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Erfahrungsbericht zum Lautsprecher-System Creative Gigaworks S750 7.1 THX

Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Hardware, August 2005 ff.

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Erstellt/Zuletzt bearbeitet: 08-Aug-2005/02-Feb-06
Systemzeit: Donnerstag, 28.08.2008, 20:42:44.

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Übersicht

Das Creative Labs Gigaworks S750 7.1 THX ist ein 7.1-Lautsprecher-System mit THX-Zertifizierung; das aktive Lautsprechersystem bildet zugleich das aktuelle Spitzenprodukt der PC-Lautsprecher von Creative Labs. Ich betreibe das S750-System an einem Windows-Rechner mit Creative Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum Pro; diese Kombination passt perfekt zusammen, ist im Handumdrehen installiert und liefert einen ausgezeichneten Sound.

Das aktive Soundsystem enthält einen Verstärker im Subwoover, der daher auch als einzige Komponente ans Stromnetz angeschlossen werden muß. Nicht enthalten ist dagen ein Decoder oder eine Anschlußmöglichkeit für digitale Audiosignale: Zu diesem Zweck bietet der Hersteller den digitalen Surrounddecoder Creative Labs DDTS-100 an, der perfekt mit dem S750-System zusammenspielt und alle gängigen 6.1-Kanal-Surroundformate wie Dolby Digital EX, DTS-ES, Dolby Pro Logic II usw. decodiert.

Abbildung: Das komplette Lautsprecher-System Creative Gigaworks S750 7.1 THX: Sechs Satelliten, ein Center-Speaker, ein Subwoover sowie Audio Control Pod und Fernbedienung. Das Gesamtsystem bietet einen Frequenzganz von 25 Hz bis 40 kHz, kommt also ohne Tiefbass aus und reicht weit über das hörbare Hochtonspektrum hinaus. Ermöglicht wird dies durch so genannte »Super-Tweeter«.

Lieferumfang

Der Lieferumfang des Lautsprecher-Systems ist umfangreich und gewichtig: Geliefert wird es in einem kiloschweren Karton, der fast einen halben Kubikmeter groß ist; hat man die S750 im Versandhandel bestellt, schleppt es allerdings der Paketbote in die Wohnung; eine Spedition wird nicht benötigt, wie dies beispielsweise bei größeren CRT-Monitoren der Fall ist.

 
Abbildung: Umverpackung des S750-Pakets: Ein halber Kubikmeter verpackter Sound.

Das Paket enthält alles, was man zur Inbetriebnahme benötigt, das sind die acht Lautsprecher sowie diverses Zubehör.

Lautsprecher:

  • 1 Center-Lautsprecher;
  • 1 Subwoofer-Lautsprecher;
  • 6 Satelliten-Lautsprecher;

Zubehör:

  • 1 Audio Control Pod;
  • 1 Infrarotfernbedienung;
  • 2 x 5m Lautsprecherkabel;
  • 2 x 7m Lautsprecherkabel;
  • 3 x 3m Lautsprecherkabel;
  • mehrsprachiges Benutzerhandbuch;
  • Informationsblatt zur Garantie;
  • diverses Montagezubehör (Schrauben, Aufkleber, Dübel etc.).

Installation

Die meiste Arbeit verursacht bei der Inbetriebnahme das Aufrupfen der zahllosen Umverpackungen und Tütchen; Creative leistet sich hier einen Verpackungs-Overkill sondergleichen. Nicht nur jeder Lautsprecher ist einzeln in einer Plastiktüte verpackt, sondern auch jedes Kabel und jede Schraube; die sechs Schraubentütchen befinden sich wiederum in einer kleinen Tüte. Einige Kleinteile sind bis zu dreifach umhüllt, das ist dann doch etwas mehr Verpackungsmüll als nötig.

Ziemlich schwachsinnig ist auch das »Benutzerhandbuch«; dabei handelt es sich um eine dicke Schwarte von c't-Dimensionen, die eine Installationsanleitung in sage und schreibe 14 (!) Sprachen enthält. Genau sechs (!) Blatt des fast hundertseitigen Buches sind dabei in deutscher Sprache verfasst. Es ist unerträglich, dass dieses ökologische Verbrechen billiger sein soll, als jeweils ein landesspezifisches Faltblatt beizupacken oder in einem Umschlag auf den Karton zu kleben. Die Anleitung bietet in Ikea-Manier spärlich beschriftete Zusammenstöpsel-Diagramme, man kommt jedoch auch ohne die Bildchen aus, wenn man schon mal ein 5.1-Soundsystem installiert hat.

