Unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) versorgen ein
Computersystem oder verschiedene Peripheriegeräte oder auch
Telefonanlagen weiter mit Batteriestrom, sollte die Netzversorgung
einmal ausfallen.
Ein unerwarteter Netzausfall führt zum Verlust aller Daten und
Programme im Arbeitsspeicher eines Computers. Der Inhalt einer
Festplatte kann in einen inkonsistenten Zustand geraten, wenn der
Stromausfall während eines Schreibvorgangs stattfindet oder Inhalte von
Write-Cache-Speichern nicht vor dem Stromausfall auf die Platte
geschrieben wurden. Deswegen ist es wichtig, bei solchen Störfällen den
Rechner geregelt herunterzufahren.
Bei Netzstörungen sollte man aber nicht nur an einen Stromausfall
denken, sondern auch an Störungen, die durch lokale Belastungen des
Stromnetzes auftreten können. Solche Über- oder Unterspannungen können
durch einen ausgeprägten Belastungswechsel verursacht werden, der von
einem im Hausnetz angeschlossenen Gerät ausgeht. Sollte eine
Unterspannung über längere Zeit andauern, wird das Computernetzteil
diese registrieren und den Computer abschalten, was gleichbedeutend ist
mit einem Netzausfall. Auch kurzfristige Unterspannungen können Probleme
erzeugen. Durch einen kurzen Spannungspuls kann es zu nicht
nachvollziehbaren Systemabstürzen oder Programmfehlern kommen.
Überspannungen sind verantwortlich für eine Vielzahl an
Hardwareausfällen, sie verschleissen Computerbauteile, besonders
Netzteile.
USV-Technologien
Bei USVs unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Technologien.
Es gibt sogenannte Online- sowie Offline-Modelle.
Offline-USV.
Im Störfall wird durch ein Relais die Stromversorgung auf die USV
umgeschaltet.
Offline-Modelle arbeiten wie ein Notstromaggregat und schalten
sich erst dann ein, wenn der Strom ausgefallen ist. Dadurch
entstehen entsprechende Schaltzeiten, die im Bereich von wenigen
Millisekunden liegen. Bei PCs reicht diese Zeit in der Regel aus,
ohne dass eine Störung im Rechner auftritt. Bei anderen Systemen
kann schon diese kurze Umschaltzeit zu Datenverlusten führen. Die
Line-Interaktive USV ist eine Weiterentwicklung der
Offline-Technologie. Durch einen parallel zur Spannungsversorgung
der USV geschalteten Regelkreis werden die Schwankungen der
Netzspannungen auf einen für den Verbraucher tolerierbaren Wert
reguliert und Netzressourcen optimal genutzt, da bei
Spannungseinbrüchen nicht gleich auf Batteriebetrieb geschaltet
wird. Dies erhöht die Batterielebensdauer. Aber auch diese
verbesserte Version der Offline-Technologie reicht nicht aus, wenn
die angeschlossenen Geräte auf durch das Umschalten auftretende
Phasenverschiebungen empfindlich reagieren. Das ist zum Beispiel bei
vielen Anlagen der Telekommunikation der Fall.
Online-USV.
Umschaltunterbrechungen der Ausgangsspannung werden durch
permanente Spannungswandlung vermieden.
Mehr Datensicherheit bieten Online-Modelle, die allerdings
aufgrund der aufwendigeren Technologie normalerweise teurer sind als
entsprechende Offline- oder Line-Interaktive-Modelle. Die eingehende
Netzspannung wird galvanisch getrennt und
gleichgerichtet. Die gleichgerichtete Spannung wird geglättet,
stabilisiert und wieder in eine saubere Wechselspannung
gewandelt. Dieses Verfahren gewährleistet für die angeschlossenen
Verbraucher weitestgehende Abschirmung von Spannungsschwankungen,
Unterbrechungen, Rauschen oder Spikes.
Die Aufladung der Batterie erfolgt während des Normalbetriebs.
Fällt das Netz völlig aus, übernimmt die ständig aufgeladene
Batterie gleitend und unterbrechungsfrei den Energiefluss zum
Wechselrichter. Diese Technologie erzeugt permanent eine völlig
neue, netzunabhängige Spannung. Neben den fehlenden Schaltzeiten
haben die Online-Geräte also auch den weiteren
Vorteil, als Spannungs-Konstanthalter und Netzfilter arbeiten zu
können. Nachteilig bei Online-Modellen sind die höheren
Energieverluste durch die kontinuierliche Versorgung über den
Wechselrichter. Die hohe Wärmeentwicklung bedingt den Einsatz
von Lüftern, was wiederum zu einer höheren Geräuschentwicklung
führt.
Dimensionierung
Die richtige Dimensionierung erfolgt nach der auf den Typenschildern
angegebenen Leistung in VA (VoltAmpere) oder der
Berechnung der Scheinleistung bei nichtlinearen Lasten. Wird auf dem
Typenschild die Leistung in VA angegeben, kann die Leistung der
einzelnen Geräte einfach addiert werden. Dazu gehören unter anderem auch
Bildschirme, Terminals, externe Datenspeicher und Peripheriegeräte.
Erfolgt die Angabe in Watt, so muss die Scheinleistung rechnerisch
ermittelt werden. Hierzu wird die Angabe in Watt mit einer Konstanten
multipliziert. Bei den derzeit üblichen Schaltnetzteilen kann ein Faktor
von 1,4 angesetzt werden.
