Sie sowohl -e also auch -m mit commit verwenden, wird das -e zu Gunsten der bei -m angegebenen Mitteilung ignoriert. (Daher ist es unproblematisch, -e in einer .cvsrc-Datei zu verwenden.)
  • -f
    Diese globale Option unterbindet das Lesen der .cvsrc-Datei.
  • --help [KOMMANDO]
  • -H [KOMMANDO]
    Diese beiden Optionen bewirken dasselbe. Sollte kein KOMMANDO angegeben sein, dann wird in einer kurzen Ausgabe die Bedienung der Grundfunktionen erläutert.
  • --help-options
    Gibt eine Liste aller verfügbaren Optionen für CVS samt kurzer Erklärung aus.
  • --help-synonyms
    Gibt eine Liste aller CVS-Kommandos und ihrer Kurzformen (»up« für »update« usw.) aus.
  • -l
    Unterdrückt das Mitschneiden dieses Kommandos in die CVSROOT/history-Datei im Archiv. Das Kommando wird zwar ausgeführt, aber es wird kein Eintrag in der History-Datei erzeugt.
  • -n
    Ändert keine Datei in der Arbeitskopie oder im Archiv. Mit anderen Worten, diese Option führt zu einer Art Testlauf, in dem CVS zwar fast alle Kommandos abarbeitet, aber nichts wirklich verändert.
    Das kann nützlich sein, wenn Sie sehen wollen, was ein Kommando bewirkte, wenn Sie es tatsächlich anwenden würden. Ein übliches Szenario ist, wenn Sie sehen möchten, welche Dateien in Ihrem Arbeitsverzeichnis inzwischen verändert wurden, diese aber noch nicht aktualisieren möchten (was die Veränderungen aus dem Archiv in Ihre Dateien übertragen würde). Durch die Ausführung des Kommandos cvs -n update können Sie so eine Zusammenfassung der Veränderungen angezeigt bekommen, ohne Ihre Arbeitskopie der Daten anzutasten.
  • -q
    Diese Option befiehlt CVS, etwas »leiser« zu arbeiten und unnötige Informationen nicht auszugeben. Was als notwendig angesehen wird, hängt hierbei von dem Kommando ab. Zum Beispiel werden bei der Aktualisierung die Nachrichten unterdrückt, die CVS normalerweise ausgibt, wenn es in ein neues Unterverzeichnis der Arbeitskopie eintritt - die einzeiligen Statusmeldungen über veränderte oder aktualisierte Dateien werden jedoch trotzdem angezeigt.
  • -Q
    Wie -q, nur dass CVS hier lediglich die allernötigsten Informationen ausgibt. Kommandos, deren einziger Zweck es ist, Ausgaben zu erzeugen (wie z.B. diff und annotate), werden davon natürlich nicht beeinflusst. Hingegen geben Befehle, die unabhängig von irgendwelchen Ausgaben ihre Aufgabe erfüllen können (wie z.B. update und commit), nichts aus.
  • -r
    Bewirkt, dass neue Arbeitsdateien ohne Schreibzugriff erzeugt werden (hat also dieselbe Wirkung wie die CVSREAD-Umgebungsvariable).
    Wenn Sie diese Option verwenden, werden bei Dateneinspielungen und -aktualisierungen die Dateien in Ihrer Arbeitskopie als nur lesbar markiert (sofern Ihr Betriebssystem diese Option unterstützt). Genau genommen habe ich keine Ahnung, warum je jemand diese Option verwenden sollte.
  • -s VARIABLE=WERT
    Hiermit wird die interne CVS-Variable namens VARIABLE auf den Wert WERT gesetzt. Auf der Seite des Archivs können die CVSROOT/*info-Kontrolldateien solche Variablen in Werte übersetzen, die mit der -s-Option gesetzt wurden. Wenn zum Beispiel die Datei CVSROOT/loginfo eine Zeile wie diese enthält
 

myproj /usr/local/bin/foo.pl ${=FISCH}

und dann jemand ein commit von myproj wie folgt startet

 

floss$ cvs -s FISCH=Karpfen commit -m "Köder-Bug behoben"

dann wird das Skript foo.pl mit »Karpfen« als Argument gestartet. Man beachte jedoch die schräge Syntax: Das Dollarzeichen, die geschweifte Klammer und das Gleichheitszeichen - fehlt eines der drei, dann funktioniert die Zuweisung nicht korrekt. Variablennamen dürfen lediglich Buchstaben, Zahlen und Unterstriche enthalten. Obwohl es nicht unbedingt erforderlich ist, dass alle Buchstaben groß geschrieben werden, scheinen sich doch die meisten Leute an diese Konvention zu halten. Das -s-Flag kann in einem Kommando beliebig oft hintereinander verwendet werden. Falls sich jedoch eines der Kontrollskripten auf Variablen bezieht, die nicht beim Aufruf gesetzt wurden, dann wird zwar das Skript ausgeführt, aber eine Warnung an den Benutzer ausgegeben und keiner einzigen Variablen ihr Wert zugewiesen. Wenn zum Beispiel in loginfo Folgendes steht

 

myproj /usr/local/bin/foo.pl ${=FISCH} ${=VOGEL}

aber derselbe Befehl wie vorhin ausgeführt wird

 

floss$ cvs -s FISCH=Karpfen commit -m "Köder-Bug behoben"

dann bekommt der Benutzer, der den Befehl gestartet hat, eine Warnung wie

 

loginfo:31: no such user variable {$=BIRD}

und das Skript foo.pl wird ohne Argumente ausgeführt. Wenn das Kommando jedoch so aussieht:

 

floss$ cvs -s FISCH=Karpfen -s VOGEL=Geier commit -m "Köder-Bug behoben"

dann wird keine Warnung ausgegeben, und foo.pl wird wie erwartet mit den Argumenten Karpfen und Geier aufgerufen. In beiden Fällen würde der Commit selbst korrekt durchgeführt.

Bemerkung:

Obwohl all diese Beispiele commit verwenden, kann die Zuweisung von Variablen mit jedem CVS-Kommando geschehen, das eine CVSROOT/ Kontrolldatei auslöst - darum ist -s eine globale Option.

(Siehe auch den Abschnitt Archivverwaltungsdateien weiter hinten in diesem Kapitel zur Expansion von Variablen in Kontrolldateien.)

  • -T DIR
    Speichert alle temporären Dateien in DIR anstatt da, wo CVS sie normalerweise ablegt. (Dies überschreibt im Besonderen den Wert der Umgebungsvariablen TMPDIR, falls sie existiert.) DIR sollte ein absoluter Pfad sein.
    Diese Option ist nützlich, falls Sie als Benutzer keinen Schreibzugriff auf die üblichen temporären Verzeichnisse besitzen.
  • -t
    Verfolgt die Durchführung eines CVS-Kommandos. Dies veranlasst CVS genau alle Schritte anzuzeigen, die es durchführt, um einen Befehl auszuführen. Das kann sich besonders im Zusammenhang mit der Option -n als nützlich erweisen, damit Sie sich so im Detail die Effekte eines ungewöhnlichen Befehles im Voraus ansehen können, ohne ihn wirklich auszuführen. Die Option ist ebenfalls praktisch, um herauszufinden, warum ein Kommando nicht funktioniert.
  • -v --version
    Veranlasst CVS, seine vollständige Version und Urheberrechtsangaben auszugeben.
  • -w
    Bewirkt, dass neue Arbeitsdateien mit Schreibzugriff ausgestattet werden (überschreibt damit jeden Wert, den eventuell die Umgebungsvariable CVSREAD haben könnte). Weil normalerweise sowieso alle Dateien mit Schreibzugriff versehen werden, wird diese Option nur selten benutzt.

    Werden beide Optionen, -r und -w, angegeben, so gilt die -w-Option.
  • -x
    Verschlüsselt jede Kommunikation mit dem Server. Diese Option hat keine Wirkung, solange nicht eine Verbindung via GSSAPI zum Server (gserver) besteht. GSSAPI-Verbindungen werden in diesem Buch nicht behandelt, weil sie immer noch eher selten benutzt werden - obwohl sich das ändern könnte). (Siehe auch die Abschnitte »Global Options« und »GSSAPI Authenticated« im Cederqvist mit mehr Informationen zu dieser Thematik.)
  • -z GZIPLEVEL
    Stellt die Stärke der Datenkompression für die Verbindungen zum Server ein. Das Argument GZIPLEVEL muss eine Zahl zwischen eins und neun sein. Eins steht für minimale Kompression (dafür schnell); neun hingegen hat nur auf sehr schnellen Rechnern oder sehr langsamen Verbindungen Sinn (komprimiert sehr stark, braucht aber viel Rechenzeit). Die meisten Benutzer dürften Werte zwischen drei und fünf praktikabel finden. Das Leerzeichen zwischen -z und seinem Argument ist optional.
Liste der Befehle

Im Folgenden eine Liste aller CVS-Befehle

add [OPTIONS] FILES

Alternativen: ad, new
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Arbeitskopie

Fügt eine neue Datei einem existierenden Projekt hinzu. Obwohl das Archiv zur Bestätigung kontaktiert wird, wird die Datei dem Archiv nicht wirklich hinzugefügt, bis später commit ausgeführt wird. (Siehe auch remove und import.)