Hat man schließlich den Verpackungsmüll beseitigt und das »Benutzerhandbuch« beiseite gelegt, kann man die sechs Satelliten auf ihre Ständer schrauben; für den Center-Speaker fehlte bei mir eine Schraube. Die Kabel werden an die Lautsprecher angeklemmt und mit den üblichen Klinkensteckern mit dem Subwoover verbunden; dort wird auch das Audio Control Pod angeschlossen, über das das System ein- und ausgeschaltet wird und das für die Lautstärkeregelung zuständig ist – wenn man das nicht via Software, über die Fernbedienung, über eine Breakoutbox der Soundkarte oder über eine Multimedia-Tastatur erledigt. Nach etwa einer Viertelstunde kann man dann das Soundsystem einschalten. Hat man alles korrekt verkabelt, sollten die Kanäle korrekt den Satelliten zugeordnet sein; die Software der grandiosen Creative Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum Pro bietet entsprechende Test- und Kalibierprogramme.

Abbildung: Die »Lautsprechereinstellungen« in der Software Creative Mediasource. Verfügt man über eine entsprechende Soundkarte wie die Creative Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum Pro, sollte man hier »7.1 Lautsprecher« auswählen. Zusätzlich bietet die Software diverse Möglichkeiten, die angeschlossenen Lautsprecher zu testen und zu kalibrieren.

Erster Eindruck

Die Verarbeitung der Lautsprecher ist vergleichsweise hochwertig und durchaus mit einfachen Heimkino-Systemen vergleichbar; der Subwoover ist schwergewichtig und verfügt über Kühlrippen aus Metall auf der Rückseite. Das ganze System hat wenig mit den typischen Plastik-Brüllwürfeln zu tun, die man sonst an PCs vorfindet.

Abbildung: Der Subwoover des S750-Systems ist spezifiziert für eine Leistung von 210 Watt Sinus. Es handelt sich um eine Bassreflexkonstruktion, bei der der Schall seitlich aus dem Gehäuse heraustritt.

Für den ersten Hörtest sollte man sich setzen, der Sound ist satt und geradezu atemberaubend; fette Bässe wummern aus dem leider ziemlich gut zu ortenden Subwoover, und die Satelliten liefern einen brillianten Raumklang. Mit Upmixing oder CMSS der Audigy-Soundkarten bekommt man auch mit einfachen Stereoquellen ein raumfüllendes Hörerlebnis.

 
Abbildung: Die Satellitenlautsprecher sind jeweils belastbar mit bis zu 70 Watt Sinus pro Kanal; sie sind abgeschirmt und können in der Nähe von Geräten platziert werden, die gegenüber magnetischen Feldern empfindlich sind. Die Blenden können abgenommen werden.

Gut geeignet sind die Boxen für Pop- und Rockmusik, Blues, Soul, Funk, Fusion, Techno und gefälligen Jazz etc.; Orchestermusik, Sopran-Soli sowie Kammer- oder Klaviermusik klingt übermäßig brilliant, teilweise zu scharf und auch zu baßlastig. Große Orchester werden kaum differenziert und menschliche Stimmen klingen etwas unnatürlich. Das S750-Lautsprecher-Set ist also eindeutig ein Effektsystem, das seine Stärken im Bereich der Unterhaltung hat: Computerspiele, Filme von DVD und moderne Unterhaltungs- und Tanzmusik. Die Lautsprecher haben einen umwerfenden Sound, aber nur wenig Klang.

Beim längeren Musikhören von normalen MP3-Stereodateien ist mir das System mit aktiviertem CMSS an der Soundkarte auf Dauer zu baßlastig, hier bieten sich aber dermaßen viele Korrekturmöglichkeiten, dass dies kaum als gravierender Kritikpunkt durchgeht. Bereits durch Abschalten von CMSS wird der Sound weniger präsent, weitere Eingriffsmöglichkeiten bietet der Equalizer sowie die Effekt-Profile der Mediasource-Software von Creative.

 
Abbildung: Auch der Center-Speaker ist belastbar mit bis zu 70 Watt Sinus und abgeschirmt; er kann daher prooblemlos auf einem CRT-Monitor platziert werden. Auch diese Blende ist abnehmbar.

