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Shoreline Firewall (Shorewall)

www.shorewall.net.

Administration : Firewalling : Shorewall : Übersicht
18-Dec-2004/09-Jan-07


Übersicht

Die Shoreline Firewall (kurz: Shorewall) ist ein auf Netfilter bzw. Iptables basierendes Frontend für den Aufbau einer Firewall von Thomas M. Eastep; das Paket steht unter der GNU GPL, die Dokumentation unter der GNU FDL.

Shorewall ist kein Daemon; die Skripts konfigurieren Netfilter und haben ihre Schuldigkeit dann getan; mit den üblichen Parametern wie start, stop oder restart nimmt man Veränderungen am Status von Netfilter vor, die Shorewall nur »durchreicht«. Shorewall ist extrem flexibel; nahezu alle Parameter können modifiziert werden; es wird dadurch möglich, eine relativ sichere Firewall mit einer Handvoll übersichtlicher Konfigurationsdateien aufzubauen, ohne auf ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit an individuelle Wünsche verzichten zu müssen.

Installation

Das Paket besteht aus einer Reihe von Skripts, die unter Debian GNU/Linux mit einem simplen apt-get install shorewall installiert werden; Die Dokumentation bekommt man unter Debian mit shorewall-doc und ggf. noch ein Webmin-Frontend mit webmin-shorewall. Für andere Plattformen stehen auch RPM-Pakete und Tarballs zur Verfügung:

Anschließend konfiguriert man die Firewall über eine Reihe von ausführlich kommentierten Konfigurationsdateien:

  • Konfigurationsdateien: /etc/shorewall/
  • Definierte Aktionen: /usr/share/shorewall/
  • Dokumentation: /usr/share/doc/shorewall/ und man shorewall

Im Web finden sich ausführliche ergänzende Installations- und Konfigurationshinweise:

Natürlich stehen auch einige Mailinglisten bereit:

Konfiguration

Die Konfiguration von Shorewall selbst erfolgt in der Hauptkonfigurationsdatei  /etc/shorewall/shorewall.conf; hier wird eingestellt, was und wo Shorewall protokolliert, wo sich die Shorewall-Skripts befinden usw. Daneben werden auch noch einige wichtige Optionen aktiviert bzw. deaktiviert (z.B. IP Forwarding, Traffic Shaping, MSS Clamping u.a.).

Wie bei jeder Firewall muss man sich überlegen, welche grundlegende Policy man verfolgen will, welche Internet-Dienste an welcher Stelle hinter der Firewall verfügbar sein sollen und welche Protokolle und Ports dafür benötigt werden.

Shorewall kennt grundsätzlich bis zu vier Zonen und kann von Hause aus bis zu drei Interfaces (/etc/shorewall/interfaces) handhaben:

Zone Schnittstellen Beschreibung
fw 1-3 Die Fiewall selbst bildet eine eigene Zone.
net 1-2 Das Internet.
loc 1-2 Das lokale Netzwerk (LAN).
dmz 3 Die demilitarisierte Zone (DMZ).

Die Zone fw steht immer zur Verfügung, loc und net bei ein oder zwei Netzwerk- Interfaces sowie dmz bei drei Netzwerk- Interfaces. Soll der Rechner als Gateway arbeiten, muss man IP_FORWARDING aktivieren; bildet der Shorewall-Rechner den Endpunkt der Verbindung oder soll der Datenverkehr über Proxies laufen, muss die Weiterleitung deaktiviert werden.

In /etc/shorewall/policy definiert man, wie die grundlegenden Sicherheitsrichtlinien gehandhabt werden; standardmäßig ist Shorewall so konfiguriert, dass

  • alle Verbindungen aus dem LAN ins Internet erlaubt sind,
  • alle Verbindungen aus dem Internet auf das LAN ignoriert, aber protokolliert werden (syslog level KERNEL.INFO) und
  • alle anderen Verbindungsanfragen zurückgewiesen und protokolliert werde (syslog level KERNEL.INFO).

