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DEB

Administration : Paketverwaltung : DEB : Übersicht
29-Aug-2002/09-Jan-07


Übersicht

Das Debian-Paketformat beinhaltet eine Vielzahl von Informationen zu jedem Paket um sicherzustellen, das sich jedes einzelne perfekt in das System integriert. Debian-Paketnamen enden immer mit .deb, somit können sie leicht von anderen Dateien oder von Paketen aus anderen Distributionen unterschieden werden. Das bekannteste Feature des Debian- Paketformates ist die Definition der Abhängigkeiten (dependencies) zwischen den Paketen.

Abhängigkeiten zwischen den Paketen erlauben es zum Beispiel einzelnen Programmen, auf gemeinsame Bestandteile anderer Pakete zuzugreifen, meist sind dies Libraries (Systembibliotheken). Dies verhindert ein unnötiges, doppeltes Installieren von Dateien, auf einem durchschnittlichen System kann so die Zahl der installierten Dateien deutlich reduziert werden.

Weiterhin sind in den Paketbeschreibungen auch Konflikte zwischen den Paketen festgelegt. So ist es unter Debian GNU/Linux nicht möglich, zwei oder mehrere der Programme exim, smail, sendmail, postfix oder qmail zu installieren, da diese alle das virtuelle Paket mail delivery agent zur Verfügung stellen. Die Abhängigkeiten erlauben es, daß genau ein Programm, welches für den Mailtransport zuständig ist, installiert werden kann. Dann haben Sie aber die freie Auswahl zwischen den verfügbaren Paketen.

Das Debian-Paketsystem überwacht kontinuierlich diese Abhängigkeiten und sorgt dafür, daß das System in einem sicheren, lauffähigen Zustand bleibt.

Anforderungen an die Paketverwaltung in Debian

Systeme zur Verwaltung von Software-Paketen sind in der Linux-Welt nicht neu. SLS und Slackware hatten bereits ein einfaches System, und es gibt auch Portierungen des in kommerziellen Unix-Systemen genutzten System V Paket-Systems (pkgadd etc.). In kommerziellen Unix-Systemen gibt es auch andere Paket-Systeme, die aber unter Linux nicht verfügbar sind.

Welche einzelnen Anforderungen muß das Paket-System erfüllen?

Robustheit.

Linux wird inzwischen erfolgreich von Leuten genutzt und auch administriert, die vorher nie mit Unix zu tun hatten. Deshalb ist es wichtig, es möglichst schwer zu machen, eine funktionierende Installation zu beschädigen. Wenn ein Paket ein anderes benötigt (z.B. läuft ghostview nur, wenn ghostscript installiert ist), soll das benötigte Programm automatisch mit installiert werden. Analog muß die Löschung eines Pakets verhindert werden, solange es von einem anderen installierten Paket benötigt wird. Außerdem soll es unmöglich sein, daß ein unbedingt benötigtes Paket (z.B. init oder die Shell) gelöscht wird.

Einfache Bedienung.

Debian soll ohne großen Lernaufwand nutzbar sein. Dabei ist es schwierig, die Bedienung für den Neuling einfach zu gestalten, ohne daß sich fortgeschrittene Anwender über fehlende Funktionalität ärgern müssen. Ein Ausweg ist, verschiedene Ebenen von Werkzeugen bereitzustellen, um sowohl die einfache Bedienung zu ermöglichen als auch vollständigen Zugriff auf die unvermeidbar vorhandene Komplexität bereitzustellen.

Upgrade-Fähigkeit.

Die Linux-Entwicklung ist sehr dynamisch. Von praktisch allen Programmen eines gängigen Linux-System erscheinen mehrmals im Jahr neue Versionen. Darüber hinaus ist es unvermeidbar, daß Pakete Fehler enthalten. Somit kann es schnell passieren, daß in einem Jahr über zehn neue Versionen eines Debian- Pakets erscheinen.

Deshalb müssen Upgrades einfach und ohne neues Booten des Rechners möglich sein. Es soll sichergestellt werden, daß ein Programm nach dem Upgrade korrekt läuft.

Komplexe Updates, wie z.B. der Umstieg von a.out auf ELF (so geschehen mit Debian 0.93 1 nach 1.1) sollen möglich sein ohne Neuinstallation.

