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Installation von Debian GNU/Linux
Von Agon S. Buchholz, Januar 2003.
Distributionen :
Allgemein : Debian
: Installation : Übersicht
10-Jan-2003/09-Jan-07
Übersicht
Die Installation von Debian GNU/Linux gilt
allgemein als schwierig; in Vergleichstests mit den grossen
kommerziellen Distributionen wird zudem regelmässig das Fehlen eines
graphischen Installers bemängelt. Dem gegenüber behaupten Debian- Fans,
die Debian- Installation sei ganz besonders einfach und zitieren häufig
einen Witz: Man könne selbst ein Huhn dazu konditionieren, Debian zu
installieren; es müsse nur immer auf die <Return>- Taste picken. Beide
Positionen haben ihre Berechtigung, da sie sich auf unterschiedliche
Zielgruppen beziehen; ich möchte die Installation im folgenden für
verschiedene Einsatzszenarien betrachten.
Installation eines Server- Basissystems.
Eine Server- Installation sollte möglichst präzise Auskünfte
darüber geben, was der Installationsmechanismus tut, sie sollte
reproduzierbare Ergebnisse liefern und kommt aus Sicherheitsgründen
i.d.R. ohne Konfiguration von X11 oder gar einer Desktop- Umgebung
aus.
Für diesen Einsatzzweck ist der Debian- Installer von
Debian GNU/Linux 3.0 sehr
gut geeignet; er macht die Konfigurationsarbeit während des Setup
vergleichsweise transparent, ist gut verständlich und macht einen
stabilen Eindruck. Ein graphischer Installationsmodus ist eher
unerwünscht, da möglicherweise gar kein Farbmonitor an den Server
angeschlossen ist, oder ein Konsolen- Switch verwendet wird, der
keine optimale Grafikauflösung bietet.
Installation eines Desktop- Basissystems.
Eine Desktop- Installation sollte mit möglichst wenig
Benutzereingaben ein sinnvolles und lauffähiges Betriebssystem
liefern; der Installationsmechanismus sollte Auskunft über den
Status des Installationsvorgangs liefern, den Anwender aber nicht
mit irrelevanten technischen Details irritieren. Ein graphischer
Installationsmodus kann die Installation attraktiver machen, ist
jedoch nicht notwendig. Wichtig ist allerdings die zuverlässige
Konfiguration des X-Servers und die Vorkonfiguration zumindest einer
Desktop- Umgebung.
Für diesen Einsatzzweck ist der Debian- Installer von
Debian GNU/Linux 3.0
weniger geeignet; das Niveau der Rückmeldungen des Installers kann
zwar angepasst werden, um die Anzahl der technischen Fragen zu
steuern, aber die Installation liefert kein startfähiges Desktop-
System.
Die Installation von Debian GNU/Linux ist nach meiner
Erfahrung für Nicht- Techniker nur mit viel Glück oder geduldiger
Unterstützung zu meistern. Der Umgang mit xf86config
ist eine Zumutung für Anwender, die einfach nur ein lauffähiges
Betriebssystem für Alltagstätigkeiten bekommen wollen, und die
alternativen Tools (wie XF86Setup) existieren zumindest
in meinen bisherigen Installationen von »Woody« nicht.
Verbesserungen bei der Debian- Installation sind in Zukunft vom neuen
Debian-Installer zu erwarten, der
sich jedoch noch in Entwicklung befindet.
Alternativen für Desktop- Benutzer
Der einfachste Weg zu einer Debian GNU/Linux- Installation für
Desktop- Anwender führt m.E. über die CD-Distribution
Knoppix; auf einer
bootfähigen CD ist ein hervorragend vorkonfiguriertes System zu finden,
das mit einer ausgezeichneten Hardware-Erkennung glänzt.
Knoppix beeindruckt durch eine Reihe von Eigenschaften:
- Die bootfähige CD kann auf einem beliebigen Rechner zum
Ausprobieren genutzt werden; der Anwender erhält ohne jegliche
Konfigurationsarbeit ein vollwertiges Linux- System zum Ausprobieren
auf der jeweils verwendeten Hardware, ohne eine evl. vohandene
Installation auf der Festplatte zu gefährden.
- Die Hardwareerkennung ist so gut, dass Wheelmäuse, diverse
Grafikkarten sowie unterschiedlichste Peripherie sofort genutzt
werden können.
- Knoppix bietet auf der CD eine Vielzahl von startfähigen
Applikationen, mit denen das Look & Feel von Linux ausporbiert
werden kann.
