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Kompilieren und Installieren eines GNU/Linux-Kernels
Kernel : Building :
Übersicht
06-Nov-2002/09-Jan-07
Übersicht
Dieser Artikel gibt sehr genau und Schritt für Schritt eine
Beschreibung der Vorgehensweise für das Kompilieren, Konfigurieren und
die Installation eines eigenen angepaßten Red Hat Linux Kernels. Wie wir
alle wissen, benötigt man einen angepaßten Kernel aus vielen Gründen,
und ich möchte nicht näher auf solche eingehen. Ich will nur aufzeigen,
wie ein eingener Kernel kompiliert, konfiguriert und installiert wird.
Obwohl die unten erwähnten Schritte primär auf Red Hat Linux Benutzer
ausgerichtet sind, aber der gleiche Prozeß natürlich auch auf andere
Linux Distributionen anwendbar ist, sind nur einige wenige Veränderungen
notwendig (z.B. benutzen nicht alle Systeme initrd).
Hardwareplattform
Ich bitte zu bedenken, daß alle hier erwähnten Schritte auf einem
Computer-System mit folgender Ausstattung ausgeführt wurden: Compaq
Presario 4010, 15.5 GB Festplatte, 96 MB RAM, 400 MHz Intel Celeron
Prozessor, Red Hat Linux 7.0. Verwendeter Kernel: 2.2.16-22
Ziel
Das Ziel soll ein vollständig arbeitender angepaßter Kernel sein,
nachdem alle unten erwähnten Schritte ausgeführt wurden.
Step-by-Step-Anleitung
Schritte zum Kompilieren, Konfigurieren und Installieren
eines angepaßten Red Hat Linux Kernel:
Folgende Schritte müssen beachtet werden:
- Einloggen als "root" und dann die folgende Schritte ausführen.
- Am Kommandoprompt eingeben: "rpm -q kernel-headers kernel-source
make dev86"
- Falls diese RPMs bereits installiert sein sollten, springen Sie
zu Schritt 4.
- Ansonsten mounten Sie die Red Hat 7.0 CD-ROM und führen zur
Installation dieser RPMs "rpm -Uvh" aus. Wenn Sie ein
funktionierendes X Window System haben, geben Sie an der
Eingabeaufforderung "startx" ein. Falls X Window nicht konfiguriert
ist, würde ich persönlich empfehlen, dies zuerst zu tun, bevor Sie
fortfahren, da dies sehr vorteilhaft ist. Wenn X Window NICHT
konfiguriert ist, geben Sie "make config" oder "make menuconfig" am
Kommandoprompt ein. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, daß ich annehme,
daß ein X Window System auf Ihrem Computer läuft. Aus diesem Grund
geben Sie einfach "startx" ein.
- Innerhalb der GNOME Umgebung öffnen Sie das GNOME Terminal und
geben "cd /usr/src/linux" ein und drücken Enter.
- Aus dem Verzeichnis /usr/src/linux heraus geben Sie "make
xconfig" ein und drücken Enter.
- Die GUI Version (grafische Oberfläche - Anm. d. Ü.) von "make
config" erscheint am Bildschirm. Sie bietet verschiedene Optionen,
die man braucht, um einen angepaßten Kernel zu erhalten.
- Für den Moment empfehle ich, die meisten der voreingestellten
Optionen so zu belassen, wie sie sind. Probieren Sie nicht einfach
herum, da viele der möglichen Optionen empfindlich reagieren und
eine gewisse Kenntnis erfordern. Vergewissern Sie sich, folgende
Änderungen vorzunehmen:
1. Prozessor Typ und Eigenschaften:
Wählen Sie den richtigen Prozessor aus, abhängig davon, ob Sie mit
einem Pentium 2, 3 oder Intel Celeron - so wie ich - arbeiten. Ich
zum Beispiel habe folgendes eingetragen: Processor Family
(Prozessoren Familie): PPro/686MX, Maximum Physical Memory (max.
physischer Speicher / RAM): 1 GB, Math Emulation (math. Coprozessor
Emulation): Ja, MTRR: Ja, SMP: Ja.
2. Filesystems (Dateisysteme) Dialog öffnen und folgende Änderungen
vornehmen (ich z.B. machte folgende):
DOS FAT fs support (DOS FAT Dateisystem Unterstützung): y (ja)
MSDOS fs support (MSDOS Unterstützung): y (ja)
UMSDOS: m (modular)
VFAT (Windows 95) Unterstützung: y (ja)
NTFS Dateisystem Unterstützung (nur lesen): y (ja)
NTFS read-write(DANGEROUS) (lesen und schreiben - gefährlich): n
(nein).
Nachdem Sie diese Änderungen vorgenommen haben, vergewissern Sie
sich bitte, daß sie nichts anderes während dieses Prozesses
verändert haben. Alle diese oben erwähnten Änderungen sind
verhältnismäßig harmlos und werden Ihrem bestehenden Linux Kernel
keine Schäden zufügen.
3. Speichern und den Hauptdialog verlassen.
- Führen Sie danach "ls -al" aus dem Verzeichnis /usr/src/linux
heraus aus.
- Ich bin sicher, daß nun eine Datei namens "Makefile" existiert.
Diese Datei ist sehr wichtig für den gesamten Kompilierungsprozeß.
Also machen Sie eine Sicherungskopie davon, indem Sie "cp Makefile
Makefile.bak" eingeben.
- Nun starten Sie aus /usr/src/linux "vi Makefile".
- Suchen Sie die Zeile EXTRAVERSION und ändern Sie sie ab. Ich
habe sie z.B. von EXTRAVERSION=-22 nach EXTRAVERSION="-22ghosh"
umbenannt. Sie sind frei, sie zu benennen, wie Sie wollen.
- Speichern und Beenden.
- Die folgenden Schritte sollten aus dem Verzeichnis
/usr/src/linux heraus erfolgen. Geben Sie ein: "make dep clean" und
drücken sie ENTER.
- Geben Sie dann ein: "make bzImage modules". Das ganze wird eine
Weile dauern, man kann beruhigt Kaffee trinken gehen, während alle
notwendigen Dateien kompiliert werden. Ich mache für gewöhnlich ein
Nickerchen während dieser Zeit, da ich all das mitten in der Nacht
mache.
- Nachdem dies beendet ist, gibt es eine Datei "bzImage" im
Verzeichnis /usr/src/linux/arch/i386/boot, prüfen Sie das nach,
indem Sie einfach in dieses Verzeichnis wechseln. WENN UND NUR WENN
alle Schritte der Kompilierung fehlerfrei ausgeführt werden konnten
und alle Optionen, die wir mit "make xconfig" ausgewählt hatten,
richtig waren, gibt es diese Datei. Wenn Sie diese Datei finden,
wovon ich überzeugt bin, können Sie schon beginnen, das zu genießen,
denn 75% des Kampfes sind damit gewonnen. Falls diese Datei nicht
existiert, tut es mir leid, aber dann müssen Sie irgendwo einen
Fehler gemacht haben. Machen Sie eine Pause und führen Sie alle
Schritte von Beginn an noch einmal durch. Ich bin sicher, Sie werden
erfolgreich sein.
- Geben Sie (aus /usr/src/linux) ein: "cp ./arch/i386/boot/bzImage
/boot/vmlinuz-2.2.16-22ghosh" und drücken Sie ENTER.
- Dann geben Sie ein: "cp System.map
/boot/System.map-2.2.16-22ghosh"
- Danach eingeben: "make modules_install" und ENTER drücken. Sie
werden sehen, wie alle Module in ein neu angepaßtes Verzeichnis
installiert werden.
- Die nächste Eingabe lautet: "mkinitrd
/boot/initrd-2.2.16-22ghosh.img 2.2.16-22ghosh".
- Geben Sie danach ein: "vi /etc/lilo.conf" und fügen Sie den
folgenen Eintrag hinzu:
image=/boot/vmlinuz-2.2.16-22ghosh
label=GhoshKernel
initrd=/boot/initrd-2.2.16-22ghosh.img
root=/dev/hdc5
read-only
- Speichern und beenden Sie. Beachten Sie, daß man die Einträge in
der Datei "lilo.conf" beliebig ändern kann. Und das root-Verzeichnis
sollte das aus
Ihrem System sein. Bei mir ist das /dev/hdc5. Also fügen Sie die
entsprechenden Werte Ihres Systems ein.
- Geben Sie danach "/sbin/lilo -v -v" ein.
- Lesen Sie alle auf dem Bildschirm erscheinenden Informationen.
Wenn dabei keine Fehlermeldungen erscheinen, dann ist die Arbeit
beendet. Gratulation!
- Starten Sie das System neu indem Sie eingeben: "/sbin/shutdown"
oder "/sbin/shutdown -r now".
- Während des Start-Bildes drücken Sie TAB (oder Control-X, falls
Sie einen LILO Start-Bildschirm haben). Dann können Sie den Eintrag
sehen: "GhoshKernel" zusammen mit den anderen bereits existierenden
Einträgen.
- Geben Sie "GhoshKernel" ein und drücken ENTER. Der voll
funktionsfähige angepaßte Kernel wird nun das System booten. So, nun
haben Sie einen voll funktionsfähigen angepaßten Kernel in Ihrem
System arbeiten.
Zusammenfassung
Nachdem Sie sich als "root" eingeloggt haben, geben Sie "uname -r"
ein und drücken <Return>. Sie können folgenden Eintrag am Bildschirm
sehen: 2.2.16- 22ghosh, was sicherstellt, daß der angepaßte Kernel und
nicht 2.2.16-22 arbeitet, mit dem wir ursprünglich begonnen haben. Das
ist alles. Denken Sie daran, daß Sie soviel Kernel-Versionen auf einem
einzigen Computer haben können, wie Sie wollen.
Credits und Quellen
Es gibt eine Menge Informationen auf einer ganzen Zahl an Web-Seiten
darüber, wie man einen vollständig optimierten und angepaßten Kernel
"zum Laufen" bringt. Besuchen Sie vor allem: http://www.vmlinuz.nu und
eine Reihe weiterer Seite für die HowTo's über Linux Kernel.
Quelle: Linux Gazette: "Kompilieren und Installieren eines
Linux Kernels", von Subhasish Ghosh, Übersetzung von Christian
Böttger,
linuxgazette.sourceforge.net.
Anmerkungen
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