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Webworking
Anwendungen : Webworking
: Übersicht
05-Sep-2002/09-Jan-07
Übersicht
Das Arbeiten im und mit dem Web ist leider ein -- zumindest partiell
-- sehr trauriges
Kapitel unter GNU/Linux. Mittlerweile stehen zwar ausgezeichnete
Web-Browser und diverse brauchbare Clients für verwandte Technologien
(WebDAV, FTP etc.) zur Verfügung, es gibt aber keinen einzigen visuellen
HTML-Editor, der über die Funktionalität eines
Mozilla Composer
hinausginge; typische Windows- Umgebungen aus IIS, ASP und MS SQL oder
Access können nicht oder nur mit immendem Aufwand migriert werden. Das
bedeutet in der Praxis beispielsweise:
- Es gibt kein Client-basiertes und integriertes oder wenigstens
integrierendes Tool für das visuelle Erstellen von Web-Seiten, für
Link Management oder für Site Management.
- Es gibt keine auch nur ansatzweise mit Microsoft FrontPage,
Macromedia DreamWeaver oder Adobe GoLive!
vergleichbare Anwendung. FrontPage Webs können beispielsweise unter
GNU/Linux weder editiert noch verwaltet werden, da es weder einen
nativen Client, noch einen kompatiblen "Nachbau", noch einen
Migrationspfad gibt.
- Es ist möglich, aber geradezu absurd aufwändig, bestehende
komplexe Websites von einer IIS/ASP/Access- oder gar FPSE- Umgebung
auf äquivalente freie Technologien zu migrieren. Der dabei
entstehende Aufwand entspricht einer kompletten Neuentwicklung der
Web-Applikation.
- Das komfortable Offline-Editieren und Speichern von Websites,
wie es beispielsweise die meisten visuellen HTML-Editoren problemlos
ermöglichen, ist schlicht und ergreifend unter GNU/Linux nicht
möglich, weil entsprechende Lösungen vollkommen fehlen. Wer Websites
halbwegs komfortabel erstellen und pflegen will, muss sofort auf
eine fette Client-/Server-basierte CMS-Lösung umsteigen; sollen
Bearbeitungen nicht sofort "Live" gehen, kommen zudem nur
CMS-Systeme in Frage, die Staging unterstützen, und davon gibt es
nur sehr wenige.
Die GNU/Linux-Ansätze sind völlig andere:
- Verteilte Einzelanwendungen für begrenzte Einsatzzwecke müssen
manuell kombiniert werden; das geschieht i.d.R. durch handgestrickte
Skrips. Integration von Einzelfunktionalitäten in einer komplexen
Anwendung (z.B. visuelles Editieren von HTML plus Suchen und
Ersetzen plus Link Management plus Site Management
plus Asset Management) gibt es nicht.
- Der Schwerpunkt der Anwendungsintelligenz wird i.d.R. von einem
lokalen, funktionsreichen und mächtigen Client auf eine
Server-Anwendung ausgelagert; die Bedienung durch und Visualisierung
für den Endanwender findet i.d.R. in einem Web-Browser statt. Um
also ein bestimmtes Problem zu lösen reicht es daher nicht aus, eine
passende Client-Applikation zu suchen, diese zu installieren und
glich loszulegen; stattdessen muss ein geeigneter Server
eingerichtet und für die jeweilige Server-Applikation konfiguriert
werden; das verursacht häufig Probleme, da viele Server-Anwendungen
miteinander kollidieren, und die Konfiguration fast ausnahmslos
komplizierter und zeitaufwändiger ist als die rasche Installation
einer GUI-basierten Client-Anwendung.
- Es muss im Regelfall ein zunächst ein Konzept und die genaue
Funktionsweise einer Applikation mit Konfigurationsoptionen und
Funktionsparametern verstanden werden, bevor mit dem Arbeiten
begonnen werden kann. Dies ist absolut entgegengesetzt zu typischen
Windows- Applikationen, in die man durch Learning by Doing
unmittelbar nach dem ersten Programmstart aneignen kann. Typische (=
gute) Client- Applikationen kann man nach der Installation sofort
benutzen und schrittweise kennenlernen, man ist also sofort
produktiv und verbessert dann seine Produktivität inkrementell mit
der wachsenden Vertrautheit mit der Anwendung; bei einer typischen
GNU/Linux- Anwendung ist man zunächst für lange Zeit absoulut
unproduktiv, da es nur in seltensten Fällen ein Click and Go
gibt; nachdem für Tage oder gar Wochen gar nichts funktioniert und
man zahllose Frustrationserlebnisse verdaut hat, steigt man dann
allerdings -- sobald die Applikation zu funktionieren beginnt -- auf
einem verhältnismäßig hohen Produktivitätsniveau ein. Die Lernkurve
ist in dem einen Fall anwenderfreundlich und bestärkend, unter
GNU/Linux ist sie expertenfreundlich und kann sich für Anfänger
vernichtend auf die Arbeitsmotivation auswirken.
