Erfahrungsbericht zur Hauppauge WinTV Nova-T USB-2
Von Agon S. Buchholz
für Kefk Network Hardware,
August 2005 ff.
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Erstellt/Zuletzt bearbeitet: 05-Aug-2005/02-Feb-06
Systemzeit: Samstag, 17.05.2008, 07:34:28.
Home : Hardware : Multimedia : Video : Anbieter : Hauppauge : WinTV : Nova-T.USB-2 : Erfahrungsbericht
Übersicht
Die Hauppauge WinTV Nova-T USB-2 ist ein externer DVB-T-Receiver
für den PC; eine allgemeine Vorstellung des Geräts mit
Leistungsmerkmalen, technischen Daten und Netmarks zu weiterführenden
Ressourcen findet sich in unserer
Produktvorstellung.
Die Box verfügt nicht über einen
Hardware-MPEG2-Dekoder, daher wird eine entsprechend leistungsfähige CPU
zum Dekodieren des MPEG-Datenstroms benötigt; laut Verpackung soll ein
Gigahertz-PIII ausreichen, nach meinen Erfahrungen ist das aber totaler
Unsinn: Auch auf einem P4 mit 2,66 GHz bekomme ich kein flüssiges Bild.
Es handelt außerdem sich um ein Gerät mit genau einem Tuner, d.h.
man kann mit der Box entweder ein Fernsehprogramm anschauen
oder eins aufnehmen: Ein Programm anschauen und ein anderes
aufzeichnen ist mit diesem Gerät nicht möglich. Da die Box über
keinerlei analoge Ausgänge verfügt, ist es auch nicht möglich,
damit DVB-T-Signale zu empfangen und auf einem analogen Videorekorder
aufzuzeichnen.
Technische Daten meiner Box laut hwinfo.exe von Hauppauge:
Model 93000 Rev. B8A2
Serial #4026708088
Tuner Model/Formats: Panasonic ENV57H12D5 // Digital
Tuner Audio: Mono
Video Formats: NTSC ( M ) PAL ( B G H I D K M N NCOMBO ) SECAM ( L
L' )
Audio Outputs: None
External Inputs: 0
S-Video Inputs: 0
Teletext: Yes (Software)
Radio: None
Decoder: Reserved
IR: Yes
MAC Address: 00-0D-FE-02-B0-78
EEprom Contents:
c0 40 20 00 93 00 01 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
========
84 09 00 04 20 77 00 40 78 b0 02 f0
73 05 00 00
84 08 00 06 48 6b 01 00 52 88 89
72 07 70
73 09 00 5f
73 0a 80 66
72 0b 00
72 0f 01
72 10 01
72 11 ff
79 b9
hcwAud32.DLL Not Available
hcwAV.DLL Not Available
hcwI2C32.DLL 2.14.22321
hcwPNP32.DLL 4.35.23070
hcwTuner.DLL Not Available
hcwChan.DLL 3.23.22355
hcwTVDlg.DLL 3.16.21311
hcwTVWnd.DLL 3, 01, 23175 PCI-USB DVBT PVR
hcwUtl32.DLL 3.8.22159
hcwSplit.ax 1.14.23103
hcwFRead.ax 1.15.23049
hcwFWrit.ax 1.14.23035
hcwSnap.ax 1.14.22148
prxypage.ax Not Available
hcwPVRP2.sys Not Available
Das kleine Kästchen wird zu einem UVP von 99,00 EUR angeboten, ist
jedoch beispielsweise bei
Amazon.de
bereits für rund zehn Euro weniger versandkostenfrei und natürlich mit
Rückgaberecht zu bekommen (Stand:
August 2005).
Erster Eindruck
Die
Verpackung der externen USB-Box ist klobig, enthält aber fast nur Luft; die
Metall-Box selbst ist winzig – etwas größer als ein dickes
Reclam-Heftchen – und wiegt fast nichts. In der Umverpackung ebenfalls enthalten
ist eine Installations-CD, eine Fernbedienung mit zwei
AAA-Batterien sowie ein USB-Kabel, jedoch keine Antenne.
Das Produkt trägt laut Verpackung die Modellnummer 1091, bei Amazon wird
die Modellnummer 01091 genannt und auf meinem Gerät
selbst steht »Model 93000«; ich habe von Amazon.de Anfang August 2005
»Rev. B8A2 Lot 1805« geliefert bekommen.

