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September 2002
Das GNU/Linux-Tagebuch von
Agon S. Buchholz.
Tagebuch :
2002 : 09 :
Übersicht
01-Jan-2002/09-Jan-07
Übersicht
Nach etwa zwei Wochen waren die GUI-basierten Administrations- und
Konfigurationsmöglichkeiten von
Red Hat 7.3 ausgeschöpft; Linux ist -- auch in der Darreichungsform
aktueller Distributionen -- definitiv kein Betriebssystem, das sich
sinnvoll über ein GUI administrieren lässt. Ein
Desktop stört bei der
Administration zwar nicht, für die Systemverwaltung hat er aber
keinerlei Sinn. Die GUI-basierten Tools sind lückenhaft, nur partiell
implementiert oder voller Fehler. Als Windows-Administrator ist man es
gewohnt, Mail-, DNS-, Web- oder Proxy-Server vollständig über Dialoge
oder menügesteuert einrichten zu können, unter Linux ist das pure
Utopie.
So reibungslos die Installation und das Einrichten eines Basissystems
auch begonnen hatte (vgl. 08/2002), so
frustrierend wurde die "Feinkonfiguration", also das Einrichten
ernsthafter Applikationen. Die Hauptprobleme hierbei waren:
- Unlösbare Abhängigkeiten (Dependencies) innerhalb
der RPM-Pakete oder Tarballs; das, was unter Windows als DLL Hell
verschrien ist, findet unter Linux ein noch viel höllischeres
Ebenbild: Keine Probleme, solange man innerhalb der eigenen
Distribution bleibt, unlösbare Probleme, sobald man auf
"Fremdprodukte" (so ziemlich alles, was es bei Sourceforge
oder Freshmeat eben gibt) zurückgreift. Ganz schlimm wird es,
wenn man fehlerhaft gebaute RPMs installiert -- die wird man unter
Umständen nie wieder los. Potentielle Kandidaten sind beispielsweise
verschiedene
vorbis, lame und
mplayer Pakete.
- Unzureichende Standardisierung. Dass Kommandozeilen-Tools
kein Clipbaord kennen, kann ich ja noch nachvollziehen; X-, KDE- und
GNOME-Anwendungen lassen sich zwar wechselseitig auf dem jeweils
anderen Desktop ausführen,
Daten lassen sich aber nur mit übelsten Verrenkungen austauschen.
Ein Beispiel: Das LaTeX-Frontend
LyX bietet ein
rudimentäres GUI, kann aber keinerlei Daten mit einem Web-Browser
oder einem Texteditor austauschen. So war das Anfang der 90er Jahre
auch mal unter MS-DOS mit den damaligen Pseudo-Oberflächen
(Quarterdeck...).
- Tote Projekte. Es gibt zwar eine unglaubliche Vielfalt an
Open Source-Projekten, die nahezu alle
Anwendungsfelder
abdecken, dies bedeutet jedoch nicht, dass es auch wirklich für alle
Anwendungen funktionsfähige Lösungen gibt; schätzungsweise 50% aller
Projekte, die ich in den vergangenen vier Wochen abgeklappert habe,
existieren entweder gar nicht (haben also nie ein Release
oder Mission Statement veröffentlich), oder sind tot. Ein
besonders bedauernswertes Beispiel ist das vielversprechende
LaTeX-Frontend Klyx,
das aus nicht nachvollziehbaren Gründen eingestellt wurde.
Arbeitsplan
Um ein halbwegs funktionstüchtiges System zu bekommen, mit dem ich
meine alltäglichen Arbeiten unter Linux erledigen kann, sind folgende
Problemfelder zu lösen (ohne spezielle Reihenfolge):
Host lx
lx ist der SMP-Rechner unter
Red Hat 7.3, den ich als Desktop nutzen möchte.
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Problem |
Lösungsansatz |
Abhängigkeiten |
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Hardware-Monitoring einrichten (à la MBM 5 unter
Microsoft Windows),
insbes. Überwachung der Lüfter-Drehzahl und der CPU-Temperatur. |
- Paket
lm_sensors (Backend) zum Laufen
bekommen;
- geeignete Frontends finden.
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- Kernel patchen oder, falls möglich,
lm_sensors-Unterstützung
im Kernel aktivieren.
- Kernel compilieren.
- Passende Quellen für den laufenden 2.4.18-10smp finden.
