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Digital Video Broadcasting (DVB)

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Erstellt/Zuletzt bearbeitet: 05-Aug-2005/02-Feb-06
Systemzeit: Donnerstag, 24.07.2008, 20:57:09.

Home : Hardware : Multimedia : Video : DVB


Übersicht

Digital Video Broadcasting (DVB) bezeichnet in technischer Hinsicht die standardisierten Verfahren zur Übertragung von digitalen Inhalten (Fernsehen, Radio, Mehrkanalton, Raumklang, interaktive Dienste wie MHP, EPG und Teletext und weitere Zusatzdienste) durch digitale Technik.

Durch Datenkompression (heute MPEG-2, in Zukunft evtl. auch MPEG-4 und andere Verfahren) können im Vergleich zur analogen Fernsehübertragung mehr Programme pro verfügbarem Frequenzspektrum übertragen werden. Die Qualität ist dabei vielfältig anpassbar. Je höher die Daten komprimiert werden, desto mehr Programme können zeitgleich auf einem Transponder übertragen werden, im Gegenzug sinkt die Qualität oder steigt der Rechenaufwand.

Ferner sind Angebote wie Abonnenten- beziehungsweise Bezahlfernsehen, Pay-per-View, Video on Demand durch Verschlüsselung des Signals für die Sender wesentlich kostengünstiger und sicherer möglich.

Übertragungswege

Es gibt mehrere technische Unterarten von DVB für die unterschiedlichen Übertragungswege, die sich hauptsächlich im Modulationsverfahren, dessen optimale Wahl entscheidend vom Frequenzbereich abhängt, und bei der Fehlerkorrektur unterscheiden:

Daneben existiert noch die DVB-Spezifikation Multimedia Home Platform (DVB-MHP) für die die Übertragung und die Darstellung interaktiver Inhalte im Digitalen Fernsehen.

Gerätevoraussetzungen beim Zuschauer

Die überwiegende Zahl bestehender Fernsehgeräte und Videorekorder kann nicht direkt mit den digitalen Signalen umgehen, so dass für sie ein Zusatzgerät (Set-Top-Box, STB) die Daten empfangen, dekodieren und in ein für die ältere Elektronik verständliches analoges Signal umwandeln muss. Inzwischen erscheinen aber auch Fernseher mit eingebauter Empfangstechnik für DVB-T und DVB-S am Markt, teilweise auch zum Nachrüsten bestehender Geräte. Für DVB-C wird derartiges bisher nicht angeboten. Dies wird von den Herstellern damit begründet, dass zu viele Details (wird es FTA-Programme geben? Was soll es an Zusatzdiensten geben?) noch unklar sind. Für den mobilen DVB-H-Empfang gibt es prinzipbedingt nur vollintegrierte Neugeräte, oft Mobiltelefonkombinationen. Daneben gibt es auch Einsteckkarten für Computer und Laptops, die häufig selbst nur den Empfang übernehmen und dem Rechner die Aufgabe der Dekodierung und Darstellung übertragen.

Geschichte und Hintergrund

Im europäischen DVB-Projekt haben sich über 270 Mitgliedsfirmen zusammengeschlossen, um das digitale Fernsehen voranzutreiben. Amerikanische, japanische und koreanische Firmen sind über ihre europäischen Tochterunternehmen beteiligt, weitere kommen aus Australien und Kanada. Die Mitglieder sind Programmanbieter, Gerätehersteller, Netzbetreiber und Behörden. Auch die Europäische Kommission (Commission of the European Communities, CEC), sowie weitere Verbände und Normungsorganisationen wie ETSI und CENELEC sind an der Arbeit beteiligt. Mittels Kooperationsverträgen wurde vereinbart, dass ETSI und CENELEC die im DVB-Projekt entstehenden technischen Spezifikationen übernehmen. In der Folge sind die Spezifikationen für jedermann kostenfrei von der ETSI-Webseite abrufbar. In die Arbeiten wurde die Moving Pictures Expert Group (MPEG) eingebunden, die ihre Arbeit in den Organisationen ISO und IEC standardisieren lässt. Daher sind die Ergebnisse der MPEG-Gruppierung dort veröffentlicht.