Die Belastbarkeit des Soundsystems ist hoch, man kann den Pegel sehr weit aufdrehen, ohne dass die Satelliten zu klirren oder der Subwoover zu dröhnen beginnt. Das S750-System ist mein erstes PC-Lautsprechersystem, das eindeutig von den Nachbarn und Mitbewohnern begrenzt wird, nicht durch hausgemachte technische Mängel: Das 5.1-System Altec Lansing 251 beispielsweise verabschiedete sich bereits nach wenigen Minuten lauterer DVD-Wiedergabe, auch ein Satz Lautsprecher von Harman Kardon überlebte die mehrstündige DVD-Wiedergabe nicht. Solche Befürchtungen muss man beim Creative Gigaworks S750 7.1 THX nicht haben – aber man kann sich leicht Ärger mit den Nachbarn einhandeln.

Einige Gedanken sollte man auch über die Platzierung der immerhin acht Lautsprecher verschwenden; der Subwoover verbraucht unter dem Arbeitstisch ziemlich viel Platz und wummert dort auch etwas aufdringlich vor sich hin; auch die sechs Satelliten wollen irgendo platziert werden; lediglich der Center-Speaker ist unproblematisch: Er fühlt sich auf meinem Monitor am wohlsten. Die Schwierigkeit der Platzierung von sechs Satelliten der Gewichtsklasse des S750-Systems sollte man nicht unterschätzen: Die Biester sind viel größer als typische 5.1-Satelliten für PC-Soundsysteme und wollen zumindest rund 12 mal 15 Zentimeter Standfläche. Natürlich klingen sie, wie alle Lautsprecher, besser, wenn sie nicht zwischen Büchern eingeklemmt sind, sondern Luft haben: Dann muß man eher mit sechsmal 20x20 cm freier Standfläche rechnen, und das alles in maximal drei bis sieben Metern Entfernung vom Subwoover, möglichst noch präzise symmetrisch. Solche Voraussetzungen bietet kein Spiel-, Arbeits- oder Wohnzimmer ohne gravierende Umgestaltung. Ich habe mir daher gleich einen Satz Standfüße für die Satelliten mitbestellt, um etwas mehr Flexibilität zu haben; zu bekommen sind sie im Online-Shop von Creative Labs zu einem Paarpreis von rund 50 Euro. Will man alle sechs Satelliten auf Standfüßen haben, muß man also mit Zusatzkosten von rund 150 Euro rechnen. Alternativ kann man die Satelliten auch an der Wand montieren; im Lieferumfang sind sogar Schrauben und Dübel enthalten, aber keine Halterungen – die kann man im Online-Shop von Creative zum Stückpreis von EUR 2,50 bestellen.

Fernbedienung

Für ziemlich unnütz halte ich allerdings die kleine Fernbedienung mit zehn Tasten; sie wird über zwei Mignon-Batterien (AA) mit Energie versorgt und verfügt auch über die am Audio Control Pod vermisste »Mute«-Taste. Die Lautstärkeregelung funktioniert bei mir zwar, aber irgendwie fühlt sich die Breakout-Box meiner Creative Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum Pro angesprochen: Ihr Infrarot-Empfänger blinkert, wenn ich am Control Pod des S750 die Lautstärke verändern will. Wie dem auch sei, sie funktioniert – im Gegensatz beispielsweise zur Fernbedienung der Hauppauge WinTV Nova-T USB-2 – und nur das zählt ja letztlich.

 
Abbildung: Audio Control Pod (links) von vorne und Fernbedienung (rechts).

Audio Control Pod

Traurig ist dagegen die minderwertige Verarbeitung der externen Steuerungseinheit: Dabei handelt es sich um ein winziges Plastikkästchen, das vollkommen ohne analoge Regler auskommen muß und haptisch vollkommen mißlungen ist: Die Lautstärkeregelung mittels zweier Tasten ist unpräzise, langsam und umständlich; an dem Kästchen ist auch keine »Ton aus«-Taste vorgesehen, mit der man die Boxen beispielsweise für die Dauer eines Telefongesprächs kurz ruhig stellen könnte; glücklicherweise bietet mein Microsoft Office Keyboard einige praktische Tasten, so daß ich mit dem eigentlich ziemlich ärgerlichen Audio Control Pod recht gut leben kann. Von der Breakout-Box der Creative Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum Pro und vergleichbaren Produkten ist hinreichend bekannt, dass es Creativ durchaus besser kann; an der externen Steuerbox der Audigy-Karte befindet sich auch ein recht gruiffiger analoger Lautstärkeregler. Man kann die Defizite des S750-Pod also halbwegs kompensieren, die billige Plastikbbox unterläuft aber dennoch den ansonsten durchaus wertigen Eindruck des Gesamtsystems.