Während ich die analogen USB-Boxen von Hauppauge wie die
WinTV PVR USB2 für optisch recht
gelungen halte, empfinde ich die WinTV Nova-T USB-2 als ausgesprochen
häßlich; sie besteht aus einem Gehäuse aus Metall und Acrylglas-Abdeckungen
an den Seiten, die wie Verpackungsmaterial wirken. Leider wird auch kein
Standfuß mitgeliefert, so dass man entweder selbst basteln muß, oder die Box
zwischen irgendwelche Büchestützen klemmt, wenn man sich stehend benutzen
will.
Dokumentation
Das beigefügte »Handbuch« – ein kleines deutschsprachiges
Faltblättchen – ist ein schlechter Scherz; es reicht zwar zur
Inbetriebnahme aus, wenn keine Probleme auftreten, schweigt sich aber
vollkommen zu den technischen Spezifikationen aus. Vor allem ärgerlich
ist, dass jeglicher Hinweis auf die Notwendigkeit einer Antenne fehlt,
bei einem portablen Gerät für den mobilen Einsatz könnte sie ja
theoretisch bereits in das Gehäuse integriert sein; schlimmer ist
jedoch, dass keine kompatiblen bzw. empfohlenen Antennen aufgeführt
werden.
Eine etwas präzisere Anleitung ist als PDF-Datei auf Hauppauges
Website zu bekommen:
Software
Wie zu allen TV-Karten
von Hauppauge bekommt man die Software WinTV2000 mitgeliefert,
die man mehr oder minder mögen wird. Unerfreulich ist, dass Hauppauge auf der beigefügten CD
eine vollkommen veraltete Software-Verion ausliefert:
Mitgeliefert wird Version 1.3 der Software, aktuell ist seit Anfang Juli
2005 die Version 2.1; ein Download der aktuellen Software von der
Hauppauge-Website steht also unbedingt an:
Hinweis: Der Download ist mit gut 23 MB recht stattlich, man
sollte also etwas Zeit und Geduld zum Herunterladen einplanen, wenn man
nicht gerade mit einem breitbandigen Kabel- oder DSL-Anschluss am
Internet hängt.
Installation
Die Installation der Hardware ist kinderleicht: USB-Kabel an
einen USB2-Port des PCs oder eines entsprechenden Hubs anstöpseln und
fertig. Microsoft
Windows XP sollte die neu angeschlossene Hardware erkennen und die
Treiber-CD anfordern.
Die Installation der Software erwies sich dagegen bei mir als
ziemlich hakelig und erforderte mehrere Anläufe; andere
Hyuppauge-Produkte wie die WinTV PVR
USB2 hinterlassen da einen erheblich robusteren und ausgereifteren
Eindruck.
Beim ersten Anlauf fand Windows XP angeblich die Software nicht:

Nach einem Reboot wurde dann die Hardware identifiziert und die
Treiber teilweise installiert; Windows XP beschwert sich darüber, dass
das Gerät »SOHO-FX2« nicht installiert werden könne:


Windows XP erkennt das neue Gerät »SOHO-FX2«


Auch die Software-Installation schlug fehl, da anscheinend noch
Treiber fehlten:

Nach einem zweiten Reboot und Umstöpseln der Karte auf einen anderen
USB-Anschluss klappte die Installation dann reibungslos:

Korrekter Eintrag im Geräte-Manager von Windows XP:

Detaileigenschaften des erkannten Gerätes »Hauppauge Nova-USB2-T
DVB-T Adapter«:

Der erste Sendersuchlauf verlief ernüchternd, da die WinTV-Software
nichtmal das Dialogfenster korrekt aufbaute:

Nach einem weiteren Reboot war das Dialogfenster dann erkennbar, der
Sendersuchlauf verlief allerdings erfolglos; die Software lieferte
keinerleich Statusmeldung.

Nach dem Anschließen einer anderen Antenne – einer alten analogen
Zimmerantenne – fand die Nova-T USB-2 dann eine Handvoll Sender;
der Sendersuchlauf verbrät auf einem Intel P4 mit 2,6-GHz-CPU aus
unerfindlichen Gründen zwischen 77 und 100 Prozent CPU-Leistung. So
lange das Dialogfenster geöffnet bleibt, liegt die Systemlast zwischen
rund 60 und 80 Prozent.

Details zu den gefundenen Kanälen:

Betrieb
Software WinTV 2000 und WinTV32
Die Oberfläche von WinTV2000 hält sich leider nicht an das
Windows-Styleguide und ist als spieleartige Oberfläche programmiert; das ist
schwer lesbar und ziemlich unübersichtlich, allerdings bietet die Oberfläche
alle Funktionen, die man zum Fernsehen braucht. Der Scheduler ist allerdings
nicht über die Hauptapplikation erreichbar, ebenso wenig die anderen
Zusatzapplikationen, die Hauppauge mitliefert.