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Drucken über Samba. lx soll über den
Windows-Rechner helios drucken, an den ein
Postscript-Laserdrucker angeschlossen ist. Lokal lässt sich der
Drucker problemlos einrichten und nutzen, auf dem
Windows-Rechner kommen aber keine Print-Jobs von lx
oder gar deb an. |
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- Verschiedene undurchsichtige Druck-Subsysteme, die sich
gegenseitig ausschliessen.
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Lokales Peer-to-Peer-Netzwerk für Dateiaustausch. Das macht
Samba "ein bisschen", aber nur sehr unsauber. Ziel ist ein
transparenter Zugriff auf Windows-Shares. |
- Samba- Funktionsweise verstehen;
- Funktionierende Konfigurationstools finden (Webmin?);
- absichern.
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Grundsatzentscheidung für eine Distribution. Ich favorisiere
bisher zwar aus pragmatischen Gründen
Red Hat,
Debian GNU/Linux ist mir aber weitaus sympathischer.
Ebenfalls in Frage kommt
Mandrake Linux und evl. auch
United Linux. |
Testen folgender Distributionen:
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- Download der ISO-Images, evl. Kaufen einer Distribution.
- Warten auf die Final-Version von
United Linux.
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Administration. Diverse Admin-Utils konfigurieren, z.B.
Nessus. |
- Man-Pages, HOWTOs usw. lesen.
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Fax senden und empfangen. Das sollte, wenn möglich, über
eine LAN-CAPI netzwerkweit funktionieren, auch über
Microsoft Windows-
Clients. |
- Hylafax
- gfax
- sendfax+mgetty
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- Funktionierende Treiber für ISDN-Karten finden.
- Entscheidung für ein Fax-System fällen.
- Unterstützt Hylafax wirklich keine SMP-Systeme?
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ISDN-Monitor. Unter
Microsoft Windows gibt es verschiedene Tools, die u.a. den
Status der ISDN-Kanäle anzeigen (ISDNWatch) und
eingehende Anrufe über die Rufnummer identifizieren und in einem
Pop-up-Fenster signalisieren (PowerISDNMonitor). |
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Webworking. Kefk Network und über zwei Dutzend
Subsites auf- und ausbauen. |
- FrontPage-Clone für Linux schreiben oder entsprechendes
Projekt initiieren.
- FrontPage unter
WINE
oder
VMWare zum Laufen bekommen (jeweils Teilprojekte, s.u.).
- Funktionales Linux-Äquivalent für Web-Authoring, Site
Management und Link Management finden.
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- FrontPage-Clone: Siehe
Project Tark.
- WINE und VMWare: s.u.
- Funktionales Äquivalent: unklar.
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Projekt Tark. |
- Informieren über Entwicklungs- umgebungen unter Linux.
- Entscheidung für geeignete Bibliotheken (GTK etc.).
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Ausführen von Win32-Anwendungen unter Linux. Bestimmte
Anwendungen, insbesondere FrontPage und FrameMaker,
sind unter Linux m.W. nicht ersetzbar, da keinerlei Äquivalente
existieren. |
- Konfiguration/ Neuinstallation von
WINE.
- Arbeits- und Funktionsweise von WINE verstehen.
- Compatbility List der CodeWeavers regelmässig checken.
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Emulieren von
Microsoft Windows unter Linux. |
-
VMWare zum Laufen bekommen.
- Evl.
Win4Lin ausprobieren (wesentlich besserer Support, u.a.
vorkonfigurierte SMP-Kernel).
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- Geeigneten SMP-Kernel für VMWare bauen.
- Passende Quellen für den laufenden 2.4.18-10smp finden.
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Lokalen Test-Webserver aufsetzen. |
- Apache 2.0 Binaries auftreiben.
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- Passende FPSE 2002 finden und installieren.
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GNOME 2.0 installieren. |
- Abwarten auf aktualisierte Distributionen.
- Funktionierende Quellen für Garnome o.ä. finden.
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GnuPG
konfigurieren. Verschlüsselte Mail (Enigmail) wird in
Mozilla Mail nicht angezeigt. |
- Regelmässig Status von
GPA und
GPGME
überprüfen.
- Nach Alternativen suchen.
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- Public und Private Keys importieren.
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Ersatz für Mozilla Mail finden. |
- Hochleistungsfähigen MUA finden (Sylpheed?)