Optionen:

-kMETHODE
Spezifiziert, dass die Datei mit der angegebenen Methode zur Schlüsselwortersetzung abgespeichert werden soll. Zwischen -k und dem Argument ist kein Leerzeichen. (Für eine Liste gültiger Methoden und Beispiele siehe auch den Abschnitt »Schlüsselwortersetzung« weiter hinten in diesem Kapitel.)

-m MITTEILUNG
Vermerkt MITTEILUNG als ersten Eintrag zur Entstehung bzw. Beschreibung der Datei. Diese unterscheidet sich von dem Log-Eintrag bei späteren Revisionen - jede Datei hat nur genau eine Beschreibung. Die Beschreibung ist optional.

Bemerkung:

In Version 1.10.7 gibt es einen Fehler in CVS, der zum Verlust der Beschreibung führt, wenn eine Datei mittels Client/Server CVS hinzugefügt wird. Alle anderen Funktionen des add-Kommandos werden trotzdem einwandfrei ausgeführt, falls das ein Trost sein sollte.

admin [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: adm, rcs
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Archiv

Dieses Kommando fungiert als Schnittstelle zu diversen administrativen Aufgaben - um genau zu sein Aufgaben, die sich auf einzelne RCS-Dateien innerhalb des Archivs beziehen, wie zum Beispiel die Veränderung der Schlüsselwortersetzungs-Methode oder die Veränderung einer Log-Mitteilung, nachdem diese bereits per commit gespeichert wurden.

Obwohl admin rekursiv arbeitet, sofern keine Dateiargumente übergeben wurden, ist es in den meisten Fällen sinnvoller, Dateien konkret zu spezifizieren. Es hat nur selten Sinn, einen admin-Befehl auf alle Dateien eines Projektes oder auch nur eines ganzen Verzeichnisses anzuwenden. Dementsprechend beziehen sich alle Erklärungen, die mit einer »Datei« zu tun haben, im Folgenden auf die im Befehl angegebene Datei, manchmal Dateien.

Bemerkung:

Falls es auf dem Rechner mit dem Archiv eine Benutzergruppe namens »cvsadmin« gibt, so dürfen nur zu dieser Gruppe gehörige Benutzer das admin-Kommando ausführen. (Ausnahme: cvs admin -k ist für alle erlaubt.) So können Sie admin für alle Benutzer sperren, indem Sie diese Gruppe leer lassen.

Optionen:

-AALTE_DATEI (Überholt)
Hängt die RCS-Zugriffsliste der Datei ALTE_DATEI an die Zugriffsliste der behandelten Datei an. CVS ignoriert RCS-Zugriffslisten, daher ist diese Option nutzlos.

-a BENUTZER1 [,BENUTZER2...] (Überholt)
Hängt die BENUTZER in der durch Kommata separierten Liste der Zugriffsliste der behandelten Datei an. Wie -A ist auch diese Option wirkungslos.

-bREV
Setzt die Revision des Standardverzeichnisbaumes der Datei (üblicherweise des Wurzelverzeichnisses) auf REV. Normalerweise werden Sie diese Option nicht benötigen, da Sie die Revisionen, die Sie benötigen, über bindende Markierungen erhalten, aber Sie könnten Sie verwenden, um zu einer Vertriebsversion zurückzukehren, falls Sie entsprechende Archivbereiche führen. Es sollte sich zwischen -b und seinem Argument kein Leerzeichen befinden.

-cKOMMENTAR_PREFIX (Überholt)
Setzt das Kommentarzeichen der Datei auf KOMMENTAR_PREFIX. Dieses wird weder von CVS noch von aktuellen RCS-Versionen verwendet. Diese Option ist daher wirkungslos.

-eBENUTZER1 [,BENUTZER2...] (Überholt)
Gegenstück zu -a: Entfernt Benutzernamen aus der Zugriffsliste. Ebenso wirkungslos wie -a und -A.

-i oder -I (Überholt)
Diese beiden sind so alt und überholt, dass ich nicht einmal auf ihre frühere Bedeutung eingehe. Neugierige mögen das Cederqvist befragen.

-kMETHODE
Setzt die Methode der Schlüsselwortersetzung für die Datei auf METHODE. Diese Option verhält sich wie die -k-Option des add-Befehls, nur dass man hier die Methode ändern kann, nachdem die Datei dem Archiv hinzugefügt wurde. (Siehe auch den Abschnitt zur Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.) Zwischen -k und seinem Argument darf sich kein Leerzeichen befinden.

-L
Setzt das Locking der Datei auf »strikt« (siehe -l).

-l[REV]
Legt die Revision der Datei auf REV fest. Fehlt REV, so wird die neueste verfügbare Revision auf dem Hauptentwicklungszweig gehalten. Wenn REV ein Zweig des Archivs ist, so wird die aktuellste Revision in diesem Zweig des Archivs festgehalten (»Locking«).
Der Zweck dieser Option ist, Ihnen eine Möglichkeit zu geben, »reservierte Checkouts« zu machen, bei denen nur ein Benutzer auf einmal die Datei bearbeiten kann. Ich bin nicht sicher, wie nützlich diese Option wirklich ist, aber wenn Sie sie ausprobieren möchten, sollten Sie das eventuell in Verbindung mit dem rcslock.pl-Skript aus dem contrib/-Verzeichnis der CVS Quelltextdistribution machen. Siehe auch die Kommentare in jener Datei für weitere Informationen. Unter anderem weisen diese Kommentare darauf hin, dass das Locking auf strikt gesetzt werden muss (siehe -L). Zwischen -l und dem Argument ist kein Leerzeichen.

-mREV:MITTEILUNG
Ändert die Log-Mitteilung für die Revision REV auf MITTEILUNG. Sehr praktisch - neben -k ist dies die wohl meist genutzte Option zu admin. Es sind keine Leerzeichen vor dem Argument oder um den Doppelpunkt herum gestattet. Natürlich darf MITTEILUNG trotzdem Leerzeichen enthalten (dann aber bitte die MITTEILUNG in Anführungszeichen setzen, damit die Shell nicht durcheinander kommt!).

-NNAME[:[REV]]
Wie -n, nur dass es das Überschreiben jeder existierenden Zuweisung des symbolischen Namens NAME erzwingt, anstatt mit einer Fehlermeldung auszusteigen.

-nNAME[:[REV]]
Es handelt sich hier um eine allgemeine Schnittstelle zur Zuweisung, Umbenennung und zum Löschen von Markierungen. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es keinen Grund, diese Option dem tag-Kommando und seinen vielfältigen Optionen vorzuziehen (-d, -r, -b, -f usw.). Ich empfehle daher die Benutzung des tag-Befehls. Der NAME und die Optionale REV können sich auf folgende Arten zusammensetzen:

  • Falls nur das NAME-Argument angegeben wurde, wird der symbolische Name (tag) namens NAME gelöscht.
  • Falls NAME: angegeben wurde, aber kein REV, so wird NAME der aktuellsten Revision des Standardverzeichnisbaumes (üblicherweise der Hauptentwicklungslinie) zugewiesen.
  • Falls NAME:REV gegeben ist, wird NAME der Revision zugeordnet. REV kann wiederum ein symbolischer Name sein, dann wird es zunächst in eine Revisionsnummer übersetzt (kann auch die Nummer einer abgezweigten Version sein).
  • Falls REV die Nummer einer abgezweigten Version ist und ein Punkt folgt (».«), dann wird NAME der aktuellsten Revision auf dieser abgezweigten Version zugewiesen. Ist REV nur $, dann wird NAME den Revisionsnummern zugeordnet, die in den Schlüsselwörtern der behandelten Datei(en) gefunden werden.

In allen Fällen, in denen ein Name zugewiesen wird, beendet sich CVS mit einer Fehlermeldung, sofern schon eine Marke namens NAME in der Datei existiert. (Ausnahme: siehe -N.) Es sind keine Leerzeichen zwischen -n und seinen Argumenten.

-oBEREICH
Löscht die Revisionen, die durch BEREICH spezifiziert werden (auch bekannt als »Outdating«, daher -o). BEREICH kann wie folgt angegeben werden:

REV1::REV2 - Vernichtet alle Revisionen zwischen REV1 und REV2, sodass in der Revisionshistorie REV2 direkt auf REV1 folgt. Nach dieser Aktion sind alle Versionen dazwischen nicht mehr existent, und es gibt einen Sprung in der Folge der Revisionen.

::REV - Löscht alle Revisionen vom Anfang dieser abgezweigten Version (die auch die Hauptentwicklungslinie sein kann) bis hin zu REV, natürlich nicht inklusive REV. Danach ist REV die erste Revision in diesem Bereich.

REV:: - Schreddert alle Revisionen, die in dieser abgezweigten Version (die auch die Hauptentwicklungslinie sein kann) auf REV folgen. REV ist dann die letzte Revision in diesem Bereich.

REV - Löscht Revision REV. (-o1.8 wäre äquivalent zu -o1.7::1.9.)

REV1:REV2 - Löscht von REV1 bis REV2 inklusive! Sie müssen im selben Entwicklungszweig sein. Danach ist es unmöglich, auf REV1, REV2 und alle Revisionen dazwischen zuzugreifen.