Das Starten der WinTV-Software (WinTV2k.exe) dauert etwa zehn Sekunden –
erstaunlich lange für eine doch recht simple Anwendung. Auch das
Umschalten zwischen Kanälen ist recht träge und dauert etwa vier
bis sechs Sekunden; dies ist jedoch teilweise aufgrund der MPEG-Kompression
systembedingt und dauert wohl bei anderen DVB-Karten noch länger.
Manchmal funktioniert der Kanalwechsel gar nicht, dauert in einzelnen Fällen
bis zu fünfzehn Sekunden – oder die WinTV-2000-Applikation hängt sich
auf (kein Programmabsturz, die Software reagiert einfach nicht mehr). In der Regel arbeitet der Kanalwechsel
allerdings zuverlässig.
Bei einem Kanalwechsel wird für einige Sekunden ein EPG eingeblendet, aus
dem der Sendername und die aktuelle Uhrzeit hervorgeht; wenige Sekunden
später erscheint auch noch der Titel der aktuellen Sendung. Das ist recht
praktisch, wenn man durch die Programme zappt, leider kann die
EPG-Information aber nicht auf Anforderung eingeblendet werden; auf der
Fernbedienung findet sich zwar eine Taste »Guide«, ein Äquivalent auf der
Desktop-Oberfläche existiert jedoch anscheinend nicht. Ziemlich bescheuert
ist auch, dass die ja offensichtlich verfügbaren EPG-Informationen von
keiner Hauppauge-Applikation ausgewertet werden können, beispielsweise zur
Programmierung des digitalen Videorekorders.
Das empfangene Fernsehprogramm kann in verschiedenen Größen dargestellt
werden; die Umschaltung des Seitenformats bewirkt bei mir allerdings keine
sinnvolle Veränderung, auch bei Widescreen- oder 16:9-Filmen nicht: Das Bild
wird einfach in die Breite gezerrt, und die 'schwarzen Balken' bleiben.
 |
 |
| Abbildung 1: WinTV 2000 im
16:9-Modus |
Abbildung 2:WinTV 2000 im
(korrekten) 4:3-Modus |
Eine
Option zur Fullscreen-Darstellung existiert ebenfalls, allerdings findet man
sie nicht dort, wo sie hingehört – nämlich bei den anderen
Ansichtsmodi unter »Ansicht«, sondern separat im Menü »Optionen« unter der Bezeichnung
»TV-Modus«. Leider werden die Bild- und Tonaussetzer auf einem Desktop mit
1600x1280 Pixeln und 32 Bit Farbtiefe dann vollkommen unerträglich.
Einzelbilder können theoretisch aus dem laufenden Programm mit dem Button
»Snap« eingefroren werden; die Snapshots sind allerdings ziemlich
verschwommen und werden anscheinend auch nicht automatisch gespeichert,
jedenfalls kann man keinen Standard-Dateinamen oder -Speicherort festlegen;
öffensichtlich muß jedes Einzelbild mit der Funktion »Speichern unter«
benannt und irgendwo auf der Festplatte abgelegt werden. Auch das ist
ausgespochen dämlich programmiert, da der Videorekorder die aufgenommenen
Filme sehr sinnvoll mit Sendername und einem Timecode benennt.
Alternativ zu WinTV 2000 steht die Software WinTV32 zur Verfügung, die eine
übersichtlichere und zumindest ansatzweise standardkonforme Oberfläche
bietet, dafür jedoch kaum Funktionalität aufweist. Anscheinend ist nichtmal
eine direkte Kanalwahl vorgesehen; diese Software ist auch praktisch nicht
dokumentiert und somit leider faktisch unbrauchbar.

