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Indien
World : Indien :
Übersicht
03-Dec-2002/09-Jan-07
Übersicht
Mit mehr als einer halben Million Software-Entwickler stellt der
südasiatische Staat einen Dreh- und Angelpunkt für die künftige
Verbreitung von Open-Source-Produkten dar.
Indische Linux-Distributionen
Linux-Distributionen mit Unterstützung für indische Sprachen:
Linux-Distributionen aus Indien:
Siehe auch:
Allgemeine Linux-Distributionen (Linux-Distributionen).
Linux auf dem Desktop
Nach einem Bericht in der indischen Zeitung Business Standard
von Ende Februar 2003 wird erwartet, dass Linux einen Marktanteil von
über 10 Prozent auf Desktop- Systemen bis Ende 2003 in Indien erreichen
wird:
»That would mean that, of the MAIT projected sales of 2
million desktop PCs in India, Linux would have a market share of 10
per cent in the desktop segment«.
Red Hat
Linux hat einen Marktanteil von etwa 60 Prozent in Indien; Red Hat
hat beispielsweise Verträge abgeschlossenen, nach denen 6.000 Desktop-
Systeme in Schulen in Madhya Pradesh unter Linux betrieben werden
sollen:
»Linux in India is gaining ground mainly because of the
government. Cash strapped and looking at total costs of ownership,
Linux makes more sense [...]«.
Quelle: Business Standard.
Schulen und Verwaltungen
Bei einem Treffen mit Industrievertretern Ende Dezember 2002 legte
die indische Regierung konkrete Schritte für die Nutzung von Linux in
Schulen und in der Verwaltung fest. Das zweitbevölkerungsreichste Land
der Welt wird es Prokuristen der öffentlichen Verwaltung in Zukunft
gestatten, frei zu entscheiden, auch Nicht-Microsoft-Produkte zu
erwerben. Arbeitsgruppen sollen gebildet werden, um den Einsatz von
Linux in verschiedenen Bereichen wie Bildung, Forschung, Verteidigung,
Verwaltung zu prüfen. Besonders sicherheitssensitive Bereiche wie das
indische Nuklearforschungs-Zentrum sind sehr an Linux interessiert.
Sogar über die Einrichtung von Linux-Call-Centern denkt die Regierung
nach. Besonders energisch setzten sich einige Beamte auf dem Treffen
dafür ein, in Schulen statt spezifischer Microsoft-Applikationen wie
Word und Excel allgemeines Wissen über die entsprechenden
Anwendungstypen zu vermitteln (Quellen: BerliOS, India Times).
Größte indische Lebensversicherung wechselt von SCO zu Linux
Die Life Insurance Corporation of India (LIC,
www.licindia.com), größtes
Unternehmen der Branche auf dem Subkontinent, setzt künftig auf Linux.
Bisher arbeiteten bei der Versicherung rund 6.000 Server mit SCO
UnixWare 7, wie es derzeit auch die SCO-Homepage noch ausweist:
pl.caldera.com/company/success/story.html?ID=60.
Zum Einsatz kommen soll bei dem indischen Unternehmen, das 2.500
IT-Kräfte beschäftigt, eine Linux- Distribution von Red Hat zusammen mit
Intel- basierten Servern von IBM, HP, Wipro und Accel ICIM. Zur
Begründung heißt es in indischen Medienberichten, die Verantwortlichen
versprechen sich von dem Umstieg erhebliche Kosteneinsparungen.
Insgesamt handele es sich um 2.048 Bundles.
Anders als unter der bisherigen Konstellation, in der bei LIC zum
Beispiel noch Microsoft- Software verwendet wird, soll Linux künftig
auch auf den Desktops präsent sein und die Büroarbeit mit OpenOffice.org
erledigt werden. Außerdem sollen Datenbanken des Unternehmens für alle
Filialen verfügbar werden.
Die Entscheidung der indischen Lebensversicherer ist von einiger
Brisanz in der derzeitigen Diskussion um Urheberrechtsansprüche der SCO
Group an Teilen des Unix System V, die in Linux eingeflossen sein
sollen. Über dies hatte SCO IBM verklagt und sich mit Red Hat angelegt.
Dagegen wehrt sich Red Hat mittlerweile per Klage gegen SCO (Quelle:
Heise Online).
Ministerium für Informationstechnologie
Das Department of Information Technology (www.mit.gov.in)
schlug im Oktober 2002 vor, proprietäre Software aus sämtlichen
staatlichen Einrichtungen zu verbannen und durch Linux zu ersetzen.
Linux habe gegenüber proprietären Betriebssystemen durch den offen
liegenden Code den Vorteil, dass indische Entwickler die Software für
eigene Bedürfnisse anpassen könnten. Detailentscheidungen sind hierzu
allerdings noch nicht gefallen.
