Der Mensch verfügt im Inneren seines früher einmal als
»Gesichtserker« bezeichneten Riechorgans über rund fünf
Quadratzentimeter Riechfläche; dort drängeln sich etwa fünf Millionen
Riechsinneszellen. Damit ist es einem trainierten Parfümeur immerhin
möglich, über 30.000 Duftabstufungen zu unterscheiden. Damit ist das
menschliche Leistungsvermögen dann allerdings auch ausgeschöpft.
Nicht so beim Hund; das zeigt schon die Spezialisierung der
Hundenase: Die Riechfläche einer Schäferhundnase umfasst beachtliche 150
Quadratzentimeter und verfügt über 220 Millionen Riechsinneszellen. Nach
Adam Riese sollte man nun denken, der Schäferhund könne etwa 44-mal
besser riechen als der dazugehörige Zweibeiner.
Diese Milchmädchenrechnung geht allerdings nicht auf;
wissenschaftliche Messungen mit dem Olfaktometer haben ergeben, dass das
Riechvermögen des Hundes etwa eine Million mal besser ist als die des
Hundes. Dies ermöglicht dem Tier, ein jedes riechende Ding auf
dieser Welt allein anhand des Geruchs zu differenzieren. Jedes Lebewesen
verfügt über ein eindeutiges »Duftbild« welches, geeignete
Messinstrumente vorausgesetzt, ebensogut als biometisches
Identifikationsmerkmal wie ein Irisscan genutzt werden könnte.
Das Differenzierungsvermögen des Hundes ist damit jedoch noch nicht
ausgereizt. Da sich das »Duftbild« einer Duftspur bereits nach wenigen
Sekunden verändert – es verflüchtigt sich eben – kann der
Hund anhand dieser Veränderung auf eine Richtung schließen.
Allerdings riechen nicht alle Hunde gleich gut; folgende Tabelle
zeigt einige Unterschiede auf:
| Lebewesen |
Riechsinneszellen |
| Mensch |
5 Millionen |
| Dackel |
125 Millionen |
| Foxterrier |
147 Millionen |
| Schäferhund |
220 Millionen |