Akzepable Bild- und Tonqualität, aber Bild- und Tonaussetzer
Die Bild- und Tonqualität der Nova-T USB-2 ist annehmbar,
bleibt jedoch weit hinter einem guten analogen Kabelsignal zurück: Das
Bild wirkt deutlich unschärfer und weniger brilliant. Ich würde die
Bildqualität der USB-Box eher mit dem analogen Bild einer guten
Zimmerantenne vergleichen: Das reicht bei durschnittlichen Ansprüchen aus, bietet aber
qualitativ absolut keine Vorteile gegenüber einem analogen Fernsehsignal. Die
Tonqualität ist ebenfalls akzeptabel; sofern die Sender ein Stereosignal
ausstrahlen, werden beide Tonkanäle auch tatsächlich getrennt. Sendungen
mit Mehrkanalton habe ich bisher im
Berliner DVB-T-Angebot nicht entdecken können. Bei mehrsprachigen
Übertragungen, wie sie anscheinend ausschließlich Arte anbietet, kann
man zwischen »German« und »French« umschalten, jeweils allerdings zur
monophon.
Mehr als ärgerlich ist allerdings das heftige 'Ruckeln' des Bildes in
ausnahmslos allen Darstellungsmodi; Nachrichtensprecher wirken mit ihren
abgehackten Bewegungen wie Max Headroom; Kameraschwenks zotteln mit
schätzungsweise 1 fps durch das Programmfenster. Noch schlimmer ist, dass auch
der Ton häufig stockt der aussetzt: Dialoge oder Interviews sind
teilweise kaum zu verstehen, außerdem nerven Tonaussetzer enorm. Unklar
ist, ob diese Bild- und Tonaussetzer an der fehlerhaften Decodierung des
MPEG-Datenstroms durch die WinTV-Software, oder an der unerträglich
hohen Systemlast liegen.
Desaströs hohe Systemlast
Die
WinTV-Software verursacht kontinuierlich zwischen 40 und 70 Prozent Systemlast –
viel zu viel für eine Anwendung, die keinerlei Signalwandlung (wie bei
einem analogen Receiver) durchführen muß; die Systemlast sprint dabei
alle paar Sekunden auf »100 Prozent« und ist damit so hoch, dass andere
Applikationen vom Windows-Taskmanager irrtümlich für 'abgestürzt'
gehalten werden (»Anwendung reagiert nicht«); auch andere Tätigkeiten
des Rechners wie Internet-Downloads werden gestört oder brechen ab. In
einem kleinen Fenster ein TV-Programm laufen lassen und gleichzeitig in
einem anderen Fenster eine E-Mail oder ein Textdokument zu tippen ist
aussichtslos: Der Tastaturpuffer spuckt seine Buchstabenfolgen nur alle
paar Sekunden aus, dabei gehen einzelne Zeichen oder ganze Worte
verloren.
Bei Ausschalten der
WinTV-Applikation sinkt die Systemlast sofort auf die üblichen 4 bis 7
Prozent und der Rechner kann wieder vollkommen normal und störungsfrei
genutzt werden.
Zuverlässiger Sendersuchlauf
Auch der Sendersuchlauf funktioniert letztlich recht anständig, wenn
er denn einmal erfolgreich gestartet werden kann. Die
Kanalbezeichnungen werden von der Software automatisch ausgelesen und
gespeichert, es fällt also keinerlei manuelle Nachbearbeitung an. Die
Sender werden ebenfalls automatisch als Stereo-Tonquellen identifiziert,
die lästige manuelle Einstellung zwischen Mono und Stereo pro Kanal, die
manche analoge TV-Karten erzwingen, entfällt also ebenfalls.
Die Karte findet in Berlin rund zwei Dutzend Kanäle, jedoch keine
Programme des ZDF. Hier stehen Versuche mit hoffentlich besseren
Antennen aus.
EPG
Eine EPG-Applikation liefert Hauppauge nicht mit; auch eine
EPG-basierte Programmierung von Aufzeichnungen ist nicht möglich.
Allerdings werden bei einem Kanalwechsel Informationen zur jeweils laufenden und folgenden Sendung für
einige Sekunden eingeblendet: Die Hauppauge-Software ist also
prinzipiell in der Lage, auf die EPG-Daten zuzugreifen. Leider kann man
auch auf diese spärlichen Informationen aus der WinTV-Applikation nicht gezielt zugreifen,
dazu benötigt man die »Guide«-Taste auf der Fernbedienung.
Dass es durchaus auch anders geht, beweist beispielsweise die
Software Technotrend TV Stick des Mitbewerbers
Technotrend: Die kann
seit Jahren die EPG-Daten für jeden Sender wie in einer
Programmzeitschrift übersichtlich nebeneinander darstellen.
Widerspenstige Fernbedienung
Die Fernbedienung muß direkten Sichtkontekt zum IR-Empfänger der
Nova-T-Box haben; bei mir funktioniert sie nur, wenn ich sie aus
einem Abstand von maximal einem halben Meter in dirketem 90-Grad-Winkel
an die USB-Box halte; sie ist damit praktisch unbrauchbar. Die Tasten
der Fernbedienung haben größtenteils keine Funktion, bei ersten
Versuchen funktionierten genau zwei von insgesamt 43 Tasten: »Prev.Ch«
und »Power«. Die WinTV-Applikation kann ich über die
Fernbedienung zwar ausschalten, nicht jedoch einschalten:
Der IR-Empfänger an der Box blizelt bei Drücken der »Power«-Taste
zwar, bewirkt jedoch nichts.
Fehlerhafter WinTV Scheduler
Die zeitgesteuerte Aufnahmefunktion, für die der WinTV Scheduler
zuständig ist, ist vollkommen fehlerhaft; die Software stürzt beim
Erstellen eines neuen Eintrags vollkommen reproduzierbar ab.


