Dipl. Ing. Lars Otte, der Entwickler des Turbo
Desktop Environments, verfolgt ein interessantes Konzept: Durch eine
ältere Version des KDE wird noch ältere Hardware mit einer graphischen
Benutzeroberfläche reanimiert; das Fundament bildet die freie
Distribution
Debian
GNU/Linux in der Version
3.0 »Woody«. Wer versucht hat, auf einem Pentium- System von 1996
aktuelle Betriebssysteme mit GUI zu betreiben kann vermutlich den Reiz
des TDE- Projekts nachvollziehen.
Das TDE in der Version vom 28-Jan-2003 kann aus dem Internet als ISO-
Image heruntergeladen und auf CD-R gebrannt werden; das Ergebnis ist
eine bootfähige CD, von der ein
Debian »Woody« installiert werden kann.
Ich empfehle übrigens nachdrücklich, nach dem Download grösserer
Dateien aus dem Internet grundsätzlich die Checksumme mittels
md5sum zu überprüfen; viele Installationsprobleme sind auf
Übertragungsfehler zurückzuführen. Für die für diesen Test verwendete
TDE- Version <2003.01.28> lautet diese:
eb6c127a41b0cecbc995947a09aa3c8e.
Das Booten von der gebrannten CD ist kein Problem, ggf. muss man
allerdings erst die Bootreihenfolge im BIOS umstellen; wer schon einmal
Debian installiert hat, wird eine vertraute Umgebung vorfinden.
Ich installierte das Basissystem auf einem Pentium MMX mit 233 MHz
und rund 98 MB RAM; der Rechner ist ein reines IDE-System ohne
Schnittstellen wie SCSI, Firewire oder USB; er enthält eine 2 GB-
Festplatte, ein CD-ROM- und ein Floppylaufwerk sowie drei PCI- Karten
(Grafik-, ISDN- und Netzwerkkarte).
Die Installationshinweise empfehlen: »Installieren Sie Debian
ganz normal, aber vermeiden Sie bitte die Paket-Manager TASKSEL &
DSELECT zu benutzen. Wir brauchen nur das Debian Base- System für die
Installation« (Quelle:
www.liniso.de/tde/deutsch/install.html; Zugriff: 12-Feb-2003). Die
Installation verläuft wie gewohnt; folgende Kernel- Module werden
benötigt:
- Drucker:
kernel/drivers/char/lp,
- ISA-Bus:
kernel/drivers/pnp/isa-pnp,
- Strom AUS:
Kernel/arch/i386/kernel/apm.
Man erhält dann einen relativ aktuellen Kernel 2.4.18-bf2.4.
Nach dem Neustart loggt man sich als root ein und startet das
TDE- Installationsprogramm NeST (Noch ein Setup Tool):
Enter:
mount /dev/cdrom /cdrom
cd /cdrom
./NeST
Dies führt jedoch zu der folgenden Fehlermeldung:
bash: ./NeST: /bin/sh: bad interpreter: Permission denied
TDE lässt sich in der Version vom 28-Jan-2003 also leider nicht von
der eigenen CD installieren.
Probeweise wiederholte ich denm Installationsversuch auf einem
anderen, etwas aktuellerem Rechner (AMD K6-2, 300 MHz, 512 MB RAM) unter
einer
Debian Testing- Installation (das kommende Debian 3.1
»Sarge«), leider mit demselben Ergebnis. Schade, eine schlanker,
aber vollwertiger Desktop wäre eine feine Sache gewesen...
Der Fairness halber muss ich vielleicht noch erwähnen, dass die
Entwicklung von TDE recht rührig weitergeführt wird; kaum hatte ich die
CD heruntergeladen und gebrannt, war schon die aktuellere
Version <2003.02.11> auf dem FTP- Server verfügbar.