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Die Kommunen und GNU/Linux
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03-Dec-2002/09-Jan-07
Übersicht
Stadtverwaltung von Leonberg
Die Stadtverwaltung von Leonberg (www.leonberg.de)
stellt zwischen März und April 2004 das verwaltungsinterne
Betriebssystem und die Office- Software um. Die Stadt im Kreis Böblingen
will schrittweise von der Microsoft- Software auf Linux und
OpenOffice.org wechseln.
Als Gründe nennt Leonbergs Oberbürgermeister Bernhard Schuler
"Einsparungen im sechsstelligen Bereich, bessere Funktionalität, erhöhte
Sicherheit und die Unabhängigkeit von Herstellern". Eine
Machbarkeitsstudie des Münchner IT-Dienstleisters Soluzione habe
ergeben, dass eine Umstellung für die Stadt Leonberg möglich und
sinnvoll ist.
Bisher wird im Leonberger Rathaus mit Windows NT gearbeitet. In
diesem Jahr werde aber die Unterstützung für dieses Betriebssystem
eingestellt. Ein Wechsel auf Windows XP würde neben Lizenzgebühren auch
Kosten bei der Hardware verursachen. Viele der 430 Rechner der Stadt
müssten durch leistungsfähigere Geräte ersetzt werden (Quelle: Heise
Online).
Stadt Mülheim bietet Open-Source-Produkte an
www.muelheim-ruhr.de/3bb92388461aeb801440659e0b92fd3e.html.
Die Stadt Mülheim bietet erstmals eine Auswahl eigener Entwicklungen
anderen Kommunen als Open Source zur kostenlosen Nutzung an. Die
Lösungen seien oft auf die Bedürfnisse der Mülheimer Anwender
zugeschnitten; es könnten in anderen Gemeinden aber notwendige
Anpassungsarbeiten leicht vorgenommen werden, heißt es in einer
Mitteilung. Auch dieser Quellcode müsse dann aber wiederum frei
zugänglich sein, sodass eine dauerhafte Fortentwicklung sichergestellt
sei, die zu sehr mächtigen Anwendungen anwachsen könnten. Die Mülheimer
hoffen, dass sich andere Kommunen anschließen und sich
Open-Source-Anwendungen im kommunalen Bereich schneller verbreiten.
Linux ist im Mülheimer Rathaus seit fünf Jahren im Einsatz. Dort wird
derzeit überprüft, auch die Arbeitsplatzrechner in der Verwaltung auf
Linux umzurüsten. Im Server-Bereich würden schon längst Verfahren
eingesetzt, die auf Open Source aufbauen. Die Mülheimer sagen von sich,
sie hätten sich entschlossen, "einen sehr viel weitergehenden Schritt
als in Schwäbisch-Hall und München zu wagen": Neue
eGovernment-Anwendungen werden gleich in der Linux-Welt entwickelt.
Dabei entstünden kleinere und größere Anwendungen auf der Basis von
Open-Source-Produkten, die auch für andere Kommunen interessant seien
(Quelle: Heise Online).
Neun Städte in Rheinland-Pfalz wollen zu Linux wechseln
Es galt als sehr wahrscheinlich, daß das Beispiel von München Schule
machen würde - nun haben neun Städte in Rheinland-Pfalz entsprechende
Pläne bekanntgegeben. Es handelt sich um die Städte Alzey,
Kaiserslautern, Koblenz, Landau, Mainz, Neustadt/Weinstraße, Speyer,
Trier und Worms. Wäre Ludwigshafen noch mit dabei, so wären wohl alle
größeren Städte des Landes mit von der Partie.
Die Stadtverwaltungen der genannten Städte haben sich am Dienstag zu
einer Besprechung im Mainzer Rathaus getroffen. Dabei wurden die
Einsatzmöglichkeiten freier Software erörtert, eine Bewertung der
möglichen Alternativen zu Microsoft versucht und eine
»Entscheidungsmatrix« aufgestellt.
