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Gutenberg-Galaxis
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12-Aug-2003/14-Jan-07
Übersicht
Der Begriff der Gutenberg-Galaxis wurde von Marshall McLuhan in seinem
1962 erschienenen Buch The Gutenberg Galaxy geprägt; er bezeichnet eine
Welt, die grundlegend vom Buch als Leitmedium geprägt ist:
»Der Buchdruck neigte dazu, die Sprache von einem Mittel der
Wahrnehmung zu einer tragbaren Ware zu verändern. Der Buchdruck ist
nicht nur eine Technologie sondern selbst ein natürliches Vorkommen
oder Rohmaterial wie Baumwolle oder Holz oder der Radio; und wie
jedes Rohmaterial formt es nicht nur die persönlichen
Sinnesverhältnisse, sondern auch die Muster gemeinschaftlicher
Wechselwirkung« (Marshall McLuhan, The Gutenberg Galaxy, 1962)
In der historischen Entwicklung der Medien unterscheidet McLuhan drei
Phasen:
- Das Zeitalter vor dem Buchdruck, das gekennzeichnet ist durch
Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
- Das Zeitalter Gutenbergs, das einsetzt mit Gutenbergs Erfindung
des Buchdrucks mit beweglichen Lettern 1450.
- Das Zeitalter Marconis, das mit der Erfindung der drahtlosen
Telegrafie durch Guglielmo Marconi 1894 einsetzt.
Nach McLuhan kennzeichnet das Aufkommen der elektronischen Medien und
die elektronische Vernetzung der existierenden Gesellschaften "zu einem
einzigen globalen Stamm" das Ende des Buchzeitalters; er prophezeit eine
Umwandlung der Welt in ein elektronisch geschaffenes "globales Dorf"
(Global Village).
Zeitgenössische Medientheoretiker wie Norbert Bolz gehen davon aus,
dass wir uns derzeit in einer Transformationsphase befinden zwischen der
Gutenberg-Galaxis und einer Welt, die von einem neuen Paradigma geprägt
ist; begrifflich wird die Nachfolgerwelt nach dem Paradigmenwechsel
beispielsweise als Turing-Galaxis bezeichnet, die durch den Computer
geprägt ist; andere Ansätze sehen eher Netzwerke als Leitparadigma.
Ende der Gutenberg-Galaxis
Wolfgang Frühwald:
»Die Gutenberg-Galaxis geht unter und die neu entstehende
Galaxis der Bildschirmmedien ist heute in einem Zustand, in dem die
Gutenberg-Galaxis sich im 15. oder 16. Jahrhundert befand. Die
Schrift geht dabei nicht verloren, wohl aber der Buchdruck als
wissenschaftliches Informationsmedium.
Das Schriftwissen im elektronischen Medium hat nicht den
gleichen Ewigkeitsanspruch, den das gedruckte Wissen hat. Das
elektronische Medium ist auf Veränderbarkeit, auf schnelle
Korrigierbarkeit und auf internationale Kommunizierbarkeit angelegt,
nicht auf Nationalsprachlichkeit. Sprachliche Nuancen gehen dabei
verloren. Und das Schriftwissen im elektronischen Medium erreicht
eine Übergangsgeschwindigkeit und eine Halbwertszeit, wie wir sie
beim Buchdruck nicht gekannt haben« (Ein Gespräch mit
Wolfgang Frühwald, Germanist und Präsident der Deutschen
Forschungsgemeinschaft: "Altlasten des Geistes". In: Die
Zeit, 3. Mai 1996).
Siehe auch
Literatur
- Norbert W. Bolz: Am Ende der Gutenberg-Galaxis, Fink (Wilhelm)
1995. ISBN: 3770528719 (englischsprachige Rezension)
- Marshall McLuhan:
- The Gutenberg Galaxy, London 1962 (englischsprachige
Erstausgabe).
- Die Gutenberg-Galaxis. Das Ende des Buchzeitalters, Bonn
u.a. 1995 (deutschsprachige Übersetzung)
Netmarks
Anmerkungen
Quelle
Diese Artikel wurde erstmals am 01-Apr-2004 in der
Wikipedia
veröffentlicht.
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Stand: 09:22, 14. Mai 2004.
Lizenz:
GNU Free Documentation License (GNU FDL).
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