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Medienwissenschaft

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12-Aug-2003/14-Jan-07


Übersicht

Medienwissenschaft beschäftigt sich mit öffentlicher Kommunikation, die sich an ein disperses Publikum richtet. Forschungsobjekt ist dabei die Entstehung, Verbreitung und Wirkung der öffentlichen Meinung. Medienwissenschaft ist im Überschneidungsbereich von Soziologie, Theaterwissenschaft, Politikwissenschaft, Psychologie, Wirtschaft, Jura und Informatik angesiedelt.

Forschungsansatz

Im Kern kann das Forschungsgebiet mit folgendem Satz, der sogenannten Lasswell-Formel, umschrieben werden:

Wer sagt was zu wem in welchem Kanal mit welchem Effekt?

Die Einzelfragen beschreiben auch die Teilgebiete der Medienwissenschaft:

  • wer: Kommunikatorforschung
  • was: Aussagenforschung
  • zu wem: Rezipientenforschung
  • in welchem Kanal: Medienforschung
  • mit welchem Effekt: Medienwirkungsforschung

Medientheorien

Zur Zeit steht eine einheitliche Medientheorie noch aus. Der Grund hierfür dürfte sein, dass es bislang noch nicht gelungen ist, eine Rubrizierung nach technischen Medienbegriffen mit einer sinnvollen und stimmigen Definition von "Medium" in Einklang zu bringen; ausführlicher siehe Medientheorie.

Geschichte und Entwicklung

Im Ersten Weltkrieg wurde erst die Relevanz von Propaganda erkannt. Der Film veränderte die Kulturlandschaft mannigfaltig und zwar als – Wirtschaftsfaktor (Wirkung) – außerdem trat er in Konkurrenz zu Literatur und Theater

In den 1960er Jahren entstand dann die Medienwissenschaft aus der Germanistik, die zu dieser Zeit unter einer Krise litt, da die Stoffe, die sie untersuchte, zu alltagsfern waren. Es wurde also begonnen sich mit populären Stoffen zu beschäftigen und die Medienwissenschaft in Deutschland ward geboren.

Häufig werden alltagssprachlich Kommunikations- und Medienwissenschaften gleichgesetzt, was jedoch unzutreffend ist. Ihrem Ursprung aus der Literaturwissenschaft entsprechend, ist die Medienwissenschaft eine Geisteswissenschaft. Die Kommunikationswissenschaft und Publizistikwissenschaft verstehen sich dagegen als Sozialwissenschaften.

Als Beginn der akademischen Beschäftigung mit der Publizistikwissenschaft in Deutschland kann die Einrichtung des Lehrstuhls für Zeitungswissenschaften an der Universität Leipzig 1916 angesehen werden. Erster Lehrstuhlinhaber war Karl Bücher.

Teilbereiche und Forschungsschwerpunkte

Je nach theoretischer oder praktischer Orientierung kann die Medienwissenschaft auch untergliedert sein in

  • Publizistikwissenschaft (Schwerpunkt im Bereich der Praxis) und
  • Kommunikationswissenschaften (Schwerpunkt im Bereich der Theorie).
  • Medientheorie
  • Mediengeschichte
  • Medienwirkungsforschung
  • Medienökonomie
  • Medienrecht
  • Medienpolitik
  • Medienpsychologie
  • Medienethik
  • Medienästhetik
  • Medienkultur
  • Mediennutzung
  • Medieninformatik

Öffentliche Foren

Das Adolf-Grimme-Institut untersucht kontinuierlich die deutsche Fernsehprogramme nach Qualitätssendungen und vergibt jährlich entsprechende Auszeichnungen, denen jeweils intensive medienwissenschaftliche Sichtungen und Beratungen zugrundliegen. Die ebenfalls jährlich stattfindenden Mainzer Tage der Fernsehkritik sind ein weiteres Fachforum, um Praktiker der Fernsehanstalten und Medienwissenschaftler zu einer fachöffentlichen Rückschau, Bestandsaufnahme und Perspektiven-Veranstaltung zu versammeln. Der internationale Medienkongress innerhalb der Medientage München umfasste 2004 90 Fachforen mit rund 500 Referenten.

Literatur

Günter Bentele (Hrsg.): "Öffentliche Kommunikation : Handbuch Kommunikations- und Medienwissenschaft". Wiesbaden [u.a.] : Westdt. Verl., 2003, 607 S. ISBN 3-531-13532-5

Manfred Faßler, Wulf R. Halbach (Hrsg.): Inszenierungen von Information. Motive elektronischer Ordnung. Gießen: Focus, 1992. ISBN 3-88348-419-4

Manfred Faßler, Wulf R. Halbach (Hrsg.): Cyberspace. Gemeinschaften, Virtuelle Kolonien, Öffentlichkeiten. München: Fink, 1994. ISBN 3-7705-2951-0
Manfred Faßler, Wulf R. Halbach (Hrsg.): Geschichte der Medien. Utb, 1998. ISBN 3-8252-1984-4

Wulf R. Halbach: Interfaces. Medien- und Kommunikationstheoretische Elemente einer Interface-Theorie. München: Fink, 1994. ISBN 3-7705-2934-0

Hans-Jürgen Lüsebrink: "Französische Kultur- und Medienwissenschaft : eine Einführung". Tübingen : Narr, 2004, 261 S. ISBN 3-8233-4963-5

Gebhard Rusch (Hrsg.): "Einführung in die Medienwissenschaft : Konzeptionen, Theorien, Methoden, Anwendungen". Wiesbaden : Westdt. Verl., 2002, 393 S. ISBN 3-531-13323-3

Helmut Schanze (Hrsg.): "Metzler-Lexikon Medientheorie, Medienwissenschaft : Ansätze, Personen, Grundbegriffe". Stuttgart [u.a.] : Metzler, 2002, 380 S. ISBN 3-476-01761-3

Netmarks

Telepolis Medientheorie,
www.heise.de/tp/deutsch/special/med.

Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft,
www.dgpuk.de.

Gesellschaft für Medienwissenschaft e.V.,
www.rrz.uni-hamburg.de/GfM.

Medientage München: Der internationale Medienkongress,
www.medientage-muenchen.de.

Siehe auch

  • Publikationsformen,
  • Medienpädagogik

Quelle und Lizenz

Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie veröffentlicht.

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Stand: 13:08, 7. Feb 2005.

Lizenz: GNU Free Documentation License (GNU FDL).

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