Als digitaler Videorekorder ist die WinTV Nova-T USB-2 also
absolut unbrauchbar.
Gravierende Inkompatibilitäten mit anderen USB-Geräten
Die Treiber der WinTV Nova-T USB-2 scheinen sich mit denen des
Fritz!-USB-Dongles für Bluetooth zu beißen; läuft die WinTV-Software,
stürzen jedenfalls reproduzierbar nach einigen Minuten Teile der
Fritz!-Treiber ab. Bluetooth wird also mit Benutzung der WinTV-Software
unbenutzbar bis zum nächsten Neustart des Rechners. Welcher Treiber Mist
baut, wird man wohl kaum herausfinden; jedenfalls beißen sich die beiden
Geräte, und das ist ärgerlich.
Videotext mit VTPlus
Laut Anleitungs-Faltblatt sollte es mit der WinTV Nova-T USB-2
möglich sein, Videotext zu empfangen; zur Decodierung und Darstellung ist – theoretisch – die
Applikation VTPlus zuständig; die empfängt bei mir allerdings rein gar
nichts. Zum Empfangen von Videotext ist die WinTV Nova-T USB-2 also
untauglich.
Selbst wenn VTPlus funktionieren würde, wäre die Software ziemlicher
Schrott: Sie kann nicht gleichzeitig mit der Hauptapplikation WinTV
ausgeführt werden, da nicht beide Programme gleichzeitig auf die Hardware
zugreifen können.
Radio
Theoretisch ist es natürlich auch möglich, digitale Hörfunkprogramme
auszustrahlen; in anderen Ländern wird das auch so praktiziert, in
Deutschland senden digitale Hörfunksender jedoch nur über DAB. Hauppauge
liefert daher gar nicht erst eine Radio-Applikation mit, so dass man
auch gar nicht erst in Versuchung gerät, die Testausstrahlungen
anläßlich der IFA 2005 empfangen zu wollen.
Hauppauge WinTV Nova-T USB-2 unter GNU/Linux
Unter GNU/Linux kann die Box unter
VDR
eingesetzt werden; für die Dekodierung des MPEG2-Datenstroms wird eine
separate Software wie Xine, KaxTV oder VDR-Xine benötigt. Ich habe die
Box allerdings nicht auf meinem Linux-Rechner testen können, weil das
grützige
Tyan Tiger MP S2460-Board keinen USB-2-Port hat.
Man sollte sich auf jeden Fall mit hwinfo
--dvb vergewissern, ob das Betriebssystem das USB-Gerät überhaupt
mitbekommen hat; ich habe da bei Debian GNU/Linux allerdings so meine
Zweifel...
Tatsächlich passiert beim Anschließen der WinTV Nova-T USB-2
an das Tyan-Board gar nichts, nichtmal der IR-Empfänger leuchtet einen
an; auch Debian reagiert auf die neue Hardware – wie gewohnt –
überhaupt nicht. Man kann nun mit VDR und den DV-Tools
herumexperimentieren, sofern man denn ein passendes Kernel-Modul findet
und Muße für lange Stunden frustierender Tüftelei hat. Für mich macht
das keinen Sinn, weil ich die Box sowieso nicht an einem USB-1.1-Port
betreiben wollen würde.
Die USB-2-Datenrate von 480 MBit/s (bei USB 2.0 Hi-Speed) reicht
allemal für ein PAL-Videosignal; ein 720x576-Pixel-Bild hat bei 24 fps
eine Datenrate von rund 80 MBit/s, passt also gerade so durch Fast