Inkrementelle Upgrades.

Bei kommerziellen Unix-Systemen ist es meist so, daß einmal im Jahr (oder noch seltener) eine neue Release erscheint. In der Zwischenzeit erscheinen bei einschneidenden Problemen hinsichtlich Funktionalität oder Rechnersicherheit sogenannte Patches. Wenn ein Problem nicht ,,groß genug`` ist, wird es also unter Umständen erst nach einem Jahr vom Hersteller gelöst. (Sicher gibt es für viel Geld Wartungsverträge ...)

Aufgrund der hohen Dynamik im Linux-Umfeld ist es für Debian wichtig, daß Fehler schnell korrigiert werden und diese Änderungen einfach verteilt und auf den Systemen eingespielt werden können. Wenn man nur einen bestimmten Fehler korrigieren will, soll man nicht gezwungen sein, alle anderen bis dahin erschienenen Änderungen ebenfalls einzuspielen. Aktualisierungen in Paketen sollen also voneinander möglichst unabhängig sein, um beim Lösen eines bestimmten Problems die Wahrscheinlichkeit unerwarteter Probleme zu minimieren. (Wenn man das Paket über ein Modem nach Hause übertragen muß, spart man so auch noch Telefonkosten.)

Verwaltung des gesamten Systems.

Das Paket-System soll in der Lage sein, das Debian-System vollständig zu verwalten. Insbesondere soll kein extra Basis-System erstellt werden, daß sich der Paketverwaltung entzieht und dessen Inhalt deshalb nicht einfach upgradebar ist.

Verschiedene Rechnerarchitekturen.

Linux ist für verschiedene Architekturen verfügbar, und Debian ist für einige dieser Architekturen verfügbar. Das Paket-System muß mindestens sicherstellen, daß in jedem Paket die Information enthalten ist, auf welcher Architektur es installiert werden kann. Diese Information wird dann beim Installieren von Paketen geprüft.

Verwaltung der Quelltexte, Verteilte Entwicklung.

Im Unterschied zu kommerziellen Unix-Systemen sind in Debian zu allen Paketen auch die Quellen verfügbar. Diese Quellen werden in Source-Paketen zusammengefaßt und verteilt. Es soll jedem möglich sein, aus diesen Source-Paketen die Binär-Pakete zu erstellen. Die Verteilung der Entwicklung wird in Debian so gestaltet, daß für jedes Paket ein Maintainer zuständig ist. Ein Paket stellt damit eine relativ selbständige Einheit dar. Dadurch können die Maintainer unabhängig voneinander arbeiten, was die Verteilung der Entwicklungsarbeit ermöglicht.

Die Anforderungen der Debian-Entwicklung unterscheiden sich insbesondere in der Handhabung der Quelltexte, der verteilten Entwicklung und der Upgrade-Häufigkeit stark gegenüber kommerziellen Unix-Systemen und auch anderen freien Unix-ähnlichen Betriebssystem-Projekten. Es existierte kein freies Paket-System, das diese Anforderungen erfüllte. Deshalb war es nötig, für Debian ein eigenes Paket-System zu entwickeln.

Quelle: Linux Magazin

Netmarks

Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch,
www.openoffice.de/linux/buch/instweiterepakete.html.

Linux Magazin: "Paketverwaltung in Debian. Gut verpackt ist halb gewonnen", von Sven Rudolph und Heiko Schlittermann,
www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/1997/09/.../paketverwaltung.html.

Die Verwaltung von Software-Paketen ist ein Highlight von Debian GNU/Linux. Dieser Artikel gibt einen Überblick über Anwendung, Struktur und Arbeitsweise des Systems. An einem Beispiel wird gezeigt, wie man selbst in den Quelltexten Fehler korrigieren und ein neues Paket bauen kann.

Debian Paketverwaltung,
www.ruwela.de/Linux-Befehls-Beispiele/node13.html.

Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch, Kapitel 4. Installation weiterer Pakete: dpkg,
www.openoffice.de/linux/buch/dpkg.html.

Anmerkungen

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Linux Administration Handbook
von Evi Nemeth, Garth Snyder u.a.

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