Treibende Grundvorstellungen für die Einführung digitaler Fernsehtechnik sind:

  • Die Anzahl der Fernsehprogramme pro Kanal kann vervielfacht werden (Bouquet).
    Verschlüsselungsverfahren für Bezahlfernsehen sind einfacher und sicherer zu implementieren.
  • Zusätzliche Verteilung von Rundfunkprogrammen ist möglich.
  • Übertragung von (auch interaktiven) Datendiensten (siehe auch MHP) im Kontext der angebotenen Programme.
  • Bild- und Tonqualität können gesteigert werden, so dass ein Zuschauer, der über ein hochwertiges Fernsehgerät verfügt, auch Sendungen in hochauflösender Qualität auswählen und empfangen kann (HDTV). Auch auf nicht hochauflösenden Fernsehern kann die Digitaltechnik ein viel rauschärmeres Bild und Raumklang ermöglichen.

Aktuelle Situation von DVB

Bei der Abstrahlung von DVB-Programmen über Satellit besteht ein umfangreiches Programmangebot und alle im deutschsprachigen Raum frei empfangbaren Programme sind per DVB-S ohne zusätzliche monatliche Gebühren empfangbar (mit Ausnahme einiger Regional- und Lokalsender bzw. -fenster). DVB-T scheint in den Gebieten, in denen diese Übertragungstechnik angeboten wird, eine große Akzeptanz zu besitzen.

Bei der Verbreitung von DVB-C gibt es hingegen zumindest in Deutschland einige Probleme logistischer Art. So sind in allen größeren Kabelnetzen die "großen" privaten Programme nur analog verfügbar und einige Kabelgesellschaften möchten – wie in anderen Ländern schon lange üblich – auch bisher und auf anderen Wegen frei empfangbare Programme verschlüsseln, um sie in extra zu bezahlenden Paketen anbieten zu können.

Die Privatsender würden statt für die Einspeisung zu zahlen, gerne Geld von den Kabelnetzbetreibern bekommen. Da viele Kabelnetzbetreiber unter hartem wirtschaftlichen Druck stehen, sträuben sie sich natürlich - zu Lasten der Kabelnetznutzer, die, obwohl sie auf Kundenseite den teuersten Übertragungsweg nutzen, dafür ein relativ schlechtes, sofern sie gar nur den analogen Teil nutzen, ein technisch mangelhaftes Angebot bekommen.

Ein Gesetz, dass die Kabelnetzbetreiber auffordert, zu jedem analog eingespeisten Programm auch das unverschlüsselte digitale Pendant mitzuliefern, könnte Abhilfe schaffen. Solange dies nicht geschieht, bleibt digitales Kabelfernsehen weiterhin nur ein Nischenprodukt, da es am gleichen politischen Fehler krankt, wie DAB. Dass es auch anders geht, zeigt DVB-S, wobei es ärgerlich ist, dass bei DVB-T im UHF-Band je 1 Programm zuviel auf die Kanäle verteilt wurde.

Literatur

Ulrich Reimers: DVB, The Family of International Standards for Digital Video Broadcasting, Second Edition, 2005, ISBN 3-540-43545-X

Siehe auch

  • DAB,
  • DRM,
  • DTV,
  • VDR.

Netmarks

DVB Project,
www.dvb.org.

Grundlagen - Hilfe zu DVB am PC,
www.dvbmagic.de.

VDR-Wiki,
www.vdr-wiki.de.

Quelle und Lizenz

Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.
Artikel | Bearbeiten | Diskutieren | Drucken | Versionen | Autoren | Backlinks.
Stand: 10:48, 3. Aug 2005.
Lizenz für den Text: GNU Free Documentation License;
Abbildungen: das DVB-Logo untersteht keiner GNU-Lizenz.

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Addison-Wesley, 10/2000
Tom's Hardware Guide. Der perfekte PC im Eigenbau.

Franzis, 2002
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