Ethernet; USB2 Hi-Speed reicht fast noch für HDTV (1920x1080, 24 fps,
514 MBit/s). USB 1.1 ist dagegen auf eine Bitrate von 12 MBit/s bzw. 1,5
MByte/s begrenzt, das reicht also ohnehin nicht für ein volles PAL-Bild.
Service & Support
Hauppauge bereibt einen deutschsprachigen Kundendienst, der theoretisch
auch telefonisch unter der Rufnummer (+49)-02161-69488-40 von Montag bis
Freitag von 9:00 bis 17:30 Uhr erreichbar sein sollte; allerdings muß man
dort recht lange in einer Warteschleife verbringen, bevor man einen
menschlichen Geschprächspartner an die Strippe bekommt.
Per E-Mail kann man eine Anfrage an <info@hauppauge.de> senden, wenn man
das Formular
hcw-support-wintv2000.txt
ausgefüllt beifügt; dort werden recht detaillierte Informationen zur
Systemkonfiguration abgefragt, was eine kompetente Bearbeitung erwarten
lässt. Der Empfang der E-Mails wird weder automantisch noch persönlich quittiert, ich erhielt allerdings
nach zwei Tagen Wartezeit und erneutem Absenden der Anfrage eine knappe Antwort.
Angefragt hatte ich wegen vier Problemen, die sich für mich bei der
Benutzung der WinTV Nova-T USB-2
stellten:
Fehlerbeschreibung:
3.1) Keine zeitgesteuerte Aufnahme möglich, Scheduler stürzt
ausnahmslos und absolut reproduzierbar beim Erstellen eines neuen
Eintrags für eine Aufzeichnung ab. [...]
3.2) Sehr ruckelige Wiedergabe des Fernsehbildes, teilweise auch
Tonaussetzer, in jedem Darstellungsmodus.
3.3) Extrem hohe Systemlast, sobald WinTV 2000 gestartet wurde
(zwischen 70 und 100 Prozent laut Windows Task Manager); andere
Anwendungen im Hintergrund werden dadurch gestört, Internet-Downloads
brechen ab, Brennen von CD-ROMs schlägt fehl etc.
3.4) Kein Empfang von Videotext möglich. Applikation VTPLus32 tut
einfach *überhaupt nichts*.
Die Antwort, die ich Anfang August 2005 erhielt, bezog sich allerdings ausschließlich auf
eine dieser Probleme, nämlich auf die Frage 3.1 (abstürzender
Scheduler):
> Überprüfen Sie bitte einmal den Taskplaner von Windows.
> Den Taskplaner finden Sie in der Systemsteuerung / Geplante Tasks.
Den entsprechenden Hinweis auf die Notwendigkeit eines funktionsfähigen
Windows-Schedulers findet man auch im PDF-Handbuch zur Hauppauge-Box, der
Hinweis des Support-Mitarbeiters ist zwar korrekt, aber überflüssig. Auch
eine Nachfrage (dritte E-Mail) lieferte leider keinerlei sachdienliche
Hinweise zum Beheben des Problems: Sie blieb unbeantwortet. Auch bezüglich der Fragen 3.2 bis 3.4 erhielt ich bis heute keine Antwort.
Der Kundendienst von Hauppauge, so wie ich ihn erlebt abe, ist also
überflüssig und nutzlos. Probleme und Fragen werden entweder vollkommen
ignoriert, oder mit trivialen Hinweisen abgespeist, für die ein technischer
Kundendienst ohnehin nicht erforderlich sein sollte.
--
Kanalliste, Kernzone Berlin: Kein ZDF