Wie in München, so wird auch in Rheinland-Pfalz im Jahr 2004 der
Großabnehmer-Vertrag mit Microsoft auslaufen. Wenn bereits München zu
dem Schluß gekommen ist, daß eine Umstellung auf Linux langfristig nicht
nur viel billiger ist, sondern auch viele andere Vorteile bietet, wäre
das Gleiche auch in Rheinland-Pfalz denkbar. Der rheinland-pfälzische
Städtetag will jedenfalls mit den Fachleuten der neun Städte den Wechsel
auf Linux im Detail prüfen (Quellen: Pro-Linux.de, ZDNet).
Stadtverwaltung von München
www.muenchen.de.
Mitte April 2003 kündigte die Münchner Stadtverwaltung an, rund
10.000 PCs nicht mehr mit Software von Microsoft laufen lassen zu
wollen; diese Option wurde in einer Studie geprüft, die von Firma
Unilog Integrata durchgeführt wurde; das Ergabnis lautete, die Stadt
könne so sparen und ihr Datennetz sicherer machen (Quelle: Süddeutsche
Zeitung).
Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (www.sueddeutsche.de)
gab es Anfang April 2003 Verhandlungen zwischen Microsofts CEO Steve
Ballmer und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) über die von
der Stadtverwaltung geplante Migration von Windows auf das
Open-Source-Betriebsystem Linux.
Es wird berichtet, Ballmer habe weitgehende Zugeständnisse gemacht;
dabei soll es sich zum einen um umfangreiche Rabatte handeln (Quellen:
Heise Online, Süddeutsche Zeitung).
Die endgültige Entscheidung sollte am 28. Mai 2003 gefällt werden.
Die Stadt München hatte sich am 28. Mai in einer Aufsehen erregenden
Entscheidung des Stadtrates für die Migration von Windows zu Linux
entschieden. Der Stadtrat begründete seinen Beschluss unter anderem mit
einer größeren Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern. Man sei künftig
nicht mehr gebunden, wenn ein Hersteller sage, dass man auf eine neue
Variante seiner Software umstellen müsse, hieß es. Auch Kostenerwägungen
spielten eine nicht unerhebliche Rolle.
In der bayerischen Landeshauptstadt München seitdem an den
Umsetzungsszenarien für den Beschluss des Stadtrates gearbeitet,
Open-Source-Produkte auf den 14.000 PC-Arbeitsplätzen einzusetzen.
Zunächst müssen die Gesamtkosten, der Zeitplan für die schrittweise
Migration in den Referaten der Landeshauptstadt und der Bedarf an
Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen abgeklärt werden, heißt es in einer
Mitteilung der Stadt München.
Bis Ende des Jahres soll in Zusammenarbeit aller Referate ein
Feinkonzept stehen, damit im Anschluss der Stadtrat eine Entscheidung
treffen kann, teilt der deutsche Linux-Distributor SUSE mit, zusammen
mit IBM einer der Partner der Stadt München aus der Wirtschaft. Aus der
Landeshauptstadt heißt es allerdings, die Konzeptarbeiten seien wie
geplant im Frühjahr 2004 abgeschlossen. In dieser Untersuchung mit dem
Projektnamen "LiMux -- Die IT-Evolution" sollen geeignete Produkte sowie
die konkreten Kosten ermittelt werden. Auch die "effektivsten und
gleichzeitig mit dem geringsten Zeitaufwand verbundenen
Schulungsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielen
dabei eine Rolle".
Das Amt für Informations- und Datenverarbeitung (AfID) führt die
Feder. Es soll gemeinsam mit den Referaten die Abläufe zum Versions- und
Update-Management entwickeln, um eine sichere und stabile Version des
Betriebssystems und der Office-Komponenten vor Ort zu gewährleisten.
Auch werde sich das AfID mit der Entwicklung und dem Betrieb von
passenden Web-Applikationen befassen, heißt es in einer Mitteilung von
SUSE (Quelle: Heise Online).
