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BSCW

Basic Support for Cooperative Work.

bscw.gmd.de.

OS & OC : Open Source : BSCW : Übersicht
28-Jul-2001/03-Feb-06


Übersicht

In vielen Organisationen ist es inzwischen üblich, Informationen - zum Beispiel über die Organisation selbst - in Form von WWW Seiten allgemein zugänglich zu machen. Die Erstellung und Wartung dieser Seiten wird dabei in den meisten Fällen nicht von Einzelpersonen, sondern von einer Gruppe von Personen vorgenommen. Dies erfordert entsprechenden Koordinierungsaufwand zwischen den beteiligten Personen. In diesem Artikel wird beschrieben, wie zur Kooperationsunterstützung hierzu das von der GMD entwickelte BSCW System eingesetzt werden kann.

Die GMD hat in den vergangenen Jahren das BSCW System (BSCW, Basic Support for Cooperative Work) entwickelt und seit Oktober 1995 auch der interessierten Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht (bscw.gmd.de). Dieses System ist ein Groupware System, das auf dem Konzept des gemeinsamen Arbeitsbereichs (Shared Workspace) basiert. Die Mitglieder einer Arbeitsgruppe richten auf einem BSCW Server diese Arbeitsbereiche ein und verwenden sie zur Organisation und Koordinierung ihrer Aufgaben. Ein solcher Arbeitsbereich kann unterschiedliche Arten von (elektronischen) Objekten wie zum Beispiel Dokumente, Tabellen, Grafiken, WWW Seiten oder Verweise auf WWW Seiten enthalten. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe können Objekte von ihrem lokalen Rechner auf den Arbeitsbereich übertragen (nachfolgend auch als ”ablegen” bezeichnet) oder Objekte vom Arbeitsbereich auf ihre lokalen Rechner transferieren (nachfolgend auch als ”abholen” bezeichnet), etwa um ein Dokument zu lesen oder zu editieren. Anders formuliert: Ein BSCW Shared Workspace ist zunächst einmal ein zentraler Informationsspeicher, ähnlich einem Ftp-Archiv; der Zugriff kann über jeden beliebigen WWW Browser erfolgen.

Darüber hinaus stellt das BSCW System jedoch eine Reihe weiterer Funktionen zur Verfügung, die die Kooperation der Mitglieder einer Arbeitsgruppe unterstützen, u.a.:

  • Das System registriert alle sogenannten ”Ereignisse” (events) in einem Arbeitsbereich. Ein Ereignis wird dabei durch jeden Zugriff auf einen Arbeitsbereich ausgelöst, zum Beispiel wenn ein neues Objekt abgelegt wird, eine neue Version eines existierenden Objekt erzeugt wird, ein Dokument von jemandem abgeholt (gelesen) oder ein Objekt umbenannt wird.
  • Wenn ein Benutzer einen BSCW Shared Workspace ”betritt”, wird er darüber informiert, welche Events sich in der letzten Zeit ereignet haben, das heißt, die Mitglieder einer Arbeitsgruppe erhalten auf diese Weise Informationen über die Aktivitäten der anderen Mitglieder (in Bezug auf die Objekte im Arbeitsbereich). Dieser ereignisbasierte Ansatz zur wechselseitigen Information über Aktivitäten der Mitglieder ist zwar recht simpel, aber Informationen wie ”X hat eine neue Version von Dokument A abgelegt” oder ”Y hat Dokument B gelesen” enthalten häufig genügend Metainformation, um die nächsten Schritte der Zusammenarbeit in der Gruppe steuern zu können. Der Begriff ”in der letzten Zeit” bedeutet hier, daß diejenigen Ereignisse angezeigt werden, die sich ereignet haben, nachdem der Benutzer zum letzten Mal ”bestätigt” (catch-up action) hat. Mit dieser Aktion teilt der Benutzer dem BSCW System mit, daß er ein oder mehrere Ereignisse zur Kenntnis genommen hat und diese ihm ab sofort nicht mehr als ”neu” angezeigt werden sollen.
  • Da bei vielen Kooperationsaufgaben die gemeinsame Dokumenterstellung ein wichtiges Thema ist, enthält das BSCW System einige Funktionen zur Versionsverwaltung von Objekten. Die Benutzer können zum Beispiel explizit neue Versionen eines Dokuments ablegen, ohne daß ältere Versionen überschrieben werden. Aus Sicherheitsgründen kann insbesondere in der Regel nur der ursprüngliche Erzeuger (owner) eines Objekts dieses vom BSCW File System löschen. Andere Mitglieder in einem BSCW Shared Workspace können zwar eine ”Entfernen”-Aktion (delete) ausführen, aber diese löscht das Objekt nicht vom Filesystem, sondern transferiert es nur an eine Stelle, von der es der ursprüngliche Erzeuger wieder zurückholen kann.
  • Das BSCW System stellt ferner Funktionen zur Verwaltung der Mitglieder in einem gemeinsamen Arbeitsbereich zur Verfügung, zum Beispiel das Hinzufügen oder Entfernen von Mitgliedern durch solche Mitglieder, die hierzu autorisiert sind. Den Zugang zu den Arbeitsbereichen kontrolliert das System durch die Abfrage von Benutzername und Paßwort. Darüber hinaus kann ein Benutzer zusätzliche Informationen wie zum Beispiel Email-Adresse, Telefon- oder Telefaxnummern einbringen oder auch dem System gegenüber persönliche Präferenzen zur Gestaltung der Benutzerschnittstelle des Systems angeben, zum Beispiel, ob er englische oder deutsche Systemmeldungen erhalten will.

Quelle: Wolfgang Appelt, Elke Hinrichs: Erstellung und Wartung von WWW Seiten mit dem BSCW System, bscw.gmd.de/Papers/EMISA/EMISA.html.

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Literaturhinweise:
Open Sources
von Chris DiBona, Sam Ockman und Mark Stone (Hrsg.)
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The Cathedral & the Bazaar
von Eric S. Raymond
The Cathedral and the Bazaar (Buchcover)
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