Kanalwechsel Arte -> DSF: Absturz!

Kanalwechsel Eurosport -> ARD: Absturz!

Kanalwechsel Pro7 -> RTL: Absturz! usw.

Kanalwechsel: Bildstörung!

RTL wird zwar beim Sendersuchlauf gefunden, kann aber aus irgendwelchen
Gründen nicht empfangen werden: Das Bild bleibt schwarz!

Hauppauge-Werbung: »WinTV - the best TV for your PC« (Splash Screen von
WinTV 2000); schlimm wär's, wenn's so wäre...

Ein typisches Bild: Applikation WinTV ist abgestürzt.

Unklare Fehlermeldungen, die nirgends erläutert werden: »WinTV
initialization Error. hTV=0«. Aha. Schade, dass auch der technische Support
von Hauppauge nicht helfen kann; der Benutzer muß raten, was schiefgelaufen
sein könnte...

Software-Alternativen
Obwohl die Hauppauge-Software nach meinen bisherigen Erfahrungen
ausreichend stabil und auch hinreichend funktionsreich war, ist sie für
die Hauppauge WinTV Nova-T USB-2 nicht wirklich geeignet; zu
vieles funktioniert nur halb oder gar nicht, von gravierenden Defiziten
wie der fehlenden EPG-Unterstützung einmal abgesehen; daher liegt es
nahe, nach Alternativen zu suchen.
Folgende Programme, die in Frage kämen, habe ich für die
Windows-Betriebssysteme gefunden:
DVB-Dream - aktuelle Version: 0.8.8b (14.07.2005),
www.dvbdream.de (Download
erfordert Registrierung),
www.dvbdream.org (Download
erfordert Registrierung).
Eine Freeware, die hauptsächlich DVB-S unterstützt; Support für
die Hauppauge WinTV Nova-T USB-2 gibt es derzeit leider noch
nicht.
Unterstützte DVB-Karten:
- Technotrend Premium (SkyStar-1)
- Technotrend Budget PCI
- Hauppauge Nexus
- Hauppauge WinTV Nova PCI
- Technisat SkyStar-2 (PCI and USB)
- TwinHan VisionDTV and OEM versions
- Pinnacle PCTVSat
- Aver DVB-S
- BroadLogic 2030/2035
- NetCast PCI
ProgDVB - aktuelle Version: 4.54.3,
www.progdvb.com.
Unterstützte DVB-Karten:
- Aver DVB-S
- BroadLogic 2030/1030
- GeniaTech DigiStar DVB-S PCI
- Kworld DVB-S 100 compatible (Vstream, Dynavision u.a.)
- ADS Tech - Instant TV DVB-S (Part Number: PTV-341)
- LifeView FlyDVB
- Netcast DVB
- Pinnacle PCTV Sat (driver >=260)
- Nexus, Premium (SkyStar1) (the driver 2.x from TechnoTrend)
- Sky Star 2 USB or PCI (the driver 4.22 and is higher)
- Telemann Skymedia 300 DVB (not official)
- TwinHan compatible (VisionDTV, Power Color, INCA Digital TV,
Chaintech, u.a.)
- WinTV NOVA (Budget) USB or PCI.
Theoretisch sollte ProgDVB also auch mit der Hauppauge WinTV Nova-T USB-2
laufen, in der Praxis liefert mir das Programm aber nur
Fehlermeldungen: »Error on create file of buffer« und »Device
not started«.
MyTheatre - aktuelle Version: 3.27,
www.dvbcore.com/MyTheatre.html.
Das Shareware-Programm unterstützt eine Fülle von DVB-Karten,
darunter die folgenden DVB-T-Modelle:
- Cards with BDA compatible drivers
- Technotrend Premium (SkyStar-1)
- Technotrend Budget PCI
- Hauppauge Nexus
- Hauppauge WinTV Nova PCI
- TwinHan VisionPlus
- NetCast PCI
- Technotrend MicroPlus
- Digital Everywhere FireDTV
- VBox Express 2050
Auch hier findet sich also die Hauppauge WinTV Nova-T USB-2
noch nicht unter den unterstützten Modellen.
Die frei herunterladbare Testversion läuft übrigens für eine
Stunde pro Programmstart; die Registrierung kostet US-$ 40,00.
Neben diesen selbständigen Applikationen gibt es noch einige
Media-Center-Alternativen, die allerdings in der Benutzeroberfläche das
halbe Betriebssystem ersetzen und somit nicht jedermanns Geschmack sind:
MediaPortal,
mediaportal.sourceforge.net.
ShowShifter,
www.showshifter.com.
TVCentral,
www.sceneo.tv/modules.php?name=Content_pro&pa=showpage&pid=2.
Hier gibt es auch die Freeware Vrecord und Vcopy;
die Anwendung TVcentral selbst ist kostenpflichtig und kostet
in der kleinsten Version rund 50 Euro, also gut die Hälfte der Hauppauge WinTV Nova-T USB-2;
für die »Business Edition« verlangt der Anbieter, Buhl
Data Service GmbH, sogar 149 Euro, also deutlich mehr, also die
Hauppauge-Box selbst kostet.
TVCentral unterstützt eine Fülle von TV-Karten, darunter die