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- Mails von
helios importieren (Mozilla Mail,
evl. auch Outlook)
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Homebanking mit HBCI. Ist das überhaupt möglich? |
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Dynamic DNS-Client installieren. Bisher nutze ich DNS2Go von
Deerfield.com. |
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LinuxDoc und andere SGML-Dokumente erstellen und bearbeiten. |
- SGML-Tools besorgen, installieren und konfigurieren.
- LinuxDoc-Buch besorgen und lesen.
- SGML- oder zumindest XML-Editor mit GUI finden.
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GNUstep. |
- GNUstep
zum Laufen bekommen.
- Testen, ob bereits geeignet für den produktiven Einsatz.
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- Aktuelle Docs und Build Guides finden.
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Spracheingabe. |
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Sprachausgabe-/ synthese. |
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Audiobearbeitung. |
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Audio-Encoding (Ogg Vorbis). |
- Herausfinden, warum grip keine OGG-Dateien encodieren
kann.
- GUI-basiertes Tool finden, mit dem nicht nur CDs gerippt
und encodiert, sondern auch vorhandene WAV-Dateien encodiert
werden können.
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- unklare Abhängigkeiten irgendwo bei den
vorbis-tools oder libvorbis?
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Entscheidung für eine Alltags-Tetverarbeitung als Ersatz für
Word. |
- OpenOffice.org?
- Abiword?
- KOffice?
- StarOffice?
- Sonstige?
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- Reibungsloses Einlesen vorhandener Word-Dokumente.
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GUI für mplayer. |
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Tools für diverse
Anwendungen finden, z.B. für Orgcharting/
Diagramme, Genealogie, Notensatz und Mind Mapping. |
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Host gw
gw ist der Gateway-Rechner, der zuständig ist für die
Einwahl ins Internet über PPPoE; er läuft seit einigen Jahren
diskless unter
Coyote Linux.
Da der Rechner von einer schreibgeschützten Floppy bootet und alle paar
Wochen resettet wird, konnte der Rechner bisher nicht kompromittiert
werden ;-)
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Problem |
Lösungsansatz |
Abhängigkeiten |
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Funktionalität erweitern (Firewalling, Port Forwarding
u.a.); Steuerung und Statusanzeige über KDE-Applet. |
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Sinnvolle Firewall aufsetzen. |
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- Aktuelle ISO-Images besorgen.
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IDS und IRS aufsetzen. |
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Host deb
deb ist ein Testrechner unter
Debian
GNU/Linux 3.0.
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Problem |
Lösungsansatz |
Abhängigkeiten |
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Debian GNU/Linux hinterlässt in der Standardinstallation ein
disfunktionales XFree86. |
- X-Konfiguration per Hand oder Neuinstallation.
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DeMuDi (Debian Multimedia Distribution) ausprobieren;
das aktuellste ISO-Image ist leider ein Jahr alt... |
- Snapshot vom Sommer 2001 installieren.
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Hosts helios und nsharra
Zwei Microsoft Windows-Rechner
im LAN, die wunderbar untereinander kommunizieren; irgendwann soll deren
Funktionalität ebenfalls durch Linux übernommen werden, in nächster Zeit
erscheint das aber wohl illusorisch.
An helios und nsharra sind diverse
Peripheriegeräte angeschlossen, darunter:
- CD brennen (SCSI CD-Brenner),
- Zugriff auf Flachbettscanner (SCSI),
- Zugriff auf Negativ-/ Diascanner (SCSI),
- Zugriff auf Fotodrucker (USB, Tintenstrahl),
- Backup-/ Restore von Psion-PDA,
- Compact Flash Reader (SCSI, braucht drei nicht frei wählbare
SCSI IDs),
- Zugriff auf Digitalkameras (verschiedene Modelle, USB),
- HBCI-Karte für Homebanking (serielle Schnittstelle),
- Tape-Streamer (SCSI) u.a.
nsharra könnte zu einem zentralen Server umgebaut
werden, u.a. mit folgenden Funktionen:
- Anmeldung/ Authentifizierung (LDAP?),
- File-Server,
- Print-Server,
- Fax-Server,
- Backup-Server.
Hosts egon, nb und der Rest...
Die restlichen Rechner im LAN, darunter zwei ältere Notbooks, laufen
wohl auch mittelfristig noch unter
Microsoft Windows; u.a.
müssten dafür PCMCIA-Netzwerk- und ISDN-Karten unter Linux zum Laufen
gebracht werden und eine Unzahl an Software-Funktionalität sinnvoll
nachgebildet werden. Daran ist vorerst aber absolut nicht zu denken.
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09/2002: |
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