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Review zu Debian GNU/Linux 3.0
Von Agon S. Buchholz, Januar 2003.
Distributionen :
Allgemein :
Debian : Versionen :
3.0 : Review : Übersicht
12Jan-2003/09-Jan-07
Übersicht
Übersicht zu den Neuerungen und Kern- Komponenten: Siehe
Debian GNU/Linux 3.0.
Testsystem
Zum Testen verwandte ich ein älteres System mit Komponenten, die
überwiegend aus den Jahren 1998/99 stammen; daher kann man davon
ausgehen, dass sich die Hardware- Unterstützung durch GNU/Linux entweder
bereits in einem ausgereiften Zustand befindet, oder
höchstwahrscheinlich nach drei bis vier Jahren auch nicht mehr
entscheidend verbessert werden wird.
Die Performance auf dem System ist für einfache Zwecke (z.B.
Fileserver oder Router unter GNU/Linux) vollkommen ausreichend,
graphische Benutzeroberflächen reagieren allerdings etwas träge.
Vergleichswerte: Microsoft Windows NT 4.0 Workstation arbeitet
auf dem System einwandfrei, die Benutzung ist realtiv flüssig möglich.
Microsoft Windows 2000 lässt sich ebenfalls verwenden, allerdings
nur in einer recht unerfreulichen Reaktionsgeschwindigkeit; ein
flüssiges Arbeiten ist nur bei einfachen Anwendungen (Textverarbeitung,
E-Mail, Web etc.) halbwegs flüssig möglich, die graphischen
Systemverwaltungstools von Windows funktionieren jedoch einwandfrei und
in erträglicher Geschwindigkeit.
- Mainboard: Gigabyte GA-5AX Rev. 1.08
- CPU: AMD K6-2/300
- RAM: 512 MB
- HDD: IBM DHEA-36481 (6,4 GB)
- FDD: 3,5"
- CD-Laufwerk: 20x, IDE
- Sound: Soundblaster Live!
- Grafik: Matrox Millennium II
- Netzwerk: 3Com 3C905C-TX (100 MBit/s)
Installation
Die Installation von Debian GNU/Linux 3.0
»Woody« verläuft weitgehend unspektakultär; es gibt keine graphische
Installationsroutine, aber eine sehr stabile textbasierte
Installationsroutine, die zahlreiche (genauer: zahllose) Parameter zur
Installation abfragt. Die allgemeinen Möglichkeiten der Installation
eines Debian- Systems beschreibe ich an anderer Stelle:
Den Ablauf des Installationsprozesses im Detail zeigen die
Screenshots von Thorsten Sauter:
Zum Installationsprozess gibt es wenig anzumerken; er ist
umständlich, funktioniert aber so, wie er soll. Der geplante
Debian-Installer ist derzeit
noch nicht funktionsfähig (Stand: Januar 2003), daher muss man eine der
auch bisher verwendeten Installationsformen wählen; sehr komfortabel
geht dies beispielsweise mit einer rudimentären bootfähigen CD-ROM, mit
der ein Basis- System installiert wird; der größte Teil der zu
installierenden Pakete wird dann in den aktuellen Versionen aus dem Netz
geholt. Weiterführende Informationen:
Eine ausgezeichnete und sehr detaillierte Beschreibung der
Installation findet sich im Installation Manual, das in
verschiedenen Sprachen (darunter Dänisch, Englisch, Französisch,
Japanisch, Spanisch u.a.), mehreren Dateiformaten (ASCII-Text, HTML und
PDF) sowie für die diversen von Debian unterstützten Hardware-
Plattformen (Intel x86, Alpha, ARM, MIPS usw.) verfügbar ist:
»This document contains installation instructions for the
Debian GNU/Linux 3.0 system, for the Intel x86 ("i386")
architecture. It also contains pointers to more information and
information on how to make the most of your new Debian system«.
Anzumerken ist vielleicht noch, dass Debain grundsätzlich keine
graphische Oberfläche einrichtet; nach dem ersten Start des Systems
landet man also in jedem Fall an der Konsole und muss ggf. X11 und eine
Desktop- Oberfläche manuell nachinstallieren.
Update
Zu den wirklich genialen Eigenschaften von Debian zählt die Update-
Fähigkeit; ich habe auf meinem Testsystem verschiedene Migrationspfade
durchproiert, darunter ein Update von Potato auf Woody, ein Update von
Woody auf Sarge und Sid, ein Downbgrade von Sid auf Sarge usw.; das
alles funktionierte nicht ganz reibungslos, aber in einer
nachvollziehbaren Form und mit dokumentierten Problemlösungen. Die
Stabilität der
Paketverwaltung unter Debian GNU/Linux ist absolut einzigartig und
ich halte diese wichtige Eigenschaft einer Linux- Distrubution für eine
ingenieurstechnische Meisterleistung. Es gibt keine andere Linux-
Distributionen, mit der Updates und sogar Downgrades derartig stabil
durchgeführt werden können.