folgenden Hauppauge-Modelle:
- Hauppauge WinTV-Nexus-S
- Hauppauge WinTV-Nexus-C
- Hauppauge WinTV-Nova-S
- Hauppauge WinTV-Nova-S-CI
- Hauppauge WinTV Express
- Hauppauge WinTV GO2
- Hauppauge WinTV PCI FM
- Hauppauge WinTV PVR 250
- Hauppauge WinTV PVR 350
Auch hier also Fehlanzeige für die Hauppauge WinTV Nova-T USB-2.
Fazit
Meine Erfahrungen mit der Hauppauge WinTV Nova-T USB-2 sind
mehr als durchwachsen: Man kann mit der Karte zwar Fernsehen, aber
leider nicht in der vom analogen Kabelnetz gewohnten Bild- und
Tonqualität: Ruckler und Aussetzer stören den Fernsehgenuß permanent.
Allerdings funktioniert zumindest der Sendersuchlauf und der Empfang von
Programmen, was man im Vergleich zu anderen TV-Karten durchaus
honorieren muß. Auch die Installation ist zwar etwas hakelig und mehr
Plug & Pray als Plug & Play, ist aber letztlich ohne großen
Aufwand zu meistern.
Teile der von Hauppauge mitgelieferten Applikationen funktionieren
nur teilweise oder gar nicht, so ist beispielsweise unkar, warum VTPlus
keinerlei Videotext-Daten empfängt. Durch die extreme Instabilität der
Videorekorder-Applikation WinTV Scheduler ist es unmöglich, vom
entscheidenden Vorteil einer digitalen TV-Karte zu profitieren: dem
hochgradig automatisierten Aufzeichnen und Speichern von
Fernsehprogrammen.
Inakzeptabel ist auch die geradezu absurde Systemlast der
Applikationen; die auf der Verpackung angegebene Systemvoraussetzung
eines Pentium III mit einer Taktfrequenz von einem Gigahertz ist
lächerlich und vollkommen unrealistisch: Wenn die Software auf einem P4
mit 2,6 GHz zwischen 70 und 100 Prozent Systemlast verursacht, dürfte
sie einen betagten PIII direkt ins digitale Nirvana befördern.
Hauppauge arbeitet jedoch intensiv an der Software, die alle paar
Monate aktualisiert wird; denkbar ist daher, daß in einigen Monaten die
gröbsten Fehler aus der Software ausgebüglet sein könnten. Eine
Kaufempfehlung für die Nova-T USB-2 kann allerdings beim
derzeitigen desolaten Zustand der Software nicht ausgesprochen werden;
knapp hundert Euro ist dieses Bananenprodukt, das beim Kunden reifen
soll, definitiv nicht wert.
Ich habe aus der ungenießbaren Kombination aus unreifem
Bananenprodukt und nutzlosem Kundendienst die Konsequenz gezogen, das
Produkt zurückzugeben; bereits bei meinem ersten Versuch mit TV-Karten –
einer Billigkarte von Medion
– hatte ich monatelang (übrigens erfolglos) auf ein Treiberupdate
gehofft; die Karte hat nie funktioniert und nur Ärger bereitet. Es gibt
Produkte wie die Hauppauge WinTV PVR
USB2, die tadellos funktionieren, es lohnt sich also nicht, seine
Zeit mit fehlerhaften Produkten zu vergeuden.
Auch die Hoffnung auf Nachbesserung seitens des Herstellers kann
trügen: Das SMP-Mainboard
Tyan Tiger MP S2460 musste ich so oft umtauschen und reparieren
lassen, dass es zu dem Zeitpunkt, als ich endlich ein funktionsfähiges
Exemplar zur Verfügung hatte, bereits als »Out of Lifcycle«
deklariert war. Meine Geduld wurde damals damals damit bestraft, dass
ich nach etlichen Monaten zwar ein funktionierendes Mainboard hatte, das
aber bereits technisch veraltet war und auch nicht mehr durch
BIOS-Updates oder Monitoring-Software durch den Hersteller unterstützt
wurde.
Meine Empfehlung für Interessenten am WinTV Nova-T USB-2
lautet daher: Kauft die USB-Box bei einem Händler, der einen
problemlosen Umtausch zusichert und probiert die Box auf Eurem System
aus; funktioniert sie für Euch behaltet sie, sonst gebt sie zurück und
probiert es in einem Jahr nochmal. Entweder Produkt und Software sind
bis dahin ausgereift, oder es gibt preiswertes und/oder besseres bereits
ein Nachfolgemodell...
Bezugsmöglichkeit
Hauppauge
WinTV Nova-T USB-2 DVB-T Receiver.
Modellnummer:
01091
ASIN: B0007VVFTW
Im Angebot von Amazon.de seit: 8. März 2005
Preis bei Amazon.de: EUR 89,95
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Anmerkungen
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