Der amerikanische Philosoph John Searle vertritt die Ansicht, daß es
viel wichtiger sei, daß die Daten, die durch ein Programm verarbeitet
werden, offen sind, als das Programm selbst.Searle ist durchaus ein
Befürworter von Open-Source-Software. Deren Vorteile wie Qualität,
Zuverlässigkeit, Langlebigkeit, begrenztes Risiko schätzt Searle sehr.
Doch hat er schon Open-Soure-Programme gesehen, deren Daten so
undurchsichtig waren, daß sie genausogut proprietär hätten sein können.
In dem ganzen Rummel um Open Source geht es nach Searls Meinung
unter, daß offene Daten eigentlich das wichtigere Thema seien. Open
Source bedinge nicht automatisch offene Daten und umgekehrt.
Entscheidend sei, daß man die Daten, die in das Programm
hineinfließen, und die, die ausgegeben werden, verstehe. Danach sei es
lediglich schön, aber keinesfalls zwingend, wenn das bearbeitende
Programm ebenfalls offen ist.
Searls verdeutlicht dies mit einem seiner bekanntesten Argumente, das
wohl für immer mit seinem Namen verknüpft sein wird: Der Chinesische
Raum. In diesem Gedankenspiel stellt man sich vor, man sitzt in einem
geschlossenen Raum. Durch eine Öffnung erhält man Karten hereingereicht.
Auf diesen stehen chinesische Schriftzeichen. Anhand einer genauen
Arbeitsvorschrift erzeugt man in der Box daraus eine neue Karte mit
chinesischen Schriftzeichen, die man durch eine zweite Öffnung nach
draußen reicht. Für die Außenwelt entsteht der Eindruck, daß die Person
in der Box Chinesisch lesen und schreiben kann, dabei wurden lediglich
Regeln (Pattern Matching) ausgeführt.
Quellen:
Pro-Linux.de: "Zuviel Priorität auf Open Source?", gesendet
von hjb am Mi, 26. Feb 2003 um 8:43,
http://www.pro-linux.de/news/2003/5260.html.
ITworld.com: "Open source is great but we really need open
data" (DATA MANAGEMENT STRATEGIES), 02/11/2003, Sean McGrath,
www.itworld.com/nl/db_mgr/02112003.
ist-socrates.berkeley.edu/~jsearle.
www.utm.edu/research/iep/c/chineser.htm
www.openebxml.org/methodology/SAT/sat.html.
www.itworld.com/nl/ebiz_ent.
seanmcgrath.blogspot.com.