:REV - Löscht Revisionen vom Anfang des Entwicklungszweiges bis REV inklusive. (Siehe vorhergehende Warnung.)

REV: - Löscht beginnend mit REV bis zum Ende der abgezweigten Version inklusive. (Siehe vorhergehende Warnung.)

Bemerkung:

Keine der zu löschenden Revisionen darf Entwicklungszweige oder Locks haben. Sollten irgendwelchen der betroffenen Revisionen symbolische Namen zugewiesen sein, müssen diese zunächst mit tag -d oder admin -n gelöscht werden. (Genau genommen schützt CVS momentan nur dann gegen das Löschen symbolisch benannter Revisionen, wenn die »::«-Notation verwendet wird, aber die »:«-Notation könnte sich diesem Verhalten bald anpassen.)

Anstatt diese Option zu nutzen, um ein fehlerhaftes Commit zu löschen, sollten Sie eine neue Version per Commit in das Archiv bringen, welche die fehlerhafte Änderung wieder in Ordnung bringt. Es gibt keine Leerzeichen zwischen -o und seinen Argumenten.

-q
Stellt CVS ruhig - keine unnötigen Mitteilungen werden generiert (genau wie mit der globalen Option -q).

-sSTATUS[:REV]
Setzt das Statusattribut der Revision REV auf STATUS. Wird REV weggelassen, so wird die aktuellste Revision des Hauptentwicklungszweiges angenommen. Ist REV eine Markierung oder Nummer einer abgezweigten Version, dann wird die aktuellste Revision auf dieser abgezweigten Version verwendet. Beliebige Buchstaben- oder Nummernfolgen für STATUS werden akzeptiert. Einige übliche Statusbezeichnungen sind Exp für experimentell, Stab für stabil und Rel für released (veröffentlicht). (Tatsächlich setzt CVS den Status automatisch auf Exp, wenn eine Datei neu erzeugt wird.) Beachten Sie, dass CVS die Statusbezeichnung dead für eigene Zwecke verwendet, also geben Sie diese bitte nicht an. Statusinformationen werden in der cvs log-Ausgabe sowie in den $Log- und $State-RCS-Schlüsselwörtern in Dateien ausgegeben. Zwischen -s und seinem Argument sind keine Leerzeichen.

-t[BESCHREIBUNGSDATEI]
Ersetzt die Beschreibung (den Log-Eintrag zur Entstehung) für die Datei durch den Inhalt von BESCHREIBUNGSDATEI oder liest diesen von der Standardeingabe, falls keine BESCHREIBUNGSDATEI angegeben wurde.
Diese nützliche Option funktioniert - leider - momentan nicht im Client/Server-CVS. Außerdem wird jede existierende Beschreibung einer Datei gelöscht und durch einen leeren String ersetzt, falls man versucht, diese Option im Client/Server-CVS ohne Angabe von BESCHREIBUNGSDATEI zu verwenden. Wenn Sie die Beschreibung einer Datei erneuern müssen, dann tun Sie dies bitte nur lokal auf der Maschine mit dem Archiv, oder benutzen Sie die Option -t-BESCHREIBUNG. BESCHREIBUNGSDATEI darf nicht mit einem Bindestrich (»-«) beginnen (siehe -t-BESCHREIBUNG).

-t-BESCHREIBUNG
Wie -t, nur dass hier BESCHREIBUNG direkt als Beschreibung verwendet wird. BESCHREIBUNG darf Leerzeichen enthalten, wenn sie mit Anführungszeichen eingeschlossen wird. Diese Variante funktioniert im Client/Server-CVS und auch lokal ohne Probleme.

-U
Setzt das Locking auf »nicht strikt«. (Siehe auch -l und -L weiter oben.)

-u[REV]
Hebt die Sperrung der Revision REV auf (siehe -l.) Wird REV weggelassen, so entsperrt CVS die aktuellste durch den Aufrufer gesperrte Revision. Ist REV ein Entwicklungszweig, dann entsperrt CVS die aktuellste gesperrte Revision in dieser abgezweigten Version. Wenn jemand anders als der Sperrer einer Revision die Sperre wieder aufhebt, so wird an denjenigen, der die Sperrung vorgenommen hat, eine E-Mail verschickt. Die Person, welche die Sperre aufhebt, wird auf der Kommandozeile um eine Stellungnahme für die E-Mail gebeten. Zwischen -u und seinem Argument ist kein Leerzeichen.

-VRCS_VERSIONSNUMMER (Überholt)
Dies war einmal ein Weg, um CVS zur Erzeugung von RCS-Dateien zu bewegen, die zu früheren RCS-Versionen kompatibel waren. Inzwischen weicht das RCS-Format, das CVS benutzt, zunehmend von dem RCS-Format, das RCS verwendet, ab, sodass diese Option nutzlos geworden ist. Die Angabe dieser Option führt zu einer Fehlermeldung.

-xENDUNG (Überholt)
Theoretisch kann man mittels dieser Option die Dateiendung der RCS-Dateien bestimmen. Leider verlassen sich CVS und seine Werkzeuge darauf, dass diese Endung standardmäßig ist (»,v«), daher bewirkt diese Option nichts.

annotate [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: ann
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Nichts

Zeigt Informationen darüber an, wer zuletzt welche Zeile jeder Datei geändert hat und wann. Jede Ausgabezeile entspricht einer Zeile der Datei. Von links nach rechts beinhaltet die Zeile die Revisionsnummer der letzten Modifikation der Zeile, einen in Klammern stehenden Ausdruck, der den Benutzer und das Datum der letzten Änderung beinhaltet, einen Doppelpunkt und den Inhalt der Zeile in der Datei.

Wenn zum Beispiel eine Datei so aussieht:

 

Dies ist eine Testdatei

Sie hat nur zwai Zeilen

Ich meine zwei

dann können die Anmerkungen (»annotations«) für diese Datei so aussehen:

 

1.1 (jrandom 22-Aug-99): Dies ist eine Testdatei

1.1 (jrandom 22-Aug-99): Sie hat nur zwai Zeilen

1.2 (jrandom 22-Aug-99): Ich meine zwei

sodass Sie nun sehen, dass die ersten zwei Zeilen in der ersten Revision waren und die letzte Zeile in Revision 1.2 hinzugefügt oder geändert wurde (auch von jrandom).

Optionen:

-D DATUM
Zeigt die Anmerkungen der letzten Revision vor DATUM.

-f
Erzwingt die Anzeige der ersten Revision, falls die angegebene Markierung oder ein angegebenes Datum nicht gefunden wurde. Sie können diese Option in Verbindung mit -D und -r verwenden, um sicherzustellen, dass in jedem Fall eine Ausgabe erfolgt, auch wenn es nur Revision 1.1 der Datei ist.

-l
Lokal. Der Befehl bezieht sich nur auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis. Eventuelle Unterverzeichnisse werden nicht behandelt.

-R
Rekursiv. Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.

-r REV
Zeigt nur Anmerkungen zur Revision REV (kann eine Revisionsnummer oder eine Marke sein).

checkout [OPTIONEN] PROJEKT(E)

Alternativen: co, get
Erfordert: Archiv
Ändert: Aktuelles Verzeichnis

Extrahiert ein Modul aus dem Archiv in eine lokale Arbeitskopie. Die Arbeitskopie wird neu erzeugt, falls sie nicht existiert, und aktualisiert, falls sie bereits existiert (siehe auch »update«.)

Optionen:

-A
Setzt alle bindenden Markierungen (Sticky Tags), Datumsangaben oder Schlüsselwortersetzungs-Modi zurück. Diese Option entspricht der -A-Option für den update-Befehl und wird dort wahrscheinlich häufiger genutzt als hier bei checkout.

-c
Bewirkt, dass praktisch kein Checkout stattfindet; nur die CVSROOT/modules-Datei wird sortiert auf die Standardausgabe ausgegeben. Dies ist eine gute Methode, um einen Überblick darüber zu bekommen, welche Projekte sich in einem Archiv befinden. Projekte ohne Eintrag in der modules-Datei werden jedoch nicht aufgelistet. (Das ist ganz normal, weil der Name des Hauptverzeichnisses eines Projektes im Archiv standardmäßig als der Modulname des Projektes dient.)

-D DATUM
Führt einen Checkout der letzten Revisionen bis DATUM aus. Diese Option ist bindend, d.h. Sie können anschließend aus der Arbeitskopie keinen Commit mehr durchführen, ohne das gebundene Datum zurückzusetzen (siehe -A). Diese Option impliziert -P, siehe unten.

-d VERZ
Erzeugt die Arbeitskopie in einem Verzeichnis VERZ, anstatt ein Verzeichnis mit dem Namen des vom Checkout betroffenen Moduls zu erzeugen. Wenn Sie nur einen Teil eines Projektes behandeln und dieser Teil irgendwo unterhalb des Wurzelverzeichnisses des Projektes liegt, werden die lokalen leeren Zwischenverzeichnisse weggelassen. Sie können -N benutzen, um diese Sparmaßnahme zu unterbinden.