Eine weitere Alternative bieten die verschiedenen
Derivate von Debian GNU/Linux für
Desktop- Anwender; beispielsweise gilt
Libranet Linux als
vergleichsweise einfach zu installieren und gut geeignet für Nicht-
technische Benutzer.
Installation von Debian in mehreren Versionen
Debian GNU/Linux ist eine auf Stabilität
bedachte Distribution; sie ist unterteilt in vier verschiedene Varianten
(Trees), die sich vor allem nach dem Grad der Stabilität
unterscheiden:
- In den "stable"- Tree gelangen nur
Softwarepakete, die sich als
stabil und sicher erwiesen haben.
- Im "testing"- Tree befinden sich Pakete, die keine
kritischen Fehler mehr besitzen.
- Im "unstable"- Tree sind die Applikationen enthalten, die
von den Entwicklern freigegeben wurden und nun von anderen getestet
werden sollen.
- Im "experimental"- Tree werden beispielsweise neue
Versionen des Paketmanagements und größere Änderungen am
Gesamtsystem getestet sowie Beta-Versionen von bekannten Anwendungen
zur Verfügung gestellt.
Manchmal benötigt man eine Version eines bestimmten
Softwarepaketes aus "testing"
oder "unstable", möchte jedoch nicht gleich das ganze System
aktualisieren -- und genau das würde aber passieren, wenn man seine
/etc/apt/sources.list auf "testing" oder "unstable"
zeigen ließe.
Pinning.
Zu diesem Zweck wurde die "Pinning"- Option des
APT- Paketmanagers
entwickelt; dieses Feature steht ab der APT-Version aus "testing"
zur Verfügung.
Mit den folgenden Einstellungen in /etc/apt/preferences
erhalten Pakete aus "testing" eine höhere Priorität als die
aus "unstable" und werden standardmässig genutzt; "unstable"
steht aber dennoch zur Verfügung:
Package: *
Pin: release a=testing
Pin-Priority: 900
Package: *
Pin: release o=Debian
Pin-Priority: -10
Selbstverständlich muss in der /etc/apt/sources.list
eine passende Quelle für "unstable" vorhanden sein.
Anschliessend können Pakete aus "unstable" bezogen werden,
während im Normalfall weiterhin nur "testing" genutzt wird.
Abhängigkeiten werden dabei selbstverständlich automatisch beachtet:
apt-get -t unstable install $PAKETNAME
Default-Release.
Wenn in der /etc/apt/apt.conf folgender Eintrag
vorhanden ist, wird standardmäßig aus "testing" installiert
und nur bei Bedarf "unstable" genutzt:
DPkg::Default-Release "testing"
Alternativ kann man das gewünschte Paket natürlich auch selbst
kompilieren lassen mit
apt-get -b source install $PAKETNAME
Screenshots
Screenshots von der Installation von
Debian GNU/Linux 3.0 »Woody«:
Die Screenshots vom Installationsvorgang wurden von Thorsten Sauter
für das Personal
Computer World Magazine aus England angefertigt; Quelle:
people.debian.org/~joey/misc/woody-install.tar.bz2; Zugriff:
18-Jan-2003.
Konfiguration
Debian Control Center,
savannah.nongnu.org/projects/dcc,
(Ursprüngliche Homepage:
halfdans.net/index.py/standard?c=show&p=75) [URL nicht
erreichbar am 13-Jan-2003].
DCC (Debian Control Center) is a modular project written in
Python. The goal of this project is to enable normal people to
configure their Debian system as well as some of the server
packages. A second goal of this project is to make the experienced
Debian system administrators to configure and change the system,
without having to remember a lot of commands and configuration
files.
Autor: Rasmus Toftdahl Olesen;
Lizenz: GNU General Public License V2;
Mailingliste:
savannah.nongnu.org/mail/?group=dcc.





Kernel aktualisieren
Updaten von Kernel 2.2.x auf 2.4.x (bei geeigneter sources.list):
apt-get install kernel-image-2.4.18-bf2.4 2.4.18-5
kernel-package - This package contains "make-kpkg", a perl script
which makes building, installing and managing Linux kernels a lot
easier,
www.debian.org/doc/FAQ/ch-kernel.html.
Netmarks
Debian.org: Debian GNU/Linux 3.0 -- Installationanleitung,
www.debian.org/releases/stable/installmanual.
Anmerkungen
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