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Formfaktoren von Mainboards

www.formfactors.org.

Zentraleinheit : Mainboard : Formfaktor :Übersicht
25-Okt-2001/10-Jan-07


Übersicht

Der Formfaktor (Motherboardformat) legt fest, wo die einzelnen Komponenten und wie CPU und Steckplätze auf dem Motherboard sitzen. Genauso ist festgelegt, welche Gehäuse und Netzteile verwendet werden dürfen.

Folgende Formfaktoren sind verbreitet:

  • AT (Advanced Technology), BAT oder Baby-AT,
  • ATX (AT Extended), Mini-ATX,
  • LPX (Low Profile Extended), Mini-LPX,
  • NLX, Mini-NLX und Micro-NLX.

AT (Advanced Technology)

Bei dieser veralteten Hauptplatine ist außer dem Tastaturanschluß keine andere Schnittstelle vorhanden. Andere Schnittstellen müssen meistens über Erweiterungssteckkarten nachgerüstet werden. Neuere Motherboards dieses Formfaktors haben bereits alle notwendigen Schnittstellen onboard.

Wegen der Lage der CPU ist die Wärmeableitung sehr schlecht. Modernere CPUs benötigen dringend einen Lüfter. Durch diesen wiederum ist der Steckkarten-Bereich für lange Erweiterungskarten blockiert. Für die einfache Erweiterung, ist die Lage der Speicherbausteine meist ungünstig.

Dieses Boardformat mit den Maßen 30,48cm x 35,05cm wird meistens nicht mehr verwendet.

BAT oder Baby-AT

Die Nachfolgespezifikation der AT-Boards: Es ist kleiner (21,77cm x 15,24cm) und hat mehr Schnittstellen onboard hat, weist ansonsten jedoch dieselben Nachteile wie AT-Hauptplatinen auf.

ATX (AT Extended)

Der ATX-Formfaktor ist der Nachfolger des AT-Formats. Es wurde für bessere Übersichtlichkeit und Praxistauglichkeit (gute Erweiterbarkeit, kürzere Kabelwege, Kühlung der Hauptplatine durch den Netzteillüfter) entwickelt. ATX-Boards erfordern allerdings spezielle Netzteile und Gehäuse. Die Platine ist gegenüber dem AT-Formfaktor um 90 Grad gedreht. ATX-Netzteile haben einen vertauschungssicheren Stecker mit 20 Polen; das Netzteil kann nach dem Herunterfahren softwaremäßig ausgeschaltet werden.

BTX (Balanced Technology Extended)

BTX soll Nachfolger des Formfaktors ATX werden. Die Spezifikation wurde bislang unter dem Codenamen "Big Water" entwickelt, soll aber nun offiziell unter der Bezeichnung Balanced Technology Extended (BTX) auf den Markt kommen und neue Funktionen für PC-Nutzer mitbringen.

BTX soll für eine bessere Balance im Thermal- Management im Gehäuse sorgen, neue Gerätegrößen (microBTX- und picoBTX- Mainboards) und Formen ermöglichen sowie für eine geringere Lautstärke von Systemen bei höherer Leistung sorgen. So soll BTX einen Luftstrom ermöglichen, der von vorn nach hinten durch das Gehäuse fließt und sieht den Einsatz von modernen Lüfter- Funktionen. Zudem wird ein integrierter Ansatz zur Kühlung der verschiedenen Komponenten verfolgt.

Nach außen hin sieht BTX diverse Anschlüsse in einem kompakten Design vor und verspricht insgesamt geringere Kosten für Systemhersteller. Geräte auf Basis des BTX- Formfaktors sollen laut Intel schon 2004 auf den Markt kommen.

Auf BTX-Mainboards sind der Bereich mit den Ein-/ Ausgabe- Buchsen sowie die Erweiterungssteckplätze anders angeordnet als auf den etablierten ATX-Platinen; außerdem ist ein 24-poliger "Main-Power"- Stecker statt der bisher 20-poligen Version vorgesehen. Damit trägt Intel dem weiter steigenden Leistungshunger kommender Desktop- Prozessoren und Grafikkarten Rechnung. BTX schreibt außer dem 24-poligen Stecker -- der zwar noch eine negative 12-Volt, aber keine negative 5-Volt-Spannung mehr vorsieht -- noch einen vierpoligen 12-Volt-Stecker für die direkte Versorgung des CPU-Kernspannungsreglers vor. Eine BTX-Netzteilspezifikation fehlt derzeit allerdings noch.

Um die Wärme- und Geräuschentwicklung kommender Desktop-PCs auch in kleinen Gehäusen im Griff zu behalten, führt Big Water/BTX ein "Thermal Module" ein. Dabei handelt es sich um einen Kühlkanal, der Luft durch das Gehäuse führt und die direktere Kühlung der innen liegenden Komponenten ermöglicht. BTX löst durch die geänderte Anordnung des PCI-Express-Steckplatzes für Grafikkarten und die Orientierung des Mainboards auch das Problem der "hängenden" Ventilatoren und Kühler auf heutigen AGP-Grafikkarten in Tower-Gehäusen.