-f
Erzwingt einen Checkout der ersten Revision, falls die angegebene Marke oder das angegebene Datum nicht gefunden wurde. Wird häufig in Verbindung mit -D oder -r verwendet, um sicherzustellen, dass der Checkout in jedem Fall erfolgreich ist.

-j REV[:DATUM] oder -j REV1[:DATUM] -j REV2[:DATUM]
Führt zwei Entwicklungslinien zu einer zusammen. Diese Option entspricht der -j-Option zu update, die wesentlich häufiger Verwendung findet (siehe update für weitere Details).

-k METHODE
Setzt die Methode zur Schlüsselwortersetzung für RCS auf METHODE (so kann die standardmäßig eingestellte Methode für die behandelten Dateien verändert werden). Siehe auch den Abschnitt zur Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel. Die gewählte Methode wird permanent an die betroffenen Dateien gebunden - spätere Updates der Arbeitskopie werden sie beibehalten.

-l
Lokal; führt lediglich einen Checkout auf die Hauptentwicklungslinie des Projektes aus. Unterverzeichnisse werden nicht behandelt.

-N
Unterdrückt das Weglassen leerer Unterverzeichnisse mit der -d-Option.

-n
Führt keines der Checkout-Programme aus, die in CVSROOT/modules mit der -o-Option angegeben sind. (Siehe auch den Abschnitt »Archivverwaltungsdateien« weiter hinten in diesem Kapitel für weitere Informationen.)

-P
Löscht leere Verzeichnisse in der Arbeitskopie (entsprechend der -P-Option zu update).

-p
Führt einen Checkout auf die Standardausgabe durch, nicht in Dateien (entsprechend der -p-Option zu update).

-R
Behandelt auch rekursiv Unterverzeichnisse (dies ist der Normalfall). Siehe auch die -f-Option.

-r MARKE
Führt einen Checkout der mit MARKE bezeichneten Revision durch. (Es würde kaum Sinn haben, hier eine numerische Revision (REV) zu verwenden, möglich ist es dennoch!) Diese Option bindet die mit MARKE bezeichnete Revision und impliziert -P.

-s
Wie -c, zeigt aber den Status jedes Moduls und sortiert nach Status. (Siehe auch »CVSROOT/modules« im Abschnitt »Archivverwaltungsdateien«.)

commit [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: ci, comm
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Archiv (und Verwaltungsdateien der Arbeitskopie)

Überträgt Änderungen einer Arbeitskopie in das Archiv.

Optionen:

-F MITTEILUNGSDATEI
Benutzt den Inhalt der MITTEILUNGSDATEI für den Log-Eintrag, anstatt einen Editor zu aktivieren. Diese Option kann nicht mit -m kombiniert werden.

-f
Erzwingt die Aktualisierung des Archivs mit einer neuen Revision, auch wenn keinerlei Änderungen in der Arbeitskopie gemacht wurden. Commit arbeitet mit dieser Option nicht rekursiv (d.h. es impliziert -l). Rekursion kann mit der Option -R erzwungen werden.

 

Bemerkung:

Diese Bedeutung von -f stimmt mit der sonst üblichen Verwendung (»erzwinge die Verwendung der ersten Revision«) in den CVS-Kommandos nicht überein!

-l
Lokal; überträgt nur Änderungen aus dem aktuellen Verzeichnis. Unterverzeichnisse werden nicht berücksichtigt.

-m MITTEILUNG
Verwendet MITTEILUNG als Log-Dateieintrag, anstatt einen Editor zu aktivieren. Diese Option kann nicht mit -F kombiniert werden.

-n
Startet kein Modulprogramm. (Siehe auch den Abschnitt »Archivverwaltungsdateien« in diesem Kapitel für weitere Informationen.)

-R
Überträgt Änderungen auch aus Unterverzeichnissen. Dies ist das normale Verhalten, und die Option findet nur zur Aufhebung von -l in .cvsrc-Dateien Verwendung.

-r REV
Überträgt Änderungen der Arbeitskopie in die Revision REV, die entweder ein Entwicklungszweig sein muss oder eine Revision, die höher als alle bisherigen Revisionen ist. Commits auf einer abgezweigten Version werden immer an das Ende angehängt - Sie können eine früher übertragene Version nicht »aktualisieren«. Die Nutzung dieser Option bindet die Revision fest an die der übertragenen Dateien. Dies kann mit update -A gelöscht werden. Die -r-Option impliziert -f. Eine neue Revision wird auch dann übertragen, wenn keine Dateien in der Arbeitskopie verändert wurden.

diff [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: di, dif
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Nichts

Zeigt die Unterschiede zwischen zwei Revisionen (im Unix diff-Format) an. Wenn diff ohne weitere Optionen aufgerufen wird, dann zeigt CVS die (möglicherweise noch nicht durch einen Commit abgeglichenen) Unterschiede zwischen den Basisrevisionen im Archiv und der Arbeitskopie an. Die »Basis«-Revisionen bezeichnen dabei die letzten Revisionen, die aus dieser Arbeitkopie heraus vom Archiv bezogen wurden. Beachten Sie, dass es durchaus neuere Revisionen im Archiv geben könnte, nämlich dann, wenn jemand anderes zwischenzeitlich einen Commit irgendwelcher Änderungen vorgenommen hat, die noch nicht mit einem Update in diese Arbeitskopie übernommen wurden.

Optionen:

-D DATUM
Erzeugt ein Diff gegen die neueste Revision, die nicht älter als DATUM ist. Diese Option verhält sich wie -r REV, außer dass statt der Revision ein Datum Verwendung findet.

-k METHODE
Expandiert RCS-Schlüsselwörter in den Diffs unter Verwendung der angegebenen METHODE. (Siehe auch den Abschnitt »Schlüsselwortersetzung« weiter hinten in diesem Kapitel.)

-l
Lokal; vergleicht nur Dateien aus dem aktuellen Verzeichnis. Unterverzeichnisse werden nicht berücksichtigt.

-r REV oder -r REV1 -r REV2
Vergleicht entweder die aktuelle mit der angegebenen oder die beiden angegebenen Revisionen miteinander. Mit einer -r-Option wird die mit REV bezeichnete Revision aus dem Archiv mit der aktuellen Arbeitskopie verglichen. Bei Angabe zweier -r-Argumente wird der Unterschied zwischen den jeweils angegebenen Revisionen aus dem Archiv ermittelt. Im letzteren Fall spielt die Arbeitskopie keine Rolle, und die Revisionen können in beliebiger Reihenfolge angegeben werden - die Ausgabe spiegelt dann die »Richtung« des Vergleichsvorganges wider. Wird -r ganz weggelassen, so wird zwischen der Arbeitskopie und der Revision, worauf letztere basiert, verglichen.

Diff-Kompatibilitätsoptionen

Zusätzlich zu den angegebenen Optionen verwendet cvs diff noch einige Optionen, die mit der GNU-Version des normalen Kommandozeilenprogrammes diff übereinstimmen. Es folgt eine komplette Liste dieser Optionen, zusammen mit einer Erklärung einiger der üblicherweise am häufigsten verwendeten. (Für weitere Informationen siehe auch die GNU diff-Dokumentation.)

 

-0 -1 -2 -3 -4 -5 -6 -7 -8 -9

--binary

--brief

--changed-group-format=ARG

-c

-C NLINES

--context[=LINES]

-e --ed

-t --expand-tabs

-f --forward-ed

--horizon-lines=ARG

--ifdef=ARG

-w --ignore-all-space

-B --ignore-blank-lines

-i --ignore-case

-I REGEXP

--ignore-matching-lines=REGEXP

-h

-b --ignore-space-change

-T --initial-tab

-L LABEL

--label=LABEL

--left-column

-d --minimal

-N --new-file

--new-line-format=ARG

--old-line-format=ARG

--paginate

-n --rcs

-s --report-identical-files

-p

--show-c-function

-y --side-by-side

-F REGEXP

--show-function-line=REGEXP

-H --speed-large-files

--suppress-common-lines

-a --text

--unchanged-group-format=ARG

-u

-U NLINES

--unified[=LINES]

-V ARG

-W COLUMNS

--width=COLUMNS

Folgende GNU diff-Optionen werden am häufigsten mit cvs diff benutzt:

-B
Ignoriert Unterschiede, die auf das Einfügen oder Löschen leerer Zeilen hinauslaufen.

-b
Ignoriert Unterschiede in der Anzahl von Leerzeichen. Diese Option behandelt alle Folgen von Leerzeichen gleichwertig und ignoriert Leerzeichen am Zeilenende. Technischer ausgedrückt komprimiert diese Option alle Folgen von Leerzeichen auf je ein einziges und löscht Leerzeichen vom Zeilenende, bevor ein Vergleich stattfindet (siehe auch -w).

-c
Erzeugt Ausgaben im Kontext, d.h. üblicherweise werden um jeden aufgelisteten Unterschied drei Zeilen des umgebenden Quelltextes (eben der Kontext) angezeigt. (Dies wird gemacht, damit das patch-Programm verwendet werden kann, das mindestens zwei Zeilen Kontext benötigt.)

-C ANZ oder --context ANZ
Wie -c, aber mit ANZ Zeilen an Kontext.

-i
Der Vergleich nimmt mit -i keine Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung.

