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Der GNU/Linux Desktop
Von Agon S. Buchholz für Kefk
Network GNU/Linux.
Desktop : Übersicht
11-Nov-1995/09-Jan-07
Übersicht
Diese Rubrik beschäftigt sich mit Linux als Desktop-Betriebssystem.
Desktops sind für UNIX etwas relativ neuartiges; ausser den zahllosen
halbgaren Window Managern und
dem missratenen CDE gab es für die Derivate
dieses Betriebssystems nie herstellerübergreifende Standards für einen
Desktop; hier gibt es Bemühungen von Initiativen wie dem
Desktop Linux Consortium und Freedesktop.org (siehe
Netmarks zu GNU/Linux auf dem Desktop).
Unter Linux werden seit einigen Jahren vor allem zwei konkurrierende
Desktop-Umgebungen entwickelt, die beide sowohl eine Desktop-Umgebung (desktop
environment) für Endbenutzer als auch ein Framework für Entwickler (application
development framework) bieten: Gnome
und KDE; daneben haben sich verschiedene
interessante Alternativen entwickelt, darunter der schlanke
XFce, die freie Implementierung von
NeXTstep, GNUstep, und der Windows-
Clone XPde.
In Funktionalität, Praxistauglichkeit und Stabilität sind alle
derzeitigen Linux-Desktops noch sehr weit von dem Niveau eines Windows
2000- oder Windows XP-GUI entfernt.
Linus
Torvalds schätzte im Januar 2004, dass ein konkurrenzfähiger Desktop
für Linux noch etwa zehn Jahre in der Zukunft liege -- eine durchaus
realistische Einschätzung.
Ebenfalls im Januar 2004 gründeten die
Open Source
Development Labs eine Desktop Linux Working Group, um die
Etablierung von Linux als Betriebssystem für Unternehmens- Desktops zu
beschleunigen.
GNOME
GNU Network Object Model Environment.
Gnome ist der freie Desktop, der seine Wurzeln im
GNU-Projekt hat.
Gnome ist m.E. ästhetisch ansprechender und bietet eine bessere
Usability als KDE; ich habe auch den Eindruck, dass es zwar weniger
Anwendungen für Gnome gibt, diese dafür funktionsreicher und
stabiler sind. Anwender aus dem kommerziellen Umfeld werden hier
eher Anwendungen für Projektmanagement, Groupware,
Tabellenkalkulation etc. finden.
Siehe auch: Gnome Review.
Der Gnome-Desktop wird direkt von Gnome.org im Quellcode sowie in
verschiedenen spezialisierten und vorkompilierten Distributionen von
Drittanbietern verbreitet. Zu den bekannteren Sub-Distributionen
zählen:
- Ximian Desktop
und Ximian GNOME.
Speziell vorkonfigurierte und optimierte Distribution des
Gnome-Desktop mit Schwerpunkt auf stabilen Komponenten,
unterstützt verschiedene Distributionen wie Red Hat, Mandrake
sowie Debian und ersetzt die jeweils vorkofigurierten
DesktopUmgebungen.
- LPT Desktop.
Speziell vorkonfigurerte Gnome- Distribution aus Mexiko mit
Schwerpunkt auf Aktualität der verwendeten Gnome-Version und
stabilen Komponenten, konzipiert als Ersatz für das Bluecurve-
Interface von Red Hat Linux 8.0; Zielgruppe sind
erfahrende Anwender und Entwickler.
KDE
K Desktop Environment (zuvor:
Kool Desktop Environment).
Die Alternative zu Gnome verwendete ursprünglich Bibliotheken
unter einer nicht-freien Lizenz und wurde daher seitens der Free
Software-Bewegung abgelehnt und war beispielsweise zunächst
nicht in der Distribution
Red Hat
Linux enthalten; mittlerweile wurden die Lizenzbestimmungen
jedoch geändert.
Siehe auch: KDE Review.
Erweiterungen
Ergänzend ist auch noch das Ximian-Projekt
zu erwähnen, welches hervorragende Arbeit leistet, Linux auf dem
Desktop eine Realität werden zu lassen. Besonders zu erwähnen sind
folgende Teilprojekte:
Ximian Red Carpet.
Diese Erweiterung des
RPM
hilft, das Betriebssystem auf einem aktuellen Stand zu halten; neben
relevanten Patches stehen eine Reihe von Kanälen zur Verfügung, aus
denen heraus Software installiert werden kann. Red Carpet ist
die einzige mir bekannte Möglichkeit, die Hölle der fehlenden
Libraries unter Linux in den Griff zu bekommen.
Ximian Evolution.
Viele Umsteiger und Anwender in Unternehmen suchen nach einem
Ersatz für das unternehmenskritische Outlook -- und genau dies
versucht Evolution.
Ximian Desktop.
Eine leicht modifizierte Version des
Gnome-Desktop, optimiert für die Verwaltung über Red Carpet.
XFce
XForms cool environment.
XFce ist eine leichtgewichtige Desktop- Umgebung,
die auf GTK+ basiert. Die Desktop- Umgebung ist vollständig mit der
Maus konfigurierbar und auch für Anfänger und Linux- Umsteiger
geeignet.
Gnustep
GNUstep.
Das GNUstep-Projekt hat das Ziel, eine vollständig
objektorientierte, cross-plattform-fähige Desktopumgebung zu
schaffen, die durch ihre einfach zu bedienende und elegante
Oberfläche besticht. Entwickler können mit GNUstep
Anwendungen in kurzer Zeit und mit wenig Aufwand für verschiedene
Betriebssyteme zu entwickeln.
Perspektivisch soll GNUstep -- so die Zielsetzung der
Entwickler -- die Standard-Oberfläche für freie Betriebssysteme,
also zunächst GNU/Linux und später wohl auch
The Hurd werden. GNUstep
basiert konzeptionell auf der OPENSTEP-Spezifikation und orientiert
sich am Look & Feel von
NeXTstep.
GNUstep basiert auf
dem Window Manager
WindowMaker.
Weitere Alternativen
Neben diesen etablierten und recht weit verbreiteten
Desktop-Umgebungen für GNU/Linux existieren -- natürlich -- noch
verschiedene weitere Projekte, z.B.:
Die einfacheren Desktop-Umgebungen wie XFce,
WindowMaker und
Enlightenment bieten kein
Framework für Entwickler; primär handelt es sich dabei um
Window Manager, die als Basis
für Gnome oder KDE
genutzt werden können.
XFce ist eine vergleichsweise
leichtgewichtige Desktop- Alternative, allerdings auch mit verringerter
Funktionalität. CDE ist technologisch
veraltet und als Desktop- Umgebung im Linux- Umfeld nur wenig
verbreitet.
Recht interessant ist ein neueres Projekt:
Diese Desktopumgebung versucht, das Look & Feel von Microsoft
Windows XP möglichst exakt zu imitieren, um Windows- Benutzern den
Umstieg zu erleichtern; derzeit ist die Desktop- Umgebung jedoch noch
kaum nutzbar sondern eher als Machbarkeitsstudie (mit beachtlichen
Ergebnissen) zu verstehen.
Nutzung
Siehe Nutzung des GNU/Linux Desktops.
Netmarks
Siehe Netmarks zum GNU/Linux Desktop.
Anmerkungen
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Online: 12 aktive User.
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