Anfang Januar 2004 wurde berichtet, die geplante Umstellung von rund
14.000 Rechnern der Münchner Stadtverwaltung auf Open-Source-Software
bereite Probleme. Es müssten "Widerstände in den eigenen Reihen sowie
technische Tücken überwunden werden", berichtet die IT-Branchenzeitung
Computerwoche (www.cowo.de) in
ihrer Ausgabe 1/2 vom 9. Januar 2004. Es gebe Vorbehalte einzelner
Referate gegen die Migration. Auch sei die Verwaltung nicht
innovationsbereit, beklagt Direktoriumsleiter Ernst Wolowicz in dem
Bericht. Bei vielen Anbietern sei nicht klar, ob sie ihre
Software-Produkte auf Linux umstellen. Rund 50 Prozent von ihnen hätten
bislang noch keine Aktivitäten in Richtung Open Source gestartet.
In München wird an den Umsetzungsszenarien ("LiMux -- Die
IT-Evolution") für den Beschluss des Stadtrates gearbeitet,
Open-Source-Produkte einzusetzen. Es müssen die Gesamtkosten, der
Zeitplan für die schrittweise Migration in den Referaten und der Bedarf
an Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen abgeklärt werden. Der Leiter des
Amts für Informations- und Datenverarbeitung (Afid), Wilhelm Hoegner,
beklagt nun laut dem Zeitungsbericht, dass die Stadt keine zusätzlichen
Gelder für das Feinkonzept bereitstellt. Wegen nicht genehmigter
Freistellungen von Mitarbeitern lasse sich sein Plan, mit den
eigenständig organisierten IT-Abteilungen der verschiedenen
Stadtreferate eine Linux-Community für das Projekt zu betreiben, kaum
realisieren.
IBM und SUSE helfen der Kommune bei der technischen Realisierbarkeit
und beim Projektmanagement. Obwohl beide Anbieter damit die
Verantwortlichen für die kommende Ausschreibung der Projekte maßgeblich
beeinflussen können, sehen diese die Herstellerunabhängigkeit gewahrt.
Man gehe weiter von einem harten Wettbewerb aus, wenn sich im kommenden
Sommer die Bewerber um die Aufträge rangeln (Quelle: Heise Online).
Stadtverwaltung von Schwäbisch Hall
Die Stadtverwaltung von Schwäbisch Hall ersetzt ihre Windows-
Infrastruktur seit November 2002 durch ein Linux- basiertes System. Das
Einsparpotenzial dieser Umstellung liegt nach Aussage der
Stadtverwaltung im sechsstelligen Euro-Bereich. Das Projekt wird unter
dem im Juni 2002 von Otto Schily und dem Bundesinnenministerium
vorgestellten Rahmenvertrag zur Einführung von Linux in der öffentlichen
Verwaltung realisiert.
Zu den Gründen der Migration der 36.000 Einwohner zählenden Kommune
zählen Aspekte der Sicherheit, der offenen Standards sowie der
Kostenreduktion
Das Projekt zur Umstellung der IT-Infrastruktur schließt die
Umrüstung von im ersten Schritt 120 bis zu 400 PCs auf der Clientseite
von Windows und Microsoft Office auf SuSE Linux Enterprise Client und
OpenOffice ein. Auf der Serverseite wird SuSE Linux Enterprise Server
auf einem Intel- basierten IBM eServer xSeries-Cluster in Kombination
mit IBMs Blade- Servern zum Einsatz kommen. Das Projekt soll bis 2004
realisiert werden.
Bei der Stadtverwaltung und dem Nürnberger Linux- Dienstleister SuSE
gingen seit der Ankündigung im November 2002 Anfragen aus den USA und
Chile ein; über 30 kommunale Einrichtungen aus Deutschland sollen sich
bis Ende Februar 2003 ebenfalls nach dem Modell erkundigt haben
(Quellen: Heise Online, DPA).
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