-u
Zeigt die Ausgabe im so genannten unified diff-Format an.

-w
Ignoriert alle Unterschiede bei Leerzeichen, sogar dann, wenn in der einen Datei an einer Stelle Leerzeichen sind, wo in der anderen überhaupt keine sind. Im Grunde eine verschärfte Version von -b.

edit [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: Keine
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Zugriffsrechte in der Arbeitskopie, Watchliste im Archiv

Signalisiert, dass Sie dabei sind, beobachtete Datei(en) zu bearbeiten. Sie werden außerdem als temporärer Beobachter der Beobachterliste der Datei hinzugefügt. (Wenn Sie cvs unedit ausführen, werden Sie von der Liste entfernt; siehe auch »watch«, »watchers«, »unedit« und »editors«.)

Optionen:

-a AKTIONEN
Legt fest, für welche Aktionen Sie temporärer Beobachter sein möchten. AKTIONEN sollten entweder edit, unedit, commit, all oder none sein. (Bei Nichtbenutzung von -a wird automatisch all angenommen.)

-l
Lokal; signalisiert das Bearbeiten nur für Dateien im aktuellen Verzeichnis.

-R
Rekursiv (dies ist die Standardeinstellung). Gegenteil von -l. -R nutzt nur, um ein -l in der .cvsrc-Datei rückgängig zu machen.

editors [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: Keine
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: nichts

Zeigt an, wer im Moment eine beobachtete Datei editiert (siehe auch »watch«, »watchers«, »unedit« und »edit«).

Optionen:

-l
Lokal; Anzeige nur für Dateien im aktuellen Verzeichnis.

-R
Rekursiv (dies ist die Standardeinstellung). Sie könnten -R benötigen, um ein -l in einer .cvsrc-Datei rückgängig zu machen.

export [OPTIONEN] PROJEKT(E)

Alternativen: exp, ex
Erfordert: Archiv
Ändert: Aktuelles Verzeichnis

Exportiert Dateien aus dem Archiv, um einen Projektbaum zu erzeugen, der keine Arbeitskopie darstellt (d.h. alle CVS/-Verwaltungsdateien fehlen). Hauptsächlich nützlich, um ein Distributionsarchiv zusammenzustellen.

Optionen:

-D DATUM
Exportiert die neueste Revision, die nicht älter ist als DATUM.

-d VERZ
Exportiert in das Verzeichnis VERZ (andernfalls wird der Verzeichnisname aus dem Modulnamen des Projekts genommen).

-f
Erzwingt die Verwendung der ersten Revision, falls eine gegebene Bezeichnung oder Revision nicht gefunden werden kann (zur Nutzung mit -D oder -r).

-k METHODE
Expandiert RCS-Schlüsselwörter nach der angegebenen METHODE. (Siehe den Abschnitt über Schlüsselwortersetzung weiter hinten in diesem Kapitel.)

-l
Lokal; exportiert nur das Hauptverzeichnis, keine Unterverzeichnisse.

-N
Verhindert das Weglassen leerer Unterverzeichnisse. Entspricht der Option -N beim checkout.

-n
Startet keine modulspezifischen Programme, wie sie in CVSROOT/modules angegeben werden können. (Siehe auch den Abschnitt »Archivverwaltungsdateien« in diesem Kapitel für weitere Informationen.)

-P
Leere Verzeichnisse werden weggelassen (wie die -P-Option bei checkout oder update).

-R
Rekursiv (dies ist die Standardeinstellung). Alle Unterverzeichnisse des aktuellen Verzeichnisses werden exportiert. Sie könnten -R benötigen, um ein -l in einer .cvsrc-Datei rückgängig zu machen.

-r REV
Exportiert die Revision REV. REV ist fast immer ein Name, keine numerische Revision.

gserver

Dies ist der GSSAPI-(Generic Security Services API-)Server. Dieses Kommando wird normalerweise nicht direkt von Benutzern ausgeführt. Es wird hingegen serverseitig gestartet, wenn ein Benutzer von einem Gastrechner mit der :gserver:-Zugriffsmethode eine Verbindung aufbaut:

 

cvs -d :gserver:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/repos checkout projekt

Bemerkung:

GSSAPI verwendet, unter anderem, die Kerberos-Version 5; für die Kerberos-Version 4 verwenden Sie bitte die :kserver:-Methode.

Die Konfiguration und Benutzung einer GSSAPI-Bibliothek auf Ihren Maschinen ist jenseits des Umfanges dieses Buches. (Für weitere Hinweise siehe auch den Abschnitt »GSSAPI Authenticated« im Cederqvist.)

Optionen: Keine

history [OPTIONEN] [DATEINAMEN_BESTANDTEIL(E)]

Alternativen: hi, his
Erfordert: Archiv, CVSROOT/history
Ändert: Nichts

Zeigt eine zeitlich geordnete Auflistung der Aktivitäten im Archiv. Genauer gesagt zeigt diese Option eine Auflistung der Verwendung aller folgenden Kommandos: checkout, commit, rtag, update und release. Standardeinstellung ist das Auflisten von Checkouts (siehe aber die Option -x). Dieses Kommando funktioniert nicht, wenn die Datei CVSROOT/history im Archiv nicht existiert.

Das history-Kommando unterscheidet sich von anderen CVS-Kommandos auf mehrere Arten. Erstens benötigt es üblicherweise unbedingt Optionen, um etwas Sinnvolles zu tun (und einige dieser Optionen bedeuten hier etwas völlig anderes als bei den anderen CVS-Kommandos üblich). Zweitens nimmt es anstatt ganzer Dateinamen auch einen oder mehrere Wortbestandteile und listet dann alle Dateien auf, in deren Namen mindestens einer dieser Bestandteile vorkommt. Drittens sieht die Ausgabe von history ziemlich nach zufälligem Buchstabenmüll aus, solange man nicht gelernt hat, sie richtig zu interpretieren - daher wird das Ausgabeformat in einem eigenen Abschnitt im Anschluss an die Optionen erklärt (siehe auch »log«).

Optionen:

-a
Zeigt eine Liste für alle Benutzer (normalerweise werden nur die eigenen Aktivitäten gelistet).

-b ZEICHENKETTE
Listet alles bis zum ersten Eintrag, der ZEICHENKETTE im Modulnamen, Dateinamen oder Archivpfad enthält.

-c
Commits werden mit aufgelistet.

-D DATUM
Zeigt alle Daten seit DATUM (die üblichen CVS-Datumsformate sind anwendbar).

-e
Alle Arten von Einträgen werden gelistet.

-f DATEI
Zeigt die letzte aufgezeichnete Aktion an, die auf der Datei DATEI ausgeführt wurde. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. Beachten Sie, dass hier -f eine andere Wirkung hat als bei den übrigen CVS-Kommandos: »Erzwinge neuste Revision, wenn alles andere fehlschlägt.«

-l
Letztes; listet den jeweils letzten (neuesten) Eintrag jedes Projektes. Beachten Sie, dass hier -l eine andere Wirkung hat als bei den übrigen CVS-Kommandos: »Lokal ausführen, keine Unterverzeichnisse.«

-m MODUL
Dies erzeugt einen kompletten Report über MODUL (ein Projektname). Diese Option kann mehrfach verwendet werden.

-n MODUL
Listet das letzte (aktuellste) Ereignis, das für ein MODUL aufgezeichnet wurde. So ist, z.B. der Checkout eines Moduls ein Modulereignis, aber das Ändern oder Aktualisieren einer Datei innerhalb des Moduls ist ein Dateiereignis. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. Beachten Sie, dass hier -n eine andere Wirkung hat als bei den übrigen CVS-Kommandos: »Keine CVSROOT/modules-Modulprogramme starten.«

-o
Listet Checkout-Einträge (dies ist die Standardeinstellung).

-p ARCHIV
Zeigt die Daten für ein bestimmtes Verzeichnis im Archiv. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. Beachten Sie, dass hier -p eine andere Wirkung hat als bei den übrigen CVS-Kommandos: »Daten auf die Standardausgabe anstatt in eine Datei schreiben.«

Bemerkung:

Diese Option scheint zumindest teilweise fehlerhaft zu sein (Stand Sommer 1999).

-r REV
Listet Einträge, die sich auf Revisionen nach der ersten Revision beziehen, ab der die Revision oder Marke mit dem Namen REV in einzelnen RCS-Dateien zu finden ist. Jede RCS-Datei wird dazu nach REV durchsucht.

-T
Listet alle Markierungsvorgänge.

-t MARKE
Zeigt alle Einträge, seit MARKE das letzte Mal zur history-Datei hinzugefügt wurde. Im Unterschied zur -r-Option wird hier nur die Datei CVSROOT/history durchsucht, und die Option ist daher wesentlich schneller.

-u BENUTZER
Zeigt alle Vorfälle, die mit einem BENUTZER in Zusammenhang stehen. Diese Option kann mehrfach verwendet werden.

-w
Zeigt alle Einträge, die sich auf das Verzeichnis beziehen, aus dem Sie das history-Kommando aufrufen.