Die empfohlene Vorgehensweise zur Aktualisierung eines bestehenden
Debian GNU/Linux- Systems wird in den
Release Notes beschrieben:
Nach meinen bisherigen Erfahrungen sollte man bei Update- Prozeduren
sehr genau auf die Konfiguration von
APT achten und die
sources.list sehr sorgfältig mit APT-Quellen bestücken. Das
Debian- Derivat
Knoppix baut bei
einer Festplatten- Installation beispielsweise ziemlich widersprüchliche
APT- Quellen ein, die fast zwangsläufig zu Problemen führen (siehe
Review zu
Knoppix und
GNU/Linux-Tagebuch 01/2003).
Konfiguration
Die Konfiguration eines Debian- Systems erfordert zunächst mehr
Tüftelarbeit und manuelle Eingriffe als vergleichbare aktuelle Linux-
Distributionen; es gibt weder eine Konfigurationszentrale, wie sie
SuSE Linux (Yast2) oder
Mandrake Linux mitbringen,
noch leistungsfähige graphische Tools für spezielle Aufgaben, wie sie
Red Hat Linux 8.0
und Red Hat Linux
8.1 mitbringen; die meiste Konfigurationsarbeit erfolgt an der
Kommandozeile, im Editor oder über textbasierte Frontends für diverse
Kommandozeilen- Tools.
Ich schätze konsistente graphische Konfigurationstools sehr, wie sie
unter den aktuellen Microsoft Windows- Systemen (2000/ XP/ 2003) zur
Verfügung stehen; ich hasse jedoch rudimentäre und inkonsitente
Tools, wie sie von den o.g. Linux- Distríbutionen angeboten werden.
Beispielsweise nützt mir ein graphisches Frontend zur Apache-
Konfiguration nur wenig, wenn damit nur Teile der Konfigurationsdateien
editiert werden können und manuelle Änderungen in der httpd.conf
dann wieder von GUI- Tool überschrieben werden.
Ich habe daher mittlerweile den Debian- Ansatz schätzen gelernt; hier
werden keine Pseudo- Interfaces angeboten, es gibt auch kaum proprietäre
und distributionsspezifische Tools für die Standard- Komponenten; bei
Debian bekommt man beispielsweise ein "echtes"
KDE, keine durch
Red Hats Bluecurve
modifizierte Variante. Das gefällt mir.
Essentielle Hilfestellungen zur Konfiguration eines Debian- Systems
bietet die Debian Reference:
»This Debian Reference is intended to provide a broad
overview of the Debian system as a post-installation user's guide.
It covers many aspects of system administration through
shell-command examples. Basic tutorials, tips, and other information
are provided for topics including fundamental concepts of the Debian
system, system installation hints, Debian package management, the
Linux kernel under Debian, system tuning, building a gateway, text
editors, CVS, programming, and GnuPG for non-developers«.
Dieses umfangreiche Dokument kann ich wämstens empfehlen!
Nutzung
Für die Nutzung eines Debian- Systems stehen verschiedene Handbücher
und HOWTOs zur verfügung; als zentrale Sammelstelle fungiert das
Debian Documentation Project (DDP):
»Ziel es ist, eine hoch-qualitative Dokumentation für
Debian-User und Entwickler zu erstellen. Die Dokumentation
beinhaltet unter anderem einen Debian Guide, Debian Maintainers
Guide und Debian FAQ, sowie vieles mehr«.
Weitere anwendungsbezogene und praxisrelevante Hilfestellungen bietet
das umfangreiche Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch:
»Dieses Buch beschreibt die Installation des Debian GNU
Betriebssystems und führt dann über die Installation von weiteren
Paketen und deren Konfiguration zu einem kompletten, sinnvoll
konfiguriertem System. Hierbei wird besonders Wert darauf gelegt,
daß ein hoher Bezug zur Praxis gewahrt bleibt. Es wird nicht auf
jedes einzelne der über 6.000 Debian GNU-Pakete eingegangen, noch
eine komplette Aufstellung geboten. Anhand einer gut
zusammengestellten Auswahl sinnvoller Komponenten führt das Buch zu
einem fertigen System, mit dem sowohl im Internet gesurft als auch
Briefe geschrieben oder auch Grafiken erstellen werden können«.
Ebenfalls hilfreiche ist die lokal installierte Dokumentationen zu
den individuellen Pakete:
/usr/share/doc/<package>
Sie beinhaltet Copyright Informationen, Debian spezifische Details
und Upstream-Dokumentationen.
Einrichtung einer Desktop-Umgebung
Siehe
Anmerkungen
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