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Review zu Typo3
Von Agon S. Buchholz, April 2003 ff.
Software :
Daemons :
Typo3 : Review : Übersicht
05-Apr-2003/09-Jan-07
Übersicht
Typo3 ist ein relativ komplexes und vergleichsweise einfach zu
erlernendes Web Content Management System (CMS bzw. WCMS). Die
Installation ist vergleichsweise aufwändig, da ganz bestimmte
Systemvoraussetzungen erfüllt sein müssen; ein einfaches
LAMP-
System reicht für sinnvolles Arbeiten nicht aus. Daher scheitern bisher
auch nahezu alle paketbasierten Linux- Distributionen an einer
komfortablen und zuverlässigen Installationsroutine.
Die Installation unter Microsoft Windows XP klappt jedoch
reibungslos, da hier mehrere zuverlässige Installer zur Verfügung
stehen; für das rasche 'Reinschnuppern empfehle ich daher eine
Installation unter Windows in einer
WAMP-
Konfiguration, zumal der BigApache auch Version 2.043 unterstützt; unter
Linux muss man i.d.R. mit einem Apache 1.3.x Vorlieb nehmen. Abgesehen
davon soll sich Typo3 sogar unter einem WIMP- System (Windows, IIS,
MySQL und PHP) betreiben lassen...
Siehe auch:
Installation von Typo3.
Konfiguration von Typo3.
Zusammenfassung
Typo3 hat tatsächlich einen fantastischen Funktionsumfang und scheint
für viele Einsatzgebiete fertige oder zumindest Ansätze für Lösungen zu
haben. Ich bin momentan noch am Testen, aber so wie es aussieht, fehlen
noch ein paar für mich sehr wichtige Funktionen bzw. ich habe sie noch
nicht gefunden oder richtig verstanden.
Das sind beispielsweise:
- Batch-/ Bulk- Importfunktion für komplette Websites, um
zumindest Plain HTML mit Links und dazugehörigen Grafiken in die
Datenbanken zu bekommen. Ich habe von einer Import- Funktion
gelesen, kann die aber bei meiner Testinstallation nicht finden;
ausserdem habe ich bisher nirgens eine Beschreibung entdecken
können, was diese Funktion, so sie denn überhaupt schon
implementiert ist, überhaupt macht -- vielleicht importiert sie ja
nur einzelne Seiten, oder CSV-Dateien, or whatever...
- So etwas wie einen Development-/ Staging-/ Production- Zyklus
scheint Typo3 nicht zu unterstützen; man muss anscheinend immer
direkt auf dem Produktionsserver arbeiten; glücklicherweise gibt es
ja Extensions, die zumindest die Datenbanken sichern, aber so
richtig wohl fühle ich mich nicht dabei. Ich hätte gerne einen
Development-/ Staging- Server im LAN, der automatisch (oder manuell
ausgelöst) Änderungen auf den Production- Server überträgt,
beispielsweise aus Performance- Gründen. Zumindest können wir uns
mir im LAN schnellere Rechner hinstellen, als wir uns in einem
Rechenzentrum anmieten können. Und wir wären dann weniger abhängig
von der Internet- Connectivity, wenn T-DSL mal wieder hakt.
Natürlich ist das tricky, da ja etliche Datenbanken (beispielsweise
für Annotationen) online aktualisiert werden. Aber welches
bezahlbare System soll das können, wenn nicht Typo3? ;)
- Ich weiss nicht, ob ich da schon ausreichend hintergestiegen
bin, aber so etwas wie Asset- Management scheint es nicht zu
geben; bisher habe ich es nicht geschafft, grössere Mengen an
Bildern vernünftig strukturiert aufzubewahren, und andere Dateitypen
(wie Ogg Vorbis- Dateien) werden anscheinend überhaupt nicht "nativ"
unterstützt.
- Was mir überhaupt nicht gefällt ist die Benennung der URLs;
diese Zahlenwüsten sind ja für die interne Verwaltung ganz schön,
aber ich möchte online semantische URLs, die man interpretieren und
sich merken kann, also z.B.
http://domain/thema/unterthema/seitentitel. Sofern ich die
Alias-Funktion richtig verstehe, sollte sie nur für möglichst wenige
Seiten genutzt werden, ausserdem müssen die Namen dann eindeutig
sein -- was bestimmt in einem Wiki Sinn macht, nicht jedoch bei
einer hierarchisch aufgebauten Site.
Plone macht vor, wie das gehen sollte.
- Skalierbarkeit: Misstrauisch bin ich auch etwas, ob Typo3
für grössere Projekte ausreichend skalierbar ist, u.a. weil ich
schlechte Erfahrungen mit grösseren MySQL- Datenbanken habe --
zugegebenermassen allerdings mit älteren MySQL- Versionen. OpenACS
nimmt ja deshalb auch PostgreSQL und ganz bewusst nicht MySQL. Und
es scheint bisher keine komplexeren Projekte (mit mehreren
zehntausend "Seiten") zu geben, mit denen man Erfahrungen
austauschen könnte, zumindest konnte niemand auch der Typo3-English-
Mailingliste ein grösseres Referenzprojekt nennen.
- Typo3 scheint "nur" mit Mozilla und Internet Explorer
vernünftig zu funktionieren; die DHTML- Menüs verschwinden in
Opera beispielsweise, sobald man mit der Maus über sie fährt --
aber das kann natürlich auch ein Opera- Problem sein, bzw. mein
eigenes Problem, weil ich am liebsten mit Opera arbeite.
Wie dem auch sei, Typo3 ist ein tolles System das bei kleinen Sites
mit ein paar hundert "Seiten" verblüffend stabil zu arbeiten scheint,
nur ist es (leider) zur Zeit noch nicht für geeignet, höhere
Anforderungen an ein Content Management System zu erfüllen.
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