-X HISTORY-DATEI
Benutzt HISTORY-DATEI anstatt CVSROOT/history. Diese Option dient hauptsächlich zur Fehlersuche und wird nicht offiziell unterstützt; Sie könnten sie trotzdem nützlich finden (z.B. um Reports aus alten history-Dateien zu erzeugen, die Sie aufgehoben haben).

-x ARTEN
Listet Vorfälle der angegebenen ARTEN auf. Jede Art von Eintrag wird durch einen Buchstaben aus der Liste »TOEFWUCGMAR« repräsentiert; beliebige Kombinationen aus diesen Buchstaben sind erlaubt. Ihre Bedeutung ist:

T MARKE

O Checkout

E Export

F Release

W Aktualisierung (bedeutungslos gewordene Datei aus Arbeitskopie gelöscht)

U Aktualisierung (Datei wurde durch Checkout überschrieben)

C Aktualisierung (Dateien wurden kombiniert, Konflikte traten auf)

G Aktualisierung (Dateien wurden kombiniert, keine Konflikte)

M Commit (Datei wurde verändert)

A Commit (Datei wurde hinzugefügt)

R Commit (Datei wurde entfernt)

Die Standardeinstellung, falls -x nicht angegeben wird, ist Checkouts anzuzeigen (wie -x O).

-z ZONE
Listet Zeiten in Übereinstimmung mit der Zeitzone ZONE auf. ZONE ist eine Abkürzung für die gewünschte Zeitzone wie zum Beispiel UTC, GMT, BST, CET.1 Eine vollständige Liste aller Zeitzonen ist in der Datei lib/getdate.c in der CVS Quelltext-Distribution enthalten.

History-Ausgabe

Die Ausgabe des history-Befehls ist eine Folge von Zeilen; jede Zeile stellt ein Ereignis aus der History-Datei dar und beginnt mit einem einzelnen Symbolbuchstaben, der die Art des Ereignisses signalisiert. Zum Beispiel:

 

floss$ cvs history -D yesterday -x TMO

M 08/21 20:19 +0000 jrandom 2.2 baar myproj == <remote>

M 08/22 04:18 +0000 jrandom 1.2 README myproj == <remote>

O 08/22 05:15 +0000 jrandom myproj =myproj= ~/src/*

M 08/22 05:33 +0000 jrandom 2.18 README.txt myproj == ~/src/myproj

O 08/22 14:25 CDT jrandom myproj =myproj= ~/src/*

O 08/22 14:26 CDT jrandom [99.08.23.19.26.03] myproj =myproj= ~/src/*

O 08/22 14:28 CDT jrandom [Exotic_Greetings-branch] myproj =myproj= ~/src/*

Die Symbolbuchstaben sind dieselben wie bei der obigen -x-Option. Auf den Buchstaben folgt das Datum des Ereignisses (in der Zeitzone UTC/GMT, falls nicht -z verwendet wurde), gefolgt von dem Namen des Benutzers, der für das Ereignis verantwortlich ist.

Hinter dem Benutzer kann eine Revisionsnummer, eine Marke oder ein Datum stehen, aber nur falls es dem entsprechenden Ereignis angemessen ist. (Datum oder Marke stehen in eckigen Klammern und sind wie oben gezeigt formatiert.) Beim Commit einer Datei steht dort die neue Revisionsnummer; wenn Sie mit -D oder -r einen Checkout machen, dann wird das gebundene Datum oder die angegebene Marke in eckigen Klammern angezeigt. Bei einem einfachen Checkout wird gar nichts angezeigt.

Als Nächstes kommt der Name der Datei, auf die sich der Eintrag bezieht bzw. der Name des Moduls, falls sich das Ereignis auf ein Modul bezieht. Im ersteren Fall folgen als Nächstes der Modul-/Projektname und der Name und das Verzeichnis der Arbeitskopie im Home-Verzeichnis des Benutzers. Im letzteren Fall sind die nächsten zwei Dinge, die auf das Modul folgen, der Name der ausgecheckten Arbeitskopie des Moduls (zwischen zwei Gleichheitszeichen), gefolgt von deren Standort im Home-Verzeichnis des Benutzers. (Der Name des Moduls in der Arbeitskopie kann von dem im Archiv abweichen, falls die Option -d beim Checkout verwendet wurde.)

import [OPTIONEN] [ARCHIV] [EXTERNE MARKE] [RELEASE_MARKE]

Alternativen: im, imp
Erfordert: Archiv, aktuelles Verzeichnis (das Quellverzeichnis)
Ändert: Archiv

Fügt neuen Quelltext in das Archiv ein, wobei entweder ein neues Projekt oder ein neuer Entwicklungszweig eines existierenden Projekts erzeugt wird. (Für eine grundlegende Erklärung von Entwicklungszweigen in import siehe auch Kapitel 6, das hilft Ihnen das Folgende zu verstehen.)

Es ist normal, import dazu zu verwenden, viele Dateien oder Verzeichnisse auf einen Schlag einem Projekt hinzuzufügen oder um ein neues Projekt zu kreieren. Um einzelne Dateien hinzuzufügen, sollten Sie add verwenden.

Optionen:

-b ZWEIG
Importiert in den Entwicklungszweig ZWEIG. (ZWEIG ist eine echte Verzweigungsnummer, keine Marke.) Diese Option wird selten genutzt, kann aber nützlich sein, wenn man Quelltexte für dasselbe Projekt von unterschiedlichen Lieferanten erhält. Ein normales import-Kommando nimmt an, dass die Quelltexte in den Standardentwicklungszweig für externe Quelltexte importiert werden sollen, der »1.1.1« ist. Weil das üblich ist, macht sich meist keiner die Mühe, -b zu verwenden.

 

floss$ cvs import -m "import von Lieferant 1" derenprojekt MARKE1 MARKE1-0

Um einen anderen Entwicklungszweig als den normalen zu importieren, müssen Sie die Nummer des Zweiges explizit angeben:

 

floss$ cvs import -b 1.1.3 -m "von Lieferant 2" derenprojekt MARKE2 MARKE2-0

Der 1.1.3-Zweig kann, wie jeder andere auch, weitere zukünftige Imports aufnehmen und ebenfalls wie jeder andere in die Hauptentwicklungslinie integriert werden. Dabei müssen Sie jedoch darauf achten, dass alle zukünftigen Imports, die -b 1.1.3 verwenden, auch dieselbe Marke (MARKE2) benutzen. CVS prüft nicht, ob die Nummer und die Marke einer abgezweigten Version übereinstimmen. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, werden unschöne und nicht vorhersagbare Dinge passieren.

Bemerkung:

Entwicklungszweige von externen Lieferanten [»Vendor Branches«, Anm.d.Übers.] werden normalerweise ungerade nummeriert, interne hingegen gerade.

-d
Vermerkt den Zeitpunkt der letzten Änderung der Quelldateien anstatt der aktuellen Zeit als Zeitpunkt des Imports. Dies funktioniert nicht mit Client/Server-CVS.

-I NAME
Dateien mit dem Namen NAME werden beim Import ignoriert. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. Wildcards werden unterstützt: Bei Angabe von *.foo werden alle Dateien ignoriert, die auf .foo enden. (Für weitere Details zu Wildcards siehe auch »CVSROOT/cvsignore« im Abschnitt »Archivverwaltungsdateien«.)
Die folgenden Datei- und Verzeichnisnamen werden standardmäßig ignoriert:

.

..

.#*

#*

,*

_$*

*~

*$

*.a

*.bak

*.BAK

*.elc

*.exe

*.ln

*.o

*.obj

*.olb

*.old

*.orig

*.rej

*.so

*.Z

.del-*

.make.state

.nse_depinfo

core

CVS

CVS.adm

cvslog.*

RCS

RCSLOG

SCCS

tags

TAGS

Sie können das Ignorieren dieser sowie eventuell weiterer, in .cvsignore, CVSROOT/cvsignore oder der Umgebungsvariablen CVSIGNORE aufgelisteter Dateinamen unterdrücken, indem Sie die Option -I ! verwenden. Das heißt,

 

floss$ cvs import -I ! -m "importiere das Universum" proj MARKE MARKE_0

importiert alle Dateien im aktuellen Verzeichnisbaum, auch solche, die normalerweise ignoriert werden würden.
Die Benutzung von -I ! löscht jede eventuell vorher erstellte Liste von zu ignorierenden Dateien, auch vorher angegebene -I-Optionen. Alle darauf folgenden -I-Optionen werden jedoch berücksichtigt. Daher ist

 

floss$ cvs import -I ! -I README.txt -m "Mitteilung" projekt BLA BLA_0

nicht dasselbe wie

 

floss$ cvs import -I README.txt -I ! -m "Mitteilung" projekt BLA BLA_0

Im ersten Fall wird README.txt nicht importiert, im letzteren Fall schon.

-k METHODE
Legt die Methode zur RCS-Schlüsselwortersetzung für die importierten Dateien fest. (Für eine Liste gültiger Methoden siehe auch »Schlüsselwortersetzung« später in diesem Kapitel.)

-m MITTEILUNG
Zeichnet die MITTEILUNG als die Import-Log-Mitteilung auf.