Rechenbeispiel: Typenschildangabe von 150 W
Wert in VA ergibt sich zu 150 * 1,4 = 210
Sind Systemerweiterungen geplant oder abzusehen, sollten diese
Komponenten bei der Dimensionierung der USV mit berücksichtigt werden.
Übersteigt der Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte durch eine
nachträgliche Erweiterung die Leistungsfähigkeit der USV, dann kann ein
ordentliches Herunterfahren der Systeme nicht mehr gewährleistet werden.
Es wird empfohlen, in regelmässigen Abständen die Funktionsfähigkeit der
USV mit allen angeschlossenen Geräten zu testen.
Da eine USV nur eine vorübergehende Sicherung eines Systems
ermöglicht, können die angeschlossenen Rechner und Peripheriegeräte nur
für kurze Zeit mit Batteriestrom versorgt werden. Diese
Überbrückungszeit lässt sich so auswählen, bzw. durch
Batterieerweiterungssets anpassen, dass Daten wie auch Programme im
Falle eines Stromausfalls ordnungsgemäss
gesichert werden können.
Wichtigster Bestandteil jeder USV sind die Batterien, deren
durchschnittliche Lebensdauer bei 3 bis 5 Jahren liegt und stark von der
Batterietemperatur beeinflusst wird. Tests von Herstellern haben
ergeben, dass bei einer Erhöhung der Umgebungstemperatur um 5 Grad
Celsius die Lebensdauer der Batterie um durchschnittlich 10% sinkt.
Alarmierung und Schnittstellen
Die Alarmierung über kritische Zustände, wie einen Stromausfall oder
eine Störung der USV selbst, sollte gleichermassen über das Netzwerk,
E-Mail, Pager, Fax sowie GSM-Telefone möglich sein. Bei einer Meldung
der USV sollte gewährleistet sein, dass vordefinierte Befehle oder
Scripts (*.exe, *.bat, *.com, *.cmd, etc.) automatisch ausgeführt
werden.
Alle Vorkommnisse werden in einer Logdatei gespeichert. Das Führen
einer separaten Batterie-Log-Datei ist dabei aufgrund der Wichtigkeit
der Batterie als Energiespeicher der USV-Anlage unbedingt erforderlich,
um ihren Status eindeutig beurteilen zu können.
USV-Geräte sind in der Regel mit einer RS-232 Schnittstelle
ausgestattet, über die der Anschluss an den Rechner erfolgt. Bei allen
USVs, die transtec anbietet, ist im Lieferumfang eine Management- und
Shutdownsoftware für alle gängigen Betriebssysteme (Windows 98/NT/2000,
Unix, NetWare und OS/2) enthalten. Updates können kostenlos von der
Homepage des
jeweiligen Herstellers heruntergeladen werden. Die Installation ist
aufgrund der Benutzerführung sehr einfach durchzuführen: Unter Windows
98 werden z. B. die USVs von MGE automatisch erkannt, da die Treiber
bereits in Windows 98 enthalten sind.
Shutdown
Ein durch die USV-Management-Software ausgelöster Shutdown beinhaltet
folgende Merkmale:
Speichern des Cache-Inhaltes auf der Festplatte,
Speichern des aktuellen Zustandes der offenen Dateien (Windows),
Durchführen eines ordentlichen Systemabschlusses und
Abschalten der USV.
Es ist möglich, einen genau festgelegten Ein- bzw. Ausschaltplan für
die USV zu definieren.
Netzwerkweite Kommunikation
Das Managen einer USV-Anlage ist von jeder Arbeitsstation im Netz
möglich. Sind innerhalb eines Netzwerks mehrere USVs installiert, können
diese von jedem berechtigten Arbeitsplatz netzwerkweit administriert
werden.
Meldungen, durch die USV-Management-Software ausgelöst, können
zeitgesteuert an vordefinierte Netzwerkteilnehmer gesendet werden. Diese
Meldungen können editiert werden und Änderungen von jeder Arbeitsstation
sind sofort aktiv. Somit entfällt ein erneutes Rebooten der
Shutdown-Software oder gar des Rechners. Funktionen wie Verändern von
Einstellungen, Rebooten des Netzwerkes o.ä. sind passwortgeschützt.
Sind mehrere Netzwerkteilnehmer (Server, Workstations, Gateways,
Hubs, Router etc.) des gleichen Netzwerkbetriebssystems an eine USV
angeschlossen, so kann eine Gruppe erstellt werden. Dies bedeutet, dass
ein Rechner seriell mit der USV verbunden ist und als Gruppen-Controller
arbeitet. Dieser stellt die USV-Informationen im Netzwerk zur Verfügung.
Auf allen weiteren Netzwerkkomponenten ist die Shutdown-Software
installiert; die Komponenten sind als Gruppenmitglieder definiert. Deren
Verhalten kann jedoch unabhängig vom Controller vorgegeben werden. Somit
ist z. B. ein sequentieller Shutdown aller dieser Netzwerkkomponenten
gewährleistet.
Ebenso sollte auch der Test aller in einem Netzwerk befindlichen
USV-Anlagen durch den Anwender von einer Arbeitsstation aus
initialisierbar sein.
Checkliste USV
Wie "sauber" ist der Netzstrom?
Wie stark schwankt die Spannung?
Welche Leistung wird benötigt?
Welche Zeitspanne ist erforderlich, um alle Anwednungen ohne
Datenverluste herunterzufahren?
Über welche Schnittstelle kommuniziert der Comuter mit der USV?
Soll die USV in einem Gehäuseschrank installiert werden?
Ergänzungen, Fragen und
Kommentare:
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