Die Konfigurationsdateien sind als übersichtliche Tabellen aufgebaut:

#SOURCE   DEST   POLICY   LOG LEVEL   LIMIT:BURST
loc       net    ACCEPT
net       all    DROP     info
all       all    REJECT   info

In /etc/shorewall/rules passt man die Regeln nun im Detail an. Daneben existieren noch verschiedene andere Konfigurationsdateien (actions, maclist, nat, tcrules, interfaces, masq, params, rfc1918 und zones), die je nach Bedarf angepasst werden müssen. Die ausgezeichnete Dokumentation hilft dabei mit einigen detailliert ausgeführten Anwendungsszenarien. Wichtige Dateien sind:

  • zones: Definition der Zonen, also was als Firewall (fw), lokales Netz (loc) oder DMZ (dmz) bewhandelt wird;
  • interfaces: Definition, welche Netzwerkkarten welcher Zone zugeordnet sind;
  • masq: Definition von Dynamic NAT (»Masquerading«) und Source NAT (SNAT)

Beim Starten zeigt Shorewall recht präzise an, in welchen Reihenfolge die Konfigurationsdateien abgearbeitet werden:

firewall:# shorewall start
Loading /usr/share/shorewall/functions...
Processing /etc/shorewall/params ...
Processing /etc/shorewall/shorewall.conf...
Loading Modules...
Restarting Shorewall...
Initializing...
Shorewall has detected the following iptables/netfilter capabilities:
NAT: Available
Packet Mangling: Available
Multi-port Match: Available
Connection Tracking Match: Available
Determining Zones...
Zones: net loc
Validating interfaces file...
Validating hosts file...
Validating Policy file...
Determining Hosts in Zones...
Net Zone: ppp0:0.0.0.0/0
Local Zone: eth0:0.0.0.0/0
Deleting user chains...
Restoring dynamic rules...
Creating Interface Chains...
Configuring Proxy ARP
Setting up NAT...
Setting up NETMAP...
Adding Common Rules
Adding rules for DHCP
Enabling RFC1918 Filtering
Setting up Kernel Route Filtering...
IP Forwarding Enabled
Pre-processing Actions...
...

Wer über eine statische IP-Adresse verfügt, kann diese mit der Datei /etc/shorewall/nat konfigurieren; bei einer dynamischen IP-Adresse geschieht dies dagegen mit DNAT in der Datei /etc/shorewall/rules. Daneben besteht auch die Möglichkeit der Konfiguration über Proxy ARP.

Betrieb und Wartung

In der Standardeinstellung schreibt Shorewall seine Meldungen nach /var/log/messages; diese Meldungen sollte man eine Weile sorgfältig beobachten. Näheres zum Logging von Shorewall findet sich unter

Shorewall unterstützt alle Syslog-Level:

7 - debug (Debug-level messages)
6 - info (Informational)
5 - notice (Normal but significant Condition)
4 - warning (Warning Condition)
3 - err (Error Condition)
2 - crit (Critical Conditions)
1 - alert (must be handled immediately)
0 - emerg (System is unusable)

Wer ausgefeiltere Möglichkeiten des Protokollierens haben will, kann auch mit Ulogd oder Syslog-ng loggen lassen:

Zur strukturierten Auswertung von Logfiles stehen einige Tools zur Analyse zur Verfügung. Natürlich kann man sich als Hilfsmittel auch Tools wie Fwlogwatch etc. installieren.

Netmarks

Shoreline Firewall,
www.shorewall.net.

Shorewall- Installation unter SuSE Linux 8.0,
www.eressa.de/linux/linux/shorewall2.html.

NetFilter,
www.netfilter.org.

Linux Advanced Routing and Traffic Control Howto,
ds9a.nl/lartc.

Traffic Shaping Howto,
www.tldp.org/HOWTO/Traffic-Control-HOWTO

Iproute,
ftp.inr.ac.ru/ip-routing.

Verzeichnis der Port-Nummern,
www.iana.org/assignments/port-numbers.

Verzeichnis bekannter Trojaner,
www.glocksoft.com/trojan_port.htm.

Netfilter log messages,
logi.cc/linux/netfilter-log-format.php3.

Anmerkungen

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