Der indische Minister für Informationstechnologie (Informations- und
Kommunikationsminister [?]) Arun Shourie gilt als ein Anhänger des
Open-Source- Prinzips.
Anfang April 2003 gab es erstmals eine politische Aussage von
offizieller Seite zum Kurs der indischen Regierung, den das Land bei
Software einschlagen will. Demnach will die indische Regierung kein
staatliches Programm starten, um Open-Source-Software in ihrem Land
gegenüber proprietärer Software generell durchzusetzen.
Dementsprechend äußerte sich der Informations- und
Kommunikationsminister Arun Shourie bei der Vorstellung des
Supercomputers Param Padma (www.cdacindia.com).
Offensichtlich will es sich die indische Regierung von Fall zu Fall
offen lassen, welche Software zum Einsatz kommt oder importiert wird.
Allerdings sei in Fällen, in denen es um die nationale Sicherheit geht,
zu empfehlen, auf Eigenentwicklungen zu setzen, meinte der Minister
(Quelle: Heise Online).
Bundesstaat Westbengalen und das indische Finanzministerium
Mitte Februar 2004 wurde bekannt gegeben, der indische Bundesstaat
Westbengalen und das indische Finanzministerium wollten
künftig in ihren Behörden Oracle-Produkte auf dem Betriebssystem Linux
laufen lassen.
Ebenso haben sich die Indian Railway Catering and Tourism
Corporation, South Asian Petrochem Ltd, die Kotak Mahindra Bank, die
IDBI Bank, die Central Bank of India und das Unternehmen Bharat Sanchar
Nigam Ltd für diesen Weg entschieden, teilt Oracle India mit.
Immer mehr Banken, Behörden und Bildungsinstitute sollen für wichtige
Bereiche Linux anwenden. Oracle India bezeichnet 2004 daher als
das Jahr, in dem sich Linux in Indien durchsetzen werde.
In Indien gibt es die größte Oracle-Entwicklergemeinde außerhalb der
USA. Im Oracle Technology Network sind laut Oracle 180.000 indische
Entwickler registriert (Quelle: Heise Online).
Bundesstaat Madhya Pradesh
Bei einem Besuch von Bill Gates im Rahmen einer Goodwill- und
Promotion-Tour in Indien im November 2002 soll laut einem Bericht der
India Times der Premierminister des Bundesstaates Madhya Pradesh,
Digvijay Singh, die Aussage getroffen haben, dass Linux den Vorzug
bekommen solle.
Singh wird in der India Times zitiert mit der Aussage: »Für
uns geht es nicht um eine Abwägung zwischen Linux oder Microsoft. Wir
haben vielmehr die Wahl zwischen einer freien Software und einem Monopol
[...] Wenn wir Informationen an die Öffentlichkeit geben, sollte dies
nicht mittels proprietärer Software geschehen«.
Der Bundesstaat Madhya Pradesh macht durch ehrgeizige IT-Projekte von
sich reden:
- Das E- Government-Vorhaben Gyandoot e-governance, das
mittlerweile 26 der 45 Bezirke abdeckt, erhielt vor zwei Jahren den
Stockholm Challenge Award.
- Mit dem Headstart-Programm will die Regierung den Einsatz
von Computern an Schulen forcieren; für Headstart kommen in der
ersten Phase Microsoft-Produkte zum Einsatz, doch im nächsten
Schritt soll Linux verwendet werden. Für den Koordinator des
Schulprojekts ist der Kostenfaktor bei der Wahl des freien
Betriebssystems ausschlaggebend.
Linux-PDA Kaii
Das indische Unternehmen Infomart will Anfang 2003 einen Linux-PDA
auf den Markt bringen, der sowohl in einer Version mit Farb-Display als
auch in einer Fassung mit Monochrom-Display erscheinen soll. Außerdem
werkeln die Inder an einem Smartphone-Modell mit GSM- und
GPRS-Funktionen, das aber erst im dritten Quartal 2003 fertig werden
soll.
Als Betriebssystem setzt Infomart auf die Linux-Version Lineo Embedix
Plus und die Oberfläche QTEmbedded von Trolltech. So gehören der
Web-Browser Opera, die Jeode-Java-VM, die Office-Suite von Hancom sowie
ein MP3- und MPEG-Player zum Lieferumfang. Natürlich umfasst das
Software-Paket die typischen PIM-Applikationen zur Termin- und
Adressverwaltung. Die beiliegende Synchronisations-Software soll den
Datenaustausch zwischen PDA und Windows-, MacOS- oder auch
Linux-Systemen ermöglichen. (Quelle: Golem.de).
Weiterführende Informationen
Anmerkungen
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