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August 2002
Das GNU/Linux-Tagebuch von
Agon S. Buchholz.
Tagebuch :
2002 : 08 :
Übersicht
01-Jan-2002/09-Jan-07
Übersicht
Nach einigem Hin- und Her ist der Athlon-basierte Dual-Rechner
endlich da und halbwegs betriebsbereit:
Subject: System Information for host lx.kefk.local
From: root <root@lx.kefk.local>
Date: Thu, 29 Aug 2002 03:11:12 +0200
To: asb@kefk.net
Distribution: Red Hat Linux
Betriebssystem: Linux
Version der Distribution: Red Hat Linux release 7.3 (Valhalla)
Betriebssystemversion: #1 SMP Wed Aug 7 09:36:38 EDT 2002
Revision des Betriebssystems: 2.4.18-10smp
Prozessortyp: i686
Rechername: lx.kefk.local
Benutzername: root
Name des X-Displays: :0
Systemstatus: 3:10am up 45 min, 0 users, load average: 0.29, 0.28,
0.22
Probleme bereitet vor allem die Kühlung des Systems, ausserdem gibt
es Ärger mit einer 80er IDE-Platte von IBM (Modell IC35L080AVVA07-9 mit
82,3 GB), die ich dummerweise bei K&M Elektronik gekauft hatte; die
Platte nervt durch ein unerträgliches Laufgeräusch und macht bei 7.200
RPM mehr Krach als aktuelle SCSI-Platten mit 10.000 oder 15.000 RPM,
arbeitet ansonsten aber tadellos. Eigenartig ist nur, dass zwei weitere
Platten -- dasselbe Modell, aber bei Soft & Sound gekauft -- vollkommen
leise laufen...
Die thermischen Probleme machen sich in Form von plötzlichen
Deadlocks sowie verschiedenen anderen unsystematischen Problemen
bemerkbar; beispielsweise lassen sich manche Betriebssysteme nicht von
CD installieren, der Rechner lässt sich weder Resetten noch Rebooten,
teilweise kommt man nicht ins BIOS oder es gibt einen Deadlock im BIOS
usw. Nach recht ausgiebigen Bastelorgien, mehrstündigen Burn-ins und
Memtests kann ich andere Hardware-Probleme oder
Betriebssystem-Inkompatibilitäten dann ausschliessen und mich auch die
Kühlung konzentrieren.
Das Tyan-Board verfügt über fünf Anschlüsse für Lüfter, davon sind
zwei für die CPUs reserviert; ich füge zwei weitere Lüfter hinzu und
lasse den Netzteil-Lüfter ebenfalls über das Board laufen, der Rechner
ist jedoch nur bei geöffnetem Gehäuse stabil (dann allerdings
tadellos!). Sobald ich das Gehäuse schliesse, hängt Linux nach etwa
einer Minute (Deadlock, kein Abschiessen von X etc. möglich). Mit IDE-
und Flopyy-Rundkabeln versuche ich dann den Airflow im Gehäuse zu
verbessern, vermutlich sind jedoch die Super Silent Pro CPU-Kühler von
Arctic Cooling einfach unterdimensioniert für die AMD Athlon MP 1900+
Prozessoren (jeweils bei 1600 MHz).
Red Hat
Linux, aktualisiert durch das Red Hat Network und das exzellente
Ximian Red Carpet,
lässt sich, eine ausreichende Kühlung vorausgesetzt, vollkommen
problemlos installieren und updaten. Als Kernel setze ich 2.4.18-10smp
ein, allerdings stehen hier wohl auch noch Änderungen an, um lm_sensors
nutzen zu können. Die Performance und Stabilität des Systems ist
ausgezeichnet; selbst mit einer Auflösung von 1600x1200x24 unter X kann
ich ein MPEG- oder DivX:)-Movie laufen lassen, ohne dass auch nur die
Performance von einer CPU kritisch wird. Das Compilieren einiger Tools
lastet dann allerdings mit den entsprechenden Compiler-Optionen beide
CPUs voll aus.
Nach etwa zwei Tagen läuft alle wichtige Hardware stabil, einmal von
den Temperaturproblemen abgesehen, und die relevante Software ist
gefunden und installiert; teilweise ist es nicht ganz einfach,
Äquivalente für gewohnte Windows-Tools aufzuspüren, etliches gibt es
wohl schlicht und ergreifend nicht. Wichtig ist momentan jedoch zuerst,
ein arbeitsfähiges System zu bekommen, und das steht nach zwei Tagen.
Mittlerweile tauchen jedoch auch erste Probleme mit Linux auf:
- Temperatursensoren à la Motherboard Monitor (MBM) unter
Windows sind eine echte Herausforderung für Linux; wie so oft geht
das natürlich auch unter Linux, aber es erweist sich als ungleich
komplizierter: Statt die Sensoren als Treiber einzubinden, muss die
Unterstützung für das lm_sensors-Paket erst in den Kernel
eincompiliert werden; da lasse ich erstmal die Finger von, zumal ich
gerade einen frischen 2.4.18-10smp Kernel installiert habe.
Alternativen zu lm_sensors scheint es nur wenige zu geben, viele
andere Pakete setzten einfach dort auf oder stehen »nur« im
Quelltext zur Verfügung; das einfache Compilieren einiger Pakete
mittels
make und make install scheitert an
fehlenden Libraries oder obskuren *.h-Dateien.
- Für fast alles, was man so unter Windows braucht, gibt es ein
Linux-Äquivalent oder zumindest ein Tool, das konzeptionell anders
angelegt ist, aber funktional dasselbe erledigt. Nur für eine
Applikation scheint es absolut kein Linux-Äquivalent zu gaben:
Microsoft FrontPage (auf dieses Thema gehe ich an anderer Stelle
ausführlicher ein). WINE unterstützt zwar einige Applikationen aus
der Microsoft Office Suite, nicht jedoch FrontPage. Also scheint
VMWare die einzige Alternative zu sein; die Installation einer
aktuellen Testversion von VMWare Workstation scheitert jedoch an der
Konfiguration: Ein passender Kernel existiert nicht, also soll man
selbst einen bauen - auch dies scheitert mit Karracho an falschen
Pfaden und/oder fehlenden Dateien. Abgesehen davon ist die
Kombination aus VMWare, ggf. aktueller Windows- und FrontPage-Lizenz
absurd teuer, so dass diese Lösung ohnehin nicht besonders attraktiv
erscheint.
- Das Klonen einer kompletten Festplatte erweist sich
ebenfalls als komplizierter als erwartet (allerdings ist das auch
unter Windows mit PowerQuests DriveImage nicht ganz ohne); etwas
naiv versuche ich, von
Knoppix
mit CD zu booten und die eine Platte am IDE-Master auf die zweite
Platte am IDE-Slave desselben IDE-Ports zu kopieren:
dd if=/dev/hda of=/dev/hdb bs=512
Das Tool dd meldet dann:
dd: Lesen von »/dev/hda«: Eingabe-/ Ausgabefehler
774529944+0 Records ein
774529944+0 Records aus
Das führt zu einer nur teilweise bootfähigen »Kopie«, die mich
bereits während des Bootens mit Fehlermeldungen überhäuft; auch dies
scheint also schwieriger zu sein als erwartet...
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