OpenOffice.org ist ein
Open Source-
Projekt mit der Zielsetzung, die international führende Office-Suite zu
entwickeln, die auf allen wichtigen Plattformen läuft und Zugang zu
Funktionen und Daten durch transparente Schnittstellen und ein XML-
basiertes Dateiformat gewährt.
OpenOffice.org basiert auf den Quelltexten von StarOffice 5.1
welche von Sun als OpenSource Software freigegeben wurden. Dieses
zunächst einfach OpenOffice genannte Paket musste umbenannt
werden, da der Name bereits für ein anderes Produkt genutzt wurde.
Leider konnten nicht alle Komponenten von
StarOffice als Freie Software in
OpenOffice.org einfliessen, da Teile von externen Herstellern
eingekauft wurden. Im wesentlichen handelte es sich dabei um die
Rechtschreibkorrektur und das Drucksystem, beide Teile wurden
mittlerweile in OpenOffice.org durch Komponenten aus dem OSS
Bereich ersetzt, so daß dieses Paket wieder voll einsatzfähig ist.
OpenOffice.org besteht aus Textverarbeitung,
Tabellenkalkulation, Präsentation, Zeichenprogramm, einem Modul zur
Erstellung von Diagrammen, einem Formel-Editor und Dateiformat-Wandler
(inklusive der Formate für Microsoft Office).
OpenOffice.org dient als Grundlage für das von Sun für rund
EUR 80,- kommerziell vermarktete
StarOffice 6.0. Den Quelltext des Office-Pakets hatte Sun im Oktober
2000 freigegeben. Den ursprünglichen Hersteller des Pakets, die
Hamburger Star Division, hatte Sun samt Firmengründer Marco
Börries erst ein Jahr zuvor für über 70 Millionen US-Dollar übernommen.
Eine internationale Gemeinschaft von inzwischen über 10.000
Freiwilligen, die von Programmierern der Firma Sun unterstützt wurden,
schafften es in 18 Monaten, den gespendeten Quelltext von
StarOffice 5.2 in eine fertige
Office-Suite zu verwandeln. OpenOffice.org zählt mit 7.500.000
Zeilen Code (Stand: Mai 2002) zu den größten Open- Source- Projekten.
Das eigene Dateiformat ist XML-basiert. Dateiformate von MS- Office und
StarOffice können aber gelesen
werden.
Mit der Veröffentlichung des Quelltextes wollte sich Sun allerdings
nicht von dem Paket trennen, sondern mit Hilfe der bisherigen Entwickler
und zusätzlichen Programmierern aus der Open-Source-Gemeinde das Paket
weiter verbessern. Dabei hat sich Sun das Recht eingeräumt, gelegentlich
einen Snapshot des Quelltextes mit einigen zusätzlichen Funktionen als
StarOffice zu verkaufen.
Der über 8 Millionen Zeilen lange C++-Quelltext für OpenOffice 1.0.1
steht auf der OpenOffice-Website bereit (Stand: Juli 2002).
Die Entwickler von OpenOffice.org haben das Erscheinen der
Version 1.1 Anfang Oktober 2003
zum Anlass genommen, einiges Zahlenmaterial rund um das Office- Paket
bekannt zu geben: Demnach wurde die Office- Suite seit dem Erscheinen
der Version 1.0 im Mai 2002 mehr als 19 Millionen Mal heruntergeladen.
Laut
Umfragen wurde die Software dabei am häufigsten auf der Windows-
Plattform installiert. An dem freien Office- Paket arbeiten weltweit
über 10.000 Team- Mitglieder.
OOo verwendet das offene, XML- basierte
OASIS-Dateiformat. Im
August 2003 kündigte das KOffice-
Projekt an, künftig das OASIS-/ OOo- Dateiformat nutzen, das auch
OpenOffice.org verwendet.
Lizenz: GNU GPL.
Aktuelle Versionen:
- 1.1 Release Candiate 5 (Release: 25-Sep-2003),
- 1.0.3.1 (Release der deutschsprachigen Version: 27-Apr-2003),
- 1.0.3 (Release der englischsprachigen Version: 11-Apr-2003),
- 1.0.2 (Release der deutschsprachigen Version: 26-Mar-2003).
Logo:

Am 26. Februar 2003 mahnte die Business Software Alliance
(BSA, www.bsa.org) die Uni Münster (www.uni-muenster.de)
wegen der vermeintlichen Verbreitung raubkopierter Software ab; nach
Ansicht der BSA würde die Universität über ihre Server Raubkopien von
Microsoft Office verteilen, was sofort zu unterbinden sei. Die
FTP-Admins wurden mit harschen Fomulierungen darauf hingewiesen,
zumindest Teile des auf einem Münsteraner FTP-Server gefundenen
Materials "von den Rechte-Inhabern, von deren Vertretern und dem
Gesetz nicht autorisiert" sei. Mit bedrohlichen Formulierungen
mussten sich die Serverbetreiber belehren lassen, die BSA sei
legitimiert, im Namen der Copyright- Besitzer tätig zu werden.
Mittlerweile liegt zusammen mit dem vorausgegangenen Schriftwechsel
(siehe
distribution.openoffice.org) eine Entschuldigungs-Mail vor, in der
die BSA ein Skript zum Schuldigen erklärt, das OpenOffice.org und
Microsoft Office nicht auseinander halten könne.