Abbildung: Das Audio Control Pod wird ausschließlich von der Oberseite aus bedient; hier schaltete man das Soundsystem ein und aus, regelt die Lautstärke und kann einen 5.1 auf 7.1 bzw. 6.1 auf 7.1 Upmix aktivieren. Der Pegel von Center, Side, Rear und Sub sowie Treble können separat geregelt werden, aber leider nur durch Drücken mehrerer Tasten und ohne jegliche Statusanzeige.

Creative Gigaworks S750 7.1 THX unter GNU/Linux

Das S750-Soundsystem kann vollständig unter GNU/Linux genutzt werden, wenn man dort eine passende Soundkarte beispielsweise unter ALSA zu laufen hat: Auch der Audio Control Pod benötigt keine Treiber-Software, sondern ist autonom. Auf Komfort-Funktionen, wie sie Creatives Mediasource-Software unter Windows bietet, oder wie sie durch ein Multimedia-Keyboard ermöglicht werden, muß man allerdings verzichten; Äquivalente zur Mediasource-Software existieren für Linux nicht, und auch die meisten Multimedia-Keyboards verlieren an einer Linux-Box leider einen Großteil ihrer Zusatz-Funktionalität.

Fazit

Der erste Eindruck vom Creative Gigaworks S750 7.1 THX überzeugt: Die Soundqualität für alle Zwecke der technisch anspruchsvollen Unterhaltung – von Computerspielen über die Wiedergabe von DVDs bis hinzu Unterhaltungsmusik – überzeugt voll. Ich halte das S750-System mit Abstand für das beste Soundsystem für Mehrkanalanwendungen, das derzeit für PCs am Markt erhältlich ist.

Als Lautsprecher zum Musikhören am PC nebenbei halte ich das S750-System allerdings für weniger geeignet, zu präsent und dominierend ist der Sound. Gute Boxen von Quadral oder Harman Kardon sind preiswerter, verbrauchen weniger Platz und erfüllen diesen einfachen Zweck besser. Außerdem klingen diese einfacheren Boxen mit E-Musik einfach besser.

Nur einen gravierenden Nachteil weist das S750-System auf: Das Audio Control Pod ist eine Beleidigung für den Kunden, der gerade rund 400 Euro für das Lautsprechersystem bezahlt hat. Das billige Plastikkästen ist eine haptische Nullnummer und demonstriert das absolute Gegenteil von ergonomischer Bedienung.

Für Heimkinofreunde kann die Anschaffung des Audio-Prozessors Creative Labs DDTS-100 sinnvoll sein, beispielsweise wenn digitale Tonsignale in das S750-System eingespeist oder digitale Surround-Sounds decodiert werden sollen.

Das perfekte PC-Tonsystem verwendet eine Creative Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum Pro als Soundkarte; deren externe Breakout-Box mit ihren analogen Lautstärkereglern kompensiert das Fehlen ergonomischer Bedienelemente am Audio Control Pod des S750-Systems.

Jeder Anwender muß selbst entscheiden, wie viel ihm Sound am PC wert ist. Schafft man eine Vollausstattung aus hocherwertiger Soundkarte, Decoder, S750-Set und ein paar Lautsprecherständern an, kommt man leicht über einen Gesamtpreis von tausend Euro: Ein guter Kopfhörer bietet dagegen eine höhere Mietshaus-Kompatibilität und kostet nur einen Bruchteil eines solchen Soundsystems.

Bezugsmöglichkeit

Creative Gigaworks S750 THX 7.1 PC-Lautsprecher.

Preis bei Amazon.de: EUR 389,00 (kostenlose Lieferung - Bestellen)
Modellnummer: 51MF7010AA001
ASIN: B000150068
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Literaturhinweise:
PC - Hardwarebuch.
 von Hans-Peter Messmer

Addison-Wesley, 10/2000
Tom's Hardware Guide. Der perfekte PC im Eigenbau.

Franzis, 2002
PC-Werkstatt
 von Klaus Dembowski

Markt & Technik, 11/2002
PC Hardware Superbibel
 von Scott Mueller

Markt & Technik, 2003
PC Hardware in a Nutshell
 von Robert und Barbara Thompson

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