Plesk ist ein web-basiertes Konfigurationstool von SWsoft, Inc.;
es wird von Hostern wie Strato mit ihren Hosting-Paketen gebündelt.
Plesk ist
moderner als Confixx und bietet eine vergleichsweise ansprechende Oberfläche,
zumindest wenn man den Luna-Look von Windows XP mag oder
gewohnt ist. Nett ist auch, dass man mit einem installierten Plesk
theoretisch eine Fülle von Zusatzoptionen bekommen, die sich sonst unter
GNU/Linux nur mühselig nutzen lassen. Beispielsweise unterstützt
Plesk die Microsoft FrontPage Server Extensions und angeblich
auch das Ausführen von ASP-Skripten; beides geht auch mit ziemlicher
Frickelei ohne Plesk, bei einem kommerziellen Produkt sollte man
aber eine schlüsselfertige Installation erwarten können.
Ebenfalls sehr angenehm: Plesk wird für eine Fülle von
GNU/Linux-Distributionen
in den jeweiligen Paketformaten angeboten; zu den unterstützten
Distributionen zählten im September 2005 u.a. SUSE Linux, Fedora Core,
Debian GNU/Linux und sogar Ubuntu, jeweils in verschiedenen Versionen.
Ebenfalls sehr positiv: Nach einer Registrierungsprozedur auf der
SWsoft-Website kann man eine Ein-Domain-ein-User-Testversion
herunterladen und die Software ausprobieren.
Wie so häufig steckt der Teufel jedoch im Detail; theoretisch sollte
es ausreichen, den Auto-installer für die jeweilige Distribution
herunterzuladen und das Skript auszuführen. Soweit funktionierte das
auch auf meinem dedizierten Debian-GNU/Linux-Server: Am Shell-Prompt
werden ein paar Details abgefragt, u.a. von wo man die Software
installieren will und welche Plsesk-Version man installiert bekommen
möchte. Dann wurden gut 200 MB Daten aus dem Internet heruntergeladen,
teilweise von den offiziellen Debian-Mirrors, teilweise vom
SWsoft-Server, allerdings in einer kruden Mixtur und mit zahlreichen
DPKG-Fehlermeldungen wegen kaputter Paketabhängigkeiten. Einige
installierte Pakete wurden zum Deinstallieren markiert, andere dagegen
automatisch installiert; das alles wirkt ziemlich intransparent. Und
tatsächlich waren die Bauchschmerzen während der Installationsprozedur
berechtigt: Ich hatte kein Administrationsinterface, sondern nur einen
haufen Datenmüll auf der Festplatte.
Nach der Installationsdokumentation sollte der Auto-installer
irgendwann fertig und Plesk benutzbar sein; beides war bei mir nicht der
Fall. Der Installer hat einen groben Bug und hängt in einer
Endlosschleife, die immer wieder auf einen frühen Installationsschritt
zurückführt; die Installation wird aber nie abgeschlossen:
Select Plesk software source
===============================================================================
You can install Plesk in one of the following ways:
* Local Media
* Plesk server
* Other network site
Current settings:
Install Plesk from Plesk server
Store downloaded files to: /root/psa
1) Next page; 2) Previous page; 0) Cancel installing
3) Change source; 4) Change target directory;
Select action [1]:
Das ist besonders häßlich, weil man nirgends einen Bericht erhält,
welche Pakete denn nun installiert und welche ersetzt wurden; von einer
Deinstallationsroutine habe ich auch nirgends etwas gesehen. Mit anderen
Worten: Man bekommt eine solche fehlgeschlagene Plesk-Installation nicht
ehr sauber von der Platte. Das ist die verdiente Strafe dafür, wenn man
die ausgereiften Paketverwaltungstools von Debian aushebelt und dem
Betriebssystem proprietäre Software unterschieben will.
Nach der Installation soll Plesk dann angeblich automatisch starten;
das klappte bei mir dann natürlich auch nicht. Theoretisch sollte das Plesk control panel
auf dem jeweiligen Host erreichbar sein unter https://machine.domain.name:8443/ oder https://IP-address:8443/.
Was lehrt mich das? Entweder der ISP bietet ein vorkonfiguriertes
Betriebssystem-Image mit installiertem und lauffähigem Plesk an, oder
man lsse die Finger von solcher Software, es sei denn man ist Masochist
und findet Betriebssystem-Neuinstallationen geil...