Wenn man den steinigen GNU/Linux-Pfad gehen kann, will oder muss und
die o.g. Prämissen akzeptiert hat, wird man mit den erfreulichen
Aspekten des Webworking unter GNU/Linux belohnt:
- Es gibt leistungsstarke Server-Applikationen wie den Apache
httpd, der in seiner Leistungsfähigkeit vergleichbar ist mit einem
IIS/6.0 oder -- mit Erweiterungen wie mod_rewrite -- sogar einen
deutlichen Mehrwert bietet, der unter Windows nicht machbar ist.
- Man gelangt in die Welt Freier Software, das bedeutet konkret,
dasss man Zugriff erhält auf ein recht heterogenes Feld kostenloser
Software. Weder der Begriff Freie Software noch Open Source
implizieren allerdings, dass die Software kostenlos sein muss, man
hat aber bessere Chancen, nichtkommerzielle Lösungen zu finden als
in der Windows- oder Mac- Welt.
- Freie Software bedeutet vor allem, dass der Quellcode einer
Anwendung sowohl jetzt als auch bis in alle Ewigkeit zur Verfügung
stehen wird. Probleme mit eingestellten Produkten oder insolventen
Unternehmen kennt die Welt der Freien Software zwar auch, aber
immerhin besteht die Möglichkeit, mit dem verfügbaren
Quellcode "weiterzumachen", auch wenn das nicht für jedermann eine
Option ist und auch nicht in allen Fällen wirtschaftlich sein kann.
- Lässt man sich auf die Gepflogenheiten der Open Source-Welt ein,
kann man eine vergleichbare Anwendungs- Interoperabilität erreichen,
wie man sie aus einer homogenen Windows- Umgebung gewohnt ist. Ein
IIS integriert sich nahtlos mit der Skript-Umgebung ASP und Editoren
wie FrontPage oder Visual InterDev und Datenbanken wie Access oder
MS SQL, die Zusammenarbeitung ist reibungslos und komfortabel. Unter
GNU/Linux erhält man ein ähnlich sauberes Zusammenspiel
beispielsweise, wenn man bestimmte Versionen des Apache httpd mit
bestimmten Versionen von PHP und bestimmten Versionen von MySQL
kombiniert. Das Expertenwissen ist hierbei allerdings Voraussetzung
für das reibungslose Zusammenspiel der genannten Komponenten. Das
WCMS Typo3 benötigt beispielsweise eine bestimmte Version der GD
Library und funktioniert daher nicht mit jeder PHP-Version, die
MediaWiki- Software benötigt sehr aktuelle MySQL- und PHP-
Versionen, die nicht unter allen Distributionen zur Verfügung
stehen; die Software läuft beispielsweise nicht unter den bei Debian
GNU/Linux »Woody« mitgelieferten Programmversionen. Ähnliches gilt
für andere CMS-Systeme wie OpenCMS, Midgard/Aegir und Bricolage.
Web Browser
Siehe auch:
FTP-Clients
- gFTP,
www.gftp.org.
gFTP is a multithreaded FTP client for X Windows written using GTK+.
It features simultaneous downloads, resuming of interrupted file
transfers, FTP, HTTP, and SSH protocols, file transfer queues,
downloading of entire directories, FTP and HTTP proxy
HTML-Editoren
Folgende HTML-Editoren zum bearbeiten von HTML-Quellcode gibt es:
Daneben sind natürlich die gängigen Editoren (Emacs und Vi) fähig,
mit HTML umzugehen.
Siehe auch:
Web-Server
Web-Server:
FTP-Server
FTP-Server:
Web Content Management Systeme (WCMS)
Web Content Management Systeme (WCMS):
Frameworks:
Sonstige:
Übersichten:
WikiWikiWebs
WikiWikiWebs:
E-Commerce- und Online-Shopsysteme
E-Commerce- und Online-Shopsysteme:
Groupware und CSCW
Groupware und CSCW:
Siehe auch
Webworking
(Administration von und mit
GNU/Linux)
Kefk Network Webworking,
www.kefk.net/Webworking.
Netmarks
N/A
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