Zudem will Intel ab Mitte 2004 drahtlose Access-Point- und Router-Funktionen in den PC integrieren. Intel zeigt darüber hinaus eine Instant- On/Off- Technologie, mit der PCs nach dem Druck auf "On" innherhalb weniger Sekunden einsatzbereit sind. Bei Stromausfällen soll diese Technologie dafür sorgen, dass PCs ohne Datenverlust und erneutes Booten wieder genutzt werden können. Allerdings sollen diese Technologien erst in den kommenden Jahren Einzug in normale Desktop-PCs finden (Quellen: Heise Online, Golem.de).

Abbildung: Der BTX-Formfaktor am Beispiel eines Tower-Gehäuses (Quellle: www.heise.de; Zugriff: 18-Sep-2003).

Mini-ATX

Eine noch kleinere Variante des ATX-Motherboard-Formates mit weniger Steckplätzen und Speicherbänken, die nur wenige Erweiterungsmöglichkeiten bietet.

Micro-ATX

 

Flex-ATX

Norm für ultrakompakte Rechner; Platinenmaße maximal 229mm × 191mm.

www.formfactors.org/developer/specs/flexatx/flexatx.htm.

LPX (Low Profile Extended)

Beim LPX-Formfaktor handelt es sich um eine Abwandlung von ATX. Das LPX-Format ist für besonders flache Gehäuse gedacht. Deshalb sind praktisch alle Schnittstellen-Anschlüsse auf dem Board vorhanden. Die Steckkarten werden über eine Raiser-Karte mit dem Board verbunden.

Rechner mit LPX-Mainboards sind besonders schwer erweiterbar und wegen der schlechten Wärmeabweisung nur eingeschränkt für schnelle Prozessoren geeignet.

Mini-LPX

Eine noch kleinere Variante des LPX-Motherboard-Formates.

NLX

Das NLX-Format ist die Weiterentwicklung des LPX-Formats. Es ist mit Slot-1 und AGP ausgestattet.

Mini-NLX und Micro-NLX

Eine noch kleinere Variante des NLX-Motherboard-Formates.

ITX (ab 03/2001)

Industriestandard für PC-Mainboards.

Platinenmaße: 215mm × 191mm.

Stromversorgung: ITX definiert auch ein kleineres Netzteil mit 60 bis 75 Watt Maximalleistung, das zwar den gleichen 20-poligen Mainboardstecker wie ATX-Netzteile benutzt, aber nur +5- und +12-Volt-Versorgung sowie eine 5-Volt-Standby-Spannung liefert.

Spezifikation: www.via.com.tw/en/VInternet/WP010320ITX.pdf [PDF].

Mini-ITX

Mini-ITX-Formfaktor: 17 x 17 cm2.

Spezifikation: www.via.com.tw/en/VInternet/Mini-iTX.PDF [PDF].

Produkte:

Nano-ITX

MiniPCI-Slots, SO-DIMM und CPU im Nano-BGA-Gehäuse.

Verfügbar voraussichtlich ab 2004.

Netmarks

Heise Online: "IDF: Big Water mündet in BTX-Spezifikation", Meldung vom 17.09.2003 17:50,
www.heise.de/newsticker/data/ciw-17.09.03-005.

Golem.de: "BTX soll ATX-Formfaktor ablösen. Intel zeigt "Instant On/Off" und in den PC integrierte WLAN-Router" (Hardware), 17.09.2003, 09:57,
www.golem.de/0309/27499.html.

Heise Online: "Noch mehr Mini-ITX-Mainboards", Meldung vom 13.03.2003 19:38,
www.heise.de/newsticker/data/ciw-13.03.03-003.

Heise Online: "Neues Mainboard-Format von VIA" (CeBIT News), Meldung vom 21.03.2001 14:12,
www.heise.de/newsticker/data/ciw-21.03.01-002.

E-Online: "Formfaktor",
www.e-online.de/sites/com/0403291.htm.

E-Online: "ATX-Formfaktor",
www.e-online.de/sites/com/0312111.htm.

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Literaturhinweise:
PC - Hardwarebuch.
 von Hans-Peter Messmer

Addison-Wesley, 10/2000
Tom's Hardware Guide. Der perfekte PC im Eigenbau.

Franzis, 2002
PC-Werkstatt
 von Klaus Dembowski

Markt & Technik, 11/2002
PC Hardware Superbibel
 von Scott Mueller

Markt & Technik, 2003
PC Hardware in a Nutshell
 von Robert und Barbara Thompson

O'Reilly, 2. Aufl., 2002
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