Beim klassischen Buchdruck handelt es sich um ein Hochdruckverfahren.
Heute werden Bücher meist im Offsetdruckverfahren gedruckt, selten im
Tiefdruckverfahren. Letzteres wird meist für Zeitschriften und Kataloge
verwendet.
Die ältesten gedruckten Bücher (Blockbücher) wurden im so genannten
Blockdruckverfahren hergestellt, bei dem jede einzelne Seite komplett in
einen Holzdruckstock geschnitten und dann abgezogen wurde. Den großen
Durchbruch für den Buchdruck im "Westen" erzielte jedoch Johannes
Gutenberg, der den Druck mit beweglichen Lettern im Abendland einführte.
Im "Osten" wurden einzeln geschnittene Lettern aus Metall in Korea
bereits um 1232 entwickelt. Gutenberg schuf um 1450 die Grundlagen zur
massenhaften identischen Herstellung von Büchern und damit zur
Verbreitung bezahlbarer Information. Die gedruckten Bücher, die noch im
15. Jahrhundert entstanden, heißen auch Inkunabeln oder Wiegendrucke.
Gutenbergs Leistung bestand darin, eine Reihe von Techniken zu
entwickeln, die das System des Buchdrucks erst ermöglichten: Die
Signatur am Kegel der Type, das Formenwechseln beim Gießen der Typen,
den Aufbau der Druckerpresse und den Setzkasten. Der Buchdruck, so wie
Gutenberg ihn erfunden hatte, dauerte bis ca. 1930 in fast unveränderter
Form an. Zwar wurden neue Schriften geschnitten (z. B. Baskerville,
Bodoni, Futura), jedoch änderte sich nichts an der Art der Arbeit.
Im 20. Jahrhundert wurde die Arbeit des Setzers mechanisiert. Die
Monotype, eine automatische Schriftgießmaschine, die einzelne Lettern
nach einem Gießzettel goss, und die Linotype (diese goss ganze Zeilen),
veränderten den Ablauf, jedoch nicht das Prinzip der Bleilettern. Erst
um 1960 gab es fotomechanische Umsetzungen der Technik - den Fotosatz.
Heute werden Bücher vorwiegend im Offsetdruck produziert; dieser
Nachfolger des Foto(-Hand)satzes kommt aber in letzter Zeit in
Bedrängnis durch die nächste Generation: Digitaldruck. Während beim
Offsetdruck noch Vorlagen produziert wurden, verzichtet man bei
Digi-druckverfahren auf die Herstellung von Druckvorlagen völlig. Diese
Techniken schaffen die Voraussetzungen für das "Book on demand".
Nicht ein jeder ist damit einverstanden, dass Gutenberg der (erste
abendländische) Erfinder war, Laurens Janszoon Coster, ein Holländer,
könnte auch der erste gewesen sein. Auf jeden Fall ist die Geschichte
über Coster nur eine Legende.
Verloren hat der Buchdruck aber seine Besonderheiten: Jahrhunderte waren
die "Ritter der schwarzen Zunft" stolz auf ihren Beruf und ihre
bemerkenswerten Leistungen. Ein hochdifferenziertes Regelwerk galt es zu
befolgen.
Der Schriftsatz in heutiger Zeit kann aufgrund der Zeitvorgaben diesem
nicht mehr folgen. Zwar gibt es in heutiger Zeit auch Software, mit
denen Ligaturen (verbundene Lettern) gesetzt werden können, jedoch geht
das Wissen um die Schwarze Kunst mehr und mehr verloren.
Noch gibt es einige Künstler, die Buchdruck üben wie Gutenberg vor 500
Jahren - und bei Treffen, z. B. in Mainz bei der Minipressen-Messe, dann
wird wieder die Sprache der Schwarzen Kunst gepflegt. Dort geben
Fachbegriffe den Ton an, z. B.:
- Zwiebelfisch: ein im Text erscheinender Buchstabe einer falschen
Schrift
- Hochzeit: ein doppelt gesetztes Wort oder eine doppelt gesetzte
Zeile
- Leiche: ein fehlender Buchstabe oder ein fehlendes Wort
- Fliegenkopf: ein kopfüber gesetzter Buchstabe, der ein schwarzes
Kästchen erzeugt
- Schusterjunge: ein Seiten- oder Spaltenumbruch unmittelbar nach
der ersten Zeile eines neuen Absatzes
- Hurenkind: ein Seiten- oder Spaltenumbruch unmittelbar vor der
letzten Zeile eines Absatzes