Berlin ist ein Fenstersystem, das aus Frecso entstanden
ist, einem mächtigen, strukturiertem Grafik-Toolkit, das ursprünglich
wiederum auf InterViews basierte. Berlin erweitert
Fresco zu einem vollständigen Fenstersystem, durch direkte Befehle
an die Grafikhardware (über GGI, General Graphics Interface)
sowie durch die direkte Verarbeitung von Benutzereingaben, anstatt sie
an ein Host-System zu übergeben.
Zusätzlich enthalten Berlins Erweiterungen eine reichhaltige
Grafikschnittstelle mit verschiedenen Backends, einem Aufstieg auf
moderne CORBA-Standards, ein neues Unicode-fähiges Textsystem,
dynamisches Laden von Modulen und viele Abstraktionen von Kommunikation
für die Verbindung von Prozessen mit dem Server.
Das Ziel von Berlin auf lange Sicht besteht darin, die
leistungsfähigste und flexibelste GUI zu erstellen, das möglich ist,
sowie es für sie viele Hardware-Plattformen und Betriebssysteme zu
veröffentlichen. Diese Anstrengung wird mehrere Jahre dauern und wird
die Zusammenarbeit mit mehreren anderen Projekten enthalten.
Berlin arbeitet ausschließlich mit Vektorgrafik und ist extrem
modular aufgebaut. Zu jedem Zweck gibt es Plugins, die austauschbar
sind; die grafische Darstellung wird beispielsweise vom Server-Prozess
übernommen, die Clients brauchen sich -- anders als beimX
Window System -- nicht um die Ausgabe zu kümmern sondern können sich
auf die Programmlogik konzentrieren.
Zur Bildschirmausgabe kann das OpenGL-Modul verwendet werden. Da
OpenGL ohne hardwareseitige Unterstützung aber recht langsam ist, kann
man in diesem Fall ein LibArt-basiertes Plugin zur Bildschirmausgabe
verwenden. Will man etwas drucken, leitet man es an das
Postscript-Plugin, wodurch naturgemäß ein recht gutes WYSIWYG möglich
ist.
Durch Unicode ist Berlin internationalisierbar und durch CORBA wird
Netzwerktransparenz ermöglicht sowie Schnittstellen zu den
verschiedensten Programmiersprachen hergestellt. Berlin-Anwendungen
können problemlos in C++, Java, Python und Perl geschrieben werden.
Berlin selbst ist in C++ geschrieben.
Berlin wurde vollständig von Freiwilligen im Internet
entwickelt, verwendet Freie Software und ist unter der GNU Library
General Public License freigegeben.
Siehe auch:
www.spi-inc.org/projects/berlin.
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