-W FILTER
Spezifiziert dateinamenbasierte Filter, die für import gültig sein sollen. Diese Option kann mehrfach verwendet werden. (Zu Details über diese Filter siehe auch »CVSROOT/cvswrappers« im Abschnitt »Archivverwaltungsdateien«.)

init NEUES_ARCHIV

Alternativen: Keine
Erfordert: Einen Platz für das neue Archiv
Ändert: Archiv

Erzeugt ein neues Archiv (also ein Hauptarchiv, in dem dann viele verschiedene Projekte abgelegt werden können). Fast immer werden Sie hier die globale Option -d verwenden wollen, so wie in

 

floss$ cvs -d /usr/local/neues_archiv init

denn selbst wenn Sie eine CVSROOT-Umgebungsvariable gesetzt haben, zeigt diese wahrscheinlich auf ein bereits existentes Archiv, was im Zusammenhang mit diesem Befehl nutzlos oder gar gefährlich sein könnte. (Zu weiteren Schritten, die nach der Initialisierung eines Archivs unternommen werden sollten, siehe Kap. 4.)

Optionen: Keine

kserver

Dies ist der Kerberos-Server. (Falls Sie Kerberos-Bibliotheken Version 4 oder kleiner haben - Version 5 verwendet nur GSSAPI, siehe »gserver«.) Dieses Kommando wird normalerweise nicht direkt von Benutzern gestartet. Es wird hingegen serverseitig gestartet, wenn ein Benutzer von einem Gastrechner mit der :kserver: Zugriffsmethode eine Verbindung aufbaut:

 

cvs -d :kserver:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/repos checkout projekt

Die Konfiguration und Benutzung von Kerberos auf Ihrer Maschine an dieser Stelle zu erläutern, würde den Umfanges dieses Buches überschreiten. (Für einige nützliche Hinweise siehe auch den Abschnitt »Kerberos Authenticated« im Cederqvist.)

Optionen: Keine

log [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: lo, rlog
Erfordert: Arbeitskopie, Archiv
Ändert: Nichts

Zeigt Log-Einträge für ein Projekt oder Dateien innerhalb eines Projektes an. Die Ausgabe von log ist nicht gerade im selben Stil wie die Ausgaben anderer CVS-Kommandos, da log auf einem älteren RCS-Programm basiert (rlog). Sein Ausgabeformat enthält einen Kopfteil, in dem verschiedene, nicht revisionsspezifische Details über die Datei enthalten sind, gefolgt von den eigentlichen Log-Mitteilungen (geordnet nach Revision). Jede Revision enthält nicht nur die Revisionsnummer und eine Mitteilung, sondern auch den Autor und das Datum der Änderung sowie die Anzahl der hinzugefügten oder gelöschten Zeilen. Alle Zeitangaben werden in UTC (GMT) angegeben, nicht Lokalzeit.

Da log-Ausgaben dateiweise erfolgen, muss ein einzelner Commit, der mehrere Dateien umfaßt, nicht unbedingt auch in geschlossener Form erscheinen. Wenn Sie jedoch alle Log-Mitteilungen und Daten aufmerksam verfolgen, dann ist es möglich zu rekonstruieren, was vorging. (Für Informationen über ein Programm, das mehrere Log-Dateien zu einer wesentlich lesbareren Form zusammenfassen kann, siehe auch »cvs2cl.pl: die Erzeugung von Change-Logs im GNU-Stil aus CVS Logs« in Kapitel 10; siehe auch »history«.)

Optionen:

Wenn Sie die folgenden Filteroptionen betrachten, wird möglicherweise nicht auf Anhieb klar, wie diese sich verhalten, wenn man sie kombiniert. Eine exakte Beschreibung des Verhaltens von log ist die, dass es stets die Schnittmenge der mit -d, -s und -w selektierten Revisionen, geschnitten mit der Vereinigungsmenge der mit -b und -r gewählten, anzeigt.

-b
Gibt nur Log-Informationen über den Standardentwicklungszweig aus (üblicherweise die höchste Abzweigung in der Hauptentwicklungslinie). Diese Option wird üblicherweise benutzt, um die Ausgabe von Log-Mitteilungen aus Seitenzweigen der Entwicklung zu unterdrücken.

-dDATUM
Selektiert Log-Informationen für die Revisionen, deren Datum zu dem Datum oder zu dem Datumsbereich passt, der durch DATUM gegeben ist, einer durch Semikola separierten Liste. Die Datumsangaben können in jedem der üblichen Datumsformate gehalten sein (siehe »Datumsformate« weiter vorne in diesem Kapitel) und können wie folgt in Bereiche kombiniert werden:

DATUM1<DATUM2
Bezeichnet Revisionen, die zwischen DATUM1 und DATUM2 entstanden sind. Falls DATUM1 zeitlich auf DATUM2 folgt, sollte > anstatt von < verwendet werden; sonst bleibt die Anweisung wirkungslos.

<DATUM DATUM>
Alle Revisionen vonDATUM oder früher.

>DATUM DATUM<
Alle Revisionen vonDATUM oder später.

DATUM
Bezeichnet die einzige aktuellste Version vom DATUM oder früher.

Sie können »<=« und »>=« anstatt von »<« und »>« verwenden, um einen inklusiven Bereich zu definieren (ansonsten sind die Bereiche exklusiv). Mehrere Bereiche können durch Semikola getrennt definiert werden, so selektiert zum Beispiel

 

floss$ cvs log -d"199-06-01<1999-07-01;1999-08-01<1999-09-01"

alle Log-Mitteilungen für Revisionen, deren Commit im Juni oder August 1999 durchgeführt wurde (wobei Juli ausgelassen wird). Es dürfen keine Leerzeichen zwischen -d und seinen Argumenten stehen.

-h
Gibt nur den Kopfteil der Information zu jeder Datei aus, der den Dateinamen, das Arbeitsverzeichnis, die aktuellste Revision, den Entwicklungszweig, die Zugriffsliste, Sperren (Locks), symbolische Namen (Marken) und die für diese Datei eingestellte Methode der Schlüsselwortersetzung enthält. Es werden keine Log-Mitteilungen ausgegeben.

-l
Lokal; bezieht sich nur auf Dateien im aktuellen Verzeichnis.

-N
Lässt die Liste der symbolischen Namen (Marken) aus dem Kopfteil weg. Dies kann nützlich sein, wenn Ihr Projekt viele Markierungen beinhaltet, Sie aber nur an den Log-Mitteilungen interessiert sind.

-R
Gibt den Namen der RCS Datei in dem Archiv aus.

Bemerkung:

Diese Bedeutung von -R unterscheidet sich von der sonst in CVS-Befehlen üblichen Funktion: »Rekursiv«. Daher gibt es keine Möglichkeit, ein in Ihrer .cvsrc-Datei für dieses Kommando vorhandenes -l aufzuheben. Schreiben Sie daher nicht log -l in Ihre .cvsrc-Datei.

-rREVS
Zeigt Log-Informationen zu den in REVS spezifizierten Revisionen - eine durch Kommata separierte Liste. REVS kann sowohl Revisionsnummern als auch symbolische Namen enthalten. Bereiche können wie folgt definiert werden:

REV1:REV2
Revisionen von REV1 bis REV2 (auf demselben Entwicklungszweig!)

:REV
Revisionen vom Beginn der abgezweigten Version bis REV (inklusive)

REV:
Revisionen von REV bis zum Ende der abgezweigten Version

ZWEIG
Alle Revisionen einer abgezweigten Version von Anfang bis Ende

ZWEIG1:ZWEIG2
Mehrere Entwicklungszweige - alle Revisionen auf allen Zweigen im angegebenen Bereich

ZWEIG.
Die aktuellste Revision von ZWEIG

Zudem selektiert ein allein stehendes -r ohne Argument die neueste Revision des Standardzweiges (normalerweise der Hauptentwicklungslinie). Leerzeichen zwischen -r und seinem Argument sind nicht gestattet.

Bemerkung:

Wenn das Argument zu -r eine Liste ist, muss diese durch Kommata getrennt sein, nicht durch Semikola wie in -d.

-sSTATUS
Findet Revisionen, deren Statusattribut mit einem der in STATUS angegebenen Zustände übereinstimmt, eine durch Kommata separierte Liste. Zwischen -s und seinem Argument darf kein Leerzeichen sein.

Bemerkung:

Wenn das Argument zu -s eine Liste ist, muss diese durch Kommata getrennt sein, nicht durch Semikola wie in -d.

-t
Wie -h, beinhaltet aber zusätzlich die Dateibeschreibung (die beim ersten Erstellen der Datei entstand).

-wBENUTZER
Findet Revisionen, deren Commit die Benutzer veranlasst haben, die in der durch Kommata separierten Liste BENUTZER aufgelistet sind. Ein -w ohne Argumente bewirkt eine Suche nach dem Benutzer, der cvs log gestartet hat. Bedenken Sie, dass, wenn Benutzer-Aliasing aktiviert ist, CVS den CVS-Benutzernamen anstatt des Systembenutzernamens beim commit aufzeichnet. Leerzeichen zwischen -w und seinem Argument sind nicht möglich.

Bemerkung:

Wenn das Argument zu -w eine Liste ist, muss diese durch Kommata getrennt sein, nicht durch Semikola wie in -d.

login

Alternativen: logon, lgn
Erfordert: Archiv
Ändert: ~/.cvspass-Datei

Kontaktiert einen CVS-Server und überprüft die Zugangsberechtigung für ein bestimmtes Archiv. Dieses Kommando beeinflusst weder das Archiv noch eine Arbeitskopie; es überprüft lediglich das Passwort (zur Nutzung mit der :pserver:-Zugriffsmethode) für ein Archiv und speichert das Passwort zur späteren Benutzung in der .cvspass-Datei in Ihrem Home-Verzeichnis. Zukünftige Kommandos, die auf dasselbe Archiv mit demselben Benutzernamen zugreifen, erfordern dann kein erneutes Starten von login, da Ihr CVS einfach die Datei .cvspass konsultiert, um das Passwort zu erfahren.

Wenn Sie dieses Kommando verwenden, dann sollten Sie ein Archiv unter Verwendung der pserver-Zugriffsmethode angeben, beispielsweise

 

floss$ cvs -d :pserver:jrandom@floss.red-bean.com:/usr/local/archiv

oder durch Setzen der CVSROOT-Umgebungsvariablen.

Wenn sich das Passwort auf dem Server ändert, müssen Sie login erneut starten.

Optionen: Keine

logout

Alternativen: Keine
Erfordert: ~/.cvspass-Datei
Ändert: ~/.cvspass-Datei

Das Gegenteil von login - entfernt das Passwort für das angegebene Archiv aus der .cvspass-Datei.

Optionen: Keine

pserver

Alternativen: Keine
Erfordert: Archiv
Ändert: Nichts

Pserver ist der passwortauthentisierende Server. Dieser Befehl wird normalerweise nicht direkt von Benutzern ausgeführt. Er wird vielmehr durch /etc/inet.conf gestartet, wenn ein Benutzer von einem Gastrechner mit der :pserver:-Zugriffsmethode eine Verbindung aufbaut. (Siehe auch »login«, »logout« und ».cvspass« im Abschnitt »Laufzeit-Kontrolldateien« in diesem Kapitel. Für Details zur Konfiguration eines passwortauthentisierenden CVS-Servers siehe Kapitel 4.)

Optionen: keine

rdiff [OPTIONEN] PROJEKTE

Alternativen: patch, pa
Erfordert: Archiv
Ändert: Nichts

Wie das diff-Kommando, mit dem Unterschied, dass es direkt im Archiv arbeitet und daher keine Arbeitskopie erfordert. Dieses Kommando ist zur Ermittlung von Unterschieden zwischen verschiedenen Versionen Ihrer Projekte gedacht. Die Ausgabe erfolgt in einem Format, das als Eingabe für das patch-Programm verwendet werden kann (sodass Sie ggf. Patches für Benutzer verteilen können, die Ihre Programme aktualisieren möchten).

Die Benutzung des Programmes patch liegt außerhalb des Themenbereiches dieses Buches. Seien Sie trotzdem darauf hingewiesen, dass die Verwendung der Option -p für patch erforderlich sein kann, wenn die Patch-Datei Änderungen für Dateien in Unterverzeichnissen enthält, um patch dazu zu bringen, die Aktualisierung erfolgreich durchzuführen. (Siehe die Dokumentation zu patch für weitere Informationen; siehe auch diff.)

Optionen:

-c
Erzeugt Ausgaben im context-diff-Format (Standardeinstellung).

-D DATUM oder -D DATUM1 -D DATUM2
Mit einem Datum erzeugt diese Option die Unterschiede zwischen den Dateien zum Zeitpunkt DATUM und der aktuellsten Revision. Mit zwei Daten wird der Unterschied der Dateien zu den jeweiligen Daten festgestellt.

-f
Erzwingt die Verwendung der ersten Revision, falls eine gegebene Revision mit -D oder -r nicht gefunden werden kann.

-l
Lokal; vergleicht nur Dateien aus dem aktuellen Verzeichnis.

-R
Rekursiv; Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.

-r REV oder -r REV1 -r REV2
Mit einer -r-Option wird die mit REV bezeichnete Revision aus dem Archiv mit der aktuellen Arbeitskopie verglichen. Bei Angabe zweier -r-Argumente wird der Unterschied zwischen den jeweilig angegebenen Revisionen aus dem Archiv ermittelt.

-s
Zeigt eine Zusammenfassung der Unterschiede an. Es wird gezeigt, welche Dateien hinzugefügt, geändert oder entfernt wurden, ohne die konkreten Veränderungen am Inhalt aufzulisten. Die Ausgabe sieht so aus:

 

floss$ cvs -Q rdiff -s -D 1999-08-20 myproj

File myproj/Random.txt is new; current revision 1.4

File myproj/README.txt changed from revision 2.1 to 2.20

File myproj/baar is new; current revision 2.3

-t
Zeigt die Unterschiede zwischen den zwei aktuellsten Revisionen jeder Datei. Dies ist eine praktische Abkürzung zur Ermittlung der letzten Änderungen an einem Projekt. Diese Option kann nicht in Verbindung mit -D und -r verwendet werden.

-u
Erzeugt Ausgabe im unified diff-Format. Ältere Versionen des Programmes patch können mit dem unified diff-Format nicht umgehen; darum verwenden Sie diese Option besser nicht, um einen distributionsfähigen Patch zu erzeugen; benutzen Sie hingegen -c.

-V (Überholt)
CVS erzeugt eine Fehlermeldung, wenn Sie versuchen sollten, diese Option noch zu verwenden. Ich führe sie hier nur mit auf, falls Sie sie einmal in einem alten Skript finden sollten.

release [Optionen] VERZEICHNIS

Alternativen: re, rel
Erfordert: Arbeitskopie
Ändert: Arbeitskopie, CVSROOT/history

Meldet eine Arbeitskopie vom Archiv ab (markiert sie als nicht länger in Gebrauch). Im Gegensatz zu den meisten anderen CVS-Befehlen, die auf eine Arbeitskopie wirken, wird dieser Befehl nicht aus dem Verzeichnis der Arbeitskopie heraus aufgerufen, sondern aus dem direkt darüber liegenden (dem Mutterverzeichnis). Sie müssen entweder Ihre CVSROOT-Umgebungsvariable setzen oder die globale Option -d verwenden, da CVS sonst nicht in der Lage ist, das Archiv von der Arbeitskopie herauszufinden.

Die Benutzung von release ist nie erforderlich. Da CVS normalerweise keine Referenzen auf Arbeitskopien führt, können Sie Ihre Arbeitskopie auch einfach löschen.

Falls Sie jedoch Änderungen in Ihrer Arbeitskopie haben, von denen Sie noch keinen Commit durchgeführt haben, oder wenn Sie möchten, dass das Beenden Ihrer Arbeit als Ereignis in der CVSROOT/history-Datei vermerkt wird (siehe das history-Kommando), dann sollten Sie release verwenden.

Optionen:

-d
Löscht die Arbeitskopie, wenn die Abmeldung erfolgreich war. Ohne -d bleibt die Arbeitskopie auf der Platte auch nach dem Release erhalten.

Bemerkung:

Falls Sie irgendwelche neuen Verzeichnisse innerhalb Ihrer Arbeitskopie erzeugt haben, diese aber nicht dem Archiv hinzugefügt wurden, dann werden sie zusammen mit dem Rest der Arbeitskopie gelöscht, wenn Sie -d verwenden.

remove [OPTIONEN] [DATEIEN]

Alternativen: rm, delete
Erfordert: Arbeitskopie
Ändert: Arbeitskopie

Entfernt eine Datei aus einem Projekt. Normalerweise wird die Datei direkt von der Platte gelöscht, wenn Sie dieses Kommando aufrufen (siehe jedoch -f). Obwohl dieser Befehl normalerweise rekursiv arbeitet, ist es üblich, die zu löschenden Dateien einzeln explizit zu benennen. Beachten Sie die Merkwürdigkeit im letzten Satz: Üblicherweise starten Sie cvs remove für Dateien, die in Ihrer Arbeitskopie gar nicht mehr existieren.

Obwohl das Archiv zur Bestätigung kontaktiert wird, werden die Dateien nicht wirklich gelöscht, bis später ein commit durchgeführt wird. Und selbst dann wird die RCS-Datei nicht wirklich aus dem Archiv gelöscht; wenn sie aus der Hauptentwicklungslinie stammt, wird sie lediglich in ein Attic/-Unterverzeichnis verschoben, wo sie noch immer für andere Entwicklungszweige zur Verfügung steht. Stammt sie aus einem Zweig, dann wird sie nicht bewegt, aber eine neue Revision mit dem Status »dead«2 auf der abgezweigten Version erzeugt (siehe auch add.)

Optionen:

-f
Löscht die Datei vor dem Löschen im CVS zunächst von der Platte. Diese Bedeutung von -f unterscheidet sich von der sonst in CVS-Befehlen üblichen Funktion: »Erzwinge ggf. aktuellste Revision.«

-l
Lokal; der Befehl bezieht sich nur auf das aktuelle Arbeitsverzeichnis.

-R
Rekursiv; Unterverzeichnisse werden ebenfalls behandelt. Da dies das Standardverhalten ist, dient -R lediglich zur Änderung des Verhaltens der -l-Option in .cvsrc-Dateien.