Das Fedora-Projekt wurde im Dezember 2002 von dem Informatik-
Studenten Warren Togami am
ICS
Department der University of Hawaii begründet. Ziel war es
ursprünglich, die Paketverwaltung
von Red Hat Linux zu verbessern und aktualisierte sowie
zusätzliche RPM-Pakete
über APT-RPM bereit
zu stellen. Dazu baute Warren die Grundlagen für ein Repository auf, wie
es unter Debian GNU/Linux über
APT bereits
seit mehreren Jahren existierte. Allerdings fehlte ihm dafür die
weltweite Infrastruktur an Mirror- Servern und die grosse Anzahl
stabiler Pakete -- beides Merkmale, die die Debian-
Paketverwaltung
auszeichnen.
Das Community- Projekt Fedora bietet qualitativ hochwertige
RPM-Pakete für Red Hat Linux an. Mit
Red Hat Linux 8.0 funktionierte
der ursprünglich von
Conectiva portierte
APT-RPM- Mechanismus auch recht zuverlässig und half dabei, eine
Installation aktuell zu halten oder die neuesten Pakete von
Rawhide einzuspielen.
Probleme gab es jedoch beim Mischen mit anderen Repositories wie
beispielsweise Freshrpms.net (vgl.
sources.list):
Im günstigsten Fall kollidierten einfach nur die inkompatiblen Pakete
und liessen sich nicht installieren, im schlimmsten Fall wurde die
Integrität der gesamten Paktverwaltung zerstört und machte eine
Neuinstallation des Betriebssystems erforderlich. Je nachdem, welche
Pakete man über apt-get einspielen liess, konnte man sich
mit instabilen Paketen -- wie auch bei Debian -- auch bei alleiniger
Verwendung des Fedora- Repositories die Installation zerschroten:
Gelegentlich bekam man halt defekte Pakete aus
Rawhide (entsprechend
Unstable oder
Experimental
bei Debian), die einigen Schaden anrichten konnten. Natürlich sind diese
Pakete nicht für Endanwender gedacht, durch deren Verwendung eventuell
entstandene Schäden sind also hausgemacht.
Ende September 2003 fusionierte das Red
Hat Linux Project (RHLP) mit Togamis Fedora Linux Project und
soll künftig unter dem Namen Fedora Project firmieren. Gemeinsam
will man eine deutlich größere, Community-basierte Linux- Distribution
schaffen; die Distribution heisst zukünftig voraussichtlich »Fedora
Linux, sponsored by Red Hat«.
In den nächsten Wochen will man zunächst an einer Integration der
verschiedenen RPM-Pakete, Infrastruktur, Regeln und Prozeduren arbeiten.
Bis dahin wird Fedora seine Pakete auf Basis der alten Infrastruktur
unter fedora.us anbieten, während die neue unter fedora.redhat.com
aufgebaut wird. Allerdings werden der Fusion wohl einige Pakete auf
Grund von Lizenzproblemen zum Opfer fallen.
Wie Fedora Linux genau aussehen wird, ist noch nicht so ganz klar.
Verschiedene Red Hat-Mitarbeiter betonen auf der Mailingliste, daß
Fedora für Red Hat ein Projekt von vielen ist, an dem Red Hat
mitarbeitet, etwa dem Kernel, GNOME usw. Anderseits ist offensichtlich
ebenso klar, dass »Fedora Core« im wesentlichen »Red Hat Core« ist, also
auf der Red Hat- Distributions- Infrastruktur beruht. Kernel und
ähnliche zentrale Komponenten werden praktisch aus dem heutigen Rawhide
bestehen - und entsprechend von Red Hat- Mitarbeitern entwickelt und
gepflegt werden.
Ziel von Fedora ist es, schnellere Release- und Feature- Updatezyklen
zu ermöglichen, quasi eine Art Testumgebung und Steinbruch, aus deren
stabilen Elementen Red Hat dann sein Enterprise Linux zusammenbaut.
Der Umbau ist radikal. Die bisherigen Mailinglisten
rhl-beta-list@redhat.com und rhl-list@redhat.com wurden in
fedora-test-list@redhat.com und fedora-list@redhat.com umbenannt. Die
bisherige Website rhl.redhat.com wurde in fedora.redhat.com umbenannt.
Der bisherige Red Hat Beta Test Severn ist nun Fedora Test Severn.
Aus der Selbstdarstellung:
»The Fedora Project is a Red-Hat- sponsored and
community-supported open source project. It is also a proving ground
for new technology that may eventually make its way into Red Hat
products. It is not a supported product of Red Hat, Inc.
The goal of The Fedora Project is to work with the Linux
community to build a complete, general purpose operating system
exclusively from free software. Development will be done in a public
forum. The project will produce time-based releases of Fedora Core
about 2-3 times a year with a public release schedule. The Red Hat
engineering team will continue to participate in the building of
Fedora Core and will invite and encourage more outside participation
than was possible in Red Hat Linux. By using this more open process,
we hope to provide an operating system that uses free software
development practices and is more appealing to the open source
community« (Quelle:
fedora.redhat.com;
Zugriff: 23-Sep-2003).
In welcher Form das Fedora-Projekt die RPM-Pakete verteilen will, ist
bisher nicht bekannt; neben dem komfortablen und relativ transparenten
APT-RPM stünde
beispielsweise auch das Red Hat Network
(RHN) zur Verfügung -- die Frage ist nur, ob Red Hat, Inc., diese
Ressourcen durch Fedora nutzen lässt und ob die Community diesen
intransparenten Mechanismus à la Windows Update akzeptiert.
Red Hat, Inc., wird sich auf die Entwicklung, Pflege und Vermarktung
von Red Hat Enterprise Linux
(RHEL) konzentrieren; die erste Version davon wurde
im März 2003
vorgestellt.
September 22, 2003
* Red Hat Linux Project is merging with the Fedora Linux
Project,
and the resulting combined project will be named the Fedora Project.
* During the next few months, Fedora and Red Hat will work
toward
integrating our packages, infrastructure, policies, and procedures with
the goal of creating a much larger community based Linux distribution
project. Until this new infrastructure is ready, Fedora will continue to
publish packages using the old infrastructure at fedora.us, while the
new project infrastructure, policies and documentation will be formed at
fedora.redhat.com.
* This merger necessitates the removal of certain problematic
packages
due to licensing issues.
* There is a lot of work to be done, so please join us in
#fedora at irc.freenode.net and subscribe to the Fedora
mailing lists at fedora.redhat.com.
Founded December 2002 by University of Hawaii Computer Science
student
Warren Togami, the previous Fedora Linux Project is an international
team of volunteer software developers united for the development of high
quality 3rd party RPM packages for the Red Hat Linux platform.
The new combined project will bring these benefits of open collaborative
development to a larger mainstream audience